3x02 - Der Shakespeare Code (The Shakespeare Code)

  • Was um Himmels willen ist denn verkehrt daran, sich gut zu unterhalten? Hattest du in der Staffel eine ernsthafte Diskussion über Edward de Veres Leben und Werk erwartet?
    Ich schalt doch auch nicht Fluch der Karibik an und beschwer mich dann, dass die Piraten klischeehaft und falsch dargestellt wurden.
    Wenn ich mich über Shakespeare informieren möchte, les ich die entsprechenden Doktorarbeiten. In einer Doctor-Who-Folge erwarte ich Unterhaltung, geistreiche Anspielungen auf historische Persönlichkeiten oder aktuelle Hypes wie zum Beispiel Harry Potter, Monster, Aliens, Hexen. Hab ich bekommen, und daher mag ich diese Folge.

  • Zitat


    Was um Himmels willen ist denn verkehrt daran, sich gut zu
    unterhalten?


    Nichts! Was hat das mit der Folge zu tun?

    Zitat

    Hattest du in der Staffel eine ernsthafte Diskussion über
    Edward de Veres Leben und Werk erwartet?


    Ne, aber Shakespeare hätte ich ganz nett gefunden.
    Mal davon ab das ein großer Unterschied liegt zwischen der geforderten angemessenen Darstellung einer historischen Figur und der tiefgehenden Analyyse seines Werks und Lebens.

    Zitat


    Ich schalt doch auch nicht Fluch der Karibik an und beschwer mich dann,
    dass die Piraten klischeehaft und falsch dargestellt wurden.


    Du vergleichst hier die inkorrekte darstellung völlig fiktiver (ok bis auf Blackbeard) Figuren mit der inkorrekten Darstellung der historischen Figur William Shakespeare.

    Zitat

    Wenn ich mich über Shakespeare informieren möchte, les ich die
    entsprechenden Doktorarbeiten.


    Siehe "Unterschied: gefordert - von dir interpretiert"

    Zitat

    geistreiche Anspielungen auf historische Persönlichkeiten


    Hier wird aber nirgendwo "geistreich angespielt", hier tritt geistlos (k)eine historische Figur in den Mittelpunkt.

    Zitat

    aktuelle Hypes wie zum Beispiel Harry Potter


    1997 war erst gestern.

    Zitat

    , Monster


    "Der moderne Prometheus" kam ja '97 (also gestern) raus.

    Zitat

    , Aliens


    Ich
    weiß noch wie der in den Neunzigern begonnen hat mit Blockbustern wie "Der Tag an dem die Erde stillstand" oder "Gefahr aus dem Weltall".

    Zitat

    Hexen


    Darüber sollte man keine Witze machen. Wir hatten doch gerade erst die große Hexenfolgung des späten zwanzigsten Jahrhunderts.

    If someone asked me to write on the sex life of the Eskimo, I’d say ‘That’s always been a particular interest of mine

    -Terrance Dicks

  • Zitat

    geistreiche Anspielungen auf historische Persönlichkeiten


    Um eine dieser geistreichen Anspielungen der Folge zu zitieren: "SHUT'YA MOUTH!!!!!" Wenn du das geistreich findest, naja.


    Zitat

    Hattest du in der Staffel eine ernsthafte Diskussion über Edward de Veres Leben und Werk erwartet?


    Nein. Aber da dass das einzige ist, was dir einfällt, zeigt ja wieder ganz schön, wie beschränkt der Mainstream denkt. Schön schwarz weiß, es kann nur dummen Blödsinn und langweilige Dokumentationen geben. Hatten wir ja während der Diskussion über den Fernsehpreis vor ein paar Jahren.
    Aber du könntest ruhig so freundlich sein und mir zeigen, wo ich diese "ernsthafte Diskussion über" gefordert habe, bevor du nicht zustimmst.


    Zitat

    oder aktuelle Hypes


    Die in einem historischen Setting auch voll toll und sinnvoll sind. ?(


    Zitat

    Was um Himmels willen ist denn verkehrt daran, sich gut zu unterhalten?


    Jo, sagen Bay Fans auch immer. Und ist der bekannt für seine geistreichen Anspielungen?


    Ist halt schon lustig, dass Historicals zu Classiczeiten genau das erfüllt haben und heute im Fandom mitunter als Meisterwerke gelten (Marco Polo) und heute nur entgegengebracht wird "Kann man doch nicht machen! Wär voll langweilig!"
    Es gibt tatsächlich heute noch Autoren (und Leser), die in der Lage sind, über ein Thema zu schreiben UND eine Geschichte innerhalb dieses Themas zu erzählen. Prattchet macht das sogar vier Mal im Jahr! Aber in Trash-TV Zeiten muss man wohl damit leben, dass Shakespear als pratziger Halb-Assi gezeigt wird. Ist zwar schade, aber eben cool.

  • Wie "historisch korrekt" dabei Marco Polo dargestellt wurde, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein, denn weder du noch ich kennen ihn persönlich. Aber es ist jedenfalls gute Unterhaltung.
    Und wie viel du von Terry Pratchett gelesen hast, wenn du noch nicht einmal in der Lage bist, seinen Namen korrekt zu schreiben, sei dahingestellt.
    Shakespeare war doch in erster Linie ein Theatermann. Sind wir uns wenigstens in dieser Hinsicht einig? Er machte Unterhaltung. Seine Stücke sollten das Publikum amüsieren, und dabei war er in der Wahl seiner Stilmittel nicht unbedingt wählerisch. Möglicherweise war er ein pratziger Halb-Asi (und da "Asi" von "asozial" abgeleitet wird, schreibt man's mit nur einem "s"). Auf jeden Fall ist es doch nicht total historisch inkorrekt, ihn als solchen darzustellen.

  • Zitat

    Und wie viel du von Terry Pratchett gelesen hast, wenn du noch nicht einmal in der Lage bist, seinen Namen korrekt zu schreiben, sei dahingestellt.


    OMG! Du hast RECHT!!!!! Das hängt voll zusammen und so! Hast du mich gerade voll fertig gemacht und so XD Ich glaub, die Diskussion hat sich spätestens ab jetzt erledigt. Da wird nichts sinnvolles bei rumkommen. Zeigt aber ganz schön, wer und warum Leute die Folge gut finden.


  • Was zur Hölle hat eine Sternenkonstellation mit den 14 Wänden des Globe Theater zu tun?


    14 Sterne
    14 Seiten des Globe Theaters
    14 Verse eines Sonetts


    Die Antwort auf Deine Frage lautet ... 42


    ;)

    "Doctor Who does not survive change, it survives because of change." -Steven Moffat :thumbsup:

  • Was für eine Folge. Eine Reise ins Jahr 1599 zu Shakespeare persönlich. Den hätte ich auch gern mal getroffen. Obwohl diese Zeit des Mittelalters nicht grad die menschenwürdigste war. Das Set, die Umgebung, die Räume, die Sprache und die Kostüme waren alle sehr authentisch und schafften eine schaurig schöne Atmosphäre. Wunderte mich bloß, dass Shakespeare der einzige war, dem Marthas unpassender Kleidungsstil auffiel. Sie lief wahrlich wie ein bunter Hund herrum und hätte theoretisch alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen müssen. Da frage ich mich, wofür die TARDIS eine Gaderobe hat.


    Jedenfalls schien Marha sehr begeistert von diesem kleinen Abenteuer in der Vergangenheit zu sein und auch von Shakespeare und seinen Werken wusste sie so einiges. Sie stellte erneut die richtigen Fragen, brachte eigene Ideen ein und probierte für sie Neues aus. Wie ich es in der letzten Folge schon befürchtete, sieht sie mehr in dem Doctor, als er in ihr. Das wird vermutlich noch böse für sie enden, denn unerwiederte Gefühle sind nicht einfach. Nichtsdestotrotz flirtete sie hier und da mit Shakespeare, blockte am Ende jedoch ab.


    Der Kerl war aber auch charmant ihr gegenüber. Dass er für seine Zeit ungewöhnlich talentiert war, gerade was Wort und Sprache anging, schien außer Frage. Allerdings fand ich es an einigen Stellen etwas sehr übertrieben dargeboten. Und dass er aus diesem Grunde resistent gegenüber dem Gedankenmanipulationspapier sein sollte, war auch etwas komisch. Gut gefiel mit, dass er den Doctor hinterfragte: "Wie kommt ein junger Mann wie ihr zu der Art alten Augen?" Er ahnte, dass der Doctor kein Mensch war und bekam es am Ende sogar noch bestätigt. Außerdem war Shakespeare der Held der Geschichte. Es waren seine Worte, die dem bösen Plan der Carrionites ein Ende setzten. Ok, nur weil der Doctor ihm sagte, was er zu tun hatte, aber ich will man nicht kleinlich sein. Shakespeare dichtete etwas zusammen, schloss das Ganze unbewusst mit einer Hommage an J.K. Rowling ab und die Carrionite wurden zurück in ihr Gefängnis verbannt. Zack, Weltuntergang abgewendet.


    Diese Carrionite, bzw. drei von denen, hatten sich übrigens als Hexen ausgegeben, was die restlichen Bewohner wohl nicht mitbekommen haben. Die Idee, dass sie Außerirdische waren, die Menschen durch ihr Auftreten und ihre magischen Technologie in deren Denkweise und deren Handlungen beeinflussten, gefiel mir gut. Ich fand es auch nicht tragisch, dass sie alle Hexenklischees abdeckten. Irgendwoher mussten die Menschen im Mittelalter ihr Bild ja haben ;)


    Fehlt noch der Doctor. Herrlich war direkt seine Aussage zu Beginn: "Ich tue nur so, als ob mir alles gehört." In der Tat, so ging er meistens vor. Gut, dass es ihm bewusst war. Auch seine ganzen Anspielungen zu Shakespeare persönlich sowie dessen Werken waren gelungen. Wie sich die beiden einzelne Zeilen zuwarfen und diese kommentierten, das hatte schon was.
    Sehr amüsant fand ich auch das Zusammentreffen des Doctors mit Queen Elizabeth I. Sie erinnerte mich mit ihrem hohen Kragen, ihrer blassen Haut und den roten Wangen an die Herzkönigin aus Alice im Wunderland. Was der Doctor wohl angestellt hatte, dass sie so sauer auf ihn war. Interessant, dass er es selbst nicht mal wusste :lach:


    Die Macht, welche Worte und Sprache inne haben, wurde eindrucksvoll von den Charakteren dargeboten. Shakespeare zeigte, wie man mit Worten umgarnte und unterhielt. Die Carrionite brachten durch Worte Tod und Verderben. Martha nutzte Worte um zu lernen und der Doctor, um zu lehren und zu verletzen. Wobei letzteres, wie wohl meistens, eher unbewusst geschah.


    Alles in allem war dies für mich eine unterhaltsame Folge und deshalb gab es ein "Gut" in der Bewertung.

  • Was der Doctor wohl angestellt hatte, dass sie so sauer auf ihn war. Interessant, dass er es selbst nicht mal wusste


    Oops, der letzte Post ist ja auch schon wieder fast ein Jahr alt. Hab die Folge eben auf One gesehen,

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)


  • Oops, der letzte Post ist ja auch schon wieder fast ein Jahr alt. Hab die Folge eben auf One gesehen,

    One - wäre schön, wenn die sich irgendwann entschlössen, auch Classics zu zeigen.

  • "The Shakespeare Code" ist eigentlich nicht schlecht, aber eigentlich auch nicht gut.


    Sachen die mich gestört haben, gab es viele wie z.B. die totale over-the-top Darstellung der Hexen, Shakespeare, die geschminkten Hexen, dass Shakespeare die Hexen mit Worten (die dann eigentlich doch noch Zahlen beinhalten) besiegt, dass der Doktor wohl in seinem Anzug schläft, und dass "Rose" das einzige Wort ist, das den Doktor wirklich antreibt. Was für ein Schwachsinn.


    Außerdem musste ich laut auflachen, als der Doktor sagte, dass Rose gewusst hätte was zu tun wäre. Ehm, hallo? Rose war dumm wie ein Stück Brot. Des Doktors "Trauer" über den Verlust von Rose hätte man von mir aus gerne ganz weglassen können oder wenn dann subtiler einbauen können. Auch die Entwicklung von Martha, die sich in den Doktor verliebt, gefällt mir nicht.


    Dafür, dass ich jetzt tatsächlich nur Negativpunkte aufgelistet habe, fällt meine Bewertung gar nicht so übel aus.
    Klar, das ganze ist recht belanglos aber die Geschichte weiß doch irgendwie zu unterhalten.


    5.5/10

    "Der moderne Hexenmeister transferiert Raum und Zeit in seiner verrückten Telefonzelle"

  • Ich glaube nicht, daß sie das alles zum dritten Mal wiederholen.


    Wenn sie dann von Tennant bis Capaldi durch sind, dürften wohl die neuen Folgen mit Josie kommen, vermute ich mal, und danach wäre ja Zeit für das ältere Zeugs.


    Ansonsten zum Shakespeare Code:


    Ist ja dramaturgisch ganz nett gemacht, bloß das Resultat ist doch etwas enttäuschend.


    Wieso mußte es ausgerechnet "The Globe" sein, und wieso ein Schauspieler den Text mit den Koordinaten/der Beschwörungsformel rezitieren?


    Die hätten sich doch einfach einen Dorfzimmermann greifen können, der ihnen 14 Wände zimmert und aufstellt und irgendeinen Dorfdeppen, der die Beschwörung spricht, wenn sie es denn selber nicht tun können.


    Aber gut, das ist halt Fiction.


    Es gibt nichts zu sehen, gehen Sie bitte weiter.


    Und nein, dies ist nur eine blaue Police Call Box, nichts bemerkenswertes, außer, daß sie innen größer als außen ist.


    Hmm...


    War das nicht auch bei Harry Potter so, Hogwards?


    Hat etwa J.K. Rowling bei Doctor Who abgekupfert?


    Fragen...


    Nichts als Fragen, man weiß ja so wenig...

  • Nachdem ich mich durch die 12.Season gequält habe, griff ich mir auf Zufallsbasis irgendeine alte Folge heraus, und es war diese. Ein schöner historischer Hintergrund, originelle Gegner, Humor, Action - es stimmt alles. Natürlich war es für den Autor auch eine gern angenommene Herausforderung, ein paar Shakespeare-Zitate einzubauen. Wenn man bedenkt, dass diese Folge 2007 nur guter Durchschnitt war, merkt man erst, wie mies das ist, was uns 2020 vorgesetzt wird.

  • Ich mochte die Folge schon immer. Spannend, mit Humor und wer will, lernt auch noch was.

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)

  • Die Folge ist tatsächlich gut. Sie steht in dieser Staffel aber im Schatten von Folgen wie Blink und Utopia. Trotzdem ist sie sehenswert (auch wenn mir The Witchfinders in Staffel 11 noch besser gefallen hat).

  • Die Folge ist wirklich gelungen.

    Sie ist zwar nicht so gut wie "Blink", "Utopia" oder "Human nature/Famaly of blood" aber um weiten besser als "Daleks in Manhattan/Evolution der Daleks". Alles in allem sehr unterhaltsam und eine erfrischende Abwechslung zu dem, was sich Staffel 11 bzw. 12 schimpft.