12x08 - The Haunting of Villa Diodati

  • Oder früher hatten einige die rosarote Moffat-Brille auf und haben über so manch mittelschlimme Folge wohlwollend hinweggesehen, weil man mit den Gedanken sowieso beim Story-Arc war, den Moffat ja garantiert im Finale genial *hust* auflösen würde. Oder warum sind hier im Forum die durchschnittlichen Bewertungen von solchen längst vergessenen/verdrängten Folgen wie "Journey to the Centre of the TARDIS", "A Town called Mercy" oder (wenn auch knapp) fucking "Kill the Moon" höher als die Bewertungen von "Kerblam!" oder der Nikola Tesla Folge ?

  • Solus, ich habe die von dir genannten Episoden zu Recht damals nicht gut bewertet. Da mag aber noch etwas anderes mit reinspielen. Die totalen Ausfälle gab es auch bei RTD und Moffat, aber da waren die guten Stories nicht die Ausnahme. Zumindest bot eine Staffel für jeden etwas und die Qualität konnte von Folge zu Folge stark variieren. Das hat nix mit rosarote Brille zu tun, sondern damit, dass sich Moffat auch einen Status erarbeitet hat. Bei Chibnall variiert nicht viel, da ist das Niveau konstant unten. Und da sticht eine Folge, die handwerklich gut geschrieben ist, eben noch viel mehr hervor.

  • Ok, Nesteen trifft auf Agata Christie und die Army of Ghosts sucht nach dem Zimmer von Prisoner Zero. Scherz bei Seite. Chibby war diesmal nicht Co-Autor und das hat man gemerkt. Die Story schien mir irgendwie stringenter als so manch andere Folge. Ich fand die Erklärung zum "Jahr ohne Sommer" angenehm unbelehrend. Allgemein war mir die Doctress sogar ziemlich sympathisch in dieser Folge:
    Die Szene wo sie von der Hand probiert hat war angenehm amüsant, sie hat Dinge ohne den Sonic rausgefunden und endlich mal gezeigt wer die Hosen an hat in der Fam, auch wenn ich Stratosphäre etwas zu hoch angesetzt finde. In dieser Monolog Szene hab ich ihr den Doktor abgenommen und konnte sogar sowas wie Wut, Entschlossenheit und Verzweiflung, kurzum Emotionen erahnen. Die einsame Geige im Hintergrund hat's dann aber irgendwie banalisiert. (Pluspunkt fürs versuchen)


    Alles in allem ein Gut für die Story und Ausführung, Abzug für die Kreativlosigkeit ergibt bei mir ein Durchschnitt. Im Bezug der letzten beien Staffeln ist die Folge alleridngs oben mit dabei.

  • Normalerweise gefällt mir eine Episode beim zweiten Mal besser,

    weil sich dann einige der vermeintlichen Widersprüche auflösen. Diesmal war es eher umgekehrt, denn die Gruselstimmung wurde letztlich nur durch eine Aneinanderreihung von Effekten erzeugt, die schnell verbraucht sind und dann eben nicht mehr wirken.


    Der Aufbau der Episode erinnert an "Knock Knock". Da gab es einen ersten Teil, wo Holzläuse/Asseln aus den Wänden krochen und die Bewohner des Hauses der Reihe nach umbrachten. Und einen zweiten Teil über die bizarre Beziehung des Hausbesitzers zu seiner Mutter. Beide Teile bedienten unterschiedliche Genres und passten irgendwie nicht zusammen.


    Diesmal haben wir einen ersten Teil mit klassischen Spukerscheinungen und einen zweiten Teil mit dem Cyberman. Beides hat ebenfalls wenig bis gar nichts miteinander zu tun. Die Spukerscheinungen waren nur eine - letztlich nutzlose - Projektion von Percy und dem Cyberium, um den Cyberman abzuwehren. Relevant wäre das allenfalls, wenn Graham bei der Gelegenheit bereits eins der Timeless Children gesehen hätte. Aber bislang zerfällt der erste Teil der Episode nur zu einer Ansammlung von - optisch immerhin gut gemachten - Bedeutungslosigkeiten, die zur Handlung absolut nichts beiträgt.


    Der Teil mit dem Cyberman ist dagegen auch beim zweiten Mal noch beeindruckend. Hierbei wird es allerdings wesentlich darauf ankommen, wie die Sache weitergeht. Bislang ist das Szenario von Chibnall aber nur Bullshit. "Armies will rise and billions will die", wenn der Lone Cyberman das bekommt, was er will, so wird es uns auf der einen Seite dargestellt. Aber auf der anderen Seite haben in dieser fernen Zukunft doch schon längst die Armeen gegeneinander gekämpft und es sind bereits Milliarden Menschen gestorben und es gibt nur noch wenige Überlebende.


    Falls es sich nicht bloß um eine alternative Zeitlinie handelt, die rewritten werden kann, ist es folglich sowieso schon zu spät, den Tod von diesen Milliarden Menschen zu verhindern. Es ist so als würden Doctor und Companions ausgerechnet zum Mai 1945 reisen wollen, um einen fürchterlichen Krieg mit vielen Millionen Toten abzuwenden.


    Und dann diese absurde Alternative, ob jetzt Percy stirbt oder die Milliarden in der Zukunft. Falls Percy stirbt, würde das Cyberium in seinem Körper ja dadurch nicht vor dem Cyberman geschützt sein. Es würde also überhaupt nichts nützen, Percy sterben zu lassen. Man würde keine Gefahr dadurch abwenden und niemanden dadurch retten.


    Die wahre Alternative ist, ob der Doctor jetzt diesen einen Cyberman tötet und dann das Cyberium in der Tardis sicher verwahrt oder stattdessen in der Zukunft für die Vernichtung der verbliebenen Restarmee der Cybermen sorgen muss.


    Und das ist vermutlich der Trick. Wie das Validium in "Silver Nemesis" wurde jetzt das Cyberium vom Doctor entsprechend programmiert und an den Lone Cyberman übergeben, um damit die Cybermen in der Zukunft besiegen zu können.


    Um Chibnall mal etwas entgegen zu kommen, ein Konzept, das dahinter stehen könnte, wäre zum Beispiel, dass die Cybermen der Zukunft sich gar nicht so sehr für die paar nach dem bisherigen Krieg verbliebenen Menschen interessieren. Sie verfügen jetzt über das Mittel der Zeitreise und wollen die Menschen in jeder Zeitepoche konvertieren. Sie brauchen das Cyberium als Supercomputer, um die dadurch entstehenden Zeitparadoxa zu berechnen und zu kontrollieren.


    Was natürlich nicht gelingt. Als Konsequenz ensteht unter anderem die alternative Version von Gallifrey mit dem Ruth-Doctor.


    Die eigentlich spannende Frage in dieser Episode bleibt aber, ob mit der enigmatischen Person von Yaz womöglich Ryan gemeint ist.


    Radioactive Man

  • Ich fand die Folge auch im gesamten Newwho-Kontext sehr gut.

    Und es ist eine der einzigen Jodie-Folgen, die mir von Anfang bis Ende gefallen hat.

    Klar, das Wie und Warum des Guardians und des Wahrnehmungsfilters des Hauses bleiben im Großen und Ganzen ungeklärt, doch nimmt das der Geschichte für mich nix von seiner Dynamik und Dramaturgie.

    Im Gegensatz zu letzter Woche, wo ich die ganze Zeit dachte, wann ist das endlich vorbei, kam mir hier das Ende eher zu schnell.

    Klar macht eine Schwalbe noch keinen Sommer und die Staffel als Ganzes ist daher immer noch murks, aber dies ist zumindest eine Folge, die ich mir sicher auch in ein paar Jahren gern nochmal anschauen werde.

  • Ich glaube dir gerne, dass du alle Folgen scheiße findest. Kann es aber daran liegen, dass du mit einer Null-Bock-die-Folge-wird-eh-blöd-Einstellung da ran gehst?

    Nein, Der Dude macht es mir Gott sei Dank einfacher, dass jetzt zu posten: ich fand die Folge auch nicht besonders. Da waren zuviele Sachen wo ich eine Augenbraue hochziehen musste. Es gab schon weitaus bessere Gruselfolgen bei DW und diese zählt meiner Meinung nach eher zu denen im zweiten Drittel.

    Und nein, ich gehe nicht mit dem Vorsatz ran, alles Scheisse finden zu müssen was ich sehe.

  • Hieß dieses "Kunststoff-Wesen" aus Rose nicht so? Kann sein das es anders geschrieben wir oder ich mich vertue... Musste da dran denken als die Hand durch die Gegend lief.


    Ah, hab die Verbindung nicht verstanden.

    P.S.: Sollten Sie Dr. Allen sehen, erschießen Sie ihn und lösen

    Sie den Körper in Säure auf. Verbrennen Sie ihn auf keinen Fall.

  • Nein, Der Dude macht es mir Gott sei Dank einfacher, dass jetzt zu posten: ich fand die Folge auch nicht besonders. Da waren zuviele Sachen wo ich eine Augenbraue hochziehen musste. Es gab schon weitaus bessere Gruselfolgen bei DW und diese zählt meiner Meinung nach eher zu denen im zweiten Drittel.

    Und nein, ich gehe nicht mit dem Vorsatz ran, alles Scheisse finden zu müssen was ich sehe.

    Der feine Unterschied, dass Der Dude konsequent, wenn er bewertet, die niedrigste Kategorie wertet.

    1. 6thdoc 2. 12thdoc 3. 5thdoc 4. 11thdoc 5. 7thdoc 6. 10thdoc 7. 8thdoc 8. 9thdoc 9. 10. Wardoc
    Rest: Anteilig zu wenig gesehen, um entscheiden zu können.

  • Ich fand die Folge tatsächlich auch ziemlich furchtbar. Gefühlt 4 Stunden gefühlt dutzenden Menschen, die ich nicht auseinanderhalten kann, dabei zusehen, wie sie durch die gleichen Räume laufen. Gut, es gab schon Gruselstimmung, aber die (achtung Wortspiel) verläuft sich dann auch irgendwann. Und dann die Knochenhände und der Totenschädel...ernsthaft? Das ist so klischeebeladen, fehlt noch, dass die Doctor an den Knochenbröseln leck...oh.

    Die eine Dame (war das Frau Shelly? Oder war Shelly der Typ im Keller? Den ich btw ziemlich lange für den Schlafwandelnden Typen gehalten habe) macht sich in einem Moment totaaale Sorgen um ihr Baby (das sie einfach so einer Amme mitgegeben hat) um es im nächsten Moment wieder komplett zu vergessen, bis Frau Doctor im wahrsten Sinne drüber stolpert. Gnaarg. Warum versteckt sich der Glitzerodo vorm Cyberman? Und ernsthaft? Das komplette Wissen der Cyberman in einer CGI-Wolke, wie sie schlechter nicht in "Rasenmähermann" zu sehen war?

    Die üblichen Dinge wie in die Kamera vorgelesene Wikipedia-Einträge, psychic paper, schlechtes Schauspiel von Frau W., ständiges Herumgewedel mit dem Zauberstab, dämliche Grimassen von Frau W, überflüssige Companions und Tennanthaftes Rumgewusel von Frau W machen die Folge auch nicht besser. Ohhh, es ist ja soooo einsam oben an der Spitze, hier, ne Tüte Mitleid. Boah, war das mies gespielt.

    Weil die Frage hier im Thread vorkam, auch wenn sie nicht an mich gerichtet war: Ja, ich würde mir (wenn ich denn wählen müsste) lieber die Traumfolge mit den abgehackten Fingern angucken, als den pretentiösen Mist hier.