BBC & die ÖR

  • Die BBC hat aber auch derzeit ganz andere Probleme als Doctor Who. Die muss derzeit um ihr Überleben kämpfen gegen die aktuelle Regierung, die gerne die Rundfunkgebühren abschaffen möchte, weil die BBC es wagt, kritisch über Johnson zu berichten.

  • Die BBC hat aber auch derzeit ganz andere Probleme als Doctor Who. Die muss derzeit um ihr Überleben kämpfen gegen die aktuelle Regierung, die gerne die Rundfunkgebühren abschaffen möchte, weil die BBC es wagt, kritisch über Johnson zu berichten.

    Diese Forderungen gibt es hierzulande auch und das Programm der BBC ist (bei halbem Etat) deutlich besser als das der hiesigen Öffentlich-Rechtlichen. Von One mal abgesehen. ;-)

    Es wird über ein Abonnement nachgedacht, was ich gut finde.

    Was soll daran gut sein? Die Rundfunkgebühren sind ja dazu da, die Unabhängigkeit der ÖR zu gewährleisten.

  • Diese Forderungen gibt es hierzulande auch und das Programm der BBC ist (bei halbem Etat) deutlich besser als das der hiesigen Öffentlich-Rechtlichen. Von One mal abgesehen.

    Zum einen sind unsere öffentlich-rechtlichen wesentlich besser als ihr Ruf, zum anderen sind es bei uns besonders die rechten Spinner von der AfD, die das fordern, die, soweit ich weiß, nicht bei uns in der Regierung sitzen. In Großbritannien ist es die aktuelle Regierung, die offen darüber nachdenkt, die Rundfunkgebühren abzuschaffen. Das macht einen gewaltigen Unterschied.

  • Es würde halt dazu führen, dass ein gewisser Prozentsatz kein Abo abschließt, entsprechend muss das Abo teurer sein als die bisherige Gebühr, und das wiederum führt dazu, dass wieder ein paar mehr Zuschauer gehen, sodass es noch teurer wird oder die Qualität sinkt, ... Das ist halt ein Teufelskreis.

    Und Abo-Modell heißt eben sowas wie Netflix, und Netflix kann sich auch nur finanzieren, weil sie global agieren können. Könnte die BBC natürlich auch, aber müsste dann sämtlichen lokal-geprägten Content aus dem Programm schmeißen, denn das guckt ja keiner außerhalb von UK. Und dann wäre aber das Gejammer groß, wenn niemand mehr über die schönsten Landschaften Schottlands oder Walisische Dorffeste berichtet. Und dafür bezahlen wir letztendlich die öffentlich-rechtlichen Sender; dass die all den lokalen Scheiß senden, den ein privater Sender nie produzieren würde. Und dass ein Krimi auch mal in Dresden oder Münster spielt, und nicht nur in der Stadt, wo der Sender beheimatet ist und am preiswertesten produziert werden kann.

  • Was soll daran gut sein? Die Rundfunkgebühren sind ja dazu da, die Unabhängigkeit der ÖR zu gewährleisten.

    Ich bin für das Leistungsprinzip d.h., gezahlt wird für die Leistung, die gewollt wird. Ich vermisse den ÖR nicht, wenn er abgeschafft wird oder als Pay-TV sein Darsein fristet. Die sogenannte Grundversorgung an Information und Nachrichten ist auch lange nicht mehr gegeben.

  • Zum einen sind unsere öffentlich-rechtlichen wesentlich besser als ihr Ruf, zum anderen sind es bei uns besonders die rechten Spinner von der AfD, die das fordern, die, soweit ich weiß, nicht bei uns in der Regierung sitzen. In Großbritannien ist es die aktuelle Regierung, die offen darüber nachdenkt, die Rundfunkgebühren abzuschaffen. Das macht einen gewaltigen Unterschied.

    Wo ist der Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe? Zunächst mal sind es bei weitem nicht nur die AfD-Anhänger, die eine Abschaffung der Rundfunkgebühren fordern, zum anderen habe ich lediglich gesagt, dass das Programm der BBC deutlich besser als das unsere, das als "Unterhaltung" nur Mutantenstadl, Krimi und Polittalk kennt. Die letzte Sci-Fi-Serie, die die ÖR hierzulande hergestellt haben, war Raumpatrouille, und das ist über 50 Jahre her.

  • Ich bin für das Leistungsprinzip d.h., gezahlt wird für die Leistung, die gewollt wird.


    Dann bist du also auch gegen Sozialbeiträge und Steuern, die dazu verwendet werden, Sozialprogramme zu finanzieren, von denen du nicht profitierst? Denn da zahlst du ja auch ein, ohne eine direkte Gegenleistung zu erhalten.

    Ich vermisse den ÖR nicht, wenn er abgeschafft wird oder als Pay-TV sein Darsein fristet. Die sogenannte Grundversorgung an Information und Nachrichten ist auch lange nicht mehr gegeben.

    Glaub mir, du würdest ihn vermissen. Vielleicht nicht den ÖR direkt, aber die Funktion die diese in der deutschen Medienlandschaft einnehmen, nämlich als Korrektiv für die rein gewinn-orientierte Nachrichten- und Berichterstattung der privaten Fernseh- und Radiosender sowie der meisten Zeitungen. Was passiert, wenn man kein vernünftiges und effektives Korrektiv hat, sehen wir in den USA. Und selbst in Großbritannien, wo bereits vor Johnson mehrere Regierungen die Rolle der BBC untergraben haben, hat die private Presse, vornehmlich unter der Kontrolle von Rupert Murdoch, das Overton Window bereits sehr weit nach rechts verschieben können. Und in Deutschland hat der Druck von Leuten wie dir (und auch Nikioko) gegenüber den ÖR unterhaltsamer zu werden, dazu geführt, dass sie sich in ein fehlgeleiteten Quotenwettenrennen mit den Privaten begeben haben, was ebenfalls zu einer Verschlechterung der allgemeinen Berichterstattung und damit einer leichten Verschiebung des Overton Window nach rechts geführt hat. Denn das ist am Ende immer das Resultat, sobald man dem Profit-Gewinn der politischen Berichterstattung zugrunde legt, bekommen die Parteien, die den Großbesitzern der Medien am freundlichsten gesonnen sind, auch die beste Berichterstattung und die öffentliche Meinung wird zu ihrem Gunsten beeinflusst, und diese Parteien sind immer auf der rechten Seite des politischen Spektrums anzusiedeln oder bewegen sich eben vom linken ins rechte (wie es bei uns die SPD getan hat).

    Zunächst mal sind es bei weitem nicht nur die AfD-Anhänger, die eine Abschaffung der Rundfunkgebühren fordern

    Ich habe ja auch geschrieben "besonders" und nicht "nur".

    Die letzte Sci-Fi-Serie, die die ÖR hierzulande hergestellt haben, war Raumpatrouille, und das ist über 50 Jahre her.

    Was vielleicht auch mit daran lag, dass es in Deutschland kein allzu großes Publikum für Science Fiction gab? Und vielleicht schon einmal daran gedacht, dass du das Ganze zu sehr aus deiner persönlichen Blase betrachtest?

  • Die letzte Sci-Fi-Serie, die die ÖR hierzulande hergestellt haben, war Raumpatrouille, und das ist über 50 Jahre her.

    2007 und 2011 gab es zwei Staffeln Ijon Tichy: Raumpilot. Richtig geile Serie, auch wenn es Trash ist. :thumbup:

    Sozialprogramme zu finanzieren, von denen du nicht profitierst

    Ich zahle Krankenkassebeiträge, weil ich nicht die Rechnungen von meinem Arzt sehen will. Pflege ist für den Ernstfall. Ebenso Arbeitslosengeld. Steuern sind z.B. für die Straßen, die ich auch befahre.

    Glaub mir, du würdest ihn vermissen.

    Nö.

  • Ich habe ja auch geschrieben "besonders" und nicht "nur".

    Nicht mal besonders, die Ablehnung zieht sich quer durch alle politischen Lager. Von ganz links bis ganz rechts. Von ganz reich bis ganz arm. Von ganz schlau bis strunzendoof. Deshalb ist Dein Polemisieren gegen die AfD hier fehl am Platze, obwohl ich es überall da begrüße, wo es auch gerechtfertigt ist.

    Was vielleicht auch mit daran lag, dass es in Deutschland kein allzu großes Publikum für Science Fiction gab? Und vielleicht schon einmal daran gedacht, dass du das Ganze zu sehr aus deiner persönlichen Blase betrachtest?

    Nö. Fakten, die sich anhand von Programmen nahcweisen lassen, haben nichts mit subjektiver Wahrnehmung zu tun. Und die Eigenproduktionen der ÖR sind nun mal auf Tatort und Ein Fall für Zwei, auf Anne Will und Maischberger, auf Traumschiff und Rosamunde Pilcher sowie das Sommerfest der Volksmusik ausgerichtet. Sendungen wie Sherlock, Doctor Who, Merlin, Fawlty Towers gibt es nicht im deutschen ÖR. Früher gab es noch Klimbim, Sketchup und die Hitparade, das ist aber lange nicht mehr. Andere Formate wie The Office laufen in Deutschland unter Stromberg im Privaten. Und woran liegt das? Die Produzenten in Deutschland sind wenig risikofreudig. Anstatt mal was Innovatives Neues mit ungewissem Ausgang auszuprobieren, verlässt man sich lieber auf althergebrachte ("bewährte") Sendungskonzepte. Babylon Berlin gilt schon als Riesenwagnis.

  • Sendungen wie Sherlock, Doctor Who, Merlin, Fawlty Towers gibt es nicht im deutschen ÖR.

    Bei den Privaten aber auch nicht. Ich bin da ganz bei Mario. Leider nutzen die ÖR auch ihre 3. Programme nicht mehr in dem Maß als Spielwiese für neue Formate oder allgemein Experimente wie früher. Wenigstens taucht Dittsche immer noch mal wieder auf, und Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs möchte ich auch nicht missen.

    "Grundgütiger! Ein weiblicher Doctor! Was für Zeiten das doch sind!" (Barnabas Collins)

  • Nö.

    Also willst du, dass alle Medien rein Gewinn und Profit orientiert arbeiten sollten, auch in ihrer politischen und wirtschaftlichen Berichterstattung? Wohin das führt, sieht man super in den USA. Also wenn du so ein System möchtest, was fast komplett wirtschaftsliberal orientiert ist, dann kannst du gerne dahin auswandern. In diesem Land will ich so etwas nicht sehen und werde mich dafür einsetzen, dass es niemals so weit kommen wird.

    Nicht mal besonders, die Ablehnung zieht sich quer durch alle politischen Lager. Von ganz links bis ganz rechts. Von ganz reich bis ganz arm. Von ganz schlau bis strunzendoof. Deshalb ist Dein Polemisieren gegen die AfD hier fehl am Platze, obwohl ich es überall da begrüße, wo es auch gerechtfertigt ist.

    Natürlich gibt es Gegner des ÖR bei allen Parteien, aber bei keiner ist die Konzentration so hoch wie bei der AfD. Dies hat vielerlei Gründe, vor allem die Konzentration von wirtschaftliberalem und anti-establishment Gedankengut innerhalb der Partei sorgt dafür, dass sie die öffentlich-rechtlichen eben besonders kritisch sehen, um es mal freundlich auszudrücken. Das ist auch der Grund, warum die ÖR auch keinen mehrheitlichen Zuspruch unter Anhängern von CDU/CSU, FDP und Linken bekommen. Letztere sehen sich immer noch häufig als anti-establishment, während Union und FDP eben viele Anhänger mit wirtschaftsliberalem Gedankengut haben. Die Parteien, bei deren Anhängern diese Ideen am wenigstens verbreitet sind, also SPD und Grüne, sind daher auch die Parteien, unter deren Anhängern die ÖR auf einen mehrheitlichen Zuspruch stoßen. Insgesamt ist es aber auch so, dass die Gesamtbevölkerung die ÖR noch unterstützt, auch wenn U30-jährige eher der Meinung sind, dass sie abgeschafft werden sollten, was wahrscheinlich daran liegt, dass diese anti-establishment Haltung in dieser Gruppe noch stark vertreten ist - und auch daran, dass gerade Das Erste und ZDF eben kein Programm für das junge Publikum machen und bewusst auf Funk und generell das Internet setzen, um die Jungen anzusprechen und nicht mehr das lineare Fernsehen, was von vielem aber nicht so wahrgenommen wird, die sehen Das Erste, das ZDF und die Dritten und denken, das wäre es mit dem ÖR, mehr gibt es nicht. Das die über Funk inzwischen auch verschiedene recht gute YouTube Kanäle betreiben fällt vielen gar nicht auf - selbst solchen, die diese Kanäle schauen.

    Fakten, die sich anhand von Programmen nahcweisen lassen, haben nichts mit subjektiver Wahrnehmung zu tun.

    Doch hat es. Denn es geht um die Motivation der Programmverantwortlichen und warum diese keine Science Fiction produziert haben. Du musst dich in diese hineinversetzen und dich fragen, wie groß wirklich der Markt für Science Fiction unter den deutschen Fernsehzuschauern war und wie viele wirklich so eine Serie sehen wollten, nicht nur würden sondern wirklich wollten, und ob diese Anzahl von Leuten groß genug gewesen wäre, um die finanziellen Kosten einer technisch gut produzierten Science Fiction Serie zurecht fertigen. Was wir heute manchmal gerne vergessen, ist, dass Science Fiction und Fantasy erst ab den 90er Jahren von Nische-Genres zum Mainstream wurde und heute den Mainstream bestimmten.

  • Bei den Privaten aber auch nicht. Ich bin da ganz bei Mario. Leider nutzen die ÖR auch ihre 3. Programme nicht mehr in dem Maß als Spielwiese für neue Formate oder allgemein Experimente wie früher. Wenigstens taucht Dittsche immer noch mal wieder auf, und Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs möchte ich auch nicht missen.

    Dass das Primitivfernsehen nichts taugt und eigentlich nur Brot und Spiele für den Pöbel liefert, darüber brauchen wir nicht zu reden. Es geht hier um die ÖR und ihre Aufgaben, die sich aus dem Rundfunkstaatsverrtrag ergeben. Und gerade die ÖR, die nicht auf Werbeeinnahmen angewiesen sind, könnten bei der Programmgestaltung mehr Risiken eingehen, auf dass nicht wie derzeit nur die Rentner und die Unterschicht einschaltet, sondern auch mal wieder die jungen Intellektuellen zwischen 20 und 40, die eigentlich schon vor Jahren dem Fernsehen zugunsten von Videotheken und Streamingdiensten den Rücken gekehrt haben.

  • dann kannst du gerne dahin auswandern.

    Das wollte ich mit Anfang 20 tun. Die USA hatte einen Präsidenten mit afrikanischen Wurzeln. Nach Donald Trump kommt ein neuer Präsident. Dafür ist die Amtszeit in den USA begrenzt, was bei uns nicht der Fall ist. Elon Musk treibt das E-Auto voran, aber auch nur, weil dort die Wirtschaft freier ist. Die besten Filme kommen aus den USA... Noch weitere Pro-Argumente? Dass dort nicht alles in Butter ist, weiß ich auch. Der perfekte Staat gibt es nicht.

    dafür einsetzen, dass es niemals so weit kommen wird.

    Solange es demokratisch abläuft, habe ich nichts dagegen. ;)

    Ich sorge dafür, dass unser Land demokratisch und liberal bleibt. Kein Einfluss vom Staat und von Großkonzernen, mehr Freiheiten für die Gesellschaft und der Mittelstandswirtschaft. Sozial für die Menschen, die es brauchen, weil sie es gesundheitlich und/oder im Alter nicht mehr können. Wer viel mehr erreichen möchte und es noch kann, muss schuften. Manche sind auch im Beruf mit weniger zufrieden, aber sie leisten. Jeder soll für sich selbst entscheiden können und dürfen.

  • Die USA hatte einen Präsidenten mit afrikanischen Wurzeln.

    Und halten wir uns bitte mal vor Augen, wofür das gut war. Obama war im Endeffekten Tokenism, denn für die afroamerikanische Bevölkerung, aus der er selbst stammte, hat er kaum etwas getan. Deswegen kann Trump sich ja mit der niedrigsten Arbeitslosenzahlen unter Schwarzen in der Geschichte der USA (seit der Sklaverei) brüsken. Dass es sich dabei vornehmlich um Niedriglohnjobs handelt ist dabei erst einmal egal.

    Nach Donald Trump kommt ein neuer Präsident. Dafür ist die Amtszeit in den USA begrenzt, was bei uns nicht der Fall ist.

    Ich bin zwar für eine begrenzte Amtszeit, aber als ein autokratischer Milliadär Bürgermeister von New York City war und das Gesetz vorsah, dass der Bürgermeister nur zwei Amtszeiten haben darf, hat sich Bloomberg die Finanzkrise zu Nutzen gemacht und basierend darauf mit einem Notstand argumentiert, dass er eine dritte Amtszeit haben dürfte. Und ich bin ziemlich überzeugt davon, dass Trump - sollte er dieses Jahr gewinnen und davon gehe ich inzwischen aus - 2024 dasselbe abziehen wird - und wenn er dafür einen Krieg mit dem Iran oder sogar China oder wem auch immer anfangen müsste, er würde es wahrscheinlich tun.

    Elon Musk treibt das E-Auto voran, aber auch nur, weil dort die Wirtschaft freier ist.

    Das ich nicht lache. Musk konnte sich mit seinem E-Auto in den USA durchsetzen und etablieren, weil die Finanzkrise, tortz Bailout, die Autoindustrie in den USA komplett ruiniert hatte. Außerdem befand sich diese dank NAFTA und den normalisierten Handelsbeziehungen zu China bereits seit Jahrzehnten auf dem absteigendem Ast. Ganz anders in Deutschland, wo die Industrie immer noch der größte Arbeitgeber ist und entsprechend viel politische Macht besitzt. Volkswagen, Mercedes und BMW haben über Jahrzehnte in Deutschland die Politik bestochen um für sie vorteilhafte Marktsituationen in Deutschland und Europa zu schaffen. Und Renault und Peugeot in Frankreichen haben da gleich mal mitgemacht. Ähnlich übrigends in Japan mit Toyota. Wenn du den Markt sowieso beherrscht und du die Regierung sowieso bezahlst, dass sie die schützende Hand über dich hält, dann musst du auch nicht viel in technischen Fortschritt investieren.

    Die besten Filme kommen aus den USA

    Das ist ein lächerliches Pro-Argument. Die Filme kann man genauso gut in jedem anderen Land der Welt gucken :P