Ist es intolerant, einen rüden Umgangston zu kritisieren?


  • "Worst of Fandom", gehört hierher.


    Den Vorwurf des fehlenden Anstands weise ich allerdings scharf von mir, da ich nicht mit Schimpfworten um mich schmeiße und auch niemanden diskriminiere. Und Intoleranz kann man mir wohl auch nicht vorwerfen, da ich keine Meinung kritisiere, sondern nur die Formulierung dieser Meinung.

  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es über das Internet immer das beste ist sowas zu überlesen oder zu ignorieren, schon gar nicht betroffen sein. Im persönlichen Umgang mag es etwas bringen mit den Personen darüber zu reden, aber online beharrt eh jeder nur auf seinen eigenen Standpunkt. Das gilt für alle Seiten.

  • Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es über das Internet immer das beste ist sowas zu überlesen oder zu ignorieren, schon gar nicht betroffen sein. Im persönlichen Umgang mag es etwas bringen mit den Personen darüber zu reden, aber online beharrt eh jeder nur auf seinen eigenen Standpunkt. Das gilt für alle Seiten.


    Da stimme ich dir größtenteils zu, allerdings liegt mir einiges an diesem Forum, weswegen ich mir hierfür auch einen entsprechenden Umgangston wünschen würde. Außerdem frage ich mich immer wieder, wieso man beim Einloggen ins Netz Verhaltensmuster wie Anstand abgeben muss.

  • Ja und nein, wenn du etwas sagst, was einem nicht gefällt, dann wird dir dieser dass höchstwahrscheinlich auch direkt so sagen und nicht politisch korrekt durch die Blume.


    Aber um mal die Titel-Frage zu beantworten: Jein. Zum einen bin ich dafür, dass jeder alles sagt und sagen darf, was er oder sie möchte, mir muss es nicht gefallen und damit kommen wir zum "nein" Part, und ich darf dieser Person dass dann auch so sagen wie ich es will. Das endet meistens nicht in Beleidgungen, es sei denn die Diskussion zieht sich sehr lange hin oder die andere Person hat etwas so dämliches und intolerantes gesagt, dass ich aus der Haut fahre. Bei Coorecs Post mir gegenüber im anderen Thread wäre ich das beinahe und in seinen (und Yanthars) Augen bin ich das sicher auch, in "meiner Welt" bin ich das nicht. Ich frage mich auch manchmal, wie Leute, die immer Nettigkeit und politische Korrektheit durch das richtige Leben kommen. Geht ihr niemals in eine Kneipe oder in einem Klub oder zu einer größeren Veranstaltung? Da fallen schlimmere Sprüche und Begriffe als hier und wenn euch das hier schon aufregt, na dann viel Glück.

  • Dazu ein paar Dinge:


    1. Der Ton macht die Musik.
    2. Es gibt sowas wie ein Netiquette.
    3. Auf der anderen Seite sitzt ein Mensch.
    4. Gehe von guten Absichten aus.


    Ich frage mich echt, wieso einige Leute im Internet anscheinend Probleme haben, einen zivilisierten Umgangston mit anderen Leuten zu pflegen, den sie im normalen Leben höchstwahrscheinlich auch haben. Man kann sicher nicht erwarten, dass die anderen dieselbe Meinung haben wie man selbst. Aber man kann durchaus erwarten, anständig behandelt und nicht angeflamt zu werden.


    Zu den oben angesprochenen Punkten:


    1. Mit einem vernünftigen Umgangston kann man wesentlich sachlicher und zielgerichteter diskutieren.
    2. Wenn eine Diskussion darin endet, dass es nicht mehr um die Sache sondern nur noch darum geht, den anderen anzupflaumen, dann hat die "Diskussion" ihre Sinnhaftigkeit verloren.
    3. Überlegt mal, wie Ihr behandelt werden wollt und behandelt andere entsprechend. Sicherlich ist es ziemlich dämlich, wenn man sich von fremden Leuten beleidigt fühlt. Nur: sind diese Leute tatsächlich alle so fremd? Soweit ich weiß, gibt es Forenstammtische...
    4. Auch wenn der 100. "I like Tennant and Rose"-Beitrag nervt, manchmal hilft es einfach, sich vor Augen zu führen, dass diese Person das nicht macht, um einen zu ärgern, sondern weil es nicht besser weiß. Es sind schließlich nicht alle so schlau um mit der Materie vertraut wie einige Hardcorefans, die mit ihrer Rechthaberei manchmal ebenso nervig sein können. Anstatt diese Leute vor den Kopf zu stoßen, wie blöd sie doch sind, wäre es sicher sinnvoller, sie an der Hand zu nehmen und ein wenig am eigenen Wissen teilhaben zu lassen und durch die Weiten des Whoniverse zu führen. Nichts anderes macht der Doctor, wenn er seinen neuen Companions das Auge des Orion zeigen will. Der blafft dann auch nicht rum: "Wie, die Pyramiden von Giseh findest du schön? So ein Dreck, du kennst ja nicht mal das Auge des Orion!". Soweit ich weiß, macht sich André in einer Petition für die Übersetzung von mehr Classic-Who-Folgen stark. Da wäre es äußerst unklug, potentielle künftige Who-Fans von hier zu vergraulen. Echt Missionierungsarbeit bedeutet, Tennant & Rose-Fans von Troughton und Jamie oder Tom Baker und Romana zu überzeugen.


    Und zum Schluss die Frage: was hat man davon, hier einen rüden Umgangston an den Tag zu legen?

  • Und was hat man davon, wenn man sich nur noch so ausdrückt, dass sich ja alle schön und fluffig fühlen? Nichts, außer vielleicht ein Magengeschwür, weil man alles ständig herunterschlucken muss und nichts mehr heraus lassen darf.


    Und wie bereits im anderen Thread geschrieben: Irgendwann platzt jedem der Kragen, wenn einem das Verhalten einer anderen Person zu sehr nervt und ich sehe nicht ein, dass ich, nur weil ich hier im Internet bin und mich damit in einer größeren Öffentlichkeit befinde, mir dann längere Zeit überlegen soll, was ich auf etwas antworten soll, anstatt dies sofort und dann unter Umständen auch ein wenig ruppig zu tun.

  • Falscher Ansatz.


    Gerade weil Du im Internet bist, hast Du die Möglichkeit, Dich erst einmal abzuregen, nachzudenken und dann zu antworten. Und ich sagte bereits, dass Du nicht herunterschlucken musst, sondern aus Gründen des zivilisierten Umgangs mit anderen Menschen auf den Ton achten solltest. Generell würde ich einigen hier empfehlen, mal an einem Konfliktseminar teilzunehmen.
    Außerdem, was bringt es rumzupampen, wenn andere Leute Dich nerven (und viele hier fühlen sich anscheinend schon "genervt", wenn jemand sich zum ersten Mal mit einer unerwünschten Meinung äußert)? Wenn ich jedes Mal verbal ausgerastet wäre, wenn mich jemand angenervt hat, dann wäre ich schon längst unvermittelbar arbeitslos. Gerade im Servicebereich bekommt man es mit überproportinal vielen Flachpfeifen zu tun und muss trotzdem immer freundlich und höflich bleiben. Aber auch in einem Bürojob kann man es mit Nervensägen zu tun bekommen. Ich habe Kollegen, die auch beim 10. Mal noch nicht verstanden haben, wie sie etwas tun müssen. Nervt mich auch. Ist es ihre Schuld, dass sie es nicht kapieren? Wahrscheinlich nicht. Würde es was bringen, sie anzumaulen, wiel dämlich sie doch sind? Außer Ärger mit dem Vorgesetzten/Personalrat wahrscheinlich auch nichts. Also erkläre ich es nochmal.
    Allergisch reagiere ich nur, wenn jemand ausfallend wie, so wie das hier in schöner Regelmäßigkeit der Fall ist. Und wenn sich jemand boshaft daneben benimmt, falsch wie die Nacht ist, andere Leute gegeneinander asuspielt etc. Aber die normalen Macken, die jeder hat? Warum sollte ich mich darüber aufregen. Außerdem erzeugt Gemecker beim anderen keine Einsicht, sondern Trotz. Der würde also niemals einsehen, dass er sich falsch verhält. Dieser Verteidigungsdrang liegt in der Natur des Menschen. Wenn man dann auf die helfende Tour kommt, erreicht man unter Umständen viel mehr.
    Und letztendlich geht es um die Zielführung: wenn es nicht mehr um die Sache und um Lösungen von Problemen geht, sondern nur noch um persönliche Angriff auf den jeweils anderen, dann wird das den Konflikt nicht lösen, sondern nur verstärken.

  • Ach, ich weiß nicht. Als Kind habe ich damals beigebracht bekommen dass man nicht andere Leute aus den geringstmöglichen bis gar keinen Anlässen ankackt. Ist in etwa so wie einem das "Danke/Bitte" eingebläut wurde. Und eigentlich ist es für mich auch etwas völlig selbstverständliches, von daher weiß ich eigentlich auch gar nicht warum sowas zur Diskussion gestellt werden muß.


    Aber nun gut, solange einem Gründe für das eigene schlechte Benehmen einfallen ist ja alles okay. :03: In meiner Schulzeit war ich ja schließlich auch sehr erfinderisch was Gründe für nichtgemachte Hausaufgaben anging. Für mich selbst klangen die immer alle logisch, die Außenwelt um mich herum hat sich jedoch immer am Kinn gekratzt und ein skeptisches "Hmmmm!" fallen gelassen.

  • Man muss keine Schimpfworte benutzen um eine klare Meinung zu vertreten.
    Ich denke nicht, dass Kritik an sich intolerant ist.
    Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Kritik und Beschimpfungen.



    PS: Keine Zeit mehr, Sportschau fängt an!

  • Wie oft muss man das eigentlich wiederholen? Es ist egal, ob es eine Person das erste mal tut, wenn man dieselbe Diskussion bereits zehn, zwanzig mal geführt hat, hat man keinen Bock mehr darauf und bügelt das lieber mit einem Einzeiler oder auch Zweizweiler ab, der dann halt auch ein wenig rupig herüberkommt. Ich denke, den meisten Menschen geht das so. Und wie gesagt: Ich habe keine Lust, weil ich im Internet bin, jetzt einige Töne zurückzufahren. Im wahren Leben muss man damit auch zurecht kommen, dass man mit Leuten zu tun hat, die halt nicht erst mehrere Minuten lang überlegen, bevor sie etwas sagen. Warum sollte das Online anders sein?


    Ach ja und zu deinen Kollogen: Vielleicht ist es ja ihre Schuld? Ohne sie jetzt zu kennen, aber es gibt Idioten, denen du das Einfachste zehnmal erklären kannst und die verstehen das immer noch nicht. Ich möchte da jetzt keinen deiner Kollegen als Idioten darstellen, aber die gibt es, du kannst nicht immer so tun, als ob alle Menschen klug wären, weil sie es nicht sind! Sollte dir deswegen immer der Kragen platzen? Nein, aber vielleicht ab und an mal meckern hilft, denn immer alles herunterzuschlucken schadet im Nachhinein nur deiner Gesundheit.

  • Wie oft muss man das eigentlich wiederholen? Es ist egal, ob es eine Person das erste mal tut, wenn man dieselbe Diskussion bereits zehn, zwanzig mal geführt hat, hat man keinen Bock mehr darauf und bügelt das lieber mit einem Einzeiler oder auch Zweizweiler ab, der dann halt auch ein wenig rupig herüberkommt.


    Eine Alternative wäre natürlich, dieser Person im Stillen zu vergeben und ihren Beitrag zu ignorieren. Natürlich kann es mal vorkommen, dass man einen schlechten Tag hat und mit einer ruppigen Antwort kontert. Das wäre auch in Ordnung, wenn man sich nach Beruhigung noch mal an die entsprechende Person wendet und sich eventuell für den rüden Umgangston entschuldigt. Wenn man allerdings mutmaßliche Mädels im Teenageralter aufgrund ihrer pubertären Schwärmereien als "Gesindel" bezeichnet, ist das nicht mehr ruppig, sondern beleidigend. Und das muss nicht sein.



    Ich denke, den meisten Menschen geht das so. Und wie gesagt: Ich habe keine Lust, weil ich im Internet bin, jetzt einige Töne zurückzufahren. Im wahren Leben muss man damit auch zurecht kommen, dass man mit Leuten zu tun hat, die halt nicht erst mehrere Minuten lang überlegen, bevor sie etwas sagen. Warum sollte das Online anders sein?


    Idealerweise sollte man sich auch im realen Leben bemühen, ruhige Töne anzuschlagen. Falls man mal einen schlechten Tag erwischt hat, siehe oben ...
    Im Netz hat man eben die Möglichkeit, erstmal zu überlegen. Zumal die schriftliche Kommunikation sowieso um einiges komplizierter ist als die persönliche, da man sich nur auf Text verlässt und solche Aspekte wie Körpersprache und Stimmmodulation wegfallen.


    Und wo wir gerade dabei sind, darf ich einmal aus den Regeln des Forums zitieren:


  • Wie oft muss man das eigentlich wiederholen?


    Ändert denn die Anzahl der Wiederholungen etwas am Inhalt oder dessen Richtigkeit?
    Pascal hat mMn recht.


    du kannst nicht immer so tun, als ob alle Menschen klug wären, weil sie es nicht sind! .


    wahre Worte ...

  • Aus dem anderen Thread, es passt wohl besser hier her.


    Da hast Du zweifellos recht. Aber es gibt dennoch 2 Dinge zu berücksichtigen:
    1- Auch diese klugen Menschen vertreten Meinungen und Interessen. Was sie sagen ist nicht immer die ganze Wahrheit, sondern der Teil der ins Programm passt.
    2- Es dient zumindest zum Teil der Unterhaltung. Die Überspitzung und die eloquenten Beleidigungen sind eingepackt in einem Rahmen des Witzemachens. Die Beleidigungen hier sind nicht als Scherz gemeint, sondern sehr ernsthaft. Das macht einen Unterschied, oder etwa nicht?

  • Die Beleidigungen hier sind nicht als Scherz gemeint, sondern sehr ernsthaft.


    Eigentlich wollte ich mich gar nicht weiter einmischen (vor allem weil ich genau weiß, wie es ausgeht), aber wer sagt denn, dass es ernsthaft gemeint ist? Als ich eben scherzhaft meinte, dass wir am Wochenende die Fans zusammentreiben, um eine Menschenhatz zu veranstalten, hast du dass auch für voll genommen? Glaubst du wirklich dass Balko bewaffnet mit einer Machete so groß wie er selbst, auf Fangirljagd geht? Ich bezweifle das jedenfalls stark. Die mögen vielleicht aus Frust heraus sehr krass formuliert sein (und ich würde das auch nicht so machen), aber ich bin mir zu 100% sicher, dass sie eben nicht ernsthaft gemeint sind. Dass er will, dass die aus dem Fandom verschwinden ist nunmal auch einen Unterschied, als andere Leute abschlachten zu wollen.
    Dass Yanthar so einen Unterschied nicht versteht, hat er ja jetzt mehrfach bewiesen, aber das ändert nicht daran, das genervt über andere sein nicht das gleiche ist wie Massenmord begehen.
    Und wie gesagt, der "Worst of Fandom" Thread ist NICHT dafür da, andere Fangruppen bloßzustellen, sondern einfach Merkwürdigkeiten und Albernes von Fans zu sammeln. Und da sind "Moffat ist ein Sexist"-Schreier genau so vertreten, wie die Deppen, die den Untergang wegen dem Kuss in Deep Breath beschworen haben. Da können einige noch so lange ihre Schwarz/Weiß Sicht propagieren, wie sie wollen.