12x04 - Unter Strom (Nikola Tesla's Night of Terror)

  • "Wie kommen wir an unsere Zielgruppe ran?"
    "Kids mögen Hanys und Computer oder?"

    "Super, lass mal den Erfinder des Computers einladen.. Oh warte am besten die ERFINDERIN!"

    "Die kennt zwar keiner aber past."

    Nein, das hat einen anderen Grund. Und zwar denselben, warum man eine Folge über Marie Curie, Bertha von Suttner oder Amelia Earhart machen könnte. Ist so ein gewisser Trend, Personen aus "benachteiligten Gruppen" besonders hervorzuheben, egal wie klein oder groß der Beitrag auch gewesen sein mag. Im Vergleich dazu würde eine Folge über Zuse, Röntgen, Liebknecht oder Lindbergh wahrscheinlich genauso wenig entstehen wie über Amundsen, Scott, Peary oder Livingstone. Das waren weiße, heterosexuelle Männer, wie langweilig. Wenn überhaupt Leute aus dieser Gruppe, dann kommen Leute wie Einstein, Hemingway oder eben Tesla zum Einsatz, also Leute, die entweder einen an der Waffel haben oder auf andere Weise auffällig sind. Folgen wie Marco Polo würden heute gar nicht mehr produziert, viel zu gewöhnlich. Und ich hätte gern mal ein Historical, bei dem der Doctor mit James Cook oder Charles Darwin auf Reisen ist.

  • Nein, das hat einen anderen Grund. Und zwar denselben, warum man eine Folge über Marie Curie, Bertha von Suttner oder Amelia Earhart machen könnte. Ist so ein gewisser Trend, Personen aus "benachteiligten Gruppen" besonders hervorzuheben, egal wie klein oder groß der Beitrag auch gewesen sein mag. Im Vergleich dazu würde eine Folge über Zuse, Röntgen, Liebknecht oder Lindbergh wahrscheinlich genauso wenig entstehen wie über Amundsen, Scott, Peary oder Livingstone. Das waren weiße, heterosexuelle Männer, wie langweilig. Wenn überhaupt Leute aus dieser Gruppe, dann kommen Leute wie Einstein, Hemingway oder eben Tesla zum Einsatz, also Leute, die entweder einen an der Waffel haben oder auf andere Weise auffällig sind. Folgen wie Marco Polo würden heute gar nicht mehr produziert, viel zu gewöhnlich. Und ich hätte gern mal ein Historical, bei dem der Doctor mit James Cook oder Charles Darwin auf Reisen ist.

    Nach der Logik, hätte es diese Folge, in der es um Tesla und Edington geht, nie gegeben. Aber Hauptsache man heult darüber rum, dass es auch Folgen über wichtige Frauen in der Geschichte gibt.

  • In den Sonntags Slot würde übrigens auch ein Historical ohne Aliens reinpassen. Bei den Zuschauern dort käme das sogar vermutlich besser an als Skorpion-Aliens.


    Aber dafür braucht es auch etwas Mut mal die Dinge anders zu machen und das scheint niemand aufbringen zu wollen.

  • Nach der Logik, hätte es diese Folge, in der es um Tesla und Edington geht, nie gegeben. Aber Hauptsache man heult darüber rum, dass es auch Folgen über wichtige Frauen in der Geschichte gibt.

    Vielleicht hättest du vor deinem Rumgemotze und Däumchengedrücke mal besser meine Beitrag sorgfältig durchgelesen. Dann hättest du dich hier nicht so lächerlich gemacht.

    Ich habe nirgendwo das Wort Frauen erwähnt, das hast du dazu erfunden. Ich sprach von dem allgemeinen Phänomen, dass man bewusst auf Leute aus sozial benachteiligten Gruppen aufmerksam macht, damit die anderen Mitglieder dieser Gruppe das Gefühl bekommen, einer von ihnen hat es geschafft. Das fing an mit den Alibi-Schwarzen in amerikanischen Filmen. Geholfen ist damit am Ende niemandem, diesen Leuten werden nur Illusionen eingepflanzt, um sie ruhig zu stellen. Das gilt nicht nur für Frauen und Schwarze, sondern auch für Behinderte, religiöse Splittergruppen oder Nerds. Und dass Tesla nachweislich einen an der Waffel hat und damit auch zu einer dieser Gruppen gehört, ist ja wohl unbestreitbar.


    In den Sonntags Slot würde übrigens auch ein Historical ohne Aliens reinpassen. Bei den Zuschauern dort käme das sogar vermutlich besser an als Skorpion-Aliens.


    Aber dafür braucht es auch etwas Mut mal die Dinge anders zu machen und das scheint niemand aufbringen zu wollen.

    Ein echtes Historal ohne Sci-Fi-Elemente außder dem Docotr und der Tardis wäre mal wieder was. Wird aber wohl ein Wunschtraum bleiben.

  • Vielleicht hättest du vor deinem Rumgemotze und Däumchengedrücke mal besser meine Beitrag sorgfältig durchgelesen. Dann hättest du dich hier nicht so lächerlich gemacht.

    Ich habe nirgendwo das Wort Frauen erwähnt, das hast du dazu erfunden. Ich sprach von dem allgemeinen Phänomen, dass man bewusst auf Leute aus sozial benachteiligten Gruppen aufmerksam macht, damit die anderen Mitglieder dieser Gruppe das Gefühl bekommen, einer von ihnen hat es geschafft. Das fing an mit den Alibi-Schwarzen in amerikanischen Filmen. Geholfen ist damit am Ende niemandem, diesen Leuten werden nur Illusionen eingepflanzt, um sie ruhig zu stellen. Das gilt nicht nur für Frauen und Schwarze, sondern auch für Behinderte, religiöse Splittergruppen oder Nerds. Und dass Tesla nachweislich einen an der Waffel hat und damit auch zu einer dieser Gruppen gehört, ist ja wohl unbestreitbar.

    Repräsentation von benachteiligten Gruppen in Medien ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen dient es dazu, Mitgliedern dieser Gruppen zu zeigen, dass sie es doch schaffen können mehr zu sein. Ein gutes Beispiel direkt aus der Popkultur wäre der Fall Nichelle Nichols und Whoopi Goldberg. Goldberg ist Schauspielerin geworden, weil sie Nichelle Nichols im Fernsehen als Lt. Uhura gesehen hat, was sie dazu inspiriert hat diesen Karriereweg zu verfolgen. Und um bei diesem Charakter zu bleiben, Dr. Martin Luther King jr. selbst hat Nichols, als sie die Rolle der Uhura aufgeben wollte, dazu überredet weiter zu machen und zwar aus genau diesem Grund - ihre Präsenz an Bord der Enterprise hat Millionen schwarzer Amerikaner Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben. Und auch Weißen gezeigt, dass Schwarze mit ihnen gleichberechtigt sein können. Dies wäre dann auch der zweite Grund warum Repräsentation von benachteiligten - und oftmals gesellschaftlich diskriminierte - Gruppen in den Medien wichtig ist. Sie dient auch dazu, dass die Mehrheit diese Gruppen wahrnimmt und, bei der positiven Darstellung dieser, ihre Einstellungen gegenüber ihr verändert.

  • Repräsentation von benachteiligten Gruppen in Medien ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen dient es dazu, Mitgliedern dieser Gruppen zu zeigen, dass sie es doch schaffen können mehr zu sein. Ein gutes Beispiel direkt aus der Popkultur wäre der Fall Nichelle Nichols und Whoopi Goldberg. Goldberg ist Schauspielerin geworden, weil sie Nichelle Nichols im Fernsehen als Lt. Uhura gesehen hat, was sie dazu inspiriert hat diesen Karriereweg zu verfolgen. Und um bei diesem Charakter zu bleiben, Dr. Martin Luther King jr. selbst hat Nichols, als sie die Rolle der Uhura aufgeben wollte, dazu überredet weiter zu machen und zwar aus genau diesem Grund - ihre Präsenz an Bord der Enterprise hat Millionen schwarzer Amerikaner Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben. Und auch Weißen gezeigt, dass Schwarze mit ihnen gleichberechtigt sein können. Dies wäre dann auch der zweite Grund warum Repräsentation von benachteiligten - und oftmals gesellschaftlich diskriminierte - Gruppen in den Medien wichtig ist. Sie dient auch dazu, dass die Mehrheit diese Gruppen wahrnimmt und, bei der positiven Darstellung dieser, ihre Einstellungen gegenüber ihr verändert.

    Der Vergleich hinkt. Bei Nichols und Goldberg handelte es sich um feste Figuren. Damit gab es dann eine sinnvolle Einbettung in die Geschichten und die Zuschauer hatten ihre Repräsentanten, die ihnen als Ansporn dienen konnten.

    Heute haben wir zum einen die Einbettung in die reguläre Castliste, also die, die ständig dabei sind (hier passt dann der Vergleich), aber eben auch Präsentationen in den jeweiligen Stories of the Week. Wenn dann in eigentlich jeder Folge die "benachteiligte Gruppe of the Week" positiv und motivierend präsentiert wird, was dann, nebenbei angemerkt, so überhaupt nichts mehr mit korrekter absoluter Repräsentanz zu tun hat, wirkt es mindestens erzwungen, zumeist nach einigen solcher Folgen unglaubwürdig und am Ende auch nicht mehr motivierend. "Ah, schau mal, heute sind XYZ besser als der alte, weiße Mann, weil sie dieses mal ABC besser können". Akzeptanz erzeugt man damit eher nicht.

    Dies ist kein Kuschelforum. Dies ist DrWho.de


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    "Dann nehmt ihn mit, sperrt ihn ins Hinterzimmer und lasst ihn da bloß nie wieder raus!"

  • Auf Gallifreybase ist gerade eine irrwitzige Diskussion über Bill in Staffel 10 losgebrochen. Weil sie ja schwarz und lesbisch sei, wird es Moffat vorgeworfen sie zum Ende der Staffel - mehr oder weniger - sterben zu lassen, indem sie zum Cyberman konvertiert wird.


    Zudem habe sie praktisch fast 12 Jahre als Sklavin gelebt, um auf den Doctor, den alten weißen Mann, als ihren Retter und Erlöser zu warten.


    Als weiteres Argument wird verwendet, dass Bill‘s Story gar nicht wichtig gewesen sei, sondern nur als Vehikel für die Missy Redemption Story dienen sollte.

    Und ich denke mir bei so einer Argumentation nur, warum soll ein schwarzer und lesbischer Companion mit Samthandschuhen angefasst werden. Darf diesem die etwas passieren? Und muss dieser Charakter immer im guten Licht dastehen? Ist das Leben nicht viel komplexer als das?

  • Repräsentation von benachteiligten Gruppen in Medien ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen dient es dazu, Mitgliedern dieser Gruppen zu zeigen, dass sie es doch schaffen können mehr zu sein. Ein gutes Beispiel direkt aus der Popkultur wäre der Fall Nichelle Nichols und Whoopi Goldberg. Goldberg ist Schauspielerin geworden, weil sie Nichelle Nichols im Fernsehen als Lt. Uhura gesehen hat, was sie dazu inspiriert hat diesen Karriereweg zu verfolgen. Und um bei diesem Charakter zu bleiben, Dr. Martin Luther King jr. selbst hat Nichols, als sie die Rolle der Uhura aufgeben wollte, dazu überredet weiter zu machen und zwar aus genau diesem Grund - ihre Präsenz an Bord der Enterprise hat Millionen schwarzer Amerikaner Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben. Und auch Weißen gezeigt, dass Schwarze mit ihnen gleichberechtigt sein können. Dies wäre dann auch der zweite Grund warum Repräsentation von benachteiligten - und oftmals gesellschaftlich diskriminierte - Gruppen in den Medien wichtig ist. Sie dient auch dazu, dass die Mehrheit diese Gruppen wahrnimmt und, bei der positiven Darstellung dieser, ihre Einstellungen gegenüber ihr verändert.

    OK, du willst es also absichtlich falsch verstehen. Uhura war damals eine kontroverse Figur in den USA und der Kuss mit Kirk ein Skandal. Heutzutage lockt man aber mit Gleichberechtigung niemanden mehr hinter dem Ofen vor, also muss man eine Erhöhung schaffen. Würde Star Trek heute produziert, wäre Uhura nicht nur ein normalen Mitglied der Brückenbesatzung, sondern diejenige, die alle ihre männlichen Kollegen in die Tasche steckt und ihnen zeigt, wo der Hammer hängt. Und sie wäre dann auch kein Einzelfall, sondern alle Frauen wären ihren männlichen Kollegen klar überlegen und würden sie als völlige Idioten dastehen lassen. Ein Chauvinismus, der in die andere Richtung ausschlägt. Gibt es nicht? Na dann schau dir mal an, was derzeit bei Discovery, oder besser, bei den Short Treks läuft. Ein passendes Vergleichsvideo dazu gibt es hier:

    Picard verhält sich wie ein echter Anführer, der dafür sorgt, dass auch sozial schwache Personen (Barclay) in das Team integriert werden und ihre Stärken ausspielen können. Lucero hingegen verhält sich einfach nur dämlich und eines Kommandos nicht würdig. Das Schlimme ist: dieses Bashing soll auch noch lustig sein.

    Das ist aber kein Eizelfall, sondern etwas, das jetzt zwanghaft überall durchgesetzt wird und daher als absoluter Holzhammer genau das Gegenteil von dem bewirkt, was du beschreibst. Ich persönlich fand Sisko und Janeway als Kapitäne von Star-Trek-Serien sehr gut. Bei denen wurde aber auch nicht so plump offensichtlich wie heute der Moralhammer geschwungen, sondern sie konnten sich - als gleichberechtigte und nicht als überzeichnete Personen ihrer Gesellschaft - durch ihre Fähigkeiten hervortun.

    Letztens gab es eine Doku über die "Mütte des Grundgesetzes". Was ich mich frage ist, was diese denn so Besonderes gegenüber den Vätern des Grundgesetzes gemacht haben, dass sie besonders erwähnt werden und nicht zusammen mit diesen genannt werden müssen? Ist ihre Leistung größer gewesen, so dass sie besonders herausgestellt werden müssen? Ich denke nicht und eine Sendung über die Eltern des Grundgesetzes sollte alle diese Personen geschlechtsunabhängig vorstellen. Das ist das, was ich unter Gleichberechtigung verstehe.

    Die Geschichte von Marie Curie, die von Warschau nach Paris zog, weil in Russland (wozu Polen ja damals gehörte) Frauen nicht studieren durften, ist da schon wesentlich interessanter, zumal sie neben Linus Pauling die einzige ist, die den Nobelpreis in zwei verschiedenen Kategorien erhalten haben. Ihr Mann ist für diese Ehre zu früh 1906 bei einem Verkehrsunfall gestorben. Deshalb hat sie für die gemeinsame Ehre mehr Anerkennung erhalten.


    Der Vergleich hinkt. Bei Nichols und Goldberg handelte es sich um feste Figuren. Damit gab es dann eine sinnvolle Einbettung in die Geschichten und die Zuschauer hatten ihre Repräsentanten, die ihnen als Ansporn dienen konnten.

    Heute haben wir zum einen die Einbettung in die reguläre Castliste, also die, die ständig dabei sind (hier passt dann der Vergleich), aber eben auch Präsentationen in den jeweiligen Stories of the Week. Wenn dann in eigentlich jeder Folge die "benachteiligte Gruppe of the Week" positiv und motivierend präsentiert wird, was dann, nebenbei angemerkt, so überhaupt nichts mehr mit korrekter absoluter Repräsentanz zu tun hat, wirkt es mindestens erzwungen, zumeist nach einigen solcher Folgen unglaubwürdig und am Ende auch nicht mehr motivierend. "Ah, schau mal, heute sind XYZ besser als der alte, weiße Mann, weil sie dieses mal ABC besser können". Akzeptanz erzeugt man damit eher nicht.

    Genau so ist es. Danke. Damit wird nicht nur keine Akzeptanz, sondern das Gegenteil erreicht, womit man dem Ziel einen Bärendienst erweist. Und um diesen Bärendienst geht es hauptsächlich in meiner Kritik.


    Auf Gallifreybase ist gerade eine irrwitzige Diskussion über Bill in Staffel 10 losgebrochen. Weil sie ja schwarz und lesbisch sei, wird es Moffat vorgeworfen sie zum Ende der Staffel - mehr oder weniger - sterben zu lassen, indem sie zum Cyberman konvertiert wird.


    Zudem habe sie praktisch fast 12 Jahre als Sklavin gelebt, um auf den Doctor, den alten weißen Mann, als ihren Retter und Erlöser zu warten.


    Als weiteres Argument wird verwendet, dass Bill‘s Story gar nicht wichtig gewesen sei, sondern nur als Vehikel für die Missy Redemption Story dienen sollte.

    Und ich denke mir bei so einer Argumentation nur, warum soll ein schwarzer und lesbischer Companion mit Samthandschuhen angefasst werden. Darf diesem die etwas passieren? Und muss dieser Charakter immer im guten Licht dastehen? Ist das Leben nicht viel komplexer als das?

    Das frage ich mich auch immer. Falsch verstandene Rücksichtnahme ist auch eine Form der Diskriminierung. Und ich fand Bill als Charakter großartig. Auf jeden Fall deutlich besser als Rose oder Donna.

  • In der Annahme, dass der Showrunner alle Drehbücher durchliest und ggf. ändert... Ist es dem Autor der Doppelfolge mit den Silurians nicht aufgefallen, dass hier eine Silurian-Waffe als „alien weapon" bezeichnet wird?

  • Der Vergleich hinkt. Bei Nichols und Goldberg handelte es sich um feste Figuren.

    Zum einen sollte es kein 1:1 Vergleich sein, sondern einfach nur ein Beispiel dafür, was die Repräsentation von Minderheiten positves bewirken kann. Zum anderen, frage ich mich, warum du hier Goldberg so erwähnst, als wäre sie von mir als ein Beispiel für positive Repräsentation einer Minderheit aufgelistet worden. Das habe ich nicht. Ich habe ihre Entscheidung, Schauspielerin zu werden, als positives Ergebnis der positiven Repräsentation schwarzer Frauen durch Nichelle Nichols erwähnt.

    Uhura war damals eine kontroverse Figur in den USA und der Kuss mit Kirk ein Skandal.

    Das ist nichts weiter als eine Urbane Legende, genauso wie die Behauptung, dass es sich bei diesem Kuss um den ersten inter-racial kiss der US-amerikanischen Fernsehgeschichte handelte. Es gab bereits vorher und die Reaktion auf diesen Kuss, zumindest laut Nichelle Nichols selbst, war eher positiv. Natürlich gab es auch negative Reaktionen, aber deren Ausmaß wurde in den danach folgenden Jahrzehnten künstlich erhöht, genauso wie die "Bedeutung" des Kusses an sich.

    dieses Bashing soll auch noch lustig sein.

    Du hast es erkannt. Es handelt sich hier um Comedy. Schlechte Comedy, aber um Comedy. Beide Seite sind ins lächerlich verzehrt und im Endeffekt Idioten. Daraus soll sich in diesem Falle der Humor ergeben. Würdest du auch darüber rumjammern, wenn der Wissenschaftler 'ne Frau gewesen wäre und der Captain ein Mann?

    Letztens gab es eine Doku über die "Mütte des Grundgesetzes". Was ich mich frage ist, was diese denn so Besonderes gegenüber den Vätern des Grundgesetzes gemacht haben, dass sie besonders erwähnt werden und nicht zusammen mit diesen genannt werden müssen? Ist ihre Leistung größer gewesen, so dass sie besonders herausgestellt werden müssen? Ich denke nicht und eine Sendung über die Eltern des Grundgesetzes sollte alle diese Personen geschlechtsunabhängig vorstellen.

    Und wie viele Dokus gab es über die Väter des Grundgesetzes, ohne dass die Mütter desselbigen irgendwie großartig Erwähnung gefunden hätten? Und jetzt gibt es eine Doku, in der sie nun eben im Fokus stehen und schon ist es sexistisch? Du gehörst wahrscheinlich auch zu den Leuten, die meinen, Jordan Peele sei rassistisch, weil er sagte, er könne sich derzeit nicht vorstellen, Horrorfilme mit weißem Hauptcast zu drehen, da es bereits genügend solcher gebe und er daher jetzt halt Horrorfilme mit schwarzem Hauptcast macht.


    Du kannst ja gerne in deiner post-sexistischen Welt leben, aber wenn du irgendwann mal deine Elfenbeinturm verlässt, wirst du vielleicht verstehen, dass es immer noch einen gesellschaftlichen Unterschied macht, ob du Mann, Frau oder wasauchimmer bist. Und diesen Unterschied räumt man nicht aus der Welt, in dem man - typisch post-gender - so tut, als gäbe es ihn nicht mehr. Oder ist dir klar, dass es diesen Unterschied immer noch gibt? Wenn ja, glaubst du wirklich, den kann man durchs Ignorieren aus der Welt schaffen?

    Auf Gallifreybase ist gerade eine irrwitzige Diskussion über Bill in Staffel 10 losgebrochen. Weil sie ja schwarz und lesbisch sei, wird es Moffat vorgeworfen sie zum Ende der Staffel - mehr oder weniger - sterben zu lassen, indem sie zum Cyberman konvertiert wird.


    Zudem habe sie praktisch fast 12 Jahre als Sklavin gelebt, um auf den Doctor, den alten weißen Mann, als ihren Retter und Erlöser zu warten.


    Als weiteres Argument wird verwendet, dass Bill‘s Story gar nicht wichtig gewesen sei, sondern nur als Vehikel für die Missy Redemption Story dienen sollte.


    Und ich denke mir bei so einer Argumentation nur, warum soll ein schwarzer und lesbischer Companion mit Samthandschuhen angefasst werden. Darf diesem die etwas passieren? Und muss dieser Charakter immer im guten Licht dastehen? Ist das Leben nicht viel komplexer als das?

    Natürlich ist das Leben komplizierter als das. Trotzdem ist dies ein interessantes Beispiel dafür, wie unterschiedliche Erfahrungen, die Rezeption eines Werkes verändern. Denn die drei Kritikpunkte, die hier angesprochen werden, sind, gerade im amerikanischen Film und Fernsehen, verbreitete Klischees. Das erste wäre die "Kill the Gay"-Trope, die zweite die "White Savior"-Trope, und das dritte "Woman as plot device"-Trope. Alle drei lassen sich auf den Motion Picture Production Code zurückführen. Homosexuelle hatten kein Happy End zu bekommen, Weißen hatten anderen überlegen zu sein, und Männer waren wichtiger als Frauen.


    Der Ursprung dieser Klischees ist also definitiv diskriminierend und daher reagieren, gerader Amerikaner, die entweder diesen Gruppen angehören oder generell ein links-liberales Weltbild haben, kritisch darauf, wenn ein Werk sie weiterhin anwendet. Nun handelt sich bei Doctor Who natürlich um eine britische Serie, keine amerikanische. Und selbst wenn dem nicht so wäre, muss das Vorkommen dieser Klischee nicht an sich negativ sein und man kann nicht einwandfrei auf eine negative Intention des Autoren schließen.


    Hinzukommt hier, dass alle Klischees entkräftet werden können. Die "Women as plot device"-Trope besagt eigentlich, dass eine Frau nur dazu dient, einem Mann als Motivationsfaktor zu dienen - entweder in dem ihr was passiert oder sie sein Kind gebärt. Da Bill aber laut den Kritikern dazu benutzt wurde, um Missy zu entwickeln, erfüllt sie das Klischee schon einmal nicht. Ein weiterer Aspekt dieser Trope besagt, dass die weibliche Figur eigentlich kein eigenständig entwickelter Charakter ist sondern wirklich nur als Plot Device dient, was bei Bill ebenfalls nicht der Fall ist.


    "Kill the Gay" trifft zwar schon eher zu - Bill stirbt, aber sie bekommst ihr Happy End. Sie wird von Heather wieder zum Leben erweckt und reist dann mit ihr als Nicht-Mensch durch Raum und Zeit. Dadurch befolgt Moffat auf der einen Seite zwar die Regeln des Klischees, umgeht diese dann aber schon. Und befolgt damit sein eigenes Klischee - der Companion stirbt, aber nicht wirklich, und bekommt sein Happy End. Amy und Rory werden in die Vergangenheit versetzt, sterben dort, ohne je wieder den Doctor oder ihre Familien zu treffen, konnten sich aber ein glückliches Leben zu zweit aufbauen. Clara stirbt, wird aber vom Doctor in dem Moment ihres Todes "gerettet" und reist dann erst einmal für wer weiß wie lange mit Lady Me in ihrer eigenen TARDIS durch Raum und Zeit. Und jetzt halt Bill, die zwar stirbt, aber wieder zum Leben erweckt wird als eine andere Lebensform und mit ihrer Freundin dann zusammenreist.


    Und die "White Savior"-Trope ist in Doctor Who ehe unumgänglich, solange man nicht entweder nur weiße Companions an Bord hat oder der Doctor für alle Ewigkeit nicht mehr weiß sein darf. Beides dämlich. Also muss man damit leben, dass, wenn der Doctor weiß ist und der Companion nicht, dieses Klischee automatisch bedient wird.

  • ... Würde Star Trek heute produziert, wäre Uhura nicht nur ein normalen Mitglied der Brückenbesatzung, sondern diejenige, die alle ihre männlichen Kollegen in die Tasche steckt und ihnen zeigt, wo der Hammer hängt. Und sie wäre dann auch kein Einzelfall, sondern alle Frauen wären ihren männlichen Kollegen klar überlegen und würden sie als völlige Idioten dastehen lassen.

    etwa so wie in "the orville" ;)

  • etwa so wie in "the orville" ;)

    Kitan ist ein Alien von einer Schwerwelt. Das zählt nicht. :-D

    Aber ja, das ist das Schöne an The Orville: die Alienrassen sind deutlich fremder als es bei Star Trek der Fall ist, wo alle humanoiden Spezies miteinander kompatibel sind (und ja auch von einer gemeinsamen Urspezies abstammen), ohne dass es dabei in Richtung Weltraumzoo abdriftet. Bortus, der sein Ei ausbrütet, während Kitan das Schiff zerlegt, ist genial. Ebenso Yaphit, der immer versucht, sich Claire zu nähern.


    Würdest du auch darüber rumjammern, wenn der Wissenschaftler 'ne Frau gewesen wäre und der Captain ein Mann?

    Ich jammere nicht, ich äußere meine Meinung. Und ja. Das Geschlecht ist egal, ich bin schließlich Postgenderist. Deswegen nerven mich diese ganzen Geschlechterdebatten ja auch. Behandelt einfach alle Menschen gleich. Wenn sich da alle dran halten, brauche ich mich auch nicht mehr von solcher holzhammerartigen Moralapostelei nerven zu lassen.

    Und wie viele Dokus gab es über die Väter des Grundgesetzes, ohne dass die Mütter desselbigen irgendwie großartig Erwähnung gefunden hätten? Und jetzt gibt es eine Doku, in der sie nun eben im Fokus stehen und schon ist es sexistisch? Du gehörst wahrscheinlich auch zu den Leuten, die meinen, Jordan Peele sei rassistisch, weil er sagte, er könne sich derzeit nicht vorstellen, Horrorfilme mit weißem Hauptcast zu drehen, da es bereits genügend solcher gebe und er daher jetzt halt Horrorfilme mit schwarzem Hauptcast macht.

    Siehe vorheriger Absatz. Dass in der Politik auch Frauen mitwirken und dass das Grundgesetz auch Frauen mitgeschrieben haben, ist selbstverständlich und bedarf keiner gesonderten Erwähnung. Aber dadurch, dass man sie besonders hervorhebt, wird ihre Leistung gegenüber der ihrer männlichen Kollegen erhöht. Und das ist selbstverständlich sexistisch.

  • Es wird besser! Von mir ein klares "gut". Robert Glenister war klasse in der Rolle des Edison. Insgesamt gab es da wenig auszusetzen bis auf das Racnoss-Recycling.

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)

  • Endlich geschafft, es nochmal zu sehen,

    ja, eine Episode, die sehr viel Spaß macht. In den USA gibt es allerdings Fans, die meinen, Edison sei zu negativ dargestellt worden, schließlich lernt man dort in der Schule, was für ein großartiger Erfinder der war. Aber was beklagen die sich? Edison wird als tüchtiger Geschäftsmann gezeigt, der Dinge umsetzen kann. Das müsste bei denen da drüben doch als Ideal gelten.


    Auf der anderen Seite steht die Frage, ob Tesla eventuell zu positiv dargestellt wurde. Jein. Derart verkantete Genies gehören als Querdenker zum wissenschaftlichen Fortschritt dazu. Solche Leute sind fanatisch genug, aussichtslose Ideen solange zu verfolgen, bis etwas dabei herauskommt. Manchmal. Letztlich handelt es sich um Psychopathen, deren Wahnvorstellungen nur zufällig mit einzelnen, bislang unbekannten Aspekten der Natur übereinstimmen. Meistens jagen sie ihr Leben lang nur aussichtslosen Hirngespinsten hinterher. Wahre Wissenschaft beginnt auf die Weise, zu der Kepler sich durchgerungen hat. Man muss bereit sein, falsche Ideen aufzugeben und die tatsächlichen Eigenschaften der Natur zum Ausgangspunkt zu nehmen. Allerdings befinden wir uns hier in der Science Fiction und da ist jede hinreichend entwickelte Technologie in der Lage, den Wardenclyffe Tower zum Funktionieren zu bringen.


    Tesla wird von einer aufgebrachten Menge als "foreign lunatic" bezeichnet. Das Sendedatum war der Welttag der Migranten und Flüchtlinge. Wie bei "Punjab" und dem Poppy-Day hat man einen Zusammenhang zwischen Details der Episode und einem dazu passenden Gedenktag hergestellt.


    Ein paar Sachen habe ich immer noch nicht mitgekriegt. Wie sind Doctor und Tesla auf diesen Zug gekommen? Vermutlich gibt es einen Bahnhof, wo sie ganz normal eingestiegen sind. Warum musste die Queen der Skithra sich auf dem Schiff befinden, damit der Blitz von dem Turm abgestrahlt werden konnte? Vielleicht wird dieser Energiestrahl aus dem Schwanz der Queen als Gegenpol gebraucht. Aber, was mich wirklich irritiert, müsste das "Police Public Call Box" im Inneren der Tardis nicht seitenverkehrt zu lesen sein? War das in Staffel 11 auch schon so? Unterliege ich gerade dem Mandela-Effekt?


    Radioactive Man


    @Nikokio,

    vor ein paar Wochen habe ich das Buch Star Tales gelesen. Da beklagen sich die Companions über das Name Dropping des Doctors in Staffel 11. Darauf bekommen sie ein paar weitere Geschichten über Begegnungen des Doctors mit berühmten Leuten zu hören und dürfen sogar selbst ein paar Prominente treffen. Es ist neben Elvis, Einstein und Houdini auch die von Dir jetzt mehrfach genannte Amelia Earhart.

  • Ein paar Sachen habe ich immer noch nicht mitgekriegt. […] Warum musste die Queen der Skithra sich auf dem Schiff befinden, damit der Blitz von dem Turm abgestrahlt werden konnte? Vielleicht wird dieser Energiestrahl aus dem Schwanz der Queen als Gegenpol gebraucht.

    Doctor und Co. haben herausgefunden, dass die Skithra mit einem Hive Mind funktionieren und die Theorie war, dass wenn die Königin stirbt auch die Horden an Skithra, die sie gerade angreifen, damit aufhören. Da die Königin zwischenzeitlich nicht auf dem Schiff war, hätte dessen Zerstörung also auch nichts gebracht.

    I have a new destination. My journey's the same as yours, the same as anyone's.
    It's taken me so many years, so many lifetimes but at last I know where I'm going... Where I've always been going:
    Home... The long way 'round


    1stdoc 2nddoc 3rddoc 4thdoc 5thdoc 6thdoc 7thdoc 8thdoc Wardoc 9thdoc 10thdoc 11thdoc 2_1Doc

  • time & space,

    ja, und die Queen dann eben direkt auf der Erde zu töten, war natürlich außerhalb der gedanklichen Reichweite, deshalb musste sie unbedingt auf ihr Schiff zurück teleportiert werden.


    Queen Skithra in ihrer grenzenlosen Selbstüberschätzung über die Menschen: "Oh, you really are fragile creatures, aren't you?"


    Und dann sieht man, wie einer dieser Skorpione durch eine simple Pistolenkugel von Edisons Waffe zerplatzt. Das hätte dann sicher auch für die Queen gereicht. Wäre alles etwas deutlicher gewesen, wenn man klar gesagt hätte, dass es nicht darum geht, Queen Skithra umzubringen, sondern man sie lediglich von der Erde vertreiben will. Dann ergibt es nämlich Sinn, dass sie sich auf dem Schiff befinden muss.


    Radioactive Man

  • Ich war positiv überrascht von der Episode. Wird ja langsam echt besser.


    Beim Teaser dachte ich noch "och ne, schon wieder historische Persönlichkeit und Aliens". Aber gut, es war eine Standardstory, hat aber durchweg gut unterhalten.


    Jodie kann tatsächlich den Doctor auch gut spielen wenn die Drehbuchvorlage passt, wie hier schon gesagt wurde. Hat mich überzeugt. Mein "Schlüsselmoment" war aber ganz am Ende die perfekt getimte Pause und der Blick nach der Frage "Have you ever seen a dead planet?". Da habe ich auch als Zuschauer gedacht "Queen, du bist jetzt definitiv zu weit gegangen!".


    Letzte Woche, also jetzt eigentlich vor zwei Wochen, war ich nicht überzeugt. Aber diese Episode war wieder besser. Bin mal gespannt wie es dann heute Abend aussieht.

    "Ironically, while the Eleventh Doctor never encountered the Master onscreen, the episodes containing both his first and last appearances in broadcast order featured two different incarnations of the Master."

  • Schlaubi

    Hat das Label Aktuelle Episode entfernt
  • Eigentlich eine schöne Folge.


    Generell habe ich es nicht so mit Historicals und finde Episoden die in der Zukunft spielen oder im Weltraum interessanter und aus diesem Gesichtspunkt betrachtet ist die Folge sogar unerwartet gut.

    Die Figur von Nikola Tesla mag ich sowieso, erst vor kurzem das Spiel Close to the Sun gespielt und okay, das Spiel war krasser, aber ja, das wertet meine Meinung zu der Folge schon mal grundsätzlich auf.


    Thema Realismus, stimmt schon das Tesla vielleicht etwas zu positiv dargestellt wurde, man hätte sich hier schon mehr trauen können, Edison jedoch fand ich gut dargestellt und natürlich mokieren die Amis sich darüber, dass ihr Idol in Wahrheit nicht so dolle war, wie sie es gerne hätten, ist ja jetzt nichts ungewöhnliches für Amerikaner.


    Handlung, nun Tesla war nun mal bekannt für seine extremen Ideen und das das ganze dann mit Aliens kombiniert wird, war erwartbar. Im Grunde auch nicht schlecht, die Spinnenficher dienten aber wohl hauptsächlich dazu, grusselig zu sein und nicht irgendwie logisch oder passend. Bei aller Bewunderung gegenüber Tesla glaube ich nicht, dass er wirklich ein brauchbarere Ingenieur für die gewesen wäre.



    Zu der Sache mit dem Gedächtnis löschen, das in Spyfall eingeführt wurde: Stimmt, das fällt extrem auf. Damals war das so super wichtig und nun interessiert es keinen mehr und das obwohl Tesla und Edison mit dem Wissen sicher mehr anfangen und die Zeitlinie verändern konnten. Aber diese Inkonzinnität laste ich nicht der Folge, sondern Chibnall, bzw. der Staffel an.


    Insgesamt also, wie oben schon geschrieben ein Gut von mir.

  • Ein paar Sachen habe ich immer noch nicht mitgekriegt. Wie sind Doctor und Tesla auf diesen Zug gekommen?

    wir hinken hier ein bisschen nach , aber ja , ich war mir gestern abend auch nicht ganz sicher , ob da vielleicht ein technischer fehler vorlag und der film irgendwie ... gesprungen ist . oder im schneideraum ein fehler passiert ist . noch eine minute rauschgeschnitten für mehr werbung ? sekundenschlaf meinerseits ? jedenfalls war das also nicht nur hier bei uns so , und nicht nur ich war ein bisschen verwirrt . wenn sie reingebeamt wurden , dann ihr verfolger offenbar auch .


    aber egal , wen jucken solche kleinigkeiten noch ^^