9x04 - The Mutants

  • Ich bin darüber überrascht, wie gut die Story bei vielen hier wegkommt. Ich musste mich wirklich durchquälen, habe seltener einen drögeren Pertwee erlebt. Nur Episode 4 stach etwas heraus, da dort tatsächlich mal etwas passierte und sogar ein wenig Spannung aufkam. Aber Episoden 5 und 6 haben dann erheblich enttäuscht. War die Story vorher nur öde, wurde sie hier lächerlich. Die Eingeborenen mutieren zu Regenbogen-Supermenschen und retten alle? Wie bitte? Auf welchen Drogentrip waren die Autoren??


    Puh, für mich war das ein "ausreichend", aber nur wegen Episode 4. Sonst hätte ich mit "schlecht gestimmt".

  • Ich glaube, beim ersten Mal hat sie mir gefallen. Kürzlich war sie bei meinem chronologischen Rewatch dran und Time Monster danach hab' ich als deutliche Steigerung empfunden.

    P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen

    Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.

  • Ich oute mich mal als jemand, der das Serial gut fand, aber durchaus versteht, wenn man es als zu dröge empfindet. Denn gerade der Anfang ist sehr langartmig. Es dauert bis etwa zum dritten Teil, bis alles wirklich spannend wird und Fahrt aufnimmt. Also bis der Doctor endlich auf Solos ankommt. Alles davor, also alles auf der Raumstation, kann stark zusammen gestrichen werden, ohne, dass man etwas verlieren würde. Dies ist ein großes Problem, da gerade der erste Teil spannend sein sollte, um die Leute dazu zu bringen, das gesamte Serial zu gucken. Vergleicht man die politischen Konflitke und Ränkespiele hier mit denen in The Curse of Peladon, muss man leider zu dem Schluss kommen, dass Hayles es wesentlich besser verstand, diese spannend und ohne unnötige Schnörkel aufzubauen und zu erzählen als Bob Baker und Dave Martin hier. Dies erinnert mich daran, was Terrence Dicks immer wieder über die beiden gesagt hat: Tolle Ideen, aber er als Script Editor musste doch oftmals eingreifen, damit die beiden auch eine vernünftig erzählte Geschichte ablieferten, die so auch auf den Bildschirm gebracht werden konnte. Im Großen und Ganzen gelingt ihnen dies hier zwar, aber wie bereits gesagt, nicht ohne Schwächen.


    Das zu Grunde liegende Konzept ist wirklich gut. Das irdische Imperium bricht langsam zusammen - erneut eine Allegorie zur damaligen Gegenwart in der das britische Imperium ebenfalls zu Ende ging - und ein hochrankiges Mitglied des Militärs auf einer Kolonie will dies nicht einsehen und kämpft dagegen an. Gleichzeitig müssen der Doctor und Jo eine Botschaft der Time Lords an einen der Einwohner des Planetens zustellen, damit dieser zu deren Anführer werden kann und sie von der Unterdrückung durch die Menschen befreit. Und ab Episode drei wird es langsam auch wirklich spannend und der Twist mit den vier verschiedenen Evolutionsstufen, die allesamt etwa 500 Jahre passieren, war überraschend und interessant. In diesem Zusammenhang muss ich auch sagen, dass mir das Design und die Kostüme der Mutants selbst gefallen hat. Es bestand durchaus die Gefahr, dass sie so lächerlich daher kommen würden wie damals die Wesen in The Web Planet, aber das Produktionsteam hat es geschaft, dies zu vermeiden.


    Zu den Charakteren: Hier gibt es weitere Schwächen. Der Doctor und Jo sind gut getroffen und gut gespielt, ich muss sogar sagen, dass mir hier erstmals Jo mehr gefallen hat als der Doctor. Je länger sie dabei ist desto besser wird sie, was vor allem daran liegt, dass ihr Charakter nicht stagniert sondern sich konstant entwickelt. Wie der Doctor es selbst sagt, vielleicht schaft er es ja doch noch eine Wissenschaftlerin aus ihr zu machen. Von den Gastcharaktere mag ich Sondergaard am liebsten, auch wenn Ky, Cotton und Stubbs ebenfalls gut waren. Ich fand es besonders gut, dass wir mal einen schwarzen Charakter hatten, der im Vordergund stand und nicht stereotypisch dargestellt wurde. Gerade jetzt wo die Serie in Farbe ist, fällt es noch mehr auf wie weiß die Casting-Liste der BBC damals war - obwohl es genügend Minderheiten im Land gab, die auch Schauspieler waren oder sein wollten.


    Was aber auffallen sollte, ist, dass ich nur Protagonisten unter den Charakteren genannt habe, die mir positiv aufgefallen sind. Dies liegt daran, dass die Gegenspieler einfach lächerlich waren. Der Marshal war der typische militärische Besatzer und es hätte dem Schauspiel eines Morris Perry (wie gesehen in Colony in Space) benötigt um ihn glaubhaft und bedrohlich zu machen. So wie ihn Paul Whitsun-Jones darstellte, war er eher eine Comic-Figur. Ähnliches gilt für Jaeger, der einfach da war und keine wirklichen bleibenden Erinnerungen hinterlässt. Auch Varan ist nicht viel besser, da er dafür verantwortlich ist, dass die Einwohner von Solos als absolut primitive Barbaren herüberkommen. Wenn Malcolm Hulke das Skript geschrieben hätte, hätter ihnen eine Kultur verpasst, die über den Stereotypen von Menschen der Vorzeit, die gerade erst gelernt haben was Ackerbau und Viehzucht ist und wie man Häuser baut, hinausgeht. Martin und Baker haben sich darüber anscheinend gar keine Gedanken gemacht. Wo ich gerade dabei bin, es ist auch schon sehr plakativ, dass die Menschen vor etwa 500 Jahren auf Solos ankamen und eine Etappe im Evolutionskreislauf der Einwohner 500 Jahre andauert.


    Die letzten beiden Teile leiden dann fast wieder unter den selben Problemen wie die ersten. Eigentlich merkt man hier sehr gut, dass man maximal genügend Material für einen Fünfteiler hatte, am besten sogar nur einen Vierteiler. Jo, Cotton, und Ky werden gefangen genommen und weggesperrt, der Doctor wird damit erpresst Jaeger zu helfen, dann können Jo, Cotton und Ky entkommen als gerade der Investigator auftaucht, dann taucht aber Sondergaard mit den Mutanten auf und der Investigator ist dann doch auf der Seite des Marshals, Jo, Cotton und Ky werden wieder weggesperrt und erst als sie im Labor sind, fällt dem Investigator doch auf wie verrückt der Marshal eigentlich ist. Dann mutiert Ky in einen Engel, bestraft den Marshal und der Investigator urteilt, dass die Erde Solos doch verlassen wird. Man hätte das Auftauchen von Sondergaard und den Mutanten weglassen können und Ky sofort in diesen Engel (oder was auch immer) mutieren lassen, um die Situation zu retten, was ziemlich viel Zeit gesparrt hätte, denn neue Offenbarungen oder Charaktermomente gab es nicht.


    FAZIT: 7/10 Punkten wegen der Idee, Episoden 3 und 4, den Kostümen, Pertwee, Manning und John Hollis sowie dem Casting von Rick James und der Regie von Christopher Berry.

  • Knapp 10 Jahre nach meiner Review habe ich mir mal einen neuen Durchlauf gegönnt. Statt mit "gut minus" würde ich jetzt eher mit "Durchschnitt plus" abstimmen. Es gibt einen überzeugenden, fanatischen Bösewicht und viele, viele bunte Smart-, äh, Farben. Aber es zieht sich in den Folgen mit viel Laufen durch Höhlen zu sehr hin. Die Auflösung durch die spontane andere Mutation kommt allzu gelegen, Stichwort: deus ex machina. Aber man konnte es sich insgesamt entspannt ein zweites Mal anschauen.

  • Eine gute Folge, bei der höchstens die ein oder andere Länge stört. Dafür sind die Story und die technische Umsetzung absolut gelungen. Hervorheben muss ich den Cliffhänger am Ende von Episode 4, welcher wirklich herausragend war. Die Gaststars haben ihre Sache auch alle gut gemacht (vor allem der Marshall war angemessen fies). Der Doctor und Jo waren natürlich wie immer toll.

    Insgesamt also sicherlich keine Spitzenfolge, aber trotzdem absolut sehenswert.

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    Ehrenplätze: Wardoc und Jo Martin