Neuer Schnitt für Klassikfolgen?

  • Ich habe heute mal wieder etwas in den Threads zu den Klassikfolgen gestöbert und oft sind da Kommentare zu lesen wie "zu langatmig" und das ganze wurde dann abgeschwächt mit "damals war das eben so", aber es war doch eher langweilig.
    Ich frage mich deshalb ob man nicht mal probieren sollte ein paar Klassikfolgen neu zu schneiden um sie vielleicht den heutigen Sehgewohnheiten anpassen kann und so vielleicht auch mehr New-Who Fans zu diesen Folgen zu bringen.
    Was denkt ihr? Frevel oder eine Idee über die man nachdenken sollte?

    Oh, good work, Doctor. Nice one. The Virgin Queen? So much for history.

  • Ja, genau, und wenn wir schon dabei sind, dann malen wir auch noch die Mona Lisa neu. Ganz ehrlich der Stil ist doch total eingestaubt, wer guckt sich denn so ein Bild noch an? Und lasst uns den Kölner Dom abreißen und ihm von Meinhard von Gerkan neu errichten.


    Also: Die Antwort lautet natürlich NEIN!

  • Der Fan ist in seiner Natur zutiefst konservativ ;)


    Aber im Ernst: Natürlich ist die Langatmigkeit ein Argument, dass man heute gerne ins Feld führt, wenn man begründen muss, warum einem die Classics nicht zusagen. Allerdings sehe ich darin nicht das einzige Problem. Ebenso müsste man diverse Effekte überarbeiten oder Monster mit CGI überlagern (Ich sage nur "Warriors of the Deep".), Dialoge neu synchronisieren oder den Plot komplett überarbeiten, weil er zu hanebüchen ist. Kurzum: Es gibt viele Aspekte an den Classics, die sich mit den heutigen Sehgewohnheiten beißen.
    Trotzdem würde ich die Finger von den alten Folgen lassen, zum einen, weil auch ich in ideser Hinsicht zutiefst konservativ bin, zum anderen, weil neue (und jüngere) Seher ruhig mal aus ihrer Komfortzone herauskommen sollen, und zum dritten, es sich hier um ein historisches Dokument handelt. Schließlich werden "Nosferatu", "Metropolis" oder "Die Nibelungen" auch nicht neu geschnitten, um sie für das heutige Publikum attraktiver zu machen.

  • Würdest Du auch Krieg und Frieden um ein paar Seiten kürzen, um modernen Lesegewohnheiten gerecht zu werden? Würdest Du bei Macbeth den ersten Akt streichen, weil da eh nichts passiert?
    Die Klassikfolgen sind langatmig, aber nicht "langweilig". Sie orientieren sich am klassischen Aufbau eines Theaterstücks, sind also nach den Regeln der Kunst erstellt. Das langsame Erzähltempo ist notwendig, um einen vernünftigen Einstieg in die Geschichte mit Vorstellung der Figuren (Exposition) zu bieten, die Handlung steigen zu lassen bis zur Peripetie, nach der dann die Lösung gesucht wird und die dann schließlich im Dénouement endet.
    Die neuen Folgen hingegen sind 45 Minuten Action am Stück und lassen den Zuschauer nicht in die Handlung und zur Atmung bekommen. Das ist schon bei den neuen Bond-Filmen nicht so mein Fall.

    Zitat

    Schließlich werden "Nosferatu", "Metropolis" oder "Die Nibelungen" auch
    nicht neu geschnitten

    O doch...

  • Das mit den Neuschnitt alter Folgen ist doch schon längst mit etlichen Dutzenden geschehen (auf Fanbasis) und wirklich besser gemacht hat es sie sicher nicht....


    R.


    Wieso? Weil sie so oder so schlecht sind? :P


    Ne Spass beiseite, obwohl ich nicht viele Classic-Folgen kenne, bin ich trotzdem gegen ein Zurechtschneiden der Folgen.

    Bisher gesehen:




    wibbely-wobbely... timey-wimey...
    or "Hello. I'm the Doctor. Basically: run!"

  • Zitat

    oder den Plot komplett überarbeiten, weil er zu hanebüchen ist.


    Als würden sich die neuen Folgen in dem Punkt so stark unterscheiden ;) Aber es ist gerade angesagt, also fällts keinem auf.


    Ich denke, Nikioki hat da alles wichtige schon gesagt. Nur mal als Beispiel: Dragon Ball ist neu aufgelegt werden. Wer es nicht weiß: Japanische Animes werden seperat zu den Manga Vorlagen veröffentlicht. Sprich: Irgendwann geht ihnen das Material aus. Entweder schreiben sie dann die Geschichte komplett um (Hellsing) oder sie arbeiten ellenlange Filler ein, weil Japan traditionell extrem hohe Folgenanzahlen haben. Diese Filler wurden jetzt einfach entfernt und die Geschichte dem Manga angepasst, weshalb Dinge, die früher 30 Folgen gedauert haben, auf einmal nur noch 5 brauchen. Und das ist sooooo viel besser. Da war der Schnitt nicht nur gerechtfertigt, sondern auch logisch und richtig.


    Bei DW ist das aber anders. Das sind Folgen, die mit exakt diesem Zeithintergrund genau so geschrieben wurden. Die waren nicht dafür da, in jeder Minute mindestens eine Actioneinlage zu haben, damit der Zusachauer auch ja nicht anfängt nachzudenken. Die sind darauf ausgelegt, diese Zeit zu nutzen. Wo soll man denn da anfangen zu schneiden? Bei den Szenen, in denen sie sich nur anschauen? Die alten Folgen sind oft Kammerspiele. Diese Szenen gehören dazu, sonst fehlt was.
    Außerdem halte ich davon grundsätzlich nichts. Immerhin kaufen das die Fans der Serie, gerade weil die alten Folgen alt sind. Die Serie läuft seit 50 Jahren, aber manche behandeln sie halt gerne, als gäbe es nur 8 (und davon waren dann nur 3 toll). Das ist gar nicht das Publikum! Die werden auch so sich von den Classics nicht begeistern lassen, weil es immer noch die Storys von vor 50- Jahren sind, die ihnen nicht gefallen.
    Von New Who hätte ich auch gut ein dutzend Folgen, die man komplett umschreiben sollte, weil sie einfach durch und durch schlecht sind. Aber End of Time hatte nunmal seine Chance und komplett versagt.
    Zu Nikioko: Bei Metropolis haben die Schnitte aber diverse Gründe ;) Aber es kann mir keiner erzählen, dass der neue Schnitt auf einmal mehr Leute dazu bewegt, sich die DVD zu kaufen.

  • Bin bei Filmen / Serien genauso dagegen wie bei Büchern, die Inhalte dem gerade herrschenden Zeitgeist unterzuordnen und anzupassen.


    Gibt es denn eigentlich Beispiele, in denen eine inhaltliche Überarbeitung von den Fans gut aufgenommen wurde? Die Beispiele die mir spontan einfallen, gingen alle nach hinten los. Zum einen die Überarbeitung von Star Wars - einfach entsetzlich! Außerdem die Neusynchronisierung von Arielle - von den Fans derart in Grund und Boden verdammt (obwohl textlich näher am Original), dass Disney sich erweichen ließ, und inzwischen beide Versionen zu haben sind. Und im Buchsektor natürlich die Neuübersetzung vom Herrn der Ringe, die ja recht kläglich in die Hose ging, so dass Klett-Cotta inzwischen die alte Carroux Übersetzung neu aufgelegt hat und die Neuübersetzung komplett überarbeitet wurde.

  • Die Neuübersetzungen der Scheibenwelt Romane wird von den Fans glaube ich ganz gut aufgenommen. Das liegt aber wohl vorrangig daran, dass mit der ursprünglichen Übersetzung nie jemand zufrieden war.

  • Die einzige "Episode" die durch einen Re-Cut evtl. besser werden könnte, ist meiner Meinung nach der TV-Film.
    Und diesen würde ich nicht so schneiden dass er weniger "langatmig" ist, sondern weniger schnell bzw. hektisch...


    Was ich mir für die Classics allerdings wünschen würde wäre eine Aufbereitung in HD!
    "Spearhead from Space" ist auf der Blu-Ray nämlich schon sehr schön anzuschauen... :)

    "The world would be a poorer place without Doctor Who." - Steven Spielberg

  • Nein, Spearhead war die einzige Classic Folge die komplett auf Film gedreht wurde. Bei den anderen würde sich eine Aufbereitung kaum lohnen, da das Ursprungsmaterial gar nicht genug dafür hergibt.

  • Normalerweise wurde hauptsächlich auf Video aufgezeichnet.


    Zitat

    Wikipedia:
    Industrial action by certain elements of BBC staff meant that this serial was filmed almost entirely on location, with the majority being undertaken at BBC Wood Norton and the pub in nearby Radford. Lacking videotaped studio material, this also meant that it was the only story, to date (excluding the TV movie), to be shot entirely on film (other stories in the original series intercut material from either source as required or, especially in the last four years when film was eschewed even on location, were entirely on tape).