Staffel 6A - Was halten wir denn nun von ihr?

  • Wie fandest du diese Halbstaffel? 59

    1. Super (17) 29%
    2. Gut (31) 53%
    3. Durchschnittlich (7) 12%
    4. Ausreichend (2) 3%
    5. Schlecht (2) 3%

    Der Thread für alle die es nochmal ganz genau wissen möchten. :D Einmal bitte zurücklehnen, das Gesehene reflektieren und durch den Kopf gehen lassen... und erst DANN abstimmen. Und sagen wie wir diese Halbstaffel (oder die insgesamte Staffel bisher) finden. Mögen wir sie? Mögen wir sie nicht? Ist sie eine Verbesserung gegenüber dem letzten Jahr? War das letzte Jahr besser? Und und und?


    Finden wir es heraus...

  • Irgendwie ist es schwer da richtig was zu bewerten, weil die Staffel ja nicht wirklich abgeschlossen ist. Die Richtung in die das Ganze jetzt geht gefällt mir. Momentan hat es den Anschein, dass Moffat den Superhelden-Status den der Doctor unter RTD erhalten hat mit dieser Staffel dekonstruieren will. Also er hat dies ja mit den Gott-ähnlichen Doctor in Silence of the Library/Forest of the Dead (gerade mit der Art wie die Vashta Nerada vertrieben wurden) ja auch unterstützt, aber wie gesagt, momentan scheint das zum Plan zu gehören.
    Tja und um diesen... "Promi-Status" zu verlieren, muss der Doctor halt am Ende sterben.


    Insgesamt gefällt mir der bisherige Weg, auch wenn er nicht für jeden etwas zu sein scheint. Aber wir sehen bei vielen Episoden ja wie stark sie polarisieren. Dies ist mir dann viel lieber als wenn alles nur gut ist.


    The Doctor is our guide.
    If he is flippant about something,
    then we know not to worry about it.
    If he's serious about something,
    then we know to care about it.

  • Hmm...Ich versuch das für mich jetzt einfach kurz Folgenweiße zu ermitteln....


    The Impossible Astronaut gut
    Day of the moon gut
    The Curse of the Black Spot durchschnitt
    The Doctor's Wife super
    The Rebel Flesh ausreichend
    The Almost People gut
    A Good man goes to war durchschnitt


    Gesamt: durchschnitt-gut


    In anbetracht der Tatsache dass mir diese (halb-)Staffel wesentlich besser gefallen hat als die fünfte, gibt es von mir also ein "gut".

    Meine Wahrnehmung für die Umgebung schwand, als ich einen leisen Singsang unsinniger Silben anstimmte und die Energie bündelte, die ich in dem Kreis brauchte, den ich um mich gezogen hatte. Erst später erinnerte ich mich, dass ich "Ubriacha, ubrius, ubrium" zur Titelmusik der "Peanuts" gesungen hatte.


    ~ Harry Dresden

  • Ich würde einmal sagen Durchschnitt. Der Auftaktzweiteiler war super, die Piraten-Folge ausreichend, "The Doctor's Wife" gut, der nächste Zweiteiler irgendetwas zwischen Durchschnitt und Ausreichend, und das "Finale" war wiederum gut. Ich bin schon auf die zweite Hälfte gespannt.

  • Mir gefiel bisher jede Folge Super und die Piratenfolge hab ich mit Gut glaub ich bewertet, also geb ich ein Super ab, denn mir gefällt die Richtung, in die die Serie im Moment geht.

    Currently Watching:
    Peter Davison
    Peter Capaldi

    ...und:
    Agents of S.H.I.E.L.D., Rick & Morty,
    Twin Peaks, Narcos



  • Ich hab' mal für die Mittelprächtigkeit gestimmt...


    Erstmal: Nach wie vor finde ich New Who immer noch am besten wenn Moffat schreibt... :P


    Und mir gefällt diese Storyline-Version der Serie, sowas spricht den früheren Whedonianer in mir an. Auch wenn ich recht viel über "Day of the Moon" gemeckert habe... die Richtung an sich fand ich schon ziemlich cool und ich will noch sehr viel mehr davon sehen. Nur kommt dadurch das Problem hervor, dass alle Folgen dazwischen (sprich: die die nicht von Moffat sind) etwas belanglos wirken. Und... schockschwerenot... im Grund ihres Herzens belanglos waren. Selbst ohne Storyline-Who hätten sie nicht geknallt. Okay, gut... die Gaiman-Episode im Terry Gilliam-Stil hatte ihre Vorzüge gehabt... aber die Piraten waren nur besseres Schlafmittel, und die Doppelgängerei fand ich so schlecht, dass ich kaum hingucken konnte.


    Jedenfalls wirkt "Doctor Who" momentan ein bisschen wie eine Serial Show die ihre Einzelepisoden nicht so richtig hinbekommt und halt am stärksten ist wenn der Hauptplot vorangetrieben wird.

  • Hm, ich finde es schwer so eine halbe Season zu bewerten, zumal auch ich bei den Folgen entweder zu Flopp oder Top tendierte. Wobei die Topfolgen (Auftaktzweiteiler, Doctors Wife und die jetzige Episode) wirklich super waren. Die Pirates Folge und den zweiten Zweiteiler fand ich hingegen nicht so pralles.
    Alles in allem fühlte ich mich aber gut unterhalten, schon aufgrund des durchgängigen Storyarcs und der vielen offenen Rätsel die im Raume stehen. Von daher gebe ich der Halbstaffel ein gut, mit einem kleinen Minus.

    Wer im Ruhrgebiet lebt und eine Fahrzeit von einer Stunde für achtzehn Kilometer nicht ertragen kann, der soll ins Allgäu ziehen!
    (aus: Weil Samstag ist von Frank Goosen)

  • Dem "Gut Minus" würde ich mich anschließen.


    Der Auftaktzweiteiler und "The Doctor's Wife" waren sehr starke Folgen.
    Das Midseason-Finale war nur durchschnittlich, ebenso wie die Piraten, der Zweiteiler insgesamt noch schlechter.


    Trotzdem, alleine wegen der Verkettung der Folgen und der Atmosphäre, die aus Staffel 5 übernommen wurde, das "Gut". Man traut sich was - und das gefällt mir.
    Ich gehe davon aus, dass die zweite Hälfte deutlich besser wird im Durchschnitt.

  • Ich würde die Staffel ja gerne mit "super" bewerten, weil sich Matt Smith in die Liga meiner Lieblingsdoctors gespielt hat (ich glaube das erste Mal zu wissen, wie es sich anfühlt einen Tom Baker zu haben ... also einen Lieblingsdoctor der grundsätzlich beliebt und anerkannt toll ist *schluchz* Es ist schön *schnief*) ;), aber außer dem Auftaktzweiteiler war da bisher nicht so viel für mich drin. Ich hoffe einfach, dass die zweite Hälfte das wieder ausbügeln wird. Ich finde immer noch Impossible Astronaut/Day of the Moon den besten Staffelauftakt der Serie bisher (kann mich jetzt auch nicht aus der Classicserie an was erinnern, was mich da als Staffelauftakt mehr umgehauen hätte, aber das liegt eher daran, dass ich Classic so schaue, je nachdem was ich grad zur Hand hab, und nicht unbedingt in der richtigen Staffelreihenfolge ;) ), aber alles was danach kam war, ... ja ... nicht direkt schlecht, aber halt auch nichts, wo ich aufgesprungen bin und gesagt habe, ja super, so soll Doctor Who immer sein ... mehr so ... es war okay, es hat mich unterhalten und auch ein bisschen erfreut, aber es war nichts besonderes. Also durchschnitt. Die letzte Folge vor der Pause war zwar mit Mängeln versehen aber auch ganz zufriedenstellend und wohlwollend stimmend. Also ich mag Doctor Who noch immer sehr, aber es dürfte in der zweiten ruhig ein paar mehr tolle Folgen wie Impossible Astronaut geben, wenn's nach mir ginge, statt "nur" guter und unterhaltsamer Durchschnitt wie etwa Doctor's Wife (gegen solche Folgen ist auch nichts einzuwenden, aber wenn die Serie super sein will, muss halt mehr drin sein *g*).


    Also von mir gibts ein "durchschnittlich" mit ner hoffnungsvollen Tendenz zu "gut".

  • "The Impossible Astronaut" - super, "Day of the moon" - gut, "The Curse of the Black Spot" - okay, -, "The Doctor's Wife" - mittel, "The Rebel Flesh" - dufte, "The Almost People" - so lala, "A Good man goes to war" - gerade noch gut, macht zusammen supergutokaymittelduftesolalageradenochgut - das sind 43 Buchstaben von möglichen 35 (das wäre dann supersupersupersupersupersupersuper), diese beiden Zahlen dividiert im Kehrwert macht 0.8, also 80%, als ein "Gut" von mir. Jetzt mal so rein nüchtern-mathematisch betrachtet.


    Positiv fiel mir vorallem die hohe Produktionsqualität auf; da hat man nochmal eine Schippe zugelegt, sodass wirklich jede Folge äußerst hübsch und teuer aussah, auch CGI drin hatte, sowie schöne Musik. Inhaltlich hingegen hat man die eine oder andere Chance leider liegen lassen, und so ein bißchen thronte das Problem über diese Halbstaffel, dass auf Grund von Moffats Storyarc-intensiven Auftakt-Zweiteiler und dem Wissen, dass der in Folge 7 aufgegriffen werden würde, die Folgen dazwischen in der Wahrnehmung der Zuschauer abfielen. Die Piratenfolge litt sehr darunter, wie man diversen Reviews entnehmen konnte, "The Almost People" zumindest in der Beziehung, dass die Fans nach dem Schauen hauptsächlich lieber über das Ende und der damit verbundene nächste Folge reden wollten, anstatt über die (natürlich trotzdem nicht gute) eigentliche Folge. Ein bißchen sehe ich da jedenfalls die Gefahr, dass auf Grund von Moffats Arc-Fokusierung die Folgen der anderen Autoren immermehr als Füllmaterial wahrgenommen werden. Nicht die optimale Entwicklung für eine Serie, deren Natur eigentlich in dem Erzählen unabhängiger Einzelgeschichten liegt.

  • Das Problem scheint mir: Moffat ist riesiger RTD-Fan. (Ich weiß, es gibt Fans, die behaupten, Moffats uferlose Begeisterungsreden über RTD in Foren und Interviews seien seien "Schleimerei beim Chef" gewesen. Ich halte diese Unterstellung - gerichtet gegen einen großartigen Autor, der das nie und nimmer nötig hätte - für absurd und unverschämt.)


    Leider setzt Moffat die unter RTD begonnene Übermystifizierung des Doctors nahtlos fort.


    RTD hatte die These: Wer einmal mit dem Doctor gereist ist, dessen Leben kann danach nicht mehr so werden wie zuvor. Daraus entstand die Idee zur Serie "Sarah Jane Adventures". Das machte RTD aber nicht nur an der Person des Doctors fest, sondern an den Dingen, die man in Begleitung des Doctors zu sehen bekommt.


    Bei Moffat ist es nur noch die im Grunde "magische Aura" des Doctors. Jetzt reicht jetzt schon die kurze Begegnung als Kleinkind mit dem Doctor, damit das gesamte Leben umgekrempelt wird.


    Der Doctor wird unter Moffat zum großen Bruder von Jesus und Superman in einem. Man muss schon ein Kryptonit-Gefängnis bauen (irgendeine Pandora-Box) oder einen Timelord züchten, um ihn zu töten. Besonders seltsam erscheint daher die Szene in der letzten Folge, als Hunderte von Waffen auf den Doctor gerichtet sind. Von Leuten wohlgemerkt, deren einziges Ziel es ist, ihn zu töten. Doch keiner schießt. Warum? Weil die Ehrfurcht vor dem Doctor einfach zu groß ist?


    Mir geht das zu weit. All die Übertreibungen, die unter RTD begonnen haben, das Overacting, das Gebrabbel des Doctors, das ständige Rennen, die ach so tiefe Melancholie ... Es geht hier allmählich ins Religiöse. Selbst die Tardis wird nun vollständig personifiziert und mystisch überhöht. Sie hat nicht nur eine "Seele". Wer in der "Aura" der Tardis miteinander schläft, erzeugt ein Timelord-Kind.


    "Normale Dialoge" zwischen den Figuren gibt es nicht mehr. Klar: Wer führt schon einen normalen Dialog mit einem Halbgott? Wenn Amy dem Doctor gegenübersteht, guckt sie manchmal, als sei ihr gerade der Heilige Geist erschienen.


    In der Serie wimmelt es inzwischen vor Weihsagungen und Prophezeiungen. Der Doctor wird zum übergalaktischen Mythos, gegen den ganze Armeen ins Feld ziehen müssen. (Und auch tun, anstatt ihn - wie früher - gar nicht zu kennen.)


    Entsprechend wechselt der Doctor quasi im Sekundentakt zwischen der dunklen und nicht-dunklen Seite der Macht hin und her, er ist mal der Erlöser, dann wieder der Vernichter.


    Bei River Song treibt es Moffat ähnlich, nur dass sie mal alles und dann wieder nichts weiß, mal wieder alles witzig, dann wieder alles tragisch findet. Und das gerne auch mal in der gleichen Szene, Hauptsache schnell, Hauptsache irgendwie geheimnisvoll, Hauptsache überdreht.


    Besonders enttäuscht mich Amys Entwicklung, deren undankbare Aufgabe es wohl nur noch ist, mit tränenerstickter Stimme Doctor zu sagen. (Während Rory die noch undankbarere Aufgabe hat, den hilflos-farblosen Sidekick zu spielen. Bloß keine starken Figuren neben den Doctor, die ihm die Show stehlen könnten.) Unter RTD gab es unterschiedliche Begleiterinnen, und jeder Fan mag seine persönlichen Vorlieben und Abneigungen haben, doch es waren alles auf ihre eigene Weise starke Frauen. Doch nicht so bei Moffat. Bei Moffat ist die Aura des Doctors einfach so überirdisch, dass früher oder später jeder vor Ehrfurcht erstarren muss.


    Mich enttäuscht Moffat als Showrunner, weil ich den Eindruck habe, es kümmert sich zu wenig um die Einzelfolgen. Früher waren die Einzelfolgen eben Highlights wie "Blink", jetzt ist es wirres Gerenne durch billige dunkle Gänge, angereichert durch ein paar Story-Arc-Appetithappen. Wenn dann in den Schlüsselfolgen plötzlich optisch wieder ganz großes Kino angesagt ist, macht das zwar Spaß, aber es entwertet die "kleinen" Folgen und hinterlässt ein schiefes Gesamtbild.


    Letztlich sehe ich viele Ideen und brillante Optik. "Doctor Who" zeigt immer noch, wie leer und banal andere Serien sind. Aber die Ideen schwimmen in einer zu wirren Suppe. Moffat sollte mehr Vertrauen in das Konzept von "Doctor Who" haben. Man muss nicht andauernd rennen, um die Leute am Nachdenken zu hindern. Man muss nicht alles übermythologisieren, um einer Geschichte Bedeutung zu geben. Im Moment wirkt die Serie wie im Fieberwahn. Sie windet sich, faselt manchmal wirres Zeug und bäumt sich auf, nur um dann wieder reglos und fad am Boden zu siechen. Leider scheint mir eine Genesung nicht in Sicht, zumal sich die Frage stellt, wie ein "genesenes" "Doctor Who" inzwischen noch aussehen soll? Wohin soll diese mystische Gigantomanie führen? Noch mehr Fieberwahn? Noch mehr Überdrehtheit?

  • Wer in der "Aura" der Tardis miteinander schläft, erzeugt ein Timelord-Kind.

    Darum gings nicht, es ging darum, dass das Kind gezeugt wurde, als die Tardis gerade reiste, also im Time Vortex.

    Wenn Amy dem Doctor gegenübersteht, guckt sie manchmal, als sei ihr gerade der Heilige Geist erschienen.

    Was würdest du machen, wenn du und dein Kind von scheinbar Verrückten entführt und gefangen gehalten werden und ein guter und treuer Freund würde dich retten? "Du schon wieder?" wär wohl kaum angesagt.

    Unter RTD gab es unterschiedliche Begleiterinnen, und jeder Fan mag seine persönlichen Vorlieben und Abneigungen haben, doch es waren alles auf ihre eigene Weise starke Frauen. Doch nicht so bei Moffat.

    Achja, River Song ist ja keine starke Frau, und in der Beziehung Amy - Rory hat natürlich Rory das sagen. Aber die ganzen Mädchen die mit dem 10. Doctor reisten und ihm hinterherschmachten sind inwiefern stark?


    Und noch was: Moffat versucht gar nicht, den Doctor zu "Mythologisieren", ganz im Gegenteil. wie schon gesagt "He will rise higher than ever before and then fall so much further." Der Doctor ist überall bekannt, und Moffat will das umkehren und wieder den alten, im Universum unbekannten Doctor hervorrufen.
    Und die Begegnung mit dem Mädchen wollte eben genau das signalisieren: Der Doctor hat durch seine Taten zu viel Einfluss, was ihn nicht gerade gut dastehen lässt.

    Currently Watching:
    Peter Davison
    Peter Capaldi

    ...und:
    Agents of S.H.I.E.L.D., Rick & Morty,
    Twin Peaks, Narcos



  • Wenn man den Blickwinkel von Serienfan einnimmt, kann man seine Schlussfolgerungen schon verstehen, ich habe aber diese Staffel anders gesehen.


    Einerseits die Rolle der Companions: Amy und Donna lassen sich am ehesten Vergleichen, da bei beiden ganze Staffeln auf ihre Person ausgelegt sind, d.h. sie sind Teil des Staffelgeheimnisses. Hierbei sehe ich Amy gerade im Zusammenspiel mit Rory (der mehr als Staffage ist) eher als eigenständige Person, was sich z.B. in ihrer Abgrenzung zum Doctor in der letzten Folge zeigt. Auch in der Vincent-Folge zeigt sich, dass Amy sich eher für Vincent als für den Doctor interessiert, der daraufhin sehr eifersüchtig ist.


    Zur Mythologisierung: Der 10. Doctor war mir sehr in der gegenwärtigen Popkultur verhaftet und wirkte daher auf mich wie ein Superheld ala Superman, Captain America, etc... . Der 11. Doctor ist dagegen in einer "zeitlosen" Welt, was den mythischen und märchenhaften Charakter der Geschichten verstärkt. Außerdem sind die Aliens mehr als Aliens, sondern auch Symbole für Ängste, im Gegensatz zu Pups-Aliens oder Riesenwespen. So ist der 11. Doctor eher Odysseus, der sich aufgrund seines Mutes und seiner Intelligenz vom Nicht-Helden abhebt. Auch wenn er verehrt wird, wird er verachtet und macht gravierende Fehler. Im Fazit kann man also sagen, dass die Staffel 6a schon "mystischer" ist, aber nicht durch die genannten Gründe und auch nicht mit den daraus gefolgerten Auwirkungen.

  • Mir fehlt so ein bisschen der Spaß an der einzelnen Folge. Moffat konzentriert seine Energie auf den Story Arc und die Co-Autoren schreiben dann mehr oder weniger was zusammen, dass dazu passt.


    Dazu kommen noch unheimlich viele Sachen, bei denen ich mir beim zweiten Hinschauen nicht sicher bin, ob sie jetzt eine Bedeutung haben oder nicht. Ich frage mich immer wieder, ist das jetzt schlampige Arbeit oder wird das irgendwann nochmal wichtig?


    Auch das River jetzt Amy's und Rory's Tochter ist finde ich eher enttäuschend. Ich hätte es cooler gefunden, wenn sie die Tochter von Lucy Saxon und dem Master wäre und von Torchwood aufgezogen wurde, um den Doctor zu diskreditieren. Und der große Feind in dieser Staffel wären mal ausnahmsweise nicht die Außerirdischen, sondern die Menschen? Vielleicht wird das ja noch. Immerhin, wo war die Falle in der letzten Folge? Warum sagte River Amy und Rory und dem Doctor, sie wäre deren Tochter? Ist das nicht spoilern? Will sie sich vielleicht dadurch das Vertrauen des Doctor erschleichen?


    Wie sagte der Doctor doch, er kam immer, wenn sie ihn rief. Vielleicht ruft sie ihn immer dann, wenn er die Möglichkeit hat, sein schlechtestes Benehmen zu zeigen, gibt ihm schlechten Rat?


    Vielleicht ist der Doctor aber auch ein Ganger? Warum haben ihn die Ganger, als sie ihn bewusslos neben der toten Jennifer fanden, als einen der ihren erkannt? Sollte das nicht der echte Doctor gewesen sein? Warum war seine psychische Verbindung zur Matrix soviel stärker als die des bekannten "Ganger" Doctors? Seit wann wäre er dann aber einer? Bereits seit Beginn der Staffel, wo er aus dem Washroom auftaucht? Aber kann eigentlich nicht sein, denn müsste die Tardis nicht den Austausch erkennen?


    Auch ist der Doctor doch immer ein bisschen ambivalent. Chris Ecclestone wollte in "Getrennte Wege" mit den Daleks zusammen die Hälfte der Menschheit umbringen, und heißt der Doctor bei den Daleks nicht auch der "aufziehende Sturm"? Auch Tennant hat immer wieder gerne Außerirdische beseitigt und Matt Smith muss sich in der Beziehung auch nicht verstecken. Der Doctor war schon immer nicht der Heiler, den River in ihrem Solo beschwört, sondern eher ein Chirurg, der sich nicht scheute ein Bein zu amputieren (seine eigenes Volk zu töten) um den Körper (Rest des Universums) zu retten. Es erscheint mir jetzt schon ein bisschen schwierig, diese Entwicklung wieder runterzuholen und ihn zu dem einfachen Reisenden zu machen, der er in den 60 und 70ern war. Was soll er machen? Seinen eigenen Tod vortäuschen und dann das Universum sich selbst überlassen? Anstatt das Universum zu retten, im Zweifel lieber damit untergehen?


    Auch diese sich überkreuzenden Zeitlinien die River mit dem Doctor und jetzt auch noch mit Amy und Rory hat sind extrem verwirrend. Und dieses Diary geht mir tierisch auf den Senkel.


    Ich denke, ich warte mal auf die DVD Gesamtausgabe und schaue mir das Ganze am Stück an. Vielleicht macht es dann mehr Sinn.

  • Chris Ecclestone wollte in "Getrennte Wege" mit den Daleks zusammen die Hälfte der Menschheit umbringen, und heißt der Doctor bei den Daleks nicht auch der "aufziehende Sturm"?

    Der 9. Doctor hatte nicht mehr sehr viele Möglichkeiten zur auswahl und wäre mit den Daleks und allen Menschen die auf der Erde waren gestorben.



    Auch Tennant hat immer wieder gerne Außerirdische beseitigt und Matt Smith muss sich in der Beziehung auch nicht verstecken.

    Der 10. Doctor hat niemals gerne Aliens beseitigt ganz im gegenteil, er wollte sie immer retten und ihnen helfen.

  • Ich gebe dieser Halbstaffel ein "durchschnittlich", allerdings gemessen am Standard der 5. Staffel. Gemessen an den New-Who-Staffeln 1-5 wär' das Ergebnis natürlich besser. Aber mit Staffel 5 hat der Moffmeister eben einen Massstab gesetzt, dem er jetzt auch gerecht werden muss.


    Der Auftaktzweiteiler war grandios, aber leider kam danach keine Folge mehr, die mich auch nur ansatzweise begeistert hätte. Es war nichts wirklich richtig schlecht, aber halt auch keine Knaller.

  • Serienfan

    Zitat

    Leider setzt Moffat die unter RTD begonnene Übermystifizierung des Doctors nahtlos fort.


    RTD hatte die These: Wer einmal mit dem Doctor gereist ist, dessen Leben kann danach nicht mehr so werden wie zuvor. Daraus entstand die Idee zur Serie "Sarah Jane Adventures". Das machte RTD aber nicht nur an der Person des Doctors fest, sondern an den Dingen, die man in Begleitung des Doctors zu sehen bekommt.


    Bei Moffat ist es nur noch die im Grunde "magische Aura" des Doctors. Jetzt reicht jetzt schon die kurze Begegnung als Kleinkind mit dem Doctor, damit das gesamte Leben umgekrempelt wird.


    Du nimmst da schon sehr Bezug auf die Figur Lorna Bucket möchte ich jetzt mal annehmen. Eine Figur, deren Ursprung das Volk ist, von dem River am Ende der Episode spricht, wo der Doctor halt als der Mighty Warrior angesehen wird, vor dem man sich fürchten muss. Dieser Mythos des letzten Time Lords, der sein eigenes Volk in Folge des Timewars vernichtet hat ist es doch, was River am Ende so kritisiert. Dass dies der Grund ist, wieso die Leute sich vor ihm fürchten und daher gegen ihn in die Krieg ziehen, damit sie ihm zuvor kommen können. Moffat ist in dem Fall nicht Fan, sondern ihm ist diese Übermystifizierung aufgefallen und mit dieser Episode beginnt er damit sie zu dekonstruieren.
    Dem Doctor wird sein Handeln so vor Augen geführt und er muss daran etwas ändern. Ja, Moffat hat diese Mystifizierung weiter mit voran getrieben (man erinnert sich an den kurzen Spoiler in Forest of the Dead mit den Armeen, die vor dem Doctor davon laufen), nur um ihn zu diesem Moment der Dekonstruktion zu führen.


    Zitat

    Der Doctor wird unter Moffat zum großen Bruder von Jesus und Superman in einem. Man muss schon ein Kryptonit-Gefängnis bauen (irgendeine Pandora-Box) oder einen Timelord züchten, um ihn zu töten. Besonders seltsam erscheint daher die Szene in der letzten Folge, als Hunderte von Waffen auf den Doctor gerichtet sind. Von Leuten wohlgemerkt, deren einziges Ziel es ist, ihn zu töten. Doch keiner schießt. Warum? Weil die Ehrfurcht vor dem Doctor einfach zu groß ist?


    In gewisser Weise, ja. Die Einführung dieser Armee zeigt wie viel Angst sie im Grunde vor ihm haben. Sie erzählen sich Geschichten von seinen Abenteuern, werden vor seinem Sonic Screwdriver gewarnt, lernen das Psychicpaper zu erkennen. Sie haben Angst, darum ziehen sie gegen ihn in den Krieg. Weil dies der einzige Ausweg ist. Es ist die logische Konsequenz aus dem, was aus dem Doctor geworden ist in der Zeit unter RTD. Moffat wollte in der letzten Staffel den Leuten zeigen, dass Matt Smith derselbe Doctor ist, damit nicht alle schreibend davon laufen. Jetzt kann er den Leuten zeigen was der Doctor seit RTD falsch gemacht hat und beginnt dies wieder in geregelte Bahnen zu lenken.


    Zitat

    Mir geht das zu weit. All die Übertreibungen, die unter RTD begonnen haben, das Overacting, das Gebrabbel des Doctors, das ständige Rennen, die ach so tiefe Melancholie ... Es geht hier allmählich ins Religiöse. Selbst die Tardis wird nun vollständig personifiziert und mystisch überhöht. Sie hat nicht nur eine "Seele". Wer in der "Aura" der Tardis miteinander schläft, erzeugt ein Timelord-Kind.


    Also Melancholie und Overacting ist doch mehr RTD Ära. Und das mit der Aura wurde ja auch schon geklärt. Da geht es mehr um den Vortex als die Tardis selbst.
    Zum Religiösen: Moffat gefällt halt der Gedanke, dass die Kirche irgendwann wieder Armeen stellt, wie dies früher ja Gang und Gebe war.


    Zitat

    "Normale Dialoge" zwischen den Figuren gibt es nicht mehr. Klar: Wer führt schon einen normalen Dialog mit einem Halbgott? Wenn Amy dem Doctor gegenübersteht, guckt sie manchmal, als sei ihr gerade der Heilige Geist erschienen.


    Aber wann gab es denn mal normale Dialoge (was sollen eigentlich normale Dialoge sein?). Es gab immer ne gewisse Distanz zwischen Doctor und Companion, einfach weil es sich beim Doctor um ein überlegenes Alien handelt. Und wir haben hier ja auch keine Serie die mit dem Alltag zu tun hat. Jedes Abenteuer des Doctors mit deinen Companions ist etwas besonderes. Sollen die dann plötzlich Pulp Fiction mäßig über Burger und Bier reden? Übertrieben formuliert.
    Aber in gewisser Weise muss ich sagen, kommen alltäglichere Unterhaltungen unter Moffat doch viel öfter vor als zuvor. Ich würde das gerne dem Coupling Faktor zuschreiben. Alleine so Szene wie Rory Junggesellenabschied, der Doctor der mit dem jungen Kazran über Mädchen redet oder zuletzt die errechnen wann Rory und Amy in der Tardis miteinander geschlafen haben können. Wann gab es solch etwas unter RTD?


    Zitat

    In der Serie wimmelt es inzwischen vor Weihsagungen und Prophezeiungen. Der Doctor wird zum übergalaktischen Mythos, gegen den ganze Armeen ins Feld ziehen müssen. (Und auch tun, anstatt ihn - wie früher - gar nicht zu kennen.)


    Sowas nennt man halt Mythos einer Serie. Gab es vorher aber auch schon. Zu den Armeen habe ich mich ja schon genug ausgelassen hoffe ich. Wenn jemand nun einmal der letzte seiner Art ist, wird er von anderen Völkern mystifiziert.


    Zitat

    Entsprechend wechselt der Doctor quasi im Sekundentakt zwischen der dunklen und nicht-dunklen Seite der Macht hin und her, er ist mal der Erlöser, dann wieder der Vernichter.


    Wieder dieselbe Kerbe. Und im Grunde ist der Doctor immer auf seiner Seite. Es hängt nur davon ab in welchem Kontext man dies sieht.


    Zitat

    Bei River Song treibt es Moffat ähnlich, nur dass sie mal alles und dann wieder nichts weiß, mal wieder alles witzig, dann wieder alles tragisch findet. Und das gerne auch mal in der gleichen Szene, Hauptsache schnell, Hauptsache irgendwie geheimnisvoll, Hauptsache überdreht.


    Mit River hat er halt einen Charakter erfunden, der dem Doctor das Wasser reichen kann, der ihn mal lächerlich aussehen lassen kann und nicht so perfekt und clever, wie es gerade der Tennant Doctor war. Teil der Dekonstruktion in meinen Augen.


    Zitat

    Besonders enttäuscht mich Amys Entwicklung, deren undankbare Aufgabe es wohl nur noch ist, mit tränenerstickter Stimme Doctor zu sagen. (Während Rory die noch undankbarere Aufgabe hat, den hilflos-farblosen Sidekick zu spielen. Bloß keine starken Figuren neben den Doctor, die ihm die Show stehlen könnten.) Unter RTD gab es unterschiedliche Begleiterinnen, und jeder Fan mag seine persönlichen Vorlieben und Abneigungen haben, doch es waren alles auf ihre eigene Weise starke Frauen. Doch nicht so bei Moffat. Bei Moffat ist die Aura des Doctors einfach so überirdisch, dass früher oder später jeder vor Ehrfurcht erstarren muss.


    Mal ganz ehrlich... Rory stielt dem Doctor schon sehr oft die Show. Was der für Sympathien inzwischen hat, da kann man nicht mehr von nem farblosen Sidekick sprechen.
    Und im Gegensatz zu allen RTD Begleiterinnen, die ihrem traurigen Leben entfliehen wollten, ist Amy ja auf Grund des Versprechens mit dem Doctor mit. Für Rose, Martha und Donna war der Doctor der edle Prinz, der sie aus ihrem Drecksleben rettet. Amy hat der Doctor mitgenommen, weil er sie interessant fand. Amy und Rory sind dann an Bord der Tardis geblieben, weil ihr Abenteuer noch nicht vorbei war. Das ist viel mehr Motivation als die drei RTD Bräute zusammen. Von Astrid, der hübschen Kellnerin, die einfach mal einen anderen Planeten sehen wollte mal ganz zu schweigen.


    Zitat

    Mich enttäuscht Moffat als Showrunner, weil ich den Eindruck habe, es kümmert sich zu wenig um die Einzelfolgen. Früher waren die Einzelfolgen eben Highlights wie "Blink", jetzt ist es wirres Gerenne durch billige dunkle Gänge, angereichert durch ein paar Story-Arc-Appetithappen. Wenn dann in den Schlüsselfolgen plötzlich optisch wieder ganz großes Kino angesagt ist, macht das zwar Spaß, aber es entwertet die "kleinen" Folgen und hinterlässt ein schiefes Gesamtbild.


    Er lässt den Autoren mehr Freiraum als RTD. RTD hat sich ja die Drehbücher (außer die von Moffat) alle gepackt und den Dialog des Doctors umgeschrieben, weil er der Meinung war nur er könne den Doctor richtig schreiben.
    Und wenn du Highlights wie Blink vermisst. Was ist dann mit Vincent and the Doctor? Oder The Doctor's Wife? Was ist mit The Lodger? Waren das alles keine wirklich guten Episoden?


    Zitat

    Letztlich sehe ich viele Ideen und brillante Optik. "Doctor Who" zeigt immer noch, wie leer und banal andere Serien sind. Aber die Ideen schwimmen in einer zu wirren Suppe. Moffat sollte mehr Vertrauen in das Konzept von "Doctor Who" haben. Man muss nicht andauernd rennen, um die Leute am Nachdenken zu hindern. Man muss nicht alles übermythologisieren, um einer Geschichte Bedeutung zu geben. Im Moment wirkt die Serie wie im Fieberwahn. Sie windet sich, faselt manchmal wirres Zeug und bäumt sich auf, nur um dann wieder reglos und fad am Boden zu siechen. Leider scheint mir eine Genesung nicht in Sicht, zumal sich die Frage stellt, wie ein "genesenes" "Doctor Who" inzwischen noch aussehen soll? Wohin soll diese mystische Gigantomanie führen? Noch mehr Fieberwahn? Noch mehr Überdrehtheit?


    Moffat bringt die Serie gerade in eine neue Bahn, durch die man vielleicht wieder komplett neue Wege gehen kann (wie und ob bleibt abzuwarten). Der Doctor ist in dieser Staffel gestorben, damit der Mythos des Oncoming Storms ein Ende hat. Das wird die Funktion eben dieser Staffel sein. Danach erwarte ich wieder die kleinen Geschichten in denen nicht wieder die Realität selbst gerettet wird.
    Ich kann mich natürlich irren, aber die Anzeichen dafür stehen quasi parat.
    Moffat liebt diese Serie, es ist für ihn ein Lebenstraum diesen Job zu haben, für den er eine Karriere in Hollywood an der Seite von Spielberg und Jackson abgebrochen hat. Das macht man nicht, wenn man keine Ideen hat. Diese Ideen trägt er schon zu lange mit sich rum und nun ist er in der Position sie zu verwirklichen. Das ist mehr als nur Vertrauen in das Konzept. Das ist das Konzept leben.


    The Doctor is our guide.
    If he is flippant about something,
    then we know not to worry about it.
    If he's serious about something,
    then we know to care about it.

  • Impossible Astronaut: 9 Punkte
    Day of the Moon: 9 Punkte
    The Curse of the Black spot: 7 Punkte
    The Doctors Wife: 5,5
    The Rebel Flesh: 6,5
    The Almost People: 6 Punkte
    A good Man goes to War: 8,5


    Macht nen Schnitt von: 7,36 Punkte


    Alles in allem ne wirklich gute erste Hälfte, auch wenn mich die Einzelfolgen auch nicht total überzeugt haben, aber ich mag die Atmosphäre total und ich liebe diesen Doctor einfach. Die Storyarcfolgen fand ich super. Mal sehen, ob die Einzelfolgen in der 2. Hälfte etwas gewinnen können.