Die Krise der Musikindustrie... oder doch nicht?

  • Ich finde Kickstarter eine sehr gute, für kleine Projekte sogar wegeweisende Idee. Nur ist es, wie Skeletor gesagt hat. Die Fanbase brauchst du ja trotzdem. Also musst du die Promotion dennoch vorstrecken, bzw. jemanden haben, der das tut.
    Kickstarter nützt dir am meisten, wenn du schon bekannt bist. Aber um bekannt zu werden, wirst du trotzdem ein Label brauchen.

  • Aber um bekannt zu werden, wirst du trotzdem ein Label brauchen.

    Denke ich nicht. Dafür gibt es mittlerweile viel zu viele Distributionswege, die jeder kleinen Band ohne großen Kostenaufwand zur Verfügung stehen können. Das heißt natürlich auch mal ein Album nur aus Spaß ohne High-End-Ausrüstung zu produzieren. Letztendlich muss nur geschaut werden was man an Geld zur Verfügung hat und kann entsprechend produzieren. Und wer bei Kickstarter nur 1000 Euro bekommt, der mietet man nur für zwei Tage das Studio und nicht für 7 Tage und bietet die entstandenen Songs für die Untersützer zum kostenlosen Download an.

  • Dann heißt es aber: Scheißproduktion, hör ich mir nicht an. Und von welchen alternativen Distibutionswegen sprechen wir denn? Wie oben gesagt, ich hab da keine Ahnung von.

    Zitat

    Und wer bei Kickstarter nur 1000 Euro bekommt, der mietet man nur für
    zwei Tage das Studio und nicht für 7 Tage und bietet die entstandenen
    Songs für die Untersützer zum kostenlosen Download an.

    Wenns so billig wäre, würden es mehr machen. Und einfach zu sagen "dann hauen wir in 2 Stunden mal die Setlist durch" damit schadet man sich mehr, als dass es hilft. Wer will schon so verhunzte Lieder anhören? Da werden verschiedene Spuren aufgenommen und zusammengesetzt, als auch bearbeitet. Das braucht Zeit. Ansonsten spart man am falschen Ende. Das beste Lied wird sich sehr, sehr schwer verkaufen können, wenn es wie Müll klingt.
    Um beim Beispiel Literatur zu bleiben: Vernünftige Sätze dauern zu lang, sparen wir an der Grammatik. Das kann nicht funktionieren.

  • Ich rede von unterschiedlichsten Methoden der Distribution über das Internet. Da brauche ich nämlich kein physisches Produkt herzustellen, habe keine Transportkosten und kann sogar ein weltweites Publikum erreichen.


    Und die 1000 Euro waren nur ein Beispiel. Der Punkt ist, dass man nur das produzieren kann, was man auch finanzieren kann und man so eben langsam anfängt und sich so auch eine Fanbasis aufbaut. Hat man das Studio nur für 2 Tage, dann haut man keine Setlist durch, sondern produziert einen oder zwei Songs, also das was man in der Zeit auch produzieren kann. Ein Label wird dich auch nicht anstellen, wenn du denen nicht vorher mal was zeigst und das kostet auch erst mal Geld, welches du bestenfalls erst viel viel später wieder zurück bekommst.


    Medienprodukte haben nun mal hohe First-Copy-Costs und die muss man im Auge behalten wenn man so etwas produziert. Und wenn das Geld nicht für 15 Songs in High-End Qualität zur Verfügung steht, dann muss man eben nur einen guten Song produzieren um so Menschen für sich zu begeistern und so Geld zu generieren, um weitere Songs zu produzieren. Wenn das Geld gar nicht reicht, dann kann man auch nichts produzieren. Das kann man aber vorher kalkulieren.

  • jo, dann hat man ne minimale fanbasis wenn man ungefähr 65 ist. toll... zudem wirst du niemals ohne fanbasis eine summe für irgendwas zusammen bekommen. ich glaube, dass mit der schlange und dem eigenen schwanz hab ich schon erwähnt.


    überleg mal: wer zahlt für einen song eines namenlosen künstlers, den es eben auch umsonst auf youtube gibt. das ist promo und dafür gibt dir auch keiner bei kickstart-seiten geld. die sachen helfen dir nur, wenn du schon einen namen hast(schwanz-schlange?)


    und um es nochmal zu sagen: die produktion des physischen produktes ist der minimalst kostenfaktor und auf tour hat man die dinger sowieso dabei. man spart schlicht nichts und nimmt noch weniger ein. theoretisch hast du vollkommen recht. praktisch bringt es dir aber nichts, wenn du 500 fans über den erdball verstreut hast.




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    Ich schreibe lediglich meine meinung. diese ist nicht allgemeingültig!


    wenn man sich beim Versilbern des eigenen Arsches aus Doofheit selbst die Rosette zulötet,
    ist es ja doch ganz lustig!

    2 Mal editiert, zuletzt von Guy ()

  • jo, dann hat man ne minimale fanbasis wenn man ungefähr 65 ist. toll... zudem wirst du niemals ohne fanbasis eine summe für irgendwas zusammen bekommen. ich glaube, dass mit der schlange und dem eigenen schwanz hab ich schon erwähnt.

    Das ist natürlich kein Garant für kommerziellen Erfolg und du kannst natürlich nicht direkt davon leben. Das ist nur ein Stufe wie es gehen kann, aber nicht wie es auf jeden Fall funktioniert. Wenn es wichtig ist, dass man sich finanziell nicht übernimmt, dann muss man erst einmal schauen was das Budget hergibt und kann dann nur dem Budget entsprechendes umsetzen. Das minimiert das Risiko sich finanziell zu ruinieren. Wenn man sieht, dass jungen unabhängige Künstler bei den großen Labels sowieso keine Chance mehr bekommen, dann muss man es auf anderem Weg versuchen und es gibt sehr viele erfolgreiche Beispiele, wo Leute auf YouTube angefangen haben und mittlerweile richtig erfolgreich sind. Ein Garantie gibt es aber in keinem Fall. Entweder man schafft den Durchbruch oder man schafft ihn eben nicht. Entweder man kann Fans generieren oder eben nicht.


    Zitat

    überleg mal: wer zahlt für einen song eines namenlosen künstlers, den es eben auch umsonst auf youtube gibt. das ist promo und dafür gibt dir auch keiner bei kickstart-seiten geld. die sachen helfen dir nur, wenn du schon einen namen hast(schwanz-schlange?)

    Ich glaube da würdest du sehr überrascht sein, wofür Menschen alles bereit sind zu zahlen selbst wenn sie es umsonst haben könnten. Gerade wenn sie wissen, dass der Künstler auf Spenden angewiesen ist.


    Zitat

    und um es nochmal zu sagen: die produktion des physischen produktes ist der minimalst kostenfaktor und auf tour hat man die dinger sowieso dabei. man spart schlicht nichts und nimmt noch weniger ein. theoretisch hast du vollkommen recht. praktisch bringt es dir aber nichts, wenn du 500 fans über den erdball verstreut hast.

    Ändert nichts daran, dass du kein Label brauchst um dich selbst zu promoten. Wenn du das Geld für die Produktion deines Produktes hast, dann ist doch alles in Butter. Du musst schließlich nicht auf Tour gehen und du kannst nicht davon ausgehen, dass du direkt von deiner Kunst leben kannst. Das wäre dann wirklich realitätsfern. Dann musst du halt schauen, ob dich Konzertveranstalter oder Kneipen buchen, wenn nicht, dann klappt es halt erst einmal nicht. Wenn du aber durch kostenlose Veröffentlichung deiner Songs 500 Fans auf der Welt generiert hast, dann hast du auf jeden Fall eine zahlungswillige Kundschaft, egal wo die wohnen. Es liegt doch auf der Hand, dass es besser ist, wenn du 500 Fans weltweit hast, als nur nur 20 Fans in Castrop-Rauxel. Fans haben eine Motivation um dich finanziell zu unterstützen oder kostenlos Werbung für dich zu machen.


    Kostenlose Distribution ist ein guter Schritt um am Anfang für dich selbst Werbung zu machen. Vorausgesetzt du bist gut und kommst nicht wie ein 08/15 Band daher. Am Anfang deiner Karriere musst du in der Lage sein viele Menschen zu erreichen und für dich zu begeistern. YouTube oder andere Internet-Plattformen für Independent-Bands sind da sehr hilfreich abseits der Label deine Nische zu finden und die als Basis für deine Karriere nutzen.


    Wenn du zu schlecht bist oder es nicht schaffst, dann muss man damit klar kommen und dann hätte man wohl auch bei Labeln keine Chance bekommen. Zu denken, dass man nur Labeln erfolgreich sein kann, halte ich daher für ebenso realitätsfern wie du meine Ansicht siehst.

  • zum Thema Kickstarter Fanbase und co, da gibt es auch ein gutes Beispiel, Ich weiss nicht wer die Fan Filme Star Wreck kennt ? die sind auch selber finaziert und die macher haben sich damit eine kleine Fanbasis geschaffen so das sie im letzten Jahr in Kooperation mit einem grossen Studio Iron Sky in die Kinos bringen konnten. Wobei ein Teil des Filmes über Crowd Funding finaziert wurde :-)

  • filme sind filme und musik ist musik.




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    Ich schreibe lediglich meine meinung. diese ist nicht allgemeingültig!


    wenn man sich beim Versilbern des eigenen Arsches aus Doofheit selbst die Rosette zulötet,
    ist es ja doch ganz lustig!

  • Außerdem ist das wichtige an der Sache wohl auch das "Zum Teil finanziert". Und Kickstarter wird wohl nur solange so ein großes Ding sein, bis das erste große Projekt misslingt und der Privatinvestor auf einmal nichts für seine 100 Euro nichts bekommt. Aber dann heißt es halt "Hättest du eben nciht soviel zahlen sollen, Pech gehabt." Aber Produktionen kosten nunmal soviel, wie sie kosten. Zumal Kickstarter auch nicht geplant werden kann. Was, wenn man das Geld nicht zusammenbekommt? Man will ja trotzdem das Album rausbringen.

    Und Labels mit uU Millionen an Euro können nunmal für millionen Euro produzieren. Und das man Geld in etwas reinsteckt, bevor man es zurückbekommt, ist immer so. Ob Crowdfunded oder nicht, ist dabei egal.