Star Trek: Picard

  • hab jetzt grad ein erstes mal eine folge gehört , die (zweistündige) besprechung der auftakt-doppelfolge . ich bin ein bisschen erschüttert , wie sehr die zwei das niedermachen . ja , die serie hat bessere zeiten gesehen , aber man kann es auch übertreiben . das wollen fans sein ?


    (sorry für offtopic)

    Gerade Fans gehen mit solchen Fehlern härter ins Gericht, weil sie wissen, dass es besser sein kann. Dank Chibnall muss man sich ja shcon fast schämen, wenn man sich als Fan outet. Man ist einfach deutlich Besseres gewohnt.

  • na die , die eine flasche wein zu schätzen scheint . die (namenlose) ganz am schluss .

    Ich denke, wir werden sie kennenlernen.


    Wie vermutet. Neue Folge fängt an mit einer Rückblende 14 Jahre, wo Picard gerade seinen Rücktritt eingereicht hat, und die Dame wartet auf ihn. Die haben beide zusammen die Evakuierung der Romulaner koordiniert, bis das Sternenflottenkommando die Sache abgeblasen hat. Das Verhältnis zwischen den beiden wird also geklärt.

  • Naaa, wenn Frau Wissenschaftlerin mal nicht eine Doppelagentin ist und der Angriff auf Picard nur inszeniert war, damit sie des Captains Vertrauen erlangt. Schon wie die Schauspielerin aussieht, dieser komische Augenabstand, die kann nur eine Böse sein. Also Mittelböse, denn wahrscheinlich bekommen wir in Folge 7 noch erklärt, dass Frau Oh gedroht hoht, ihre Schwester deren Tochter dessen Tante umzubringen, wenn sie Picard nicht ausspioniert. Dann hält Picard eine Rede, dass wir alle unseres Schusters Schmied sind, Frau Spionin legt reumütig den Phaser beiseite, und in der nächsten Szene verkündet Raffi, sie hat ihre Kontakt auf der Erde spielen lassen und die Schwester ist in Sicherheit. - so, ich denke das reicht, um mich in einem Monat dann selbst quoten zu können.


    Aber...ich fand die Folge ansonsten wieder gut. Die Story schreitet weiterhin erfreulich voran, ohne sich ständig in WTF- oder "Kennst Du noch"-Momenten zu verrennen. Selbst das Wiederauftauchen von "Hugh" war ja so unaufgeregt, dass ich erst im Nachgang gemerkt habe, dass das Hugh ist. Ansonsten war es nun aber auch wirklich Zeit, den Captain wieder in den Weltraum zu bekommen. Die nächste Folge wird sich bestimmt auch wie ein >Jetzt beginnt das 2.Kapitel< anfühlen, und daraufhin bin ich auf jeden Fall weiterhin sehr gespannt.

  • Ich habe übrigens an anderer Stelle erfahren, dass Frau Raffi Picards Erster Offizier war, nachdem Riker sein eigenes Kommando über die U.S.S. Titan bekommen hat und Data getötet wurde. Kann man übrigens nur wissen, wenn man den Comic gelesen hat, was ich nicht habe und die meisten anderen wohl auch nicht. Aber wir erfahren immerhin, warum Raffi sauer ist: nach den Ereignissen auf dem Mars reicht Picard seinen Rücktritt ein, sie wird gefeuert und fällt in ein tiefes Loch und er erkundigt sich nicht mal nach ihr. AUßerdem wirft sie ihm vor, zu naiv und blauäugig zu sein, was die Sternenflotte angeht. Jahrelang hielt er sie für paranoid, als sie vor einer Unterwanderung der Sternenflotte redete und auf einmal bestätigt er sie. Wer hätte solche Seiten von JL gedacht?

    Insgesamt hat es mir gut gefallen, die kleine Actionszene war nicht nötig, aber auch nicht übertrieben, immerhin hat sie auf die Gefahr hingewiesen, die da droht. Und die Loyalität von Laris und Zhaban wurden bestätigt: "Wir gehören nicht mehr zu denen". Und dann der Pilot vom Schlage Mal Reynolds/Han Solo, der ein sehr interessanter Charakter werden könnte. Besonders gut war das Ende, als Picard mit seinem zweitikonischten Satz nach "Tea, Earl Gray, hot" den endgültigen Startschuss für die Serie gegeben hat. Fehlt vom Hauptcast nur noch der Martial Arts-Romulaner Elnor. Finde aber gut, dass die Charaktere nach und nach ins Geschehen geholt werden und nicht schon in der Pilotfolge.

    Naaa, wenn Frau Wissenschaftlerin mal nicht eine Doppelagentin ist und der Angriff auf Picard nur inszeniert war, damit sie des Captains Vertrauen erlangt. Schon wie die Schauspielerin aussieht, dieser komische Augenabstand, die kann nur eine Böse sein. Also Mittelböse, denn wahrscheinlich bekommen wir in Folge 7 noch erklärt, dass Frau Oh gedroht hoht, ihre Schwester deren Tochter dessen Tante umzubringen, wenn sie Picard nicht ausspioniert. Dann hält Picard eine Rede, dass wir alle unseres Schusters Schmied sind, Frau Spionin legt reumütig den Phaser beiseite, und in der nächsten Szene verkündet Raffi, sie hat ihre Kontakt auf der Erde spielen lassen und die Schwester ist in Sicherheit. - so, ich denke das reicht, um mich in einem Monat dann selbst quoten zu können.


    Aber...ich fand die Folge ansonsten wieder gut. Die Story schreitet weiterhin erfreulich voran, ohne sich ständig in WTF- oder "Kennst Du noch"-Momenten zu verrennen. Selbst das Wiederauftauchen von "Hugh" war ja so unaufgeregt, dass ich erst im Nachgang gemerkt habe, dass das Hugh ist. Ansonsten war es nun aber auch wirklich Zeit, den Captain wieder in den Weltraum zu bekommen. Die nächste Folge wird sich bestimmt auch wie ein >Jetzt beginnt das 2.Kapitel< anfühlen, und daraufhin bin ich auf jeden Fall weiterhin sehr gespannt.

    Hmm, ich denke eher nicht. Frau Wissenschaftlerin ist eine der Hauptrollen der Serie. Eine Verräterin a la Seska wird normalerweise mit einer wiederkehrenden Nebenrolle besetzt. Außerdem sind ja auch schon Narak und seine Schwester Narissa auf die Sache angesetzt, mal sehen, was sich da ergibt. Picard wird garantiert an einigen Stellen vom Tal Shiar kräftig in die Suppe gespuckt. Raffis eigenen Motive sind auch noch nicht ganz klar, ich denke aber mal, dass sie zwar die Unbeteiligte spielt, aber innerlich voll dabei ist. Immerhin geht es um die romulanische Unterwanderung, von der sie schon vor Jahren gewusst hat und die ihr damaliger Captain als Spinnerei abgetan hat. Jetzt kann sie die Sache mal in die Hand nehmen.

    Was die Szene auf der Erde angeht, so weiß ich nicht, ob das die Raffi war oder eine Täuschung von Oh, die ja weiß, dass Picard Raffi kontaktiert hat. Müsste mir die Szene noch mal genau ansehen, aber irgendwas daran war merkwürdig.

  • bisher ist das alles ein bisschen gar viel soap opera und sehr wenig drama . wenn es so weitergeht hat er bis ende season 1 gerade mal seine crew zusammen , die grösstenteils aus milchgesichtern (plus seven , maybe) besteht . statt vorfreude auf die restlichen episoden entsteht in mir langsam lust , wieder mal ein paar alte tng-folgen zu schaun (also ein paar von den guten) .

  • Eigentlich finde ich das Erzähltempo bei den ganzen actionüberladenen Sachen von heute voll in Ordnung. Schau dir mal klassische Doctor-Who-Folgen an, da geht es auch eher gemächlich zu. Ich habe gestern erst wie in The Sea Devils reingeschaut - was passiert denn in der ersten Folge, außer dass der Doctor den Master besucht und man erfährt, dass dieser wieder was ausheckt?

    Ist die vierte FOlge von Picard schon raus? Ich dachte, die kommt heute nacht.

  • das tempo ist okay , aber es fehlt mir massiv an intensität und raffinesse und ist kein bisschen aussergewöhnlich . ist alles sehr , sehr durchschnittlich , und da haben wir doch alle mehr erwartet , oder ? ja , in den 70ern wär das okay gewesen , aber heute ? da hängt die messlatte höher .

  • Ohne jetzt groß über deine Messlatte zu spekulieren ... Ich finde die Serie bisher hervorragend, das Erzähltempo ist genau richtig. Die Hauptcharaktere stimmen, mit kleinen Abstrichen bei dem Raumschiffkapitän, der ist mir ein bisschen zu klischeemäßig, aber vielleicht entwickelt der sich noch. Raffi bräuchte vielleicht noch einen Strohhut;)

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)

  • Vielleicht haben sich aber auch einfach die Sehgewohnheiten verändert. Oder besser: die Aufmerksamkeitsspanne verkürzt. Man sieht es ja an fast allen Serien, dass da schneller erzählt wird als noch vor 20,30 Jahren. Ich hatte "damals" mal bei einer Tom-Baker-Folge geschrieben, dass die übertriiiieben langsam erzählt wird... und ich das toll fand, weil man sich da eben die Zeit genommen hat, die Story sauber zu entwickeln.

    Mir gefällt es besser, wenn ich Stück für Stück erfahre, wer sich warum wie verhält, als dass ich eine Folge 2x gucken muss, um alles mitzukriegen. Man stelle sich mal vor, Kurtzman und Co. hätten die Vorstellung von Jurati, Rios, Elnor und Dahj/Soji alle in die erste Folge gequetscht <X


    Anderes Thema: Geht euch das auch so auf den Sack, dass sowohl bei DW, als auch bei Star Wars und jetzt Trek sich ein Haufen Vollpfosten melden und sich beschweren, die SJWs hätten ihre Kindheit zerstört?

    Wäre ja auch gar nicht so schlimm, wenn es wenigstens wahr wäre. Aber bei Picard regen sich die Leute doch tatsächlich darüber auf, dass die Föderation nicht perfekt ist und dadurch Roddenberrys Vision mit Füßen getreten würde. Ist ja nicht so als gäbe es dutzendweise Beispiele im "alten" Star Trek, wo die Föderation bzw. die Sternenflotte diesem Ideal schon nicht entsprochen hat...

    I have a new destination. My journey's the same as yours, the same as anyone's.
    It's taken me so many years, so many lifetimes but at last I know where I'm going... Where I've always been going:
    Home... The long way 'round


    1stdoc 2nddoc 3rddoc 4thdoc 5thdoc 6thdoc 7thdoc 8thdoc Wardoc 9thdoc 10thdoc 11thdoc 2_1Doc

  • Geht euch das auch so auf den Sack, dass sowohl bei DW, als auch bei Star Wars und jetzt Trek sich ein Haufen Vollpfosten melden und sich beschweren, die SJWs hätten ihre Kindheit zerstört?

    Ja.

    Wäre ja auch gar nicht so schlimm, wenn es wenigstens wahr wäre. Aber bei Picard regen sich die Leute doch tatsächlich darüber auf, dass die Föderation nicht perfekt ist und dadurch Roddenberrys Vision mit Füßen getreten würde. Ist ja nicht so als gäbe es dutzendweise Beispiele im "alten" Star Trek, wo die Föderation bzw. die Sternenflotte diesem Ideal schon nicht entsprochen hat...

    Ich habe die Serie noch nicht selbst geschaut - warte bis die Staffel durch ist, um es dann mal an einem langen Wochenende durchzugucken (so viel zu veränderten Sehgewohnheiten ;)) - aber ich finde das auch nicht gut. Das liegt bei mir gerade daran, dass ich Star Trek als Utopie sehen - und zwar nicht als eine rein technokratische, in der durch technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt alleine eine humanistische Gesellschaft entstanden ist. Der hat ja zunächst einmal zu den Eugenischen Kriegen und den dritten Weltkrieg geführt, und dann wären da noch die Borg, die eindeutig eine Warnung darstellen, sich einfach nur auf den technischen Fortschritt zu verlassen. Selbst in der Originalserie gab es Episoden wie The Ultimate Computer, die vor den Gefahren des blinden Technikeifers gewarnt haben.

    Diese Utopie jetzt zu entfernen, um eine Geschichte zu erzählen, die einzig und allein dazu dienen soll, ein politisches Statement abzugeben, finde ich erst einmal auch nicht gut. Genauso wenig wie ich das Casting eines weiblichen Doctors aus reinen politischen PR-Gründen abgelehnt habe und bis heute ablehne. Und Whittaker hat sich ja durchaus als die falsche Wahl herausgestellt, zumindest hat sie es in ihrer ersten Staffel nicht geschaft, mich wirklich davon zu überzeugen, dass sie der Doctor ist. Die Umsetzung ist also gescheitert. Bei Picard scheint diese ja durchaus gelungen zu sein, zumindest laut dem, was ich darüber bisher gehört habe. Und bei DS9 hat es ja auch funktioniert.

    Und über diese Idioten, die sich darüber aufregen, dass die Macher nun Picard (und Star Trek an sich) dafür verwenden würden, um ihre Politik durchzudrücken - als ob Star Trek noch nie dazu benutzt wurde, um ein politisches Statement abzugeben - habe ich mich bereits auf vorherigen Seiten hier im Thread ausgelassen.

  • Ohne jetzt groß über deine Messlatte zu spekulieren ... Ich finde die Serie bisher hervorragend, das Erzähltempo ist genau richtig. Die Hauptcharaktere stimmen, mit kleinen Abstrichen bei dem Raumschiffkapitän, der ist mir ein bisschen zu klischeemäßig, aber vielleicht entwickelt der sich noch. Raffi bräuchte vielleicht noch einen Strohhut;)

    ja , es stimmt alles soweit , es ist einfach ein bisschen ... gewöhnlich , mittlerweile . in den letzten 20 jahren hatten wir ganz aussergewöhnliche serien , es fing an mit lost und erreichte mit den leftovers einen absoluten höhepunkt . da wirkt picard halt etwas zurückgeblieben , und zwar im negatives sinn . dasselbe problem hatten die neuen folgen der x-files . ist etwa so , wie wenn ein skifahrer aus den 90ern durch die zeit reisen würde und mit der technik von damals gegen einen topathleten von heute antreten müsste , oder ein tennisspieler .


    Vielleicht haben sich aber auch einfach die Sehgewohnheiten verändert. Oder besser: die Aufmerksamkeitsspanne verkürzt. Man sieht es ja an fast allen Serien, dass da schneller erzählt wird als noch vor 20,30 Jahren.

    ich schau momentan auch noch "mindhunter" . das wird total langsam erzählt , hat aber grossartige , dichte drehbücher , charismatische schauspieler statt nur schöne , überragende kameraarbeit und regie . jede einzelne szene ist spannend , sogar wenn nur zwei leute an einer bar sitzen und was trinken . von sowas ist picard meilenweit entfernt . dabei mag ich si-fi eigentlich lieber als crime ...

    --
    -- dubbing is evil --
    --

    2 Mal editiert, zuletzt von dr.olds () aus folgendem Grund: Ein Beitrag von dr.olds mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • das tempo ist okay , aber es fehlt mir massiv an intensität und raffinesse und ist kein bisschen aussergewöhnlich . ist alles sehr , sehr durchschnittlich , und da haben wir doch alle mehr erwartet , oder ? ja , in den 70ern wär das okay gewesen , aber heute ? da hängt die messlatte höher .

    Wieso sollte heute "die Messlatte höher" hängen als damals? Und was erwartet man denn "mehr"? Ich finde die Messlatte absolut in Ordnung.


    Ohne jetzt groß über deine Messlatte zu spekulieren ... Ich finde die Serie bisher hervorragend, das Erzähltempo ist genau richtig. Die Hauptcharaktere stimmen, mit kleinen Abstrichen bei dem Raumschiffkapitän, der ist mir ein bisschen zu klischeemäßig, aber vielleicht entwickelt der sich noch. Raffi bräuchte vielleicht noch einen Strohhut;)

    Die einen nennen es klischeemäßig, die anderen nennen es markant. Fakt ist dass Rios in der kurzen Sendezeit, die es bisher hatte, am wenigsten blass wirkte. Ein Typ, der sich mit lauter holographischen Notfallprogrammen nach seinem eigenen Vorbild (naja, bis auf den "Protokolldroiden") umgibt und mit dieser kompletten Mannschaft auf Spanisch redet - wieviel mehr Desperado soll denn da noch drin sein?


    Vielleicht haben sich aber auch einfach die Sehgewohnheiten verändert. Oder besser: die Aufmerksamkeitsspanne verkürzt. Man sieht es ja an fast allen Serien, dass da schneller erzählt wird als noch vor 20,30 Jahren. Ich hatte "damals" mal bei einer Tom-Baker-Folge geschrieben, dass die übertriiiieben langsam erzählt wird... und ich das toll fand, weil man sich da eben die Zeit genommen hat, die Story sauber zu entwickeln.

    Mir gefällt es besser, wenn ich Stück für Stück erfahre, wer sich warum wie verhält, als dass ich eine Folge 2x gucken muss, um alles mitzukriegen. Man stelle sich mal vor, Kurtzman und Co. hätten die Vorstellung von Jurati, Rios, Elnor und Dahj/Soji alle in die erste Folge gequetscht <X

    Ja, die Sehgewohnheiten. Früher hatten wir drei Programme und haben gesehen was kam. Oder die Glotze blieb aus und wir haben ein Buch gelesen. Heutzutage sind wir viel zu abgelenkt: alle 5 Minuten wird aufs Telefon geschaut. Bei Online-Artikeln von Zeitungen wird ja mittlerweile die Lesezeit angegeben, weil bei vielen Menschen die Aufmerksamkeitsspanne keine 2 Minuten mehr reicht.

    Zitat

    Anderes Thema: Geht euch das auch so auf den Sack, dass sowohl bei DW, als auch bei Star Wars und jetzt Trek sich ein Haufen Vollpfosten melden und sich beschweren, die SJWs hätten ihre Kindheit zerstört?

    Wäre ja auch gar nicht so schlimm, wenn es wenigstens wahr wäre. Aber bei Picard regen sich die Leute doch tatsächlich darüber auf, dass die Föderation nicht perfekt ist und dadurch Roddenberrys Vision mit Füßen getreten würde. Ist ja nicht so als gäbe es dutzendweise Beispiele im "alten" Star Trek, wo die Föderation bzw. die Sternenflotte diesem Ideal schon nicht entsprochen hat...

    Teilweise. Teilweise haben sie auch recht. Mich regt z.B. auf, wenn der Unterhaltungswert in der Prioritätenliste hinter die politische Agenda zurückgestellt wird, so wie es bei Doctor Who derziet der Fall ist. Ziehe bei Letts die politischen Botschaften ab und du hast noch exzellente Unterhaltung. Ziehe bei Chibnall das "Telekolleg Political Correctness" ab, und es bleibt nichts übrig, was der Erwähnung wert wäre. Mir ist es egal, ob der Doctor ein Mann, eine Frau oder ein kleines pelziges Wesen aus dem Krebsnebel ist, solange die Story stimmt. Solange es aber nur darum geht, smarte Frauen darzustellen, die ihren idiotischen männlichen Kollegen meilenweit voraus sind, ist mir das storytechnisch zu dünn. Aber wie gesagt, die politishce Botschaft ist heute wichtiger, als sich an Kontinuität und Kanon zu halten oder Unterhaltung zu bieten. Übrigens ist auch Picard nicht frei davon: ich sage nur die Vulkanierin mit der Sonnenbrille... Die "schmutzige" Föderation hatten wir indes schon bei DS9, wobei die anderen Völker natürlich als deutlich schmutziger dargestellt wurden. Aber am Ende wurde die Primärdirektive immer als der ultimative Verhaltenskodex dargestellt, ser schön in der Voyager-Doppelfolge Equinox.

    Ich habe die Serie noch nicht selbst geschaut - warte bis die Staffel durch ist, um es dann mal an einem langen Wochenende durchzugucken (so viel zu veränderten Sehgewohnheiten ;)) - aber ich finde das auch nicht gut. Das liegt bei mir gerade daran, dass ich Star Trek als Utopie sehen - und zwar nicht als eine rein technokratische, in der durch technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt alleine eine humanistische Gesellschaft entstanden ist. Der hat ja zunächst einmal zu den Eugenischen Kriegen und den dritten Weltkrieg geführt, und dann wären da noch die Borg, die eindeutig eine Warnung darstellen, sich einfach nur auf den technischen Fortschritt zu verlassen. Selbst in der Originalserie gab es Episoden wie The Ultimate Computer, die vor den Gefahren des blinden Technikeifers gewarnt haben.

    Immer diese Binge-Watcher. ;-)

    Ich denke, bei Picard sieht man eher anschaulich, wie fragil diese bessere Gesellschaft ist und wie leicht sie menschlichen Urtrieben zum Opfer fallen kann. Wenn das Ende vom Lied ist, dass die Utopie ins Wanken geraten ist und mit der Energieleistung der Protagonisten wieder zurechtgerückt wird, dann ist das für mich in Ordnung. Perfekte Harmonie ist langweilig, erst eine Bedrohung macht die Sache interessant, siehe Keeper of Traken.

    Zitat

    Diese Utopie jetzt zu entfernen, um eine Geschichte zu erzählen, die einzig und allein dazu dienen soll, ein politisches Statement abzugeben, finde ich erst einmal auch nicht gut. Genauso wenig wie ich das Casting eines weiblichen Doctors aus reinen politischen PR-Gründen abgelehnt habe und bis heute ablehne. Und Whittaker hat sich ja durchaus als die falsche Wahl herausgestellt, zumindest hat sie es in ihrer ersten Staffel nicht geschaft, mich wirklich davon zu überzeugen, dass sie der Doctor ist. Die Umsetzung ist also gescheitert. Bei Picard scheint diese ja durchaus gelungen zu sein, zumindest laut dem, was ich darüber bisher gehört habe. Und bei DS9 hat es ja auch funktioniert.

    Und über diese Idioten, die sich darüber aufregen, dass die Macher nun Picard (und Star Trek an sich) dafür verwenden würden, um ihre Politik durchzudrücken - als ob Star Trek noch nie dazu benutzt wurde, um ein politisches Statement abzugeben - habe ich mich bereits auf vorherigen Seiten hier im Thread ausgelassen.

    Ich finde die Idee, dass Timelords auf einmal ihr Geschlecht wechseln können, so überflüssig wie ein zweites Arschloch. Als ob es in der Vergangenheit der Serie nicht interessante Frauenfiguren gegeben hätte wie Romana, die dem Doktor ja intellektuell überlegen war, nur noch etwas grün hinter den Ohren. Warum nicht die Rückkehr einer nicht ganz so nervigen Rani als Gegenspielerin? Es fehlt doch nur noch, dass der Doktor das nächste Mal als Dalek regeneriert - haben diese Tentakelviecher eigentlich verschiedene Geschlechter?

    Star Trek und aktuelle Politik haben immer schon zusammengehört. TOS ist nichts anderes als eine politische Botschaft zum Kalten Krieg und eine Kritik an der rassistischen amerikanischen Gesellschaft von damals. Aber eben auch gute Unterhaltung.


    ja , es stimmt alles soweit , es ist einfach ein bisschen ... gewöhnlich , mittlerweile . in den letzten 20 jahren hatten wir ganz aussergewöhnliche serien , es fing an mit lost und erreichte mit den leftovers einen absoluten höhepunkt . da wirkt picard halt etwas zurückgeblieben , und zwar im negatives sinn .

    Lost eine außergewöhnliche Serie? Die ersten drei Staffeln waren super, aber dann war es nicht möglich, die hohen Erwartungen zu erfüllen und das Ende war einfach nur enttäuschend. Von daher finde ich den Ansatz von Picard, ein nicht ganz so großes Fass aufzumachen, genau richtig. Lieber etwas Bodenständiges, das die Erwartungen gut erfüllt und auch zu einem zufriedenstellenden Ende führt als etwas Episches, das den Erwartungen immer hinterher hinkt. Ich habe Game of THrones noch nciht gesehen, aber das scheint auch da wieder genau das Problem zu sein.

  • Von daher finde ich den Ansatz von Picard, ein nicht ganz so großes Fass aufzumachen, genau richtig. Lieber etwas Bodenständiges, das die Erwartungen gut erfüllt und auch zu einem zufriedenstellenden Ende führt als etwas Episches, das den Erwartungen immer hinterher hinkt.

    wenn man von anfang an nur ein "genügend" erwartet , ist es natürlich einfach , zufrieden sein . ich erwarte mittlerweile einfach mehr von serien . weil sie gezeigt haben , dass sie mehr können . dass es absolut möglich ist , von anfang an und durchgehend nicht nur "genügend" , sondern "gut" , "sehr gut" oder sogar "herausragend" zu liefern . ich wähle meine serien sehr sorgfältig aus , kriege dafür zum teil sooo packende sachen zu sehen , da ist ein "genügend" dann halt eine enttäuschung . das bessere ist der feind des guten (voltaire) .

  • Wieso sollte heute "die Messlatte höher" hängen als damals? Und was erwartet man denn "mehr"? Ich finde die Messlatte absolut in Ordnung.

    Die Messlatte liegt heute aber höher. Auch weil es eben nicht mehr nur drei oder vier Sender gibt, sondern hunderte und dazu noch mehrere Streamingdienste und dann noch independent content auf Seiten wie YouTube. Der Unterhaltungsmarkt ist inzwischen so groß, dass, wenn man herausstechen möchte, man mehr machen muss als einfach nur unterhaltbarer sein als die anderen Serien, die zur gleichen Zeit laufen.


    Und gerade das Aufkommen von Home Video, die Fähigkeit nachzuholen, was man verpasst hat, hat ja dazu geführt, dass Storylines nicht nach einer Episode abgeschlossen werden müssen, sondern über Wochen hinweg erzählt werden konnten. Das kulminiert dann in Streamingserien, die im Endeffekt eine große Geschichte innerhalb mehrerer Episoden erzählen, die aber so konstruiert sind, dass man sie sich am Stück angucken sollte.


    In anderen Worten: Das Story-Telling ist komplexer geworden als noch vor dreißig, geschweige denn vierzig Jahren. Zumindest teilweise. Es gibt noch viele Serien, wie eben auch Doctor Who, die immer noch dieses alte "eine Geschichte pro Woche" Format verfolgen. Interessanterweise schadet gerade das Doctor Who, weil die Serie früher eine Geschichte über mehrere Wochen hinweg erzählt hat und sich daher mehr Zeit für das Storytelling lassen konnte.


    Wobei man auch hier sagen muss: Es muss nicht schlecht sein, wenn viel innerhalb kurzer Zeit passiert. Die Umsetzung ist wichtig - und da versagen leider einige, einschließlich Chibnall.

    als sich an Kontinuität und Kanon zu halten

    Das sind aber auch Dinge, die nur Fans interessieren.

    Als ob es in der Vergangenheit der Serie nicht interessante Frauenfiguren gegeben hätte wie Romana, die dem Doktor ja intellektuell überlegen war, nur noch etwas grün hinter den Ohren. Warum nicht die Rückkehr einer nicht ganz so nervigen Rani als Gegenspielerin?

    Das war ja auch immer eines meiner Argumente dagegen, den Doctor in eine Frau zu verwandeln. Wenn man diesen Schritt macht, muss es dafür einen Grund geben, der über das symbolische hinausgeht, sich also auf die erzählten Geschichten auswirkt. Nur hätte man jede Geschichte, in der es um Unterdrückung usw. geht auch über den Companion erzählen müssen. Besonders wenn man bedenkt, dass der Companion eigentlich die Figur sein soll, über die wir als Zuschauer die Geschichten verfolgen und nicht der Doctor, wäre das sogar besser gewesen. Nun haben wir aber einen weiblichen Doctor, ich finde es immer noch dämlich, was mich aber inzwischen noch mehr aufregt als dieses faule "guckt mal wie progressiv wir sind"-Getue durch das Casting, ist, dass die Umsetzung einfach schlecht ist - und daran ist einfach Chibnall schuld. Der Typ ist einfach ein schlechter Doctor Who Autor und, wenn man Gerüchten von hinter den Kulissen Glauben schenken will, ein inkompetenter Showrunner.


    Was ich aber nicht ganz stehen lassen will, ist die Idee, dass Romana intelligenter sein soll als der Doctor. Diese Annahme basiert komplett darauf, dass sie den besseren Abschluss geschafft hat. Da würde ich aber mal dagegen halten: Na und? Nicht jeder schneidet bei standardiserten Tests gut ab. Der Doctor ist jemand, der außerhalb von gewohnten Normen, seien sie nun menschliche oder gallifreyanische, denkt und handelt. Da ist eigentlich schon vorprogrammiert, dass er bei standardisierten Tests schlechter abschneidet als jemand wie Romana, die besonders in ihrer ersten Inkarnation noch sehr stark in eben diesen vorgebenen Bahnen denkt bzw. gedacht hat.

    Ich habe Game of THrones noch nciht gesehen, aber das scheint auch da wieder genau das Problem zu sein.

    Das Problem bei Game of Thrones war nicht, dass die Erwartungen zu hoch waren. Sondern, dass ab Staffel 6 keine Vorlage mehr existierte und die Autoren sich die Dinge selbst ausdenken mussten bzw. durften. Nur war ab Staffel 7 klar, dass die beiden Showrunner von der Serie weg wollten um andere Projekte in Angriff zu nehmen. Daher reichen die beiden letzten Staffel nicht an die ersten sechs heran - und die Staffeln 5 und 6 waren schon nicht mehr ganz auf dem qualitativen Niveau der ersten vier Staffeln, weil eben die Vorlagen ausgingen. Und Staffel 8 war dann auch produktionstechnisch teilweise einfach nur noch dahingerotzt. Wenn Benioff und Weiss offen zugegeben hätten, dass sie weg wollten und dazu bereit gewesen wären, das Ende der Serie in die Hände anderer Showrunner zu geben, hätten wir vermutlich nicht nur ein anderes Ende sondern auch ein besseres bekommen. Die Serie würde vielleicht sogar noch laufen, weil HBO ja angeboten hatte, dass die Serie so lange laufen könnte, bis man ein passendes Ende hat - genügend Geld hat sie dem Sender ja in die Kassen gespült. Aber da Benioff und Weiss wegwollten, war nach Staffel 8 Schluss.

  • Erstmal zum Thema Föderation: Schon zu TNG-Zeiten war es ja immer so, dass die Föderation auf der Enterprise von irgendwelchen Arschkrampen-Admirals verkörpert wurde, denen Picard dann wahlweise Vorträge zum Thema Persönlichkeitsrecht, Dataschutz oder Kriegsrecht halten musste. Und von da an gings bergab. Die Föderation wollte heimlich einen Unsterblichkeitskeitsplaneten entvölkern (ST9), hat Hologramme als Bergarbeiter versklavt (Voy) und die Zuschauer mit ewiglangen Jazznummern und Baseballspielen terrorisiert (DS9). Geht schon in Ordnung, dass die Autoren das weitergesponnen haben.


    Zur Folge: Hat mir erneut gut gefallen. Es ist keine mega-geniale Serie, aber gute Unterhaltung, gutes Erzähltempo, gute Grafik, wenig Facepalm-Momente. Ich staune sogar, dass nachdem nach Folge 1 alle motzten, dass Picard doch gar nicht mit Data befreutet und nie ein Kinderfreund war, beides in der Folge sogar kurz angesprochen wird. Schockierende Erkenntnis: Menschen ändern sich, ein Leben lang, und auf seine alten Tage fand es Picard dann wohl doch ganz nett, einen Enkelersatz zu haben. Und dass sich Data für ihn geopfert hat, ist auch nicht einfach so an ihm abgeprallt. Konnte man sich ja alles schon denken, aber manche greifen halt lieber nach jedem Strohhalm, um zu meckern. Ich jedenfalls bin zufrieden und habe wenig Lust, mir in den Weiten des Internets seitenlang Verriss-Kommentare durchzulesen. Sowas macht nur Spaß, wenn es berechtigt ist.

  • Die neue Folge war wieder gut! Interessant ist auch, dass zumindest für mich bei Picard (also der Figur) so eine Art Dumbledore-Effekt einsetzt. Der große weise Mann wird ein Stück weit entzaubert. Nicht so stark wie bei Dumbledore, aber immerhin. Vorhersehbar, aber gerade noch okay war, dass der Kämpfer ihn vor dem Schwertschwinger gerettet hat. Mehr muss es aber von solchen Momenten nicht geben.

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)

  • Schon zu TNG-Zeiten war es ja immer so, dass die Föderation auf der Enterprise von irgendwelchen Arschkrampen-Admirals verkörpert wurde, denen Picard dann wahlweise Vorträge zum Thema Persönlichkeitsrecht, Dataschutz oder Kriegsrecht halten musste.

    Das war schon bei Kirk so, alles oberhalb eines Captain litt schon in der alten Serie an fortgeschrittener Blödheit.
    Kann man auch gut in den ersten Star Trek Filmen sehen, irgendwie hat Kirk seinen Verstand abgegeben als er Admiral wurde. Einmal jagt er die Enterprise im ersten Film fast in die Luft, weil er vergessen hatte die neuen Pläne zu lesen.
    Im zweiten Film vergisst er die Schilde hochzufahren, obwohl das Vorschrift ist.
    Im dritten Film ist der dann quasi ranglos und langsam kommt der Verstand zurück.