9x05 - Das Mädchen, das starb (The Girl Who Died)

  • Es ging hier um einen Besuch vor dem Vulkanausbruch.
    Caecilius würde bei einem Besuch VOR dem Ausbruch den Doctor nicht in dieser Gestalt und im Allgemein noch nicht kennen, er würde vermutlich nur sich selbst sehen und sich wundern. Und vor dem Vulkanausbruch kann auch ein Monat vor Ankunft von Ten und Donna sein. Ich glaube nicht, dass sich der Doctor großartig an eine Reihenfolge seiner Besuche halten muss, so lange er nicht seine eigene Zeitlinie nachhaltig beinflusst.

    Ich bin der schönste Mann in unserer Mietskaserne!

    Laugh Hard, Run Fast, Be Kind

  • Gut. Obwohl ich mich köstlich amüsiert habe, konnte ich mich nicht zu "super" durchringen abzustimmen, weil doch ein paar Auas da waren, von "The Doctor speaks Baby" bis hin zu dem plumpen Darsteller des Möchtegern-Odin. Und die Zylonen wirkten im guten, alten "Kampfstern Galactica" auch böser.
    Aber auf jeden Fall bleiben mir jede Menge herrlicher Momente im Gedächtnis: der Doktor, wenn er die Wikinger umbenennt ("du bist Heidi, und du bist ZZ Top"), der Wikinger, der beim Anblick von Blut in Ohnmacht fällt, der Umgang mit weit überlegener Technologie, wenn die sonic glasses zerbrochen werden, die tolle Gastrolle für Arya Stark, und durchaus auch die tägliche Dosis Philosophie, wenn der Doktor resümiert, dass Sterben auch was Gutes hat, selbst wenn das an "Highlander" erinnern mag.

  • Die Folge fängt verrückt an und teast eine interessante Story an, die ich viel lieber gesehen hätte als das, was wir jetzt gesehen haben. Dabei ist die erste Hälfte der Folge tolle Comedy. Als ich die Folge das erste Mal gesehen habe, fand ich sie recht scheiße, jetzt beim zweiten Mal finde ich sie eindeutig besser. Wobei mir die Lösung immer noch nicht so wirklich gefällt. Die elektrischen Aale kommen in Europa nicht vor und haben definitiv nicht genügend Energie, um das zu machen, wozu sie in der Folge verwendet wurden. Da hilft es auch nicht, dass es einen Satz vom Doctor gibt, dass das silberne Zeug aus Claras Raumanzug dazu verwendet werden kann, die elektrische Ladung zu verstärken. Vor allem war dieser eine Satz überlagert von anderen Geräuschen, was dazu geführt hat, dass ich ihn beim ersten Mal schauen komplett überhört habe. Wenn man sich schon so eine Entschuldigung dafür, dass das Unmögliche auf einmal möglich ist, in sein Skript reinschreibt, vielleicht sollte man es dann auch so präsentieren, dass es nicht so einfach überhörbar ist. Gilt im Übrigen auch für das Ende, bei dem ich damals auch nicht mitbekommen habe, dass die Wikinger den Doctor und Clara zurückgebracht haben und sie eben nicht die ganze Strecke zu Fuß zurücklegen mussten.


    Also der Humor war gut, der Plan des Doctors war an sich ziemlich gut, die Kriegeraliens sich so blamieren zu lassen, dass sie aus Scham nie wieder kommen werden. Es gab auch davor ein paar Szenen, wie die, in der der Doctor mal wieder das Baby versteht, die nicht so ganz gepasst haben. Die war sowas von pathetisch und übertrieben. Dagegen steht die Szene auf dem Raumschiff der Maia, in der Clara mit dem falschen Odin redet. Ich habe neulich ja auch das Finale von Staffel 2 wieder gesehen und auch hier kommentiert. Da wird von Jackie behauptet, dass Rose immer mehr wie der Doctor werde. Das habe ich so nicht abgekauft, aber ich habe da auch gesagt, dass dies eben ein ähnliches Schicksal ist, wie das, was Clara in Staffel 9 ereilt. Allerdings war das in dieser Staffel wesentlich besser vorbreitet, was man an Szenen wie dieser sieht. Bereits in Staffel 8 war abzusehen, wie Clara immer mehr wie der Doctor wird und daher wirkt es wesentlich natürlicher, dass ihr dies am Ende zum Verhängnis wird. Clara is auch wesentlich besser als Doctor-Kopie als Rose es je wahr.


    Nun zu dem, was mich an der Folge damals wie heute so richtig gestört hat: Die Rückkehr des Time Lord Victorious. Der Doctor meint, dass er alles tun könne und beschwert sich darüber, dass es Regeln gibt, die es ihm verbieten auch alles zu tun. Die Folge nimmt dann auch auch direkt Bezug auf The Fires of Pompeii, macht dann aber etwas ganz anders als es diese Folge und alle anderen Folgen bis zu The Waters of Mars getan haben und präsentiert die Entscheidung des Doctors, die Regeln zu ignorieren, als etwas Negatives. Und was diese Folge über The Waters of Mars im Sinne der Charakterentwicklung des Doctors stellt ist, dass der Doctor eben weiß, dass er es nicht hätte machen soll und eben nicht in vollkommender Arroganz und Selbstherrlichkeit versucht sich zu rechtfertigen. Von dem Moment an, indem er Ashildir gerettet hat, ist er voller Selbstzweifel und will den direkten Konsequenzen seines Handelns ausweichen. Das macht den zwölften Doctor wesentlich sympathischer in seiner Hybris als den zehnten Doctor. Es hilft auch, dass dieser Time Lord Victorious Moment unterschiedlichen Zielen dient.


    Der zehnte Doctor war arrogant. Bereits in seiner ersten regulären Folge stellt er sich als die absolute und letzte moralische Instanz dar, was seltenst hinterfragt wird und damit schlussendlich dazu führt, dass er sich als Time Lord Victorious bezeichnet. Der Moment war im Endeffekt nichts weiter als ein Moment der Selbsterkenntnis, in der dieser Doctor sich darüber klar wurde, was für ein Mann er eigentlich ist. Der zwölfte Doctor hingegen ist ein Mann voller Selbstzweifel, der selbst nachdem er aufgehört hat, sich aktiv zu hinterfragen, ob er ein guter Mann sei oder nicht, immer noch mit sich selbst teilweise hadert. Sein Time Lord Victorious Moment ist einer, der dazu dient ihn daran zu erinnern, dass er der Doctor ist und er immer schon Regeln gebrochen hat, um Menschen zu helfen. Beide Male macht der Moment vom Blickwinkel der Charakterentwicklung Sinn, aber beim zwölften Doctor funktioniert er für mich besser, weil es interessanter ist, ihm dabei zu zusehen, wie er versucht seine moralischen Vorstellungen mit seinen Pflichten als Time Lord in Einklang zu bringen als dem zehnten dabei zu zusehen, wie er immer arroganter wird.


    Eine positive Sache hat die Ashildir-Sache in dieser Folge auch noch und das ist der wunderschöne Spruch des Doctors, "Immortality isn't living forever, that's not what it feels like. Immortality is everybody else dying." Woraufhin ja bereits ein Hinweis darauf zu sehen ist, wie der Doctor reagieren wird, wenn Clara stirbt. Er wird es nicht ertragen können, sie zu verlieren. Es gibt Leute, die kritisieren Moffat dafür, dass er seine Figuren nie wirklich entwickelt habe, aber ich denke, sie übersehen gerne solche Momente, weil sie nicht so direkt in your Face sind wie es viele Charakter-Momente unter RTD gerne waren.


    FAZIT: Vor fast neun Jahren habe ich nur einen Punkt vergeben, dieses Mal bin ich wesentlich gnädiger. Es ist keine herausragende Folge, ich würde sie auch nicht als gut bezeichnen, von daher gibt es ein "Durchschnittlich" und 5/10 Punkte.

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    Einmal editiert, zuletzt von Mario ()