11x09 - Verkehrte Welt (It takes You away)

  • Und dann kam es. Dieses verdammte Ende. Ein sprechender Frosch, der aussieht, als wäre der im Jahre 2010 animiert worden. Ein Doctor, der diesem Frosch schwört, dass sie ewig Freunde sind. Ich denke mir nur... "Dieser Frosch lässt sich doch nicht SO EINFACH verarschen." Und dann glaubt der Frosch das. Oh... warte... Doctor meint das ernst? Wie bitte? Dieses absolut beschissene Ende hat eine gute Folge zerstört, sodass ich sie nur mit mittelmäßig bewerten kann.

    Kann ich mich nur anschließen. Und ich denke gerade daran, wie ich mich über das überbudhetiert animierte Stitch-Alien von neulich mockiert habe. DAS war animatorisch aber nun wirklich das andere Ende des Spektrums! Wenn man nur noch Budget übrig hat, um die Animation von einem Schüler-Praktikaten machen zu lassen... dann sollte man lieber ganz drauf verzichten, und stattdessen eine Handpuppe nehmen!

    Inklusive WTF-Moment mit der Froschszene (habe eigentlich noch auf den Kuss gewartet) Solch bekloppte Ideen liebe ich, und gehören für mich auch irgendwie zu Doctor Who.

    Und eigentlich würde ich Dir zustimmen. Denn genau das ist auch das, was mich an Doctor Who gefesselt hat: herrlich bekloppte, schräge Ideen.
    Wäre der Frosch unter RTDs Rige oder zu Moffats Zeiten gekommen, wäre er auch wirklich so vollkommen übertrieben bekloppt gewesen. Man hätte sich darüber aufregen können, wie over the top, wie bescheuert, wie kitschig, wie bescheuert, wie herrlich bekloppt es gewesen wäre - aber der Frosch wäre eben auch all das gewesen!
    Dieser Frosch dagegen ist einfach nur ein Frosch, der einfach nur ein Frosch ist, nichts mehr. Das hier ist mal wieder das Chibnall-typische Mitelmaß, nicht Fisch, nicht Fleisch. Nur ein Frosch. Ein langweiliger Frosch.


    Und warum war es ein Frosch? Weil in einer lang vorbereiten Exposition schon in der 1. Folge der Staffel die besondere Beziehung von Ryans Oma zu Fröschen aufgebaut wurde? Ja? ...nein, nicht? Was für eine Überraschung!
    Wahrscheinlich war der einzige Grund für den Frosch tatsächlich nur der, dass irgend ein Praktikant oder Animations-Student schon als Übung ein Frosch-Rig gebaut hatte, und es billiger war, das einfach zu benutzen. Da wird Graham noch schnell ein lumpiges Frosch-Kettchen mit einer lahmen, wuppdich-zusammengeschusterten Backstory angehängt - und fertig! Habemus Frosch.

  • Die Folge hat mich gut unterhalten.
    Viele Wendungen und Überraschungen.


    Wenn man aber die Folge analysiert dann scheint es so als ob man sich nicht entscheiden konnte in welche Richtung es gehen sollte.
    Nordisches Mythos? Griechisches Abenteuer-Epos? Time Lord-Mystik?


    Im ersten Teil konnte man eine Horrorgeschichte erwarten. Einsame Hütte an einsamen Fjord. Monstergeräusche. Vielleicht eine mythische Grendel/Beowulf-Geschichte?


    Dann wird das Portal im Spiegel entdeckt und es geht in ein Abenteuer-Epos über. Mit Anleihen von Homers Odyssee und dem Labyrinth des Minotaurus. Hier hätte man vielleicht mehr daraus machen können um an die Epik der historischen Vorbilder anzuknüpfen. Besser wäre aber man hätte weg gelassen. Es passt nicht zum Rest der Folge.


    Zwischendurch entlarvt Ryan das Monster als technischen Trick und wird kurz darauf von Hanne ausgeknockt. Wieder eine Wendung. Haben Erik und Hanne hier eine Falle aufgestellt für zufällig vorbei kommende Wanderer oder gar speziell für das Team TARDIS?


    Zurück am anderen Ende Portals wieder eine Wendung. Erik lebt. Zusammen mit seiner toten Frau, die hier nicht tot ist. Auch Grace taucht lebendig auf. Natürlich kann es sich dabei nur um einen Trick oder eine Täuschung handeln. Aber wer oder was steckt dahinter?
    Snap! Dem Doctor fällt eine alte Gute-Nacht-Geschichte ihrer Großmutter (Granny Five) ein: Das Solitract. Ein Bewusstsein. Eine Energie. Es hat verhindert dass das Universum entstehen konnte. Also wurde es verbannt ohne direkten physischen Kontakt zum Universum.
    Nun wird es eine mystische Geschichte.


    Und am Ende gibt es noch eine Überraschung: Das Solitract manifestiert sich als Frosch.



    Notfall-Maßnahme der Woche: Habe immer ein Sandwich dabei wenn du die TARDIS verlässt!
    Sinnlose Referenz der Woche: TheWoolly Rebellion in 2211.

  • "It Takes You Away" ist nach "Kerblam!" und "The Witchfinders" nun tatsächlich schon die dritte Folge dieser Staffel, die sich so richtig nach Doctor Who anfühlt.


    Die ersten 15 Minuten wird noch eine richtig tolle Gruselathmosphäre aufgebaut, welche auch in dem Setting der kleinen Hütte in Norwegen toll zur Geltung kommt. Allerdings fühlt es sich nach diesen ersten 15 Minuten leider oft danach an, dass man einfach zu viel wollte bzw zu viele Ideen hatte anstatt sich auf eine zu fokussieren. Wir haben einmal die Hütte in Norwegen mit Monster, dann noch verschiedene Anleihen an die griechische Mythologie mit dem Faden und Gollum und schließlich das "Through the Looking Glass"-Universum, was sich dann als Universum mit Bewusstsein entpuppt. Die erste Geschichte mit dem Monster hat mir noch sehr gut gefallen, der ganze Antizone-Teil war irgendwie überflüssig und hat nicht wirklich reingepasst und das Universum mit Bewusstsein war eine coole Idee, die mir aber ein bisschen zu kitschig umgesetzt wurde.


    Abgesehen davon, dass ich ihn nicht wirklich interessant fande, wurde der Antizone-Part der Folge auch überhaupt nicht ausreichend bzw eigentlich sehr dämlich erklärt. Wenn die Raumzeit also in Gefahr ist, erschafft das Universum als Schutz erstmal eine Höhlendimension mit Fleshmoths und Gollum als Schutz? Und Ribbons Tod war ja auch irgendwie sehr konstruiert, er wusste doch genau, dass er sterben würde, wenn er sich bewegt. Im Nachhinein wirkt auch die ganze Anfangssituation sehr künstlich. Der Vater hätte seine Tochter ja einfach mit ins Spiegeluniversum nehmen können, anstatt sie in dem Glauben zu lassen, er wäre tot und ein Monster würde sie heimsuchen. Mich wundert, dass das TARDIS-Team seine Tochter am Ende einfach in seiner Obhut gelassen hat. Grace's Rückkehr ist sehr gut eingebaut und sorgt auch für ein paar tolle Szenen mit Graham, der in dieser Folge sowieso mal wieder beweist, dass er der eigentliche Star des TARDIS-Teams ist. Sogar seinen abschließenden Moment mit Ryan fand ich sehr nett und gut geschrieben.


    Die Idee von dem Universum mit Bewusstsein gefällt mir ja sehr gut, aber wenn man schon einem UNIVERSUM ein Bewusstsein gibt, muss es denn dann sein einziges Problem sein, dass es zu wenig geliebt wird? Ernsthaft? Und auch dieses kitschige Ende mit der Akhaten-Speech 2.0 vom Doktor, in dem sie dem Frosch sagt wie toll und wunderschön er ist und dass sie für immer Freunde sein werden, war ja nun mal wirklich zu viel vom Guten. Obwohl ich den Frosch ganz witzig fand, war er auch nur Teil dieses gewaltigen Kitsch-Endes und somit hätte man ihn auch eher weg lassen können.


    Zusammenfassend also – trotz einiger Schwächen im Drehbuch – eine weitere Folge, die man sich gut anschauen kann und die auch stellenweise wirklich tolle Momente und Ideen hat. Insgesamt gebe ich mal die 6.5/10 Punkte und somit reiht sich diese Folge knapp unter Kerblam und knapp über Witchfinders ein. Weiterhin nur loben kann ich die (besonders in dieser Folge) einfach nur großartige Musik von Segun Akinola.

    "Der moderne Hexenmeister transferiert Raum und Zeit in seiner verrückten Telefonzelle"

  • Also, ich glaub ich weiß wo hier der Fehler liegt. Die Folge handelt eine Geschichte ab, die locker mit ein paar Ausschmückungen, Erklärungen und Nebenschauplätzen für eine halbe Staffel gereicht hätte. Dann hätte man eine BFF-Story richtig aufbauen können, die Antizone erklären, das seltsame Verhalten des Vaters und und und.
    Graces Rückkehr noch emotionaler gestalter und ach her je, da dreht mein Kopfkino echt auf. Da wäre so viel drin gewesen, und wenn ich mir das Bild anschaue, das Pascal gepostet hat wäre ja wohl auch eigentlich gedanklich auch vom Autor her mehr drin gewesen. Manchmal lohnt es sich halt nicht zuviel auf einmal zu wollen.
    Davon ab war die Folge echt ganz ok. Nur zuviel von allem in zu kurzer Zeit. Ich denke, aber das ist wirklich nur meine Meinung, da hat man viel verschenkt.

  • Die Episode lässt mich ziemlich ratlos zurück. Ich mag die Grundkonstruktion - norwegische Holzhäuser, Portale auf dem Dachboden, die zu Spiegelwelten führen, ein Problem bei der Familienzusammenführung. Doch dann schießt es sinnlos übers Ziel hinaus mit dem Frosch-Universum (ein Frosch, ernsthaft?), dem unnötigen Comeback von Grace (um ein bißchen kitschige Emotion aufzutragen), und einer überflüssigen Zwischenwelt, in der sich ein Typ, der aussieht, als hätten ihn die Ferengi von DS9 wegen Häßlichkeit ausgestoßen, mit Motten herumschlägt. Warum der ganze Unfug, der nichts mit der Aufgabe, den Vater-Tochter-Konflikt zu regeln, zu tun hat? War eine rhetorische Frage, natürlich trtaute man dem Publikum wieder mal nicht zu, mit einer "kleinen" Folge zufrieden zu sein und wollte sie aufpeppen. Killermotten, yeah, das zieht - nicht.

  • Die Episode lässt mich ziemlich ratlos zurück. Ich mag die Grundkonstruktion - norwegische Holzhäuser, Portale auf dem Dachboden, die zu Spiegelwelten führen, ein Problem bei der Familienzusammenführung. Doch dann schießt es sinnlos übers Ziel hinaus mit dem Frosch-Universum (ein Frosch, ernsthaft?), dem unnötigen Comeback von Grace (um ein bißchen kitschige Emotion aufzutragen), und einer überflüssigen Zwischenwelt, in der sich ein Typ, der aussieht, als hätten ihn die Ferengi von DS9 wegen Häßlichkeit ausgestoßen, mit Motten herumschlägt. Warum der ganze Unfug, der nichts mit der Aufgabe, den Vater-Tochter-Konflikt zu regeln, zu tun hat? War eine rhetorische Frage, natürlich trtaute man dem Publikum wieder mal nicht zu, mit einer "kleinen" Folge zufrieden zu sein und wollte sie aufpeppen. Killermotten, yeah, das zieht - nicht.

    Das ist doch das generelle Problem dieser Staffel: so viele gute Ideen und tolle Ansätze, die dann aber miserabel durchgeführt wurden. Parallelwelten hatten wir schon mit dem Metacrisis-Doktor und die Piranhamotten an die Vashta Naradu in schlecht. Und das mit den Portalen hinter den Spiegeln (natürlich sind es Spiegel) ist natürlich geklaut. Woher nur? Ach ja, von Alice hinter den Spiegeln. Entsprechend ist dahinter der Kaninchenbau. Allerdings wartet hier nicht der der Märzhase, sondern Gollum. Tolle Abwechslung. Fehlt nur noch, dass der Doctor versucht, wie Theseus im Labyrinth durch die Antiwelt zu stapfen. Ach Moment, hat sie ja gemacht, aber dann hat Gollum Ariadnes Faden durchgeschnitten. Sehr tragisch.
    Ich erkenne also schon, dass Klötenkinn versucht, klassische Mythen und Geschichtsstunde wieder in den Vordergrund zu rücken wie einst Verity Lambert (man denke an des Doktors Interpretation von Des Kaisers neue Kleider in The Romans), dabei versagt er aber völlig bei der Geschichte an sich, die wieder mit absolut überflüssigen Außerirdischen aufgefüllt werden muss. So kann das einfach nichts werden, die Folgen sind weder Fisch noch Fleisch, der belehrende Unterton (gerade in Sachen politischer Korrektheit) ist unverkennbar und die Handlungen sind einfach stinklangweilig, wobei man sich umso mehr ärgert, wenn man sich bewusst wird, was für eine geniale Vorlage da gerade versaut wurde.

  • Der erste Eindruck, den die Folge gleich am Anfang hinterlässt, ist, dass Ed Hime Drogen genommen haben muss. Der Doctor redet von einer Rebellion der Schafe und isst Erde, bietet diese sogar den Companions an. Was zum Teufel? Und der Drogentripp geht weiter. Die gesamte Handlung der Folge ist einfach abgehoben. Die gesamte Idee mit dem Solitract wirkt wie direkt aus einem Virgin New Adventure oder Eighth Doctor Adventure oder einem dritten Doctor Serial von Barry Letts wie The Time Monster. Ich habe auch das Gefühl, die Folge hätte besser als ein klassisches Serial funktioniert, da diese ganzen Konzepten, mit der die Folge zugestopft war, so besser erklärt hätten werden können. Außerdem ist der Frosch auch beinahe wie aus einer Pertwee-Episode. Sieht zwar nicht ganz so billig aus, aber für das Jahr 2018 sieht das Ding verdammt billig aus und ist eigentlich schon Albtraum-Material.


    Das zieht die Folge leider schon etwas nach unten. Sie könnte aber immer noch sehr gut funktionieren, wenn da die Charaktere nicht wären. Man hätte in der Folge super auf Ryans Probleme mit Vaterfiguren eingehen, da sein Vater ihn verlassen hatte. Aber diese Probleme, dieses Misstrauen wird nur angedeutet. Eine absolut vertane Chance. Der Doctor ist, was soll ich sagen, seltsam. Sie ist die einzige, die Panikanfälle bekommt, ist mal wieder häufiger außer Atem, und wird in manchen Szenen von ihren Companions überschattet.


    Yaz kann wenigstens mal ein bisschen was beisteuern, indem sie von ihrer Polizeiausbildung Gebrauch macht und damit dabei hilft, Informationen aus Hanne herauszubekommen. Und sie ist es, die dem Doctor sagt, sie solle doch die Polarität umkehren. Da wäre der Doctor früher auch schon mal selbst drauf gekommen.


    Das Highlight der Folge ist aber Graham, der wie der zwölfte Doctor jetzt immer was zu Essen mit dabei hat, wofür ihn der dreizehnte Doctor doof anguckt. Auch seine Begnung mit Grace und wie er damit umgeht, hat mir sehr gut gefallen. Besonders wie er akzeptiert, dass dies nicht Grace sein kann, weil sie nicht losrennt um Ryan zu retten, Graham dies aber will und seine Freude darüber, dass Ryan ihn am Ende "Grandad" nennt, auch wenn Ryan dies mit Grahams Alter versucht wegzureden. Graham hat fast allen die Show gestohlen. Die ganze Person, die mir noch besser gefallen hat war Hanne, was ausschließlich an Ellie Wallwork lag, die einen wirklich guten Job abgeliefert hat.


    Die Folge ist schwer einzuordnen. Über die Handlung lässt sich nicht viel sagen und ich wünschte mir, dass diese Folge ein Zweiteiler gewesen wäre, um etwas mehr auf die Konzepte und die Charaktere einzugehen. Mehr von Graham und Grace, mehr von Ryan um ihm mal etwas Charakterentwicklung zu geben. Und mit einem anderen Doctor. Dann wäre dies vielleicht sogar ein sehr gut gewesen, so weiß ich nicht einmal, ob ich ein gut geben kann.


    FAZIT: Handlung ist zu dünn, von den Charakteren haben mir drei gefallen (Hanne, Graham und Yaz), zwei genervt (Ryan und der Vater) und den Doctor ist einfach nur enttäuschend, obwohl Whittaker kurz vom Schluss beinahe einen Doctor Moment hatte. Und Ribbons hatte ich bis jetzt schon wieder vergessen und ich habe die Folge gerade erst gesehen. Ich tendiere zu 6 Punkten und einem "durchschnittlich".