8x02 - Mission Dalek (Into the Dalek)


  • Was mir in Farbe negativ aufgefallen ist sind die ganzen Ausschnitte aus "Journey's End" (in des Doctors Gedanken; in den Erinnerungen des Daleks...). Ist zwar die visuell am besten verwertbare Dalekfolge, aber erstens sollte eigentlich keiner der Daleks von damals überlebt haben; also warum erinnert sich der Dalek an die Zerstörung der Valiant; zweitens sollten diese ganzen Riesenereignisse nie stattgefunden haben und drittens wäre das gerade beim Doctor mal wieder die Gelegenheit gewesen klassisches Material zu zeigen.

    Wie du schon schriebst, die Bilder kamen aus den Erinnerungen des Doctors, nicht des Daleks. Der hat nur gesehen das der Doctor haufenweise Dalek Schiffe hoch gejagt hat und sah, das der Doctor die Daleks hasst.

  • Die Folge war echt komisch. Dünne und unsinnige Handlung, schreckliche Klischees und mittendrin ein super Doctor-Companion-Gespann.

    Capaldi und Coleman sind über jeden Zweifel erhaben. Beide stellen ihre Charaktere so glaubhaft dar, dass es Spaß macht. Und beide haben auch ihre Ecken und Kanten, wie die doch teilweise recht kalte Art des Doctors. Den Tod Soldaten für seine Pläne zu nutzen oder das "Opferlamm of the Week" zu akzeptieren, hätten andere Doctoren gar nicht, oder zumindest erst nach zehn Minuten rumheulen hingekriegt.

    Schlimm war die Szene, in der der Soldaten-Lehrer in der Unterrichtsstunde die Schüler nach Fragen fragt, und sofort, als wäre es das natürlichste von der Welt, folgendes passiert:
    "Haben Sie schonmal jemanden umgebracht?"
    "Ich war Soldat und hatte Gegner, mal dir den Rest selber aus."
    "Haben Sie schonmal jemanden allgemein umgebracht?"
    ...und er fängt an zu weinen.
    ---> Klischee, Fremdscham und Unglaubwürdigkeit. Ganz, ganz schlechte Szene.

    Gefreut habe ich mich ein bisschen sehr über Ben Crompton als früh auf dumme Weise sterbenden Soldaten- der gute spielt nämlich Dolorous Edd in Game of Thrones, den pessimistischsten Charakter der Welt, der solche Situationen an jeder Ecke aktiv erwartet und somit überlebt. Hätte er sich mal merken sollen. ;)

  • Die Folge hat mir insgesamt gut gefallen.
    Als es hieß, ab in den Dalek, befürchtete ich schon, dass sich der Kreis zu Asylum of the Daleks schließt, was sich zum Glück nicht bewahrheitet hat. Schön finde ich auch, dass das unklare Verhältnis zwischen Clara und dem Doctor sowie dessen Selbstzweifel wieder einen Teil der Geschichte eingenommen hat. Iwst er wirklich ein guter Mann, wenn er Hass gegen die Daleks hegt? Und dann die Feststellung, dass ein Dalek immer Hass hegen wird, gegen was auch immer. Aber ist der Doctor der bessere Dalek, wie Rusty sagt? Ich hoffe nicht.
    Ansonsten auch wieder schöne Situationskomik: "Ich sollte doch Kaffee holen" - "Das war vor drei Wochen. In Glasgow."


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  • Zu Mr. Pink:

    Ich glaube, daß es kein Zufall ist, daß sowohl Claras neue Bekanntschaft als auch eine Soldatin aus der Zukunft "farbliche" Namen haben. Das war nicht nur als Witz für zwischendurch gedacht. Ich glaube, hinter ihm steckt mehr, und es würde mich in keinster Weise überraschen, wenn er sich als Soldat derselben Zeitlinie herausstellt.

    Außerdem sind mit diesen beiden Farben eine Menge englische Redewendungen verbunden, z.B:

    "to be in the pink" - gesund und munter sein
    "to look blue" - Kummer haben, trübselig aussehen

    Die Farbe "pink" wird im allgemeinen mit etwas Gutem, mit Gesundheit und Wohlergehen assoziiert, "blue" dagegen mit etwas schlechtem. Ich finde, die Bedeutungen dieser Farben spiegeln die Situationen, in der sich die Charaktere befinden, auffallend gut wieder: Mr. Pink geht's relativ gut, hat sich höchstwahrscheinlich sogar gerade verknallt, während Mrs. Blue stirbt.


    Folge hieß Planet of Giants, Land... war was anderes.


    Ja, stimmt. Verwechselt. :whistling:

    Einmal editiert, zuletzt von Sonically Screwed (31. August 2014 um 13:14)


  • Was mir gefallen hat war die Präsentation der Daleks die endlich mal wieder das tun was sie bei ihrer Mission eigentlich tun sollten: Schießen, nicht fragen! Versteht das jetzt nicht falsch; ich mag Daleks die Pläne schmieden etc. Aber es war einfach schön sie mal wieder völlig humor- und planlos Leute massakrieren zu lassen.


    Das musst Du jetzt erklären. Denn die Daleks haben doch seit Anfang der Serie immer Pläne geschmiedet, um das Universum zu beherrschen und von minderwertigem Leben zu befreien, wozu sie auch mal Leute leben ließen, solange sie nutzlos waren. Sie The Dalek Invasion of Earth oder The Daleks' Masterplan. Später kommen die Folgen mit Davros hinzu, in denen dieser als Mastermind hinter den Aktionen steckt. Aber ich gebe Dir natürlich recht, dass es herrlich ist, die Daleks mal wieder beim Ballern zu sehen.


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  • Zitat

    Wie du schon schriebst, die Bilder kamen aus den Erinnerungen des Doctors, nicht des Daleks.


    Erstens habe ich das, wie du schon zitiertest, nicht geschrieben. Ich habe geschrieben man sieht von beiden Erinnerungen. Erst Erinnerungen des Daleks die Clara triggert bevor sie die Sternenerinnerung findet und dann Erinnerungen des Doctors als er sich mit Rusty verkabelt. Und zweitens sind das in beiden Fällen nicht "irgendwelche Schiffe und Explosionen" sondern Ausschnitte der Explosion der Valiant aus "Stolen Earth" und der explodierenden Tanz-Daleks aus "Journey's End". Was beim Doctor ja ok ist (auch wenn ich mir gerade da klassisches Bildmaterial gewünscht hätte); der hat das erlebt und hasst das was er da gesehen hat vermutlich noch mehr als der Zuschauer. Aber der Dalek...

    Zitat

    erstens sollte eigentlich keiner der Daleks von damals überlebt haben; also warum erinnert sich der Dalek an die Zerstörung der Valiant; zweitens sollten diese ganzen Riesenereignisse nie stattgefunden haben, also sollte erst recht kein Dalek von damals mehr im Universum rumstreunen; und drittens sollten die neuen "Victory"-Daleks alle minderwertigen RTD-Daleks ausgelöscht haben, also sollte Rusty selbst wenn das Staffel-4-Finale noch Teil der Historie ist eigentlich kein RTD-Dalek sein.

    Zitat

    Das musst Du jetzt erklären. Denn die Daleks haben doch seit Anfang der Serie immer Pläne geschmiedet, um das Universum zu beherrschen und von
    minderwertigem Leben zu befreien, wozu sie auch mal Leute leben ließen, solange sie nutzlos waren. Sie The Dalek Invasion of Earth oder The Daleks' Masterplan. Später kommen die Folgen mit Davros hinzu, in denen dieser als Mastermind hinter den Aktionen steckt. Aber ich gebe Dir natürlich recht, dass es herrlich ist, die Daleks mal wieder beim Ballern zu sehen.


    Also: Bei ihren letzten Auftritten (und bei vielen Auftritten in der Vergangenheit) hatten die Daleks immer irgendwas (einen Plan; eine aufwendigere Methode) das dafür sorgte dass sie Leute die sie eigentlich umbringen müssten am Leben ließen. Sei es nun dass sie den Doctor und die Ponds auf ihre Irrenanstalt werfen wollen; dass sie London als Druckmittel brauchen; dass die Dalek-Schweinepriester Ferkeleien mit den gefangenen Menschen vorhatten; dass Rose weiß womit sie es zu tun hat und deshalb irgendwie nicht über den Haufen geschossen wird.
    Da fand ich es hier mal schön zu sehen dass man mal nicht nach Ausflüchten sucht warum die Daleks die Nicht-Daleks am Leben lassen; sondern dass sie einfach da reingehen und die blöden Menschen umbringen. Das verleiht ihnen wieder ein bisschen Glaubwürdigkeit nachdem sonst immer der Eindruck entsteht man muss nur "Ihr braucht uns noch"/"Ich kenn euren Namen"/"Ich mag Tentakel" rufen und die lassen einen am Leben.

  • Herr Capaldi könnte glatt einen Nachrichtensprecher geben. Zu dem letzten Foto fehlt nur noch der Text:

    "In Sektor Alpha 5 kam es heute zur Explosion eines Dalek-Schiffes. Wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, soll dafür die örtliche Widerstandszelle verantwortlich sein. Ein Bekennerschreiben liegt jedoch noch nicht vor. Und nun zum Wetter, heute mit Clara Oswald..."

    :D

  • Durchschnittlich bis Ausreichend.

    Ich mag Peter Capaldis abgebrühteren Doctor sehr, und Daleks, die tatsächlich mal erfolgreich ein paar Leutchen massakrieren, sind auch eine wohltuende Abwechslung. Aber Himmel, war das ein langweiliges Set. Für das Innenleben eines Daleks hätte ihnen schon was cooleres einfallen können, da war ja Invisible Enemy noch kreativer. Und warum Menschenraumschiffe auch immer so fad sein müssen - schade.

    Die Handlung an sich war hart an der Grenze. Dass ein Dalek das erste Mal mitkriegt, dass Sterne entstehen, find ich etwas eigenartig, so ein bisschen kosmisches Grundwissen sollten die Pfefferstreuer doch wirklich haben? Aber ok, selbst wenn man das schluckt, war mir die ganze Reparaturszene einfach zu blöd. Clara schießt sich mit Flying Fox hoch, krabbelt ein bisschen zwischen Schläuchen rum und haut auf alle mögliche Knöpfe, und schon ist die Erinnerung wieder da? *Pfff*

    Der Pathos, der um die kriegerische Seite des Doctors aufgebaut wurde, hat für mich auch nicht so recht funktioniert. Ja, er hasst die Daleks (wissen wir seit dem ungleich besseren Dalek), und ja, er kann ziemlich ungemütlich für seine Feinde sein. Aber ein "guter Dalek" ist er deswegen noch lange nicht, all sein Handeln steht unter dem Motto "Helfen und retten" und nicht "exterminieren". Da hat Rusty wohl einiges missverstanden.

    Die Gaststars waren zum Vergessen, kein einziger, um dessen Tod es mir leid getan hat (oder leid getan hätte). Was auch den Dalek-Metzelzug etwas entwertet hat, ist einem doch wurscht, wenn Grimmiger Soldat x238 draufgeht, bei Lindy mit dem Y hat das schon mehr geschmerzt.

    Clara ist mir nach wie vor recht egal, find sie weder richtig schlecht noch gut, sie ist einfach ... da. Damit der Doctor halt wen zum Reden hat. Wie´s weiter vorne schon jemand schrieb, bin ich auch kein großer Fan des Konzepts des Teilzeit-Companions. Wenn ich die Wahl hätte kleine nervende Kinder zu unterrichten oder ständig durch Raum und Zeit zu reisen, wüsste ich jedenfalls, was ich nicht täte. ;) Und ja, all die Toten scheinen ihr recht egal zu sein, das war wirklich nicht gut geschrieben.

    Mr. Pink ist offenbar ihr neuer Freund und kommender Companion, wenn ich die paar Äußerungen hier im Thread richtig verstanden habe. Mal sehen, ob was aus ihm wird. Passt jedenfalls gut zu Clara - er ist mir genau so egal wie sie.

    Wie auch "Missy", die sich Doctor-Opfer bzw. Märtyrer zum Teetrinken holt. Auf Moffatsche Handlungsbögen lass ich mich erst gar nicht mehr ein.

    Trotzdem war die Folge recht anschaubar, einfach weil ich den neuen Doctor sehr spannend und Peter Capaldi einfach toll finde. Dass er dauernd Claras Aussehen kritisiert und sie in Glasgow einfach stehen ließ, zeigt klar, dass auch nur Anflüge einer Romanze ein Ding der Vergangenheit sind. Gut so. Ob ich seine Kaltschnäuzigkeit, mit der er das erste Antikörper-Opfer abtat, gut find, weiß ich noch nicht - interessant, aber doch sehr hart für eine Heldenfigur wie ihn. Denn selbstverständlich ist er ein "good man".

    "It's more than that! I'm not that man, Klein. The man you want me to be. You can say what you like, even re-write my past, but it doesn't change who I am. If I can save them, I will. I'm the Doctor. That's what I do."

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  • Dass ein Dalek das erste Mal mitkriegt, dass Sterne entstehen, find ich etwas eigenartig, so ein bisschen kosmisches Grundwissen sollten die Pfefferstreuer doch wirklich haben?


    Ich habe es so aufgefasst, daß der Dalek so ein Ereignis erste mal bewusst erlebt hat und ihm das erste mal die Schönheit des Augenblicks aufgefallen ist.

  • Hab ich schon auch so verstanden, aber überzeugt mich nicht. Immerhin, ich gebe zu, es ist besser als wenn Rusty das erste Mal die unglaubliche Schönheit eines Gänseblümchens erfasst und deshalb beschlossen hätte, ein braver Dalek zu werden :)

    "It's more than that! I'm not that man, Klein. The man you want me to be. You can say what you like, even re-write my past, but it doesn't change who I am. If I can save them, I will. I'm the Doctor. That's what I do."

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  • Ähm, außerdem war der Dalek kaputt, schon vergessen?!

    P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen

    Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.

  • Into Danny Pink,
    der neue Kollege von Clara unterrichtet Mathe und betreut die Kadetten-AG an der Coal Hill School. Und Clara schaut interessiert zu. Jetzt wissen wir dann auch, was für eine Art "Sport" die muskulösen Männer in ihrem Unterbewusstsein getrieben haben: Exerzieren!

    Danny war vorher beim Militär. Hat er als Soldat schonmal jemanden getötet? Hat er jemanden getötet, der kein Soldat war? Hat er etwa in Afghanistan unbewaffnete Dorfbewohner getötet, weil seine Vorgesetzten behauptet hatten, dass es sich um Terroristen handelt? Hat er womöglich auf Kinder geschossen? Die britische Öffentlichkeit könnte es sicher gut gebrauchen, wenn eine derart populäre Fernsehserie wie Doctor Who auf die schmutzige Realität der Kriegseinsätze hinweist. Allerdings traut man das unserer Lieblingsserie nach der Glorifizierung der Spitfires in "Victory of the Daleks" kaum noch zu. Und hatte Journey Blue jetzt nicht ein ganz ähnliches "Flugzeug"? Tragflächen im luftleeren Weltraum! Nur auf den Propeller hat man diesmal gnädigerweise verzichtet.

    Die Tränen von Danny Pink deuten auf ein tragisches Erlebnis. Aber wenn er als Soldat getötet hätte und damit nicht klarkommt, würde er jetzt wohl kaum die Schüler militärisch trainieren und dabei dann auch noch an eine "moralische Dimension" glauben. Es ist klar, dass man uns hier widersprüchliche Signale vermittelt. Hinter Danny Pink steckt irgendein Geheimnis. Und man wird uns selbstverständlich nicht gleich verraten, worin dieses Geheimnis besteht. Vielleicht hat man ihn beim Militär ausgemustert, weil er wegen Angstattacken nicht imstande war zu schießen. Und jetzt hält er sich für einen Versager und will das durch das Trainieren seiner Kadetten kompensieren.

    Clara hat sich die zynischen Kommentare des Doctors angewöhnt und macht ihren Spruch vom "erst töten und dann weinen" und denkt dann, dass sie wohl "witzig" sein wollte. Sie merkt nicht, wie sehr der Doctor bereits in ihr steckt. Danny Pink fühlt sich durch den Spruch ertappt. Er denkt, dass es bereits die Runde gemacht hat, dass er vor der Klasse geweint hat und dass sie sich darüber lustig macht.

    Clara erwischt Danny jedenfalls an einer emotional sehr empfindlichen Stelle und scheitert deshalb mit ihrem ersten Versuch, ihn zu einem Date zu überreden. Was dabei passiert, ist dann sehr ungewöhnlich. Clara nimmt mehrere Anläufe, Danny ein "Ja" zu ihrer Einladung zu ermöglichen. Und man sieht dann jedesmal Danny Pink in zwei Versionen, einmal mit "Ja" und einmal mit "Nein". So als ob sein Unterbewusstsein mit ihm übt, was er eigentlich sagen sollte, während sein Bewusstsein immer nur ein "Nein" herausbringt.

    Wenn man das Ganze sortiert, kann man daraus zwei Szenen machen, die nacheinander stattfinden. Claras Einladung zur Abschiedsparty für Cathy, die abgelehnt wird. Und irgendwann später sitzt Danny allein in seinem Klassenraum, rezitiert, was er eigentlich hätte sagen müssen, um die Chance nicht zu vermasseln, Clara sieht ihm dabei zu und teilt ihm dann mit, dass er sie zu einem Drink einladen soll. Da sie ihm diesmal keine Gelegenheit zu einem "Nein" gibt, ist die Sache geritzt.

    Beide Szenen werden wie bei einem Reißverschluss ineinander verzahnt, sodass man sie abschnittsweise immer abwechselnd sieht. Eine sehr ungewöhnliche Überblendtechnik. In einer Serie wie Doctor Who, wo man wohl kaum an avantgardistische Filmkunst anknüpfen will, deutet sowas normalerweise eher auf Alien-Einflüsse hin. Irgendwann werden wir erfahren, ob Courtney irgendeinen Voodoo-Zauber anwendet. Irgendwann werden wir erfahren, was für ein Geheimnis Danny mit sich herumschleppt. Er hat auf jemanden geschossen, der kein Soldat war? Sondern ein Alien? Hat er doch etwas mit Unit zu tun?

    Into Clara Oswald,
    sie ist jetzt 27, als sie den Doctor kennenlernte, war sie 24. Während wir sie gerade mal eine halbe Staffel lang kennen, hat sie bereits mehrere Jahre als Companion hinter sich. Sie kennt also die Regeln bereits sehr gut. Sie weiß, dass Menschen vor ihren Augen sterben werden und dass sie das hinnehmen muss, als säße sie nur im Kino. Sie weiß, dass der Doctor möglichst viele Menschen retten wird. Sie weiß, dass der Doctor sich dabei mit seinen zynischen Kommentaren und Wortspielen manchmal so unerträglich benimmt, dass man ihn am liebsten erschießen möchte. Während Fans erwarten, dass der neue Doctor "dunkler" sein soll, zeigt sie durch ihr Verhalten, dass es bislang keinen grundlegenden Unterschied gibt. Auch als sie sich mit ihm darüber streitet, dass er es "besser" tun kann, wiederholt sie im Grunde nur ihre Intervention von "Day of the Doctor".

    Der Doctor braucht seine Companions, weil er sonst den Maßstab verliert. Die Companions erinnern ihn an die notwendige "moralische Dimension" seines Handelns. Die Frage ist, wie lange Clara sich für diesen Job noch eignet. Der Doctor hat bereits frühere Companions allmählich in Soldaten verwandelt. Bei Clara könnte mit ihrer Hinwendung zu dem Soldaten Danny die Halbwertszeit schon überschritten sein.

    Into the Doctor,
    das Verhalten des Doctors gegenüber Ross ist sicher sehr krass und auch einen Tick krasser als sonst. Auf der anderen Seite haben wir nach "You're letting people call you Sir, you never do that" in "Time of Angels" jetzt nach vier Jahren zum ersten Mal wieder ein konkretes Anzeichen für den Antimilitarismus des Doctors. Wo das alles hinführen soll bleibt abzuwarten. Eine Konsequenz ergibt sich bereits jetzt: Danny Pink kann nicht Companion werden.

    Diesmal war auch die Schultafel in der neu eingerichteten Tardis ganz gut zu sehen. Der Doctor hat darauf die Formeln fortgesetzt, die er auf dem Boden des Schlafzimmers in "Deep Breath" begonnen hat. Wenn er fleißig weiterrechnet, hat er in einigen Jahrhunderten heraus, wie er Gallifrey zurückbringen kann.

    Wie er das Rätsel mit der geheimnisvollen Frau aus dem Shop lösen kann, ist wesentlich einfacher zu kalkulieren. Der Doctor muss Clara auf Distanz zu sich bringen. Missy muss dann ihr Versteck verlassen und direktere Schritte einleiten, um sie wieder mit dem Doctor zusammenzubringen. Und dann kann er ihre Spur aufnehmen.

    Into Missy,
    sie erweist sich als Kennerin kultivierter Umgangsformen. Ihre Tafel ist reichlich gedeckt. Offenbar erwartet sie noch sehr viel mehr Gäste.

    Gretchen-Frage,
    bislang gibt es keine Anzeichen, nach welchen Kriterien Missy die Toten für ihr Himmelreich aussucht. Der Umstand, dass uns nur der Empfang von Gretchen gezeigt wurde, schließt nicht einmal sicher aus, dass nicht außerdem Ross und alle anderen Toten von der Aristotle dorthin gelangt sind.

    Radioactive Man

  • Ich lese deine Beiträge ja immer, bis ich meine Stirn auf etwas legen muss. Hier bis zum ersten Absatz.

    P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen

    Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.


  • Danny war vorher beim Militär. Hat er als Soldat schonmal jemanden getötet? Hat er jemanden getötet, der kein Soldat war? Hat er etwa in Afghanistan unbewaffnete Dorfbewohner getötet, weil seine Vorgesetzten behauptet hatten, dass es sich um Terroristen handelt? Hat er womöglich auf Kinder geschossen? Die britische Öffentlichkeit könnte es sicher gut gebrauchen, wenn eine derart populäre Fernsehserie wie Doctor Who auf die schmutzige Realität der Kriegseinsätze hinweist. Allerdings traut man das unserer Lieblingsserie nach der Glorifizierung der Spitfires in "Victory of the Daleks" kaum noch zu. Und hatte Journey Blue jetzt nicht ein ganz ähnliches "Flugzeug"? Tragflächen im luftleeren Weltraum! Nur auf den Propeller hat man diesmal gnädigerweise verzichtet.

    Ernsthaft? Du kritisierst das Design von Raumjägern mit Flügeln?
    Stören dich auch X-Wings?
    Die Jem'Hadarjäger aus DS9?

    Und warum sollte DW nicht die aktuelle Kriegspolitik des UK kritisieren können, nur weil mal Spitfires glorifiziert wurden?


    Die Tränen von Danny Pink deuten auf ein tragisches Erlebnis. Aber wenn er als Soldat getötet hätte und damit nicht klarkommt, würde er jetzt wohl kaum die Schüler militärisch trainieren und dabei dann auch noch an eine "moralische Dimension" glauben. Es ist klar, dass man uns hier widersprüchliche Signale vermittelt. Hinter Danny Pink steckt irgendein Geheimnis. Und man wird uns selbstverständlich nicht gleich verraten, worin dieses Geheimnis besteht. Vielleicht hat man ihn beim Militär ausgemustert, weil er wegen Angstattacken nicht imstande war zu schießen. Und jetzt hält er sich für einen Versager und will das durch das Trainieren seiner Kadetten kompensieren.

    Also ich hatte diese "Drillszene" eher als kleinen Gag verstanden den Danny macht, weshalb er ganz zum Schluss lacht



    Clara erwischt Danny jedenfalls an einer emotional sehr empfindlichen Stelle und scheitert deshalb mit ihrem ersten Versuch, ihn zu einem Date zu überreden. Was dabei passiert, ist dann sehr ungewöhnlich. Clara nimmt mehrere Anläufe, Danny ein "Ja" zu ihrer Einladung zu ermöglichen. Und man sieht dann jedesmal Danny Pink in zwei Versionen, einmal mit "Ja" und einmal mit "Nein". So als ob sein Unterbewusstsein mit ihm übt, was er eigentlich sagen sollte, während sein Bewusstsein immer nur ein "Nein" herausbringt.

    Wenn man das Ganze sortiert, kann man daraus zwei Szenen machen, die nacheinander stattfinden. Claras Einladung zur Abschiedsparty für Cathy, die abgelehnt wird. Und irgendwann später sitzt Danny allein in seinem Klassenraum, rezitiert, was er eigentlich hätte sagen müssen, um die Chance nicht zu vermasseln, Clara sieht ihm dabei zu und teilt ihm dann mit, dass er sie zu einem Drink einladen soll. Da sie ihm diesmal keine Gelegenheit zu einem "Nein" gibt, ist die Sache geritzt.

    Beide Szenen werden wie bei einem Reißverschluss ineinander verzahnt, sodass man sie abschnittsweise immer abwechselnd sieht. Eine sehr ungewöhnliche Überblendtechnik. In einer Serie wie Doctor Who, wo man wohl kaum an avantgardistische Filmkunst anknüpfen will, deutet sowas normalerweise eher auf Alien-Einflüsse hin. Irgendwann werden wir erfahren, ob Courtney irgendeinen Voodoo-Zauber anwendet. Irgendwann werden wir erfahren, was für ein Geheimnis Danny mit sich herumschleppt. Er hat auf jemanden geschossen, der kein Soldat war? Sondern ein Alien? Hat er doch etwas mit Unit zu tun?

    Man kann Sachen auch zu Tode interpretieren, so wie du gerade

    Wie er das Rätsel mit der geheimnisvollen Frau aus dem Shop lösen kann, ist wesentlich einfacher zu kalkulieren. Der Doctor muss Clara auf Distanz zu sich bringen. Missy muss dann ihr Versteck verlassen und direktere Schritte einleiten, um sie wieder mit dem Doctor zusammenzubringen. Und dann kann er ihre Spur aufnehmen.

    Interessanter Ansatz

  • Ähem... Räusper...

    Wir hier sind alle Fans einer Serie, in der es um eine Person geht, die in einer "Wunderkiste" unterwegs ist, die innen größer als außen ist. Da sollten wir uns nicht über Raumschiffe mit Flügeln oder alte Flugzeuge im Weltraum aufregen. Zumal es auch für beides eine sehr einfach Erklärung gibt:

    Gleiter wie die gezeigten sind bestimmt auch für den Flug in einer Atmosphären und der Landung auf einem Planeten gedacht. Als die alten Spitfires gegen die Daleks gekämpft haben, wurde eine Luftblase um sie herum projiziert (wie auch immer das passieren soll...), damit sie im All manövrieren konnten.

    Also über Technik sollten wir uns bei DW über GAR NICHTS wundern. 8)

    Da sollten wir es halten wie Patrick Steward, der mal von einem Fan gefragt wurde, wie es denn möglich sei, ein Raumschiff schneller als das Licht fliegen zu lassen. Seine Antwort: "Ganz einfach: man muss nur 'engage!' zum Steuermann sagen." :D

  • Eine schwache Folge, für mein Empfinden. Clara ist für mich als Person immer noch nicht wirklich greifbar. Wer ist sie, was will sie, was ist ihr Antrieb? Ich mag mich täuschen, aber bei einigen anderen Companions war mehr Hintergrund nach einer halben Staffel vorhanden. Donna ist ein Beispiel eines gut gezeichneten Charakters.

    Wie Radioactiveman bereits schrieb, ist die Szene am Ende, als sie aus der Abstellkammer kommt, auch wieder völlig daneben. Um Clara glaubwürdiger darzustellen, hätte es hier eine bedrückende Szene gebraucht.

    Und wie um alles in der Welt kommt man auf die Idee, dass Pink bereits gut eingeführt sei? Man weiß annähernd nichts über ihn. Ich hoffe, dass der alberne Name keine Anlehnung an Reservoir Dogs ist. Ebenso hoffe ich, dass der Widerspruch zwischen dem Exerzieren lassen und dem emotionalen Ausbruch in der Klasse nachvollziehbar aufgelöst wird.

    Momentan erinnert mich der Doktor ein bisschen an Tennant, als der gegen Ende seiner Zeit immer dunkler wurde.


  • bislang gibt es keine Anzeichen, nach welchen Kriterien Missy die Toten für ihr Himmelreich aussucht. Der Umstand, dass uns nur der Empfang von Gretchen gezeigt wurde, schließt nicht einmal sicher aus, dass nicht außerdem Ross und alle anderen Toten von der Aristotle dorthin gelangt sind.

    Das Kriterium ist doch offensichtlich: Death by the Doctor.

    Der erste Soldat war nicht durch das Handeln des Doctors gestorben, das war der Dalek mit seinen "Antikörpern", die zweite Soldaten ging aber als Folge der Überzeugungsarbeit in den Tod. Wie auch der Halffaceman.

    Offenbar soll der Doctor später mit seinen Untaten konfrontiert werden, was ja in Richtung Boshaftigkeit des Masters hinausgeht. ;)

    "But that's OK: we're all stories, in the end. Just make it a good one, eh?
    Because it was, you know, it was the best: a daft old man, who stole a magic box and ran away.
    Did I ever tell you I stole it? Well, I borrowed it; I was always going to take it back.

    Oh, that box, Amy, you'll dream about that box.
    It'll never leave you. Big and little at the same time, brand-new and ancient, and the bluest blue, ever."

  • Beide Szenen werden wie bei einem Reißverschluss ineinander verzahnt, sodass man sie abschnittsweise immer abwechselnd sieht. Eine sehr ungewöhnliche Überblendtechnik. In einer Serie wie Doctor Who, wo man wohl kaum an avantgardistische Filmkunst anknüpfen will, deutet sowas normalerweise eher auf Alien-Einflüsse hin. Irgendwann werden wir erfahren, ob Courtney irgendeinen Voodoo-Zauber anwendet. Irgendwann werden wir erfahren, was für ein Geheimnis Danny mit sich herumschleppt. Er hat auf jemanden geschossen, der kein Soldat war? Sondern ein Alien? Hat er doch etwas mit Unit zu tun?


    Mal abgesehen davon, dass diese Schnitttechnik wohl kaum avantgardistisch ist solange man nicht die letzten 50 Jahre filmtechnisch hinterm Mond gelebt hat, ist es wirklich absolut lächerlich, nicht linear erzählte Nervosität als dimensionsspringendes Aliengeschwurbel mit Unitbezug zu bezeichnen.

    Die Folge an sich fand ich ganz gut. Sie ist sich erzähltechnisch ihres Genres voll bewusst und bewegt sich erfreulicher Weise auch sauber innerhalb dessen Grenzen. Die Schule sowie die Zukunft funktionieren sehr gut miteinander, erzählerisch sowie metaphorisch. Auch die übergreifende Frage, ob es gute Soldaten/Menschen gibt, wird in meinen Augen eigentlich auch ganz klug von Clara mit "...solange man es versucht" kommentiert.

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