Neues vom Sensenmann

  • In Nordkorea darf man das auch nicht. ;)


    Trotz Smiley: Ich wünsche Dir, dass Du niemals in die Situation kommst, den Unterschied zwischen Zurückhaltung und staatlich verordneter Repression am eigenen Leib zu erfahren.


    da ich den spruch klar wegen seiner doppeldeutigkeit als lustig verstanden habe und nicht als angriff auf die verstorbene person, sehe ich da so oder so keine pietätlosigkeit.

    Nur dass keiner der beiden verstorbenen Politiker noch in irgendeiner Weise in der FDP aktiv Politik gestaltet hat. Daher kann man wohl auch kaum vom "Tod der FDP" sprechen.

  • Ich wünsche Dir, dass Du niemals in die Situation kommst, den Unterschied zwischen Zurückhaltung und staatlich verordneter Repression am eigenen Leib zu erfahren.

    Du brauchst mir gar nichts zu wünschen. Aber zum Thema "staatlich verordneter Repression" sagt Dir bestimmt das Spruchtaxi etwas? Grundlage des Urteils war der Gummiparagraph §166 StGB.
    http://www.welt.de/vermischtes…aesterung-verurteilt.html

  • Hast du dir die Sprüche mal durchgelesen, Torian? Hier ist in meinen Augen der Unterschied deutlich, den Böhmermann zuletzt zwischen Schmähkritik und Satire aufgezeigt hat. Es gibt Grenzen. Und der Herr Voß hat sie mMn überschritten.


    Und egal wie, ein Spruch, wie zuletzt von Herrn Ruf, in Bezug auf den Tot Roger Ciceros, oder eben ein Spruch in Richtung der ehem. FDP-Politiker ist würdelos. Man tritt nicht auf jemanden ein, der auf dem Boden liegt und erst recht nicht auf jemanden, der gestorben ist. Eine Auseinandersetzung mit dem, was der oder diejenige getan hat, gerne, aber nicht nach treten, soviel Anstand erwarte ich in einer zivilisierten Welt, die den Doctor hervorgebracht hat.


    Vielleicht bin ich da auch einfach empfindlich. Naja... ich arbeite mal weiter.

  • Jetzt mal im Ernst. Man ja geteilter Meinung darüber sein, ob so etwas angebracht ist oder nicht, nach dem Tod eines Politikers, ich bin da auf Andrés Seite, aber lasst uns das doch jetzt bitte nicht auf Kindergartenniveau abrutschen, okay? Das Thema, was ist pietätlos? Oder auch wie lange sollte man sich mit solchen Scherzen und Bemerkungen zurückhalten? Sind wichtige Fragen, die man vernünftig diskutieren sollte. Und wie gesagt, halte ich den Scherz über das FDP-Sterben nicht für pietätlos. Vieles, was unter dem Vorwand der Pietät gesagt wird, ist bereits Heuchelei, da in dem Namen der Pietät oftmals alles Negative, was eine Person in seinem oder ihren Leben verursacht hat, ignoriert wird, denn man sollte ja nicht negativ über Tote sprechen. Tut mir leid, nein, dass ist daneben. Westerwelle und Genscher waren zwei deutsche Außenminister, der einen mit einer besseren Vita und wesentlich mehr Erfolgen als der andere, aber beide waren keine perfekten Menschen oder Politiker und nur weil sie jetzt tot sind, wird man sie und vor allem ihre Taten kritisieren aber auch über sie scherzen dürfen, wenn nicht sogar müssen.

  • Zumal das FDP-Sterben nach der letzten BTW ja vorhergesagt wurde: "Jetzt lernt die FDP mal, was es bedeutet, wenn der befristete Arbeitsvertrag nicht verlängert wird". Da hatte man aber die Rechnung nicht mit der Wählervergesslichkeit gemacht. Unkraut vergeht nicht. Oder um es mit dem jetzt im Ruhestand befindlichen Volker Pispers zu sagen: "Das ist wie Scheiße am Schuh, das wird man nicht wieder los". Die Piraten wurden ja schon als die neue, sozialere FDP gefeiert, dann kam aber die geballte Kraft des Establishments und hat sie zurück in die Bedeutungslosigkeit befördert. Bei der AfD dürfte das aber leider nicht so einfach sein. Denn mit Herrn Gauland haben die einen erfahrenen Polit-Haudegen, der für Ordnung und eine parteiliche Basis sorgt, was den anderen Rechten wie DVU oder Republikaner bisher fehlte. Deshalb macht mir die aktuelle Entwicklung auch ziemliche Sorgen.


    Nun würde ich aber gern, am 25. Todestag Max Frischs, vom Parteiensterben wieder zum eigentlichen Thema zurückkommen.

  • Richtig, zurück zum Thema. Vielleicht bin ich da wirklich einfach etwas empfindlich.
    @Torian Ich bin tatsächlich Sozialarbeiter. Da ist es sinnvoller, nicht aus der Kirche auszutreten. Und was hat das nun mit meinem Beitrag zu tun? Aber egal.


    Zu Max Frisch, eine seiner Kurzgeschichten hat mich für das Leben geprägt. Bin ich ihm sehr dankbar für.

  • Ich bin tatsächlich Sozialarbeiter. Da ist es sinnvoller, nicht aus der Kirche auszutreten. Und was hat das nun mit meinem Beitrag zu tun?

    Das hat damit zu tun, wie Deine Einstellung gegenüber Atheisten ist und was Du von unserer Meinungsfreiheit hälst. Du bist Sozialarbeiter. Schön. Das kannst Du auch an einer humanistischen Einrichtung machen und brauchst keine Angst zu haben, wenn Dich eine Kirche entlässt, weil Du keine Kirchensteuer mehr bezahlen willst. Die Kirche ist außerdem ein Nutznießer der Flüchtlingskrise, denn da sprudelt die Kirchensteuerkasse... http://hpd.de/artikel/11243


    Aber lassen wir das jetzt. ;)

  • Wie aber bereits angemerkt wurde, ist das hier das falsche Forum für eine solche Debatte. Wenn du weiter das Thema diskutieren willst, schlage ich einen eigenen Thread vor. Deine Entscheidung. Hier werde ich, um dem Thread gerecht zu werden, zu dem Thema, Sozialarbeiter, Kirche, etc. nichts mehr schreiben.

  • Für mich persönlich direkt nach Bowie die bisher ätzendste Todesnews dieses Jahr. Die Alben der ca letzten 10 Jahre waren zwar kaum mehr anhörbar weil die so schlecht waren... aber ich hatte immer noch auf das große kreative Comeback gehofft. Dann halt eben nicht mehr. Hörm.


    Aber nun gut, das positive daran ist dass längst vergriffene Alben wohl wieder aufgelegt werden und wieder erhältlich sind. Und dass höchstwahrscheinlich auch endlich diese ganzen zahlreichen Alben und Songs, die nur als Bootlegs in oft madiger Soundqualität die Runde machten, endlich das Licht der Welt erblicken. (Und die sind noch nicht mal Ausschußware. Die Prince-Discografie kann mit denen nochmal locker um mindestens 10 Meisterwerke erweitert werden.) Und die Videoclips können endlich wieder alle für die Öffentlichkeit auf Youtube einsehbar sein ohne dass sie jemand wild von der Platform klagt. ;) Andererseits... wer weiß wie das Rechtekuddelmuddel mit Tidal aussieht. Das könnte unter Umständen interessant werden.

  • Bei Prince habe ich nie so richtig verstanden, wieso er immer mit anderen Popgrößen in einen Satz genannt wird. Er hatte in den 80ern ein, zwei Hits, bei denen ich auch erstmal seeeeehr lange überlegen musste, wie die denn hießen - irgendwas mit "Motherfucker" ist mir dann eingefallen, und ansonsten ist er nach diesen Chartbesuchen nur noch durch Exzentrik aufgefallen. In den 90ern jedenfalls, als ich mich mit Mainstreammusik beschäftigt habe, da hat man von Prince nur mal gehört, als er seinen Namen in ein Symbol hat umändern lassen. Und wenn man solche Gimmicks aber mal beiseite lässt, bleibt einfach nur ein Musiker übrig, der mal einen großen Hit hatte und danach weiter fleißig Alben produziert hat. Wie so viele andere Künstler auch, die aber eben nicht in einer Reihe mit Jackson, Madonna und Bowie genannt werden. Finde ich ein bisschen unfair.

  • Mich hat die Nachricht vom Tod von Prince gestern tief erschüttert. Einer der ganz Großen ist viel zu früh von uns gegangen ...
    Werde mir Sonntag "im memoriam" mal wieder Purple Rain ansehen

  • Bei Prince habe ich nie so richtig verstanden, wieso er immer mit anderen Popgrößen in einen Satz genannt wird. Er hatte in den 80ern ein, zwei Hits, bei denen ich auch erstmal seeeeehr lange überlegen musste, wie die denn hießen - irgendwas mit "Motherfucker" ist mir dann eingefallen, und ansonsten ist er nach diesen Chartbesuchen nur noch durch Exzentrik aufgefallen. In den 90ern jedenfalls, als ich mich mit Mainstreammusik beschäftigt habe, da hat man von Prince nur mal gehört, als er seinen Namen in ein Symbol hat umändern lassen. Und wenn man solche Gimmicks aber mal beiseite lässt, bleibt einfach nur ein Musiker übrig, der mal einen großen Hit hatte und danach weiter fleißig Alben produziert hat. Wie so viele andere Künstler auch, die aber eben nicht in einer Reihe mit Jackson, Madonna und Bowie genannt werden. Finde ich ein bisschen unfair.

    Ich empfehle Dir, Dich einmal mit dem gesamten Schaffen von Prince zu beschäftigen. Prince hat nicht nur alle Lieder selbst geschrieben, er hat auch Lieder für andere geschrieben, teilweise unter Pseudonym (z. B. Manic Monday von den Bangles). Musik war sein Leben seit seiner Kindheit, und er richtete alles danach aus. Einmal hat er sogar beschlossen, einen Song pro Tag zu schreiben und das sogar eine ganze Weile durchgehalten. Er steckte voll Wandlungsfähigkeit und Ideenreichtum, und das hat eben nichts mit kommerziellem Charterfolg zu tun. Der war ihm auch nicht wichtig, wichtiger war ihm die künstlerische Freiheit, die ihn im Streit mit seinem Label dazu brachte, eine Zeit eng seinen Namen abzulegen. Prince war jemand, der viele Musikstile kannte und in seine Musik einfließen ließ und sich damit immer wieder selber erfand. Und wenn jetzt Leute wie Stevie Wonder, Paul McCartney oder Madonna ihn als einen der ganz Großen bezeichnet, dann kommt das nicht von ungefähr. Die Bühnenpräsenz und das Charisma lag irgendwo zwischen Freddie Mercury und Michael Jackson, aber das ist neben der künstlerischen Kreativität nur eine Seite. Mit seinem Schaffen hat er vor allem auch andere Künstler beeinflusst, z.B. Tom Jones mit seiner eigenen Version von Kiss. Sinéad O'Connor ist bis heute für ihren ersten großen Hit Nothing Compares 2 U bekannt, doch das Lied stammte ursprünglich von Prince.
    Und ansonsten sprechen 39 Studioalben von 1978-2015 eine ganz deutliche Sprache für die künstlerische Kreativität von Prince, die allenfalls von Bob Dylan (der es "nur" auf 35 Studioalben von 1962-2016 schafft) übertroffen wird. Im Vergleich dazu die oben genannten: Bowie schaffte es auf 26 Studioalben (inclusive Blackstar) von 1967-2016, Madonna auf 13 (von 1983-2015) und Jackson auf 10 (von 1972-2001).
    Im Übrigen fallen mir auf Anhieb deutlich mehr als 1 oder 2 Hits von Prince aus den Achtzigern ein, dürften aus dem Stegreif gleich mal 10 sein.

  • Ich bin jetzt grad ein klein wenig entsetzt über das Solus-Posting. D: Aber andererseits... so war's mit ihm und seiner Musik schon immer. Entweder lässt sie dich völlig kalt/nervt dich zu Tode oder du bist ein heißglühender Verehrer. Man muß sie mögen um sie zu mögen.


    Man muß aber auch sagen dass er in den 90ern (zumindest kommerziell) nicht mehr viel gerissen hat. Ich gehöre ja noch zu der allerletzten Altersgruppe die sowohl ihn als auch Michael Jackon noch "unbefleckt" erlebt hat. Die "Diamonds & Pearls"/"Dangerous"-Ära war durchaus ziemlich relevant bei mir auf dem Schulhof. Und einzwei Jahre danach ging ja jeweils das SLAVE- bzw Pädophilen-Happening los... und beide waren popkulturell weitestgehend gegessen. (Wobei Jackson noch ein paar Hits hatte. Prince nur noch "Most Beautiful Girl in the World".) Wer ein paar Jahre nach mir (Jahrgang 79) geboren wurde hat die Personen entweder ganz anders wahrgenommen... oder im Falle von Prince so gut wie gar nicht mehr.


    Aber... joah. Was Prince angeht waren die Alben von den frühen 80ern bis Mitte der 90er, von wenigen Ausnahmen abgesehen, eine Reihe von Glanzlichtern. Und stilistisch so vielfältig wie höchstens vielleicht bei... öhm... David Bowie? Oder Sparks? Ansonsten fallen mir nur schwer andere Genretaucher vom gleichen Kaliber ein.

  • Radiohead, Björk und Erdmöbel. Ähm, ja ich finde halt einfach, dass Relevanz ein wichtiger Baustein zum Weltstartum ist. Jackson, Madonna und Bowie haben es geschafft über zwei Dekaden musikalisch relevant zu bleiben, und darüber hinaus zumindest weiter Beachtung zu finden. (Bowie musikalisch, Madonna teils musikalisch / teils boulevardesk, und Jackson, der sich seinen Kinderbelästigungsklagen stellte, oder mit Babys auf Berliner Balkons herumgeturnt ist). Und da würde ich dann eben eher noch so Bands wie Depeche Mode oder U2 einordnen, die beide in den 80ern, 90ern, ein bisschen sogar in den 00ern noch relevant waren. Mag Prince ein toller Musiker gewesen sein (und wenn man Kevin Smith glauben mag, ein durchgeknallter Unsympath), aber als relevanter Star hat er nur in den 80ern so richtig stattgefunden.

  • Ich finde es ganz schön traurig, wenn der Wert eines Musikers an seiner Relevanz gemessen wird. Vor allem, wenn diese Relevanz sich nicht nur auf kommerziellen Erfolg beschränken soll (was an sich schon beschämend genug wäre), sondern auch die... wie hat Solus das formuliert... boulevardeske Beachtung eine wichtige Rolle spielen soll. Sicher, das Werk eines Künstlers und der Künstler selber, sein Auftreten i der Öffentlichkeit sind nicht so ohne weiteres zu trennen (obwohl das in vielen Fällen besser wäre), aber trotzdem finde ich es schlimm, wenn man sich an einen Künstler mehr deshalb erinnert, weil er/sie Skandale in der Öffentlichkeit verursacht hat o.ä.


    Dass erfolgreiche, bekannte Musiker ihre große Zeit haben, in der sie groß im Rampenlicht stehen, und an deren Größe und Erfolg sie später nicht mehr anknüpfen können, das ging nicht nur Prince so, das ist den meisten, wenn nicht so gut wie allen Großen in der Branche so gegangen. Die einen sind mehr, die anderen sind weniger in der Versenkung verschwunden. Das galt für Prince wie auch für Madonna, Michael Jackson, aber auch für Radiohead, Björk und Erdmöbel (von deren Hype man heute auch nichts mehr spürt.)
    Und wie Nikioko dargelegt hat, war Prince keineswegs untätig nach seiner Großen Zeit. Wie viele andere Musiker auch, deren Rampenlicht-Phase vergangen ist, war er weiter stark aktiv in der Branche, auch wenn das nicht mehr die große öffentliche Aufmerksamkeit bekommen hat.


    Aber was mir eigentlich wichtig ist: ein Künstler muss doch nicht permanenten Erfolg aufweisen, damit er/sie nach seinem Tod betrauert werden kann. Wenn der Künstler eine Phase hatte, in der er viele Menschen mit seiner Kunst erreicht hat, oder auch wenn er nur einen Hit hatte, oder auch wenn er nur wenige erreicht hatte, wird er/sie zu recht betrauert. Musik, Filme, Literatur, Kunst im Allgemeinen begleiten uns alle, und auch wenn es wie ein Klischee klingt, Kunst hilft uns oft über die trüben Momente im Leben hinweg.
    Ich rede gar nicht von den klassischen Klischees, in denen der Selbstmörder von einem Song im Radio dazu gebracht wurde, nicht zu springen. Aber jeder kann sich bestimmt an das ein oder andere Lied erinnern, das ihm/ihr etwas bedeutet hat, z.B. weil es einem im Liebeskummer so vorkam "als ob der Song genau von mir spricht" (geht mir, auch wenn einem das albern vorkommt, heute immer noch so), oder z.B. weil der spezielle Song damals, als man mit 16 in der Disco rumgehangen hat, ständig lief und man jedes mal tierisch gut drauf abtanzen konnte. Oder Erinnerungen an diesen einen speziellen Film, den man damals bekifft mit seinen Kumpels gesehen hat und der einem heute noch wie der witzigste Film aller Zeiten vorkommt. Oder dieses eine, ganz besondere Buch, das man mit zwanzig gelesen hat, mit dem einem zum ersten mal nach der Schule Lesen wieder Spaß gemacht hat. Oder die eine LP, die man immer und immer wieder in voller Lautstärke rauf und runter gespielt hat, so lange bis der Rest der Familie mit Mord gedroht hat, wenn man die Stereoanlage nicht bald ausschaltet!
    Jeder hat solche oder ähnliche emotionalen Erinnerungen, und ganz egal, ob man dann später nie wieder die Musik gehört hat oder ob man bis zum heutigen Tag glühender Fan geblieben ist, solche Erinnerungen sind für jeden wertvoll (oder falls das zu pathetisch klingt: einprägsam), und die Künstler, die diese Emotionen mit ihrer Kunst ausgelöst haben, sind es wert, dass man ihren Tod betrauert und nicht einfach abtut, weil sie eben doch nicht ganz so groß und erfolgreich waren.


    Was den Tod von Prince angeht: natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob und wie nahe einem persönlich sein Tod geht. Ich persönlich war nie ein starker, dauerhafter Fan, aber viele seiner Songs in den Achtzigern haben mich damals und bis heute begleitet und einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der stark genug ist, um in mir ein Gefühl von Trauer und Verlust um seinen Tod hervorzurufen (das ich selber nicht erwartet hätte - ich hatte Prince auch schon mehr oder weniger "vergessen" gehabt.)
    Wenn man seine Musik nicht mochte (jeder hat seinen Geschmack) wird man heute natürlich keine große Trauer empfinden, das ist verständlich. Und dass man in dem Fall die große öffentliche Trauerbekundung als übertrieben empfindet, das ist ebenfalls nachzuvollziehen. Aber dass Prince von der Öffentlichkeit als einer der Großen betrauert und gewürdigt wurde, der in seiner Glanzzeit in den Achtzigern und auch danach die Pop-Musik maßgeblich beeinflusst hat (s.o. @Nikiokos Posting), das finde ich auch absolut verständlich.


    Wie gesagt: ein Künstler muss nicht bis zum letzten Moment im Rampenlicht stehen, damit sein Werk als erfolgreich und bemerkenswert gilt und sein Andenken etwas wert ist.

  • Ich finde es ganz schön traurig, wenn der Wert eines Musikers an seiner Relevanz gemessen wird.

    Habe ich nie behauptet. Wie ich anfangs schrieb: "Bei Prince habe ich nie so richtig verstanden, wieso er immer mit anderen Popgrößen in einen Satz genannt wird.". Mir geht es um Begrifflichkeiten wie Megastar, Popstar etc., und dass Prince immer zusammen mit Bowie, Jackson und Co. genannt wird. Seine Leistungen als Musiker sind davon erstmal abgekoppelt. Bei Jackson und gerade bei Madonna ist ja auch eher viel über die Leistung der Produzenten gelaufen. Aber das sind halt trotzdem große Stars.

  • @Solus Gut, dann hab ich das zu sehr verallgemeinert. Tut mir leid.


    Aber ich würde trotzdem behaupten, dass Prince zu seiner Glanzzeit durchaus mehr oder weniger auf derselben Stufe stand wie Madonna, Michael Jackson u.a. Wie gesagt, auch die anderen großen Stars hatten ihre große Zeit, an die sie idR später nicht mehr so ohne weiteres anknüpfen konnten. Bei Prince ist das stärker ausgefallen als bei einigen anderen, aber was bei vielen ja noch für eine verlängere Aufmerksamkeit gesorgt hat, waren ganz oft Begebenheiten, die außerhalb ihrer eigentlichen Kunst lagen, Skandale und Skandälchen, die sie länger noch im öffentlichen Focus gehalten haben.


    Gut, Madonna (um bei den oben genannten Beispielen zu bleiben) hätte es auch ohne ihre boulevardesken (ich mag dieses Wort!) Auftritte in der Öffentlichkeit geschafft, weiterhin als Pop-Star zu gelten, auch wenn sie nach ihrer großen Zeit als Musikerin nicht mehr so aktiv und präsent war. Michael Jacken dagegen wäre ohne seine Skandale, OP's etc. ganz schnell weg vom Fenster der Öffentlichkeit gewesen. (Aber auch das würde nicht seinen Wert als Musiker schmälern.)