"Modernisierung von Büchern"

  • Wir haben auch viel moderne Literatur. Schrieb ich was anderes?
    Die Kinder suchen sich ja auch dann selber aus, was gelesen wird. Ich greife da nicht ein.

    "So... all of time and space, everything that ever happened or ever will - where do you want to start?"


    "There's no point in being grown up if you can't be childish sometimes."

  • Utopia: Genau!
    Zeiten aendern sich.

    "So... all of time and space, everything that ever happened or ever will - where do you want to start?"


    "There's no point in being grown up if you can't be childish sometimes."

  • Das mit der Political Correctness ist auch nicht so einfach. Wenn man zum Negerkuss Schokokuss sage ist das politisch korrekt, wenn ich den Schwarzen in der U-Bahn als Schoko bezeichne, ist das auf ähnlichem Niveau wie Neger. ;)


    Aber mal Spass beiseite: Die Political Correctness ist ja auch etwas, dass sich ständig ändert. Früher war Neger ok, dann wurden daraus Farbige. Und wenn heute jemand heute Obama als Farbigen bezeichnet, ruft jemand auf Twitter "Pfui, das heisst jetzt Schwarz!". Zwischendurch gab es von Hardcore-PClern noch den Begriff "Maximalpigmentierter", wobei ich mich immer fragte, was man denn dann zu jemanden sagt, dessen Hautfarbe nicht Zartbitter sondern eher Vollmilch (um nochmal den Schoko-Begriff zu nehmen) entspricht. Der ist ja nicht maximalpigmentiert, da gehen noch mehr Pigmente.
    Vielleicht ist in zehn Jahren "Neger" wieder In und alle entnegerisierten Kinderbücher landen auf dem Scheiterhaufen, wer weiss.


    Um mal den Advocatus Diaboli auszupacken: Dass in Pippi Langstrumpf Pippis Vater König der Eingeborenen wird ist an sich ja schon eigentlich rassistisch. Ob die Eingeborenen jetzt Neger, Kannibalen oder Schokoküsse heissen, ändert daran ja nichts. Also kann man, wenn man die Begriffe schon ändert, doch gleich mal die Handlung anpassen, oder!?


    Da wir in einem Thread zum Thema "Schlimme Begrifflichkeiten" sind: Eine Kinderbuchfigur (Pippi) mit einem Synonym für Urin (Pipi) zu titulieren, finde ich auch nicht sonderlich schön. :P


    Donna:
    Sicher, wenn Astrid Lindgren heute "Pippi Langstrumpf" schreiben würde, würde sie andere Begriffe verwenden. Hat sie aber nicht!

    P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen

    Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.

  • Also rassistisch finde ich es jetzt nicht. Das ein Pirat etwas erobert und sich dann König nennt ist jetzt alles, aber nicht rassistisch. Man kann argumentieren, dass es rassistisch ist, das stimmt. Aber nur weil die Eroberten schwarz sind (bzw. eingeborene) und der Eroberer nicht, macht es nicht rassistisch. Man kann es allerdings so auslegen, wenn man es will.


    Political Correctness ist in der Tat, sehr, sehr nervig. Nur nicht alles, was getan ist nicht aus diesem Gedanken geboren. Und das jedes Mal als Vorwurf zu nennen ist schlicht falsch.


    Und wenn man wirklich keinen Unterschied zwischen Bücherverbrennungen und nach fünfzig Jahren nen Nigger schwarzer zu nennen macht, dann kann man sich wirklich über alles aufregen. Aber so ist der Mensch halt. Man weiß solange alles besser, bis man selbst entscheiden muss.


    Aber generell sind Bücher eben auch Zeitzeugen, von dem, wie die Leute früher gesprochen bzw. gedacht haben. Also sollte man sie auch so behandeln und in Ruhe lassen. Wenn einem die alten Begrifflichkeiten stört: entweder erklären oder aber zu neuem greifen.

    Der Vorwurf ist totaler Quatsch und anscheinend hast du ihren Beitrag, den sie von diesen inhaltlichen Änderungen ausgenommen hat, absolut nciht verstanden.

  • Jupp, sie heisst Pippi - ich weiss das, meine Finger in Kombi mit dem Handy irgendwie nicht. ?(

    "So... all of time and space, everything that ever happened or ever will - where do you want to start?"


    "There's no point in being grown up if you can't be childish sometimes."

  • Also rassistisch finde ich es jetzt nicht. Das ein Pirat etwas erobert und sich dann König nennt ist jetzt alles, aber nicht rassistisch. Man kann argumentieren, dass es rassistisch ist, das stimmt. Aber nur weil die Eroberten schwarz sind (bzw. eingeborene) und der Eroberer nicht, macht es nicht rassistisch. Man kann es allerdings so auslegen, wenn man es will.

    Wie gesagt: Advocatus Diaboli


    Und wenn man wirklich keinen Unterschied zwischen Bücherverbrennungen und nach fünfzig Jahren nen Nigger schwarzer zu nennen macht, dann kann man sich wirklich über alles aufregen.

    Natürlich sehe ich den Unterschied. Und in einem heute geschriebenen Kinderbuch hat das Wort Neger (ohne entsprechenden Kontext) nichts zu suchen. Aber alle zehn Jahre die Bücher auf aktuelle Begrifflichkeiten umzuschreiben wäre Schwachsinn.

    P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen

    Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.

    Einmal editiert, zuletzt von Emma Junkie ()

  • Der Vorwurf ist totaler Quatsch und anscheinend hast du ihren Beitrag, den sie von diesen inhaltlichen Änderungen ausgenommen hat, absolut nciht verstanden.

    Natürlich ist der Quatsch und es erschreckt mich schon ein wenig, dass ihr diesen eher witzig gemeinten Einwurf nicht also solchen wahrgenommen habt. Die Aussage mit dem "schlecht" bot sich geradezu an, diesen humoristisch zu überhöhen. Ist mir offensichtlich, zumindest bei Euch beiden, nicht gelungen. Aber schlußendlich ist es dann ja auch so: Zuncähst fühlt man sich von den Worten unangenehm berührt und möchte diese geändert haben und als nächstes, hat ja auch bei den einzelnen Wörtern geklappt, könnten wir ja auch alles "Unschöne" irgendwie "Schön" machen.... wie gesagt, war eher humoristisch, mit einem leicht kritischen Unterton, gemeint.

    Nicht zwangsweise. Es können auch einfach Ausdrücke sein, die einfach mittlerweile anders aufgenommen werden.

    Utopia: Genau!
    Zeiten aendern sich.

    Ja, richtig, Zeiten ändern sich, ja, richtig, heute SAGT niemand mehr "Neger", zumindest i.a. nicht, jedoch sind Bücher trotzdem vereinfacht gesagt "in Stein gemeißelt". Auch wenn sich der Leser ändert, so darf man doch nicht die Texte ändern, damit sich der Leser so schön wuschig fühlt!


    Und hier muß ich Utopia dann doch vehement widersprechen. Doch, nichts anderes als übertriebene PC ist Grund für diese schwachsinnige Forderung. Da kannst Du noch so häufig schreiben, dass ich das übertrieben sehen würde und das das "nichts damit zu tun hat", aber unterm Strich bleibt: Ohne diese heutzutage nur noch als krankhaft zu bezeichnende PC gäbe es diese Diskussion hier, zumindest bezogen auf die Neger-Thematik (das Thema Neuübersetzung bei HdR ist ja etwas ganz anderes), überhaupt nicht. Das "man sagt nicht Neger" hat sich so tief in den "politisch korrekt" erzogenen Menschen festgesetzt, dass die ernsthaft der Meinung sind, dass eine Wortzensur durch irgend etwas zu rechtfertigen sei. Die Gehirnwäsche hat hier seit Ende der 60er bei manchen halt besser funktioniert, als bei anderen. Ich für meinen Teil "ertrage" es noch, wenn ich "Neger" lese, kann dies einordnen und auch entsprechend meinen Kindern gegenüber darauf eingehen. Anderen scheint es bereits körperliche Schmerzen zu verursachen, wenn sie solch ein Wort nur sehen. Das hat dann aus ihrer Welt zu verschwinden, denn alle haben sich lalalalalieb. Ehrlich, egal wie häufig Du das Gegenteil einfach behauptest, gerade dieses Thema is 100% "politically correctness running wild". Ein besseres Beispiel für den linken Meinungsfaschismus wirst Du nicht finden - und einfach sagen "das ist nicht so" ändert daran tatsächlich exakt nichts.

    Dies ist kein Kuschelforum. Dies ist DrWho.de


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    "Dann nehmt ihn mit, sperrt ihn ins Hinterzimmer und lasst ihn da bloß nie wieder raus!"

  • Zitat

    Natürlich ist der Quatsch und es erschreckt mich schon ein wenig, dass
    ihr diesen eher witzig gemeinten Einwurf nicht also solchen wahrgenommen
    habt.

    Wenn du den wirklich nicht ernst gemeint hast, kann ich echt dazu nur sagen: Deine witzig gemeinten Meckereien unterscheiden sich nicht im geringsten von deinen ernst gemeinten Meckereien. Ich bin kein Hellseher und kann nur darauf reagieren, was du schreibst, nicht was du denkst.
    Dann nehme ich den Teil zurück.


    Stimmt nicht. Das gab es auch schon früher. Von heutzutage kann also nicht die Rede sein. Zumal, wie gesagt, sich die klassischen Sagen wohl immer angepasst haben.

    Das gleiche gilt auch für dich. Natürlich gibt es Bekloppte, die sowas grundsätzlich fordern. Aber solange es noch die alten Versionen zu kaufen gibt, kann von einer Meinungsdiktatur (als ein Zwang für alle) nicht die Rede sein. Wenn du dich dadurch eingeengt fühlst, da kann man nichts dagegen tun, aber es steht dir ja durchaus frei, die alten Versionen, bzw Übersetzungen zu lesen.
    Zumal es durchaus Quatsch ist Bücher wegen solcher Dinge zu ändern. Aber da habe ich wohl andere Gründe das so zu sehen, als du. Ich verstehe aber schon, was du meinst.

  • Ich frage mich, ob die Leute, die jetzt soviel Verständnis dafür haben, genau so reagieren würden, wenn man plötzlich anfangen würde auch andere Literaturgattungen entsprechend zu behandeln...
    "Zeiten ändern sich - niemand redet mehr so wie im Faust", etc. Oder wenn es, wie tatsächlich möglich (ich erinnere kurz an die durchaus immer mal wieder angedachten Gendermainstreamideen der EU), den Schritt weiter geht. "Robinson Crusoe ist rassistisch, Freitag heisst jetzt Herr Schmitt und wird Deutscher"...


    Bei 50% (jetzt nicht nur hier im Forum) fürchte ich fast, dass die Antwort "ja" ist :(



    R:

  • Ich sage es mal so: die Videospielumsetzung von Dantes Inferno war ein Hack N Slay.
    Natürlich passt das nicht. Aber es entwertet ja nciht das BUch, noch nimmt es mir die Möglichkeit mir das Buch zu kaufen. Auch wenn es zu einem Roman umgeschrieben würde, könnte ich mir immer noch die lyrische Variante holen, wenn es mir nicht passt.
    Wenn es die eine Variante nicht mehr gibt, dann hat man auch das Recht sich zu beschweren (wie bei HDR). Aber weil in einer Version Wörter umgeschrieben wurden? Wozu denn? Sollen sich doch die Leute es holen, wenn sie nicht wissen, was sie verpassen.

  • Ich denke, dass es sinnvoller wäre, wenn das Geld für die Korrektur eher dafür ausgegeben werden sollte, um die jeweiligen Bücher mit einem Vorwort zu versehen, welche das Buch in seinen gesellschaftlichen und historischen Hintergrund kritisch einordnet. Gerade weil es in den Klassikern häufig sehr altertümliche Sichtweisen gibt, welche ohne Hintergrundwissen eher komisch anmuten und längst überholt sind.


    Ich finde es aber hierzulande auch sehr kurios, dass wir Filme und Videospiele einer Altersprüfung unterziehen, aber dies bei Büchern oder anderen Medienerzeugnissen nicht machen?


    Und altertümliche Wörter braucht man nun wirklich nicht herausstreichen, denn wenn man die Bedeutung mit einer kleinen Fußnote auch den heutigen Lesern verständlich machen kann.

  • Wenn du den wirklich nicht ernst gemeint hast, kann ich echt dazu nur sagen: Deine witzig gemeinten Meckereien unterscheiden sich nicht im geringsten von deinen ernst gemeinten Meckereien. Ich bin kein Hellseher und kann nur darauf reagieren, was du schreibst, nicht was du denkst.
    Dann nehme ich den Teil zurück.


    Auch für mich ist das nicht ersichtlich, was nun ernste Meckerei ist und was nun ironisch und überspitzt ist.


    Dann sind wir uns dann da ja doch auch ein wenig einig - ich sagte ja auch: wo führt das hin? Was wird alles dann an Änderungen gefordert?
    Darf Blyton noch unzensiert gelesen werden? Oder nicht, weil das Frauenbild total überholt ist und Kinder geschlagen werden? Und wo führt man das weiter, fernab der Kinderbücher?


    skeletor: ja, das wäre sicher eine sehr überdenkenswerte Möglichkeit


    Altersprüfung für Bücher? :ohm: Ich finde es schon bei den anderen Medien fragwürdig und wir als Eltern halten uns auch nicht an das Aufgedruckte, sondern an unser Empfinden. Das ist doch auch eine Art der Bevormundung, diese oft sehr willkürlich gesetzten Grenzen.

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  • Gibt es nicht Altersempfehlungen? Meine sowas bei Büchern häufiger gesehen zu haben. (Zumindest denen, die ich als Kind hatte.) Das reicht doch schon.

    P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen

    Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.

  • Ja, bei manchen Kinderbüchern gibt es das - da gibt es aber oft auch nicht wirklich was nettes zu lesen.
    Ich habe mich da weder als Kind noch jetzt als Mutter dran gehalten und mich auch letztens mit einer Buchhändlerin darüber unterhalten.
    Hier darf gelesen werden, was jeder mag.
    Aber viele suchen wohl nach Altersangaben und sind froh darum.

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    "There's no point in being grown up if you can't be childish sometimes."

  • Altersprüfung für Bücher? :ohm: Ich finde es schon bei den anderen Medien fragwürdig und wir als Eltern halten uns auch nicht an das Aufgedruckte, sondern an unser Empfinden. Das ist doch auch eine Art der Bevormundung, diese oft sehr willkürlich gesetzten Grenzen.

    Natürlich ist das manchmal vielleicht etwas willkürlich, weil das ja auch unterschiedliche Menschen bewerten usw. aber insgesamt sollte man das eher als Empfehlung wahrnehmen und nicht als Bevormundung. Weil du als Elternteil kannst schließlich auch nicht immer wissen was ein Buch, Film usw. beinhaltet und ob du das auch tatsächlich als geeignet für den Kind ansiehst.

  • Bevormundet wird man da aber schon - wenn ich mit meinem Kind in den Film ab 6 nicht gehen darf, weil er eben noch nicht so alt ist. Nun gut, im Kino. Was man zu Hause schaut, ist einem ja -zum Glück- noch selber überlassen.

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  • Schade, dass einige der Veränderungs-Gegner hier das Thema so sehr überdramatisieren müssen, denn generell geht es ja doch erstmal nur um eine Anpassung an den politischen und sprachlichen Wandel. Vorerst möchte niemand Crusoes Freitag seiner uramerikanischen Wurzeln berauben oder aus "Mein Kampf" ein "Mein nicht bös' gemeinter Konflikt" machen, wobei Letzteres eigentlich mal eine witzige Idee wäre.
    Wer die Veränderungen für falsch hält, der findet auch schon bei den jetzigen Kinderbuchänderungen Stoff zur Gegenargumentation. Denn während bei Pipis "Südseekönig" das einzige Vergehen tatsächlich nur die Werksveränderung ansich darstellt, führt die "Entnegerung" bei der kleinen Hexe scheinbar doch zu einer Veränderung des Inhalts, wie dieser belesene Mann hier feststellt. Geht es im Buch doch um "Neger"-Kostüme, die Kinder zum Karneval tragen, und wenn der Verlag, wie schon verkündet, daraus tatsächlich keine Schwarzen-Kostüme macht, sondern komplett andere Kostüme, dann liegt tatsächlich eine Veränderung des Inhalts vor. Ja, man könnte in dem Fall schon von Geschichtsverfälschung sprechen, denn es wurde sich damals eben auch gern mal als Afrikaner verkleidet. War ein billiges Kostüm - einmal nackt durch den Kohlenhaufen im Keller robben, fertig. Und das sollte man dann auch so im Buch lassen !


    Wobei der Inhalt irgendwie ja doch das eigentlich Problem ist. Mag der liebe Most Holy noch so sehr auf die Political Correctness zeigen und "Die hat Schuld ! Böse !" rufen, so liegt der Grund für die Veränderungen doch wo ganz anders: Beim Geld ! Der Thienemann-Verlag hat die ganzen alten deutschen Kinderbuchklassiker im Portfolio; Pipi Langstrümpf, Die kleine Hexe, Urmel, Räuber Hotzenklotz... Das Problem: Kein Kind will das mehr lesen ! Ich habe vor einiger Zeit mal fünf Minuten der Hotzenklotz-Verfilmung gesehen und hatte das Gefühl, das richtet sich inhaltlich eher an lernbehinderte Geisteskranke, als an Kinder. Jede 10minütige Kika-Vormittags-Trickfilmserie ist komplexer und ernsthafter als das. Und eben auch zeitgemäßer. Die Kinder von heute werden sich gar nicht mehr in einen großen Teil der Thienemann-Kinderklassiker hineindenken können (und wollen). Und so ist diese sprachliche Anpassung letztendlich nur der verzweifelte Versuch, die alten Schinken wieder attraktiver zu machen. Eigentlich müsste man den Inhalt komplett überarbeiten; die Geschichten in die aktuelle Zeit transportieren und eine gehörige Portion Komplexität dazudichten, nur das geht natürlich nicht. Also versucht man zumindest das auszureizen, was man darf. Hinfort mit dem "Neger", damit die Bücher nicht mehr so wirken, als wären sie in den 50igern geschrieben, sondern in den Spät-50igern. Und dann einfach hoffen, dass die Kinder nicht mehr zu Harry Potter greifen, sondern wieder zu der kleinen Hexe. Und deshalb muss man ganz klar sagen: Die Political Correctness trägt keine Schuld an den Anpassungen. Der Thienemann-Verlag hat halt nur einfach nicht Harry Potter im Repertoire.