1x04 - Eye of the Gorgon (Part 2)

  • Ich werde mir einfach mal erlauben, an dieser Stelle nicht nur über den 2.Teil, sondern über die gesamte zweite Episode zu schreiben. Wer also bis jetzt nur den zweiten Teil gesehen hat und sich für Teil 1 nicht spoilern lassen möchte, liest besser nicht weiter !


    Also, wie fand ich "Eye of the Gorgon"...mittel-gut würde ich sagen. Das Szenario mit Medusas Schwester in der Neuzeit samt gehirngewaschenen Nonnen kann man durchaus als unverbraucht bezeichnen, und auch das Altenheim samt verwirrter Oma gefiel mir sehr gut. Da hat der eine oder andere junge Zuschauer bestimmt Lust bekommen, selbst mal wieder seine Großmutter zu besuchen und ihren verrückten Geschichten zu lauschen. Vielleicht sind ja diese sogenannten "Weltkriege", von denen sie immer erzählt, gar nicht von ihr erfunden...


    Aber zurück zum Thema, und da komme ich auf die Handlung zu sprechen. Die hatte ja so ihre Höhen und Tiefen. Sehr ärgerlich auf jeden Fall, daß Luke immer weiter zum Vollidioten reduziert wird. Er bekommt einen seltsamen Anhänger geschenkt, sagt aber niemanden etwas, spielt dafür dann vollkommen offentsichtlich damit herum, macht bösenartigen Nonnen die Tür auf und steigt bei denen sogar noch nahezu freiwillig ins Auto ein, um in den letzter Sekunde zu merken, daß das vielleicht doch keine gute Idee war, um dann doof aus der Heckscheibe zu gucken. Die Botschaft des Autors an die Zuschauer könnte in dem Zusammenhang durchaus sein, daß sie nicht mit fremden Personen reden sollen, auch wenn sie vertrauenswürdig erscheinen, nur wurde das völlig falsch umgesetzt, denn der Zuschauer selbst wußte ja schon, daß die Nonnen Böses im Schilde führen und so, wie sie sich verhalten, hätte das für Luke genauso klar sein müssen. War es aber nicht, denn anstatt die Figur "Luke" als jemand dargestellt wird, der unsere Welt nicht versteht, weil er sie nicht kennt, wirkt er immermehr so, als wäre er einfach nur zu dumm, um sie zu verstehen.


    Daneben gab es für mich in dieser Episode noch kleinere Ärgernisse. Zum Einen wäre da die Szene, in der Luke seinem sehr viel schlaueren Freund erklärt, daß es in großen, alten Gebäuden Geheimgänge gibt. Vollkommen überflüssig, denn das weiß jedes Kind. Da muß man nicht so tun, als wären die Sarah Jane Adventures die erste Serie, die Geheimgänge zum ersten Mal auf der Welt themasiert.


    Ebenfalls ärgerlich die Idee mit dem Spiegel, den Maria von Crazygranny bekommt. Da dachte ich erst, es käme nun so etwas wie die Medusaszene in "Kampf der Titanen". Todesmutig begibt sich Maria in einen Raum, in dem die unverhüllte Gorgonin sitzt und kann sich nur ihren Weg zum Anhänger bahnen, indem sie immer in den Spiegel schaut. Aber Pustekuchen, im albernen Finale kommt sie einfach zur Tür reingesprungen und hält den Spiegel vor das faltige Gesicht ihrer Nachbarin, um so die Welt zu retten. Es ist zwar toll, daß sie vom Altenheim den Weg zum Kloster, dann hinein und auch noch zum richtigen Raum gefunden hat, um dort sogar noch mit diesem billigen Spiegel genau das Richtige zu tun, Aber eigentlich wirkt das doch alles eher so, als hätte der Autor schnell ein Ende erfinden müssen, weil am nächsten Tag des Drehbuch fertig sein mußte. Und das ist dann nicht toll. Zumal an dieser Stelle auch noch die bescheuerte Pointe der Episode erwähnt werden muß - die Großmutter bekommt den Anhänger und hört daraufhin ihren verstorbenen Mann. So ein Unfug ! Da wäre es netter gewesen, einfach Maria als letzten Satz verkünden zu lassen "Hey, Sarah Jane, ich finde wir sollten die alte Frau ab und zu mal besuchen...". (ich persönlich wäre im übrigen aber auch zufrieden gewesen, wenn die alte Frau nach dem Umhängen des Medallions zu Stein geworden wäre, und zwar für immer...)


    Letzter Kritikpunkt wäre dann noch die Medusenlady selbst. Anstatt computeranimierter Schlangenhaare gab es nur eine billige Runzelhautmaske - öde !


    Ja, sehr viel mehr gibt es dann auch nicht zu sagen. Trotz der ganzen Kritikpunkte war es ja durchaus recht unterhaltsam. Aber ein bißchen mehr hätte schon drin sein können. Also mehr Gutes, und ein bißchen weniger Schlechtes. So ist die Episode für mich eben gutes Mittelmaß.

  • Ein Blick in die englische Wikipedia (en.wikipedia.org) macht da schon schlauer: Nur Medusa hatte Schlangenhaar! Und Meduse wurde ja bekanntlich schon in der Antike von Perseus umgebracht. Auch Perseus bediente sich hierbei eines Spiegels, allerdings nur zur Verteidigung, er konnte Medusa (die historisch als
    die einzig sterbliche Gorgone gilt) im Spiegel sehen, ermorden musste er sie ganz klassisch mit dem Schwert durch Enthaupten.
    Das passte allerdings nicht wirklich in eine Kinderserie! Wir sollten nicht vergessen, dass die Serie die Altergruppe 6 - 14 ansprechen soll!

  • Habe ich ja auch nicht verlangt, sondern eben nur so eine Szene, in der der Spiegel so benutzt wird, wie Perseus es getan hat. Und wenn man aus den Gorgonen schon Außerirdische macht, ist es dann auch nicht mehr wichtig, ob nun nur Medusa Reptilien auf dem Kopf trägt, oder die gesamte Spezies es tut.

  • So, nun hab ich's auch gesehen. Arbeite gerade die Guides nach, weil ich die bis VotD fertig haben will.
    Wie fand ich die Folgen. Die zweite Teil einen Tick besser, als die erste Episode, weil, seien wir mal ehrlich in der ersten nicht wirlkich was passiert ist.
    Aber generel. Die Idee fand ich auch, so wie schon von anderen gesagt, schon gut, nur an der Umsetzung hat es dann gefehlt.
    Mich stöhrt etwas, das immer das selbe Element benutzt wird. Nicht erst hier sondern auch schon früher. Man wird gefangen, befreit sich (auf teils lecherliche Art), läuft ein wenig weg, wird dann wieder gefangen usw... Da hätte man einen dieser Kreise weglassen können um dadurch den Schluss etwas besser zu machen. Die Perseus Art hätte wirklich auf der Hand gelegen, schade das sie es nicht gemacht haben.
    Ich frag mich, was passiert wäre, wenn man da eine verspiegelte Sonnenbrille getragen hätte. Es hätte wohl genügt, wenn die mehr als 50% reflektiert, um sicher zu sein.
    Generel konnte ich die ach so Große gefahr, die hier von dem Gorgonen Angriff ausgehen sollte, nicht nachvollziehen. In der heutigen Zeit führt man Kriege aus der Entfernung mit Racketen und Granaten, da hätten die Vicher schnell blöd aus der Wäsche gekuckt. Besonders da deren versteinernder Blick sehr langsam ist. Luke hat da ja locker von weglaufen können.

  • Ah natürlich, die Damen waren besessen. :20: Die Folge hatte ein paar wirklich rührende Momente, wie z.B. mit der alten Lady am Ende oder der versteinerte Dad, dem eine Träne über die Wange kullert. Maria's Mom find' ich allerdings immer abstossender. Wenn ich schon sehe, wie sie mit diesen ekelhaften, pinken Schuhen über die Strasse tippelt, könnte ich ... :cursing:

  • Ich weiss jetzt nicht mehr ob das in Teil 1 oder 2 war, aber das man besagten Film "The Gorgon (Die brennenden Augen von Schloss Bartimore" (1964) mit Christopher Lee, Peter Cushing und Barbara Shelley erwähnt hat war ein genialer Schachzug und fand ich klasse. Zudem spielt in diesem Film Patrick Troughton (Doc Nummer 2 mit).


    Der Film kam mir als erstes in den Sinn, als ich den Titel gelesen habe. "The Gorgon" ist zudem einer der Hammer-Filme, die bis heute heissbegehrt von Fans weltweit auf eine DVD-Veröffentlichung warten.


    Ich denke daher dürfte mehr als offensichtlich sein, woher die Grundidee für diese Story stammte.


    :) quater

  • Obwohl im Trailer der letzten Episode zu viel zu sehen war, hat mir diese Folge im Gegensatz zum ersten Teil wesentlich besser gefallen. Hier stimmte dann wirklich wieder alles. Handlung, Hintergründe, Charakterinteraktion, Auflösung, Geschwindigkeit.
    Die Lösung mit dem Spiegel war vorherzusehen, schön aber dass Bea dies mit der Frage, was man denn heutzutage in der Schule noch lerne, kommentierte.


    Glaubhaft war, dass Ihre Alzheimer Erkrankung nicht mit dem Talisman geheilt werden konnte.
    Das wäre ein zu kitschiges Ende gewesen, mit dem faden Beigeschmack, dass alle anderen Kranken nicht davon profitieren könnten.


    Zitat

    Ich weiss jetzt nicht mehr ob das in Teil 1 oder 2 war, aber das man besagten Film "The Gorgon (Die brennenden Augen von Schloss Bartimore" (1964) mit Christopher Lee, Peter Cushing und Barbara Shelley erwähnt hat war ein genialer Schachzug und fand ich klasse. Zudem spielt in diesem Film Patrick Troughton (Doc Nummer 2 mit).


    Und die regieführende Dame von Eye of the Gorgon hat den gleichen Nachnamen wie der zweite Doctor, ist aber nicht mit ihm verwandt. :)

    "We eat Gods for breakfast!" - Egon Spengler - Ghostbusters, the Video-Game


    "People shouldn't be afraid of their government. Governments should be afraid of their people."
    — Alan Moore (V for Vendetta)


  • Logische Handlungen, bis zu dem Punkt, an dem ein Glockenläuten ausreicht, um sämtliche Nonnen aus dem überhaupt nicht entscheidenden Raum mit dem Portal zu locken.
    Auch interessant, dass Weglaufen nun schon ausreicht, um dem versteinert Werden zu entgehen.


    Den Schluss wiederum fand ich sehr schön. Wie sowohl Zuschauer wie auch Hauptcharakteren erst der Eindruck entsteht, man könne die alte Frau vom Alzheimer befreien. Pustekuchen! Es geht dann eben doch nicht so einfach.


    Insgesamt eine sehr nette Folge. Auch wenn ich mir von den Drehbuchautoren mehr um die Ecke denken wünsche, mehr interessante Lösungen und nicht immer nur das gerade und einfache.

  • Der zweite Teil hält das Niveau des ersten, es gibt einige recht amüsante Szenen, einige besinnliche Momente, ein wenig Action(-light) ...


    Die finale Auseinandersetzung war für mich jetzt weder besonders dramatisch noch ganz logisch. Und dass die Rettung natürlich im letzen Moment erfolgte und die Nonnen natürlich unter Hypnose standen :whistling:


    Highlight des Zweiteilers war für mich Bea, die so mach treffenden Spruch auf den Lippen hatte (besonders "treffend" ihre Aussagen über die Sontarans :D) . Und mir gefiel auch, dass sie am Ende glücklich war, aber nicht vom Alzheimer geheilt


    Eines habe ich aber nicht verstanden, nämlich wieso der Talismann all das konnte, was er konnte.


    (Oh, und zwei Sachen nerven mich generell: Zum einen Marias Mutter, die eine schreckliche Person ist und zum anderen die "Fanfare" die jedesmal ertönt, wenn Mr. Smith erscheint)

  • Mit dem Talisman als Lösung haben es sich die Drehbuchautoren nunmal recht einfach gemacht. Er kann nicht nur das Dimensionstor öffnen, sondern auch noch die genetische Form zurückverändern - was das eine mit dem anderen zu tun hat, erschließt sich auch mir nicht, immerhin können unsere Autoschlüssel auch nicht vor Schnupfen schützen.
    Ich meine, mich erinnern zu können, dass Sarah Jane einen Kommentar abgegeben hat, wieso das Amulett das kann, aber wirklich zufrieden gestellt hat mich diese auch nicht.
    Ich schätze also, das war einfach ein - hm, hab keine Lust, mir noch was auszudenken, nehme ich das, was schon da ist - vom Drehbuchautor.

  • Die beste SJA Folge bis jetzt! Bea war toll und das mysteriöse und abenteuerliche Feeling war von Anfang dabei. Allerdings gabs (vorallem
    für eine 50 Minuten Geschichte) ziemlich viel Ausbrechen- und wieder einbuchten, was einfach nur unnötig war. Außerdem war der Gorgon jetzt ja nicht soo eine große Gefahr. Hätte man es dabei belassen, dass man zu Stein wird, wenn man ihn anschaut, wäre das mit dem Spiegel eine völlig legitime Lösung gewesen, so wie es allerdings hier gemacht wurde, wirkt es einfach nur komisch, dass der Spiegel diese blauen Strahlen zurückschickt. Maria's Mutter hat wieder genervt, aber trotzdem eine echt tolle Folge.


    7.5/10

    "Der moderne Hexenmeister transferiert Raum und Zeit in seiner verrückten Telefonzelle"

    Einmal editiert, zuletzt von Mythril ()

  • Ich fand's auf der SJA-Skala super. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass der/die Doctor zur Zeit so mies ist. Und ich mich langweile weil ich fußlahm zu hause sitze. Marias Mutter finde ich als Figur schon okay, also natürlich ist sie furchtbar, aber es gibt wahnsinnig viele Leute, die tatsächlich so sind, zieht man die fernsehmäßige Überzeichnung mal ab. Die holt einen immer schön wieder auf den Teppich, wichtig für die Kinder, die ja wohl die eigentliche Zielgruppe sind.

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)

  • Das wäre übertrieben, aber ich alterniere mit der John-Nettles-Box von Inspector Barnaby (81 Folgen).

    da bin ich bei der Neil Dudgeon Box, finde den Cousin besser, außerdem ist da Annette Badland dabei, wobei da der Bogen zu den in Sarah Jane so prominent vertretenen Slitheen wieder geschlagen wäre

  • außerdem ist da Annette Badland dabei, wobei da der Bogen zu den in Sarah Jane so prominent vertretenen Slitheen wieder geschlagen wäre

    Der Darsteller von Dr. Bullard, Barry Jackson, hat in einer old who Folge mitgespielt.

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)

  • Der Darsteller von Dr. Bullard, Barry Jackson, hat in einer old who Folge mitgespielt.

    Richtig. Er hat in The Romans mitgespielt und hatte dort eine sehr witzige Kampfszene mit dem Doctor.