11x01 - Die Frau, die zur Erde fiel (The Woman who fell to Earth)

  • So, nun habe ich auch die Staffel 11 begonnen (auf Blu-ray, so viel Geduld muss sein, um lästige TV-Werbung zu vermeiden).
    Die neue Doktorin kommt an sich ganz gut rein. Es war mutig, eine sympatische Figur sterben zu lassen, und visuell war es überzeugend.
    Auf der anderen Seite störte mich der billige Bösewicht, einfach ein Fiesling mit Bock zu töten. Er sah im Kampfanzug aus wie aus der C-Movie-Cyborg-Welle der 80er Jahre, und so ähnlich wie in diesen Ab-in-die-Videothek-Oldies war auch die Action inszeniert mit Herumklettern auf dem Kran usw. Am Ende ein toller Cliffhanger im All. Insgesamt habe ich mit "Durchschnitt" abgestimmt.

  • Also, ich muss sagen, dass es auf Deutsch noch schlechter ist, weil ich jetzt auch die Stellen verstehe, die ich vorher nicht verstanden habe. Ansonsten: vergleicht man diese Folge mit anderen, ähnlich gelagerten ersten Abenteuern eines neuen Doctors, Spearhead, 11th Hour, aber auch Rose, dann merkt man, dass diese Folge deutlich zurückfällt. In jeglicher Hinsicht. Den "Cliffhanger im All" hat man auch am Ende von Genesis of the Daleks - und hatte eine deutlich bessere Geschichte vorher. Und hinterher.

  • 2 Begleiter zuviel. Die Tardis und der Vorspann fehlten.
    Wie üblich ist mir an der Musik nichts aufgefallen.


    Grüße

    Zuviel würde ich generell nicht sagen. Barbara, Ian und Susan/Vicky waren auch nicht zuviel. Es sind nur zuviele uninteressante Companions. Gegen diese Schlaftabletten war das Trio infernale (Adric, Nyssa, Tegan) das blühende Leben.

  • Zuviel würde ich generell nicht sagen. Barbara, Ian und Susan/Vicky waren auch nicht zuviel. Es sind nur zuviele uninteressante Companions. Gegen diese Schlaftabletten war das Trio infernale (Adric, Nyssa, Tegan) das blühende Leben.

    Nur gab es in den Classical bei den Serials mehr Zeit pro Geschichte um jeden Charakter, Companions und Doctor, in Szene zu setzen. In 45-Minuten Episoden ist das wesentlich schwieriger. Da bräuchte man schon Autoren, die mit einer größeren Anzahl an Charakteren umgehen können, und Chibnall gehört mMn nicht dazu.

  • Nur gab es in den Classical bei den Serials mehr Zeit pro Geschichte um jeden Charakter, Companions und Doctor, in Szene zu setzen. In 45-Minuten Episoden ist das wesentlich schwieriger. Da bräuchte man schon Autoren, die mit einer größeren Anzahl an Charakteren umgehen können, und Chibnall gehört mMn nicht dazu.

    Das ist richtig. Früher hatte man ja als Standard die Vierteiler, also doppelt soviel Zeit. Durch das Zusammenkürzen auf 45 Minuten fehlt viel Charakterentwicklung und soziale Interaktion, was sich hauptsächlich auf die Nebenfiguren, aber natürlich auch auf die Protagonisten auswirkt. Resultat: platte Charaktere und platte Storys. Bestes Beispiel: früher hatte man als Schnitzeljagden Keys of Marinus oder Key to Time, heute wird das mit dem Geistermonument oder der Suche nach der Infinity recht unspektakulär in kürzester Zeit abgehakt. Außerdem gab es früher jede Menge Plottwists, während die heutigen Geschichten geradlinig, absehbar und damit langweilig sind.
    Das Thema Chibnall kommt zu den ganzen schlechten Grundvoraussetzungen natürlich noch hinzu.

  • Staffel 12 ist grad auf dem Weg zu mir, also habe ich die 11te aus meinem Regal gezogen um sie nochmal neu anzufangen. Die letzten paar Folgen hatte ich ja nie gesehen, und wenn ich schon für einen besseren Anschluß an die neuen Folgen haben möchte, dann kann ich auch gleich nochmal mit der #1 anfangen. Vielleicht fallen mir dabei ja Qualitäten auf die mir beim ersten Durchgang entgangen waren. Nicht nur weil das bei ersten Durchgängen ja meist immer so ist, sondern auch weil ich sie dann auch losgelöst von dieser ganzen...... Atmosphäre (die dich als Zuschauer beeinflusst, ob du willst oder nicht) sehe.


    Und nunja. Im zweiten Anlauf kann ich mich mit Jodie ein klein wenig mehr anfreunden. Das liegt jetzt aber auch nur daran weil ich jetzt nach Dingen suche die mir gefallen, statt mich ausschließlich von den Dingen auskugeln zu lassen die ich nicht mag. Wenn sie ernste Szenen spielt ist sie gar nicht mal so übel, bzw sehe ich Ansätze mit denen sich aus ihrem Doktor etwas machen ließen. Das Dumme ist nur dass das Drehbuch darauf besteht dass sie lustig sein soll - während Comedy ihr nur überhaupt nicht liegt. Sie erinnert mich in dieser Hinsicht an Colin Baker, der in seinen "lustigen Momenten" ebenfalls krampfig und gestelzt wirkte. (Tennant übrigens auch, wenn ich so zurückdenke.) Nur ist das bei ihrem Doktor sehr viel schwerwiegender weil die Comedy die hier von ihr abverlangt wird schrill und laut ist, und deshalb mehr weh tut wenn sie misslungen ist. Baker musste Oneliner von sich geben, Whittaker jedoch kreischend in ihrer Nase popeln. Das sind ganz andere Fallhöhen.


    Wenn sie am Ende von ihrer Familie und den Time Lords erzählt, oder wenn sie dem Bösewicht entgegensteht (ohne dabei Witze reißen zu müssen), dann blitzt da jedenfalls etwas Brauchbares auf aus dem man etwas formen könnte. Sie müssten mit ihr in die Richtung Jon Pertwee gehen, ernst und sehr geerdet, und die Jokes dem Begleitpersonal überlassen. Oder meinetwegen auch Christopher Eccleston, der auch nur selten lustig war.


    Was die Geschichte betrifft: Die plätschert mühsam vor sich hin. Das liegt unter anderem auch daran weil sie sich in Seitenarmen verheddert die überhaupt nicht da sein müssten. Wir hätten die Szenen mit dem Brudermenschen der seine Schwester sucht überhaupt nicht haben müssen, erst recht nicht in dieser ausgewalzten Form, mit besorgtem Kumpel und allem. Alles was wir gebraucht haben war wie die Doktorin und Anhang ihn (und seine Überreste) in seiner Garage finden. Wichtig war hier "nur" sein Info-Video auf dem Computer das ihnen den Wegweiser für den weiteren Storyverlauf gaben. Stattdessen wird der Charakter aber mit Brimborium eingeführt. Das Zuschauergehirn wartet darauf dass aus diesem Handlungsseitenstrang irgendwas wichtiges wird, und ist dementsprechend irritiert wenn dieser sich nicht mit dem der Doktorin trifft. Zumindest nicht lebend.


    Ähnliche Hirneffekte gibt's aber auch an anderen Stellen - und da hat's die Regie verkackt. Da wäre z. B. der Salatmann, dessen einzige Funktion es ist Kanonenfutter für den Bösewicht zu sein. Die gängige Filmsprache für solche Kanonenfutterfiguren wäre da gewesen dass wir sehen wie der Bösewicht die Straße entlangschlendert, während wir klein im Hintergrund den Salatmann sehen. Der Bösewicht wurde bereit schon eingeführt, wir wissen dass er eine Gefahr für den Salatdeppen ist und können die Situation mit diesem einzigen Bild zuordnen. Stattdessen wird das Bild jedoch nicht nur umgedreht, wir sehen den Salatmann nicht nur zuerst, sondern auch eine ganze Weile für sich alleine. Das Zuschauerhirn denkt hier irritiert: "Tauchte der schon mal auf? Ist der wichtig? Er MUSS doch wichtig sein wenn er jetzt so gezeigt wird, oder?" - und ist dann noch irritierter wenn er am Ende der Szene (die viel länger läuft als sie es eigentlich dürfte) dann entsorgt wird. (Mal abgesehen davon ist das komödiantische Timing echt mies.)


    Gmörgs.


    Vielleicht ist das alles hier nicht so mies wie "Twin Dilemma", aber besser als jede andere beliebige erste Geschichte eines Doktors auch nicht.


    Obwohl... "Christmas Invasion", vielleicht?

  • Es stimmt schon, dass die Folge ihre Schwächen hat (auf den Handlungsstrang mit dem Mann der wissen will was mit seiner Schwester passiert ist wurde ja schon eingegangen). Ich fühlte mich von der Folge aber doch gut unterhalten. Das lag zum einen an der Geschichte, die ich gar nicht so schlecht fand und zum anderen haben mir der Doctor nebst Begleitern insgesamt gefallen (obwohl der Tod von Grace etwas ungeschickt war).

    Es gibt sicherlich bessere Folgen in der Staffel, aber als Auftakt ist sie in Ordnung (hat mir tatsächlich besser gefallen als The Christmas Invasion). In Punkten würde ich wohl 7 von 10 vergeben.

  • Ich hatte ja keine großen Erwartungen und fand die Folge dann auch nicht soooo doof. Fand Elemente, wo ich dachte, Joa, daraus kann man noch was machen...


    aber dann kam der Rest der Staffel.

  • Die Welt wartet eher auf den Aufprall und die plötzliche Realisierung der sterbenden Doctreuse dass die letzten Jahre Doctor Who nie wirklich passiert sind.

    If someone asked me to write on the sex life of the Eskimo, I’d say ‘That’s always been a particular interest of mine

    -Terrance Dicks