Neues vom Sensenmann

  • Das Problem an so einem Thread ist halt, dass sich da auch schnell Routine einschleichen kann und dann jeder berühmte Tote, der nochmal durch die Medien geistert, hier pflichtgemäß Erwähnung findet. Aber das ist meiner Meinung nach nicht der Hintergedanke dieses Threads, einen Berühmtheiten-Nekrolog zu erstellen. Das Bedauern und Betrauern sollte hier schon eher auf einer persönlichen Ebene stattfinden. Todesmeldungen, die einem wirklich berührt haben. Wenn dass dann ein niederländischer Fußballspieler, der schon ewig nicht mehr in den Nachrichten war, ist - von mir aus, sofern auch dazugeschrieben wird, was man persönlich mit diesem Menschen verbindet, dass einem diese Todesnachricht betroffen gemacht hat. Oder, das lasse ich auch gern gelten, wenn jemand stirbt, der zu Lebzeiten nicht genug gewürdigt wurde, obwohl er wir alle von seinen Errungenschaften profitieren; der Erfinder der Computermaus etc. - zu solchen Leuten gibt es vielleicht keine emotionale Verbindung, aber da ist so ein Hinweis trotzdem nochmal eine gute Sache. Aber wenn morgen in der Tagesschau der Tod des besagten Bischofs von Wanneeikel verkündet wird, muss sich wirklich keiner genötigt fühlen, hier Meldung zu machen. Das hat man sowieso nebenbei ebenfalls schon gehört und mit Gleichgültigkeit abgenickt. Muss ich hier nicht nochmal nachlesen.

  • Im Prinzip geb ich Solus recht. Zum Teil ist es aber auch eine Frage des Alters. Ich habe Cruyff noch als Spieler erlebt.


    Den kürzlich verstorbenen Hugo Strasser habe ich zumindest als alten Mann mit Max Greger und Paul Kuhn (ebenfalls als alte Männer) auf einem Plakat für ihre "Swing Legenden"-Tournee gesehen. Wahrscheinlich wissen hier die meisten mit den Namen nichts anzufangen, ist auch nicht schlimm, bloß zu lange her.

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)

  • Aber wenn morgen in der Tagesschau der Tod des besagten Bischofs von Wanneeikel verkündet wird, muss sich wirklich keiner genötigt fühlen, hier Meldung zu machen.

    Für gewisse Poiltiker sollte das aber auch gelten. Außer er war schwul, hatte Krebs und war ein Nazi in einer Spaßpartei. ;)

  • Ich nehme an, Torian meint, dass es nicht nötig gewesen wäre, Guido Westerwelles Tod hier zu melden und da gebe ich ihm sogar auch recht. Das Problem hier war eher die Art und Weise, wie Mario das getan hat, ansonsten wäre die Meldung wohl kommentarlos untergegangen.

  • Niederländische Fußballspieler interessieren mich so sehr wie der Bischof von Wanneeikel. Hatte dementsprechend keine Ahnung.

    Johan Cruyff war aber nicht irgendein niederländischer Fußballspieler wie Robben oder van der Vaart, sondern eine Legende dieses Sports, vergleichbar mit Pele oder Beckenbauer. Diesen Status wird ein Messi oder Ronaldo z.B. nie erreichen. Jedenfalls dürfte sein internationaler Bekanntheitsgrad deutlich über dem von Matt Smith liegen.

    Das Problem an so einem Thread ist halt, dass sich da auch schnell Routine einschleichen kann und dann jeder berühmte Tote, der nochmal durch die Medien geistert, hier pflichtgemäß Erwähnung findet. Aber das ist meiner Meinung nach nicht der Hintergedanke dieses Threads, einen Berühmtheiten-Nekrolog zu erstellen. Das Bedauern und Betrauern sollte hier schon eher auf einer persönlichen Ebene stattfinden. Todesmeldungen, die einem wirklich berührt haben. Wenn dass dann ein niederländischer Fußballspieler, der schon ewig nicht mehr in den Nachrichten war, ist - von mir aus, sofern auch dazugeschrieben wird, was man persönlich mit diesem Menschen verbindet, dass einem diese Todesnachricht betroffen gemacht hat. Oder, das lasse ich auch gern gelten, wenn jemand stirbt, der zu Lebzeiten nicht genug gewürdigt wurde, obwohl er wir alle von seinen Errungenschaften profitieren; der Erfinder der Computermaus etc. - zu solchen Leuten gibt es vielleicht keine emotionale Verbindung, aber da ist so ein Hinweis trotzdem nochmal eine gute Sache. Aber wenn morgen in der Tagesschau der Tod des besagten Bischofs von Wanneeikel verkündet wird, muss sich wirklich keiner genötigt fühlen, hier Meldung zu machen. Das hat man sowieso nebenbei ebenfalls schon gehört und mit Gleichgültigkeit abgenickt. Muss ich hier nicht nochmal nachlesen.

    Ich denke, dass das eine sehr subjektive Einschätzung ist, welche Tode einem näher gehen und welche nicht. Ich fand z.B: den Tod von Terry Pratchett vor einem Jahr deutlich einschneidender als der von Patrick Macnee. Aber manchmal kommt auch die Tragik des Todes dazu, wie z.B. der Krebs bei Lemmy Kilmister oder David Bowie. Oder der Schlaganfall bei Roger Cicero, der mir zwar musikalisch nicht viel bedeutete, dessen frühen Tod mit 45 ich doch mit Erschrecken zur Kenntnis nehmen musste, zeigt es doch, dass es jeden treffen kann. Entsprechend sollte man jeden Tag genießen, es könnte schließlich der letzte sein.


    Ich nehme an, Torian meint, dass es nicht nötig gewesen wäre, Guido Westerwelles Tod hier zu melden und da gebe ich ihm sogar auch recht. Das Problem hier war eher die Art und Weise, wie Mario das getan hat, ansonsten wäre die Meldung wohl kommentarlos untergegangen.

    Ich denke auch, dass es keine Wellen geschlagen hätte, wenn hier ein Mindestmaß an Pietät eingehalten worden wäre.

  • Nun, es wird wohl schön jeder gehört haben, aber: Genscher ist tot.


    http://www.tagesschau.de/inland/genscher-prag-101.html


    Ich habe damals live im Fernsehen gesehen, wie er diese Worte gesprochen hat. Das waren damals noch andere Brennpunkte als heute mit den Bombenanschlägen.


    Erst Westerwelle, jetzt Genscher, das große Sterben der FDP-Außenminister. Dann würde ja nur noch Kinkel fehlen...

  • Genscher war ein super Politiker und ein guter Mensch der einiges bewegt hat.
    Wer das nicht anerkennt, naja....lassen wir das, Meinungsfreiheit ist ja ein hohes Gut, wessen ich auch sehr dankbar bin.


    Auch ziemlich abgefahren wie hier im Thread wieder gesagt wird "der war wichtig....der war unwichtig....warum hast du den hier erwähnt".
    Jedes Leben ist Wertvoll und jeder hat halt andere Tode die ihm "nahe" gehen.


    Genscher geht mir z.B. nicht "sehr nahe", weil er einfach ein hohes Alter und erfülltes Leben hatte.
    Leute die aber aus dem Leben gerissen werden, und bis zu einer gewissen Altersgrenze ist dem so (die heute wohl schon fast im 70er Bereich liegt), machen mich da schon mehr betroffen. Egal wie meine Sympathien für diese Person sind. Da geht es mir auch dann oft gar nicht um die Person sondern um die Symbolik, dass quasi jeder so schnell von der Bildfläche verschwinden kann.

  • Trifft nicht meine Schuld. Nikioko hat vorgelegt und ich musste zwangsläufig nachlegen. ;)

    Jaja, jetzt sind die anderen wieder schuld... ;)


    Unter normalen Umständen wäre es lustig, dass man auf den politischen Tod der FDP gewartet hat (und von dem man nach der letzten BTW hoffte, dass er endlich eingetreten ist), aber unter diesen Umständen eben nicht.
    Aber die FDP hat in den letzten Jahren einmal mehr bewiesen, dass der Wähler vergesslich ist und dass Scheiße nicht vergeht.

  • tut mir leid das sagen zu müssen - aber lustig! ich musste schmunzeln ;)

    Das steht Dir in Deinem Privatbereich ja auch zu. Nur empfand ich es in der Öffentlichkeit des Forums als pietätlos.


    Torian: Die Titanic überschreitet hier meines Erachtens eine Grenze, da sie die Rolle des Politikers mit dem Schicksal des Menschen verwechselt. Satire darf viel, aber sie sollte sich auf das Amt beziehen und nicht den Menschen persönlich angreifen. Überzeichnung wie mit Genschers Ohren, Waigels Augenbrauen oder unserer Bundesbirne sind bei Karikaturen in Ordnung, aber Satire sollte beispielsweise keine Witze über Todesfälle oder das Privatleben eines Politikers machen - sofern er/sie damit keine gesetzliche oder moralische Grenze überschreitet (z.B. Edathy).

  • Genscher war ein super Politiker und ein guter Mensch der einiges bewegt hat.
    Wer das nicht anerkennt, naja....lassen wir das, Meinungsfreiheit ist ja ein hohes Gut, wessen ich auch sehr dankbar bin.

    Was man Genscher aber vorwerfen muss ist, dass er die Regierung Schmidt hat platzen lassen. Und was "der Dicke" dann die nächsten 16 Jahre veranstaltet hat, war unter aller Kanone. Ändert nichts an Genschers Verdiensten als Außenminister, sollte aber mal erwähnt werden.