Star Trek Lower Decks

  • Also verglichen mit Discovery und Picard hat es Lower Decks zumindest geschaft, dass es sich wie Star Trek anfühlt.

    Nee, eigentlich nicht. Alle drei kranken aber an verschiedenen Sachen. Was mich bei Discovery aufregt ist so ein Bullshit wie der Sporenantrieb. Außerdem ist die Bordausstattung mit den virtuellen Touchscreens viel zu modern, wenn man mal bedenkt, dass das Ganze zur selben Zeit wie TOS spielen soll. Und dann noch die Klingonen, die aussehen wie Orks. Bei TOS gab es aus bekannten Gründen noch keine guten Masken. Aber warum konnte man nicht einfach beim etablierten Design von TNG/DS9/VOY/ENT bleiben? Das Lower Decks übrigens wieder benutzt. Außerdem ging mir das ganze Gequassel auf Klingonisch auf den Geist, wo man gezwungen war, Untertitel zu lesen. Hätte man dem Zuschauer keinen Universalübersetzer zugestehen können?

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    Alles in Allem ist es eine, in meinen Augen, durchaus legitime, erfrischende Erweiterung der Star-Trek-Welt. Und ob nun Kanon oder nicht, dass war mir bei Star Trek nie so wichtig. Die Pah-Geister und die Drehkörper hab ich auch nicht gebraucht, sie sind trotzdem Kanon.

    Das liegt daran, dass man bei DS9 zwar das Grundkonzept von Babylon 5 kopiert hat, allerdings nicht den 5-Jahres-Plan. Die Macher hatten keine Idee für einen langfristigen Plot und haben nur von Staffel zu Staffel geplant. Wenn JMS der Showrunner gewesen wäre, wären die Pah-Geister schon in Staffel 1 aufgetaucht und nicht erst in Staffel 5. Außerdem wäre das große Ziel gewesen, alle Drehkörper zu finden und nach Bajor zurück zu bringen. Jeder gefundene Drehkörper hätte dann eine andere Macht gehabt, die für das Auffinden der anderen und das Gewinnen des Dominionkrieges wichtig gewesen wäre. Also ungefähr wie Staffel 16 von Doctor Who. Haben sie aber nicht, und deshalb ist DS9 trotz so toller Gestalten wie Dukat und Garak ziemlich unrund. Und das Ende, wo Dukat dann zum Priester der Pah-Geister aussteigt und Winn für seine Zwecke missbraucht, brauche ich ja wohl nicht zu kommentieren.

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    Ein niedrigeres Niveau als z. B. bei TOS kann ich jetzt auch nicht wirklich festmachen, ein bisschen infantiler vielleicht, aber das ist halt Geschmackssache.

    The Orville wurde ja schon Pennälerhumor vorgeworfen. Aber trotzdem ist der Humor deutlich erwachsener und die sind die Figuren deutlich glaubhafter als bei Lower Decks.

  • das war nicht die Basisausstattung, dass wurde erst in fernster Zukunft eingebaut

    Doch, war es. Schau dir die erste Folge der ersten Staffel Discovery noch mal an.


    In der fernen Zukunft kommen die adaptive Steuerung und die "WiFi"-Warpgondeln. Die übrigens ziemlicher Quatsch sind, weil sie gegenüber befestigten einen höheren Aufwand darstellen, aber keinerlei Vorteil bringen, der diesen Aufwand rechtfertigt.

  • Außerdem ging mir das ganze Gequassel auf Klingonisch auf den Geist, wo man gezwungen war, Untertitel zu lesen. Hätte man dem Zuschauer keinen Universalübersetzer zugestehen können?

    Das ist jetzt aber schon ziemlich kleinlich.


    Zum Thema Ausstattung: Fand die Erklärung zwar recht dämlich, aber in der zweiten Staffel wurde erklärt, dass die neue Technologie, die wir in der Serie sehen, sich nicht wirklich mit den Basissystemn beißt und langfristig mehr Problem mit sich bringt als sie löst und deswegen überall ausgebaut wurde. Das war im Endeffekt ja die Ausrede dafür, dass Pike das Kommando über die Discovery übernehmen musste, weil die Enterprise eben nicht mehr funktioniert hat.

  • Das ist jetzt aber schon ziemlich kleinlich.

    Das ist zugegeben Gemecker auf hohem Niveau, aber das Untertitel-Gelese hat trotzdem vom Rest der Szene abgelenkt. Und bei Enterprise war das auch sehr sinnvoll, weil dadurch gezeigt wurde, dass die Universalübersetzer die Sprache erst lernen muss. Aber ansonsten sollte eigentlich klar sein, dass die Aliens untereinander ihre eigene Sprache sprechen.

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    Zum Thema Ausstattung: Fand die Erklärung zwar recht dämlich, aber in der zweiten Staffel wurde erklärt, dass die neue Technologie, die wir in der Serie sehen, sich nicht wirklich mit den Basissystemn beißt und langfristig mehr Problem mit sich bringt als sie löst und deswegen überall ausgebaut wurde. Das war im Endeffekt ja die Ausrede dafür, dass Pike das Kommando über die Discovery übernehmen musste, weil die Enterprise eben nicht mehr funktioniert hat.


    Ja, da war sowas. Aber es war mir nicht nur technisch, sondern auch stilistisch zu futuristisch. Bei TOS bestanden die Konsolen ja nicht nur aus bunten quadratischen Plexiglasknöpfen, sondern die gesamte Brücke und auch die Gänge waren extrem überbelichtet. Das hatte einen ganz anderen Charme als die düsteren Räume bei Discovery. Und das war ja auch genau die Abgrenzung zu den klingonischen Schiffen, bei denen anscheinend immer nur die Notbeleuchtung an war. ;-)

  • Mich stört an DS9 nicht der Plot an sich sondern die ganze Idee der Pah-Geister, Wurmlochwesen, Drehkörper etc. Aber DS9 ist hier ja garnicht das Thema.

    Ich denke, wir beurteilen TOS oft unter einer etwas verzerrten Brille. Ich liebe TOS, aber die Tiefe der Charaktere entstand innerhalb von 79 Episoden, in der ersten Staffel war da auch noch vieles unrund, einzelne Charakterzüge sehr überzeichnet und die Plots z. T. haarstreubend (Ok, das zieht sich eigentlich durch alle Staffeln ;) ).

    Die Stärke von TOS ist, wofür es steht, was es uns allen in seiner Konsequenz ermöglicht hat und die im Laufe der Serie sich entwickelnde Chemie der Hauptfiguren.


    Lower Decks ist nie als tiefsinniger, epischer Gamechanger konzipiert wurden sondern als leichte Unterhaltung für Zwischendurch. Und ale solche funktioniert sie für mich hervorragend.


    Im Gegensatz zu Discovery, das für mich von vorn bis hinten versagt hat (Plot, Characktere, Design, Stimmung,...) und Picard, das zum Teil gute Ansätze hatte, diese aber nicht oder nur unzufriedenstellend verfolgt und der Plot in seiner Auflösung total zusammenbricht, fühlte ich mich bei Lower Decks wohl beim zuschauen. Teamgeist, Hilfsbereitschaft, Humanismus waren wieder zentrale Motivationen der Handlung, so wie Star Trek für mich sein sollte. Und kein selbstverliebter Ego-Trip wie in ST:D und Picard.

  • Ja, da war sowas. Aber es war mir nicht nur technisch, sondern auch stilistisch zu futuristisch. Bei TOS bestanden die Konsolen ja nicht nur aus bunten quadratischen Plexiglasknöpfen, sondern die gesamte Brücke und auch die Gänge waren extrem überbelichtet. Das hatte einen ganz anderen Charme als die düsteren Räume bei Discovery. Und das war ja auch genau die Abgrenzung zu den klingonischen Schiffen, bei denen anscheinend immer nur die Notbeleuchtung an war.

    Zum einen ist es ein wenig schwierig, TOS einfach zu kopieren und es gleichzeitig so aussehen zu lassen, als ob es sich um futuristische Technologie handelt. Deswegen ist die Idee eines Prequels ja so dämlich in dem Zusammenhang.


    Das andere, also die Beleuchtung, stimmt schon. Nur liegt das halt an der Amtosphäre, die die Serie erzeugen will. DIS will düsterer und beklemmender wirken. Ob einem dies gefällt, steht auf einem anderen Blatt.


    Und zu den klingonischen Schiffen: Die wirkten in DIS eher so, als hätten sie sich die Beleuchtung der Goa'uld Schiffe aus Stargate geklaut. Überall die ganzen Fackeln. Einfach nur dämlich.

  • Das andere, also die Beleuchtung, stimmt schon. Nur liegt das halt an der Amtosphäre, die die Serie erzeugen will. DIS will düsterer und beklemmender wirken. Ob einem dies gefällt, steht auf einem anderen Blatt.

    Schon klar, das war bei DS9 schon so. Terok Nor sollte eben ein beklemmender Ort sein. Und die NX-01 war eine Blechbüchse, in die die Crew gepfercht wurde, so wie bei heutigen Schiffen. Die Stimmung kam auch rüber. Aber dennoch ist es nicht konsequent, wenn alles in derselben Ära spielen soll.

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    Und zu den klingonischen Schiffen: Die wirkten in DIS eher so, als hätten sie sich die Beleuchtung der Goa'uld Schiffe aus Stargate geklaut. Überall die ganzen Fackeln. Einfach nur dämlich.

    Ok, ich meinte eigentlich die Birds of Prey aus der Berman-Ära. Speziell in der Folge, in der Riker als Austauschoffizier auf einem dient. Alles düster, Gitterroste und rote Beleuchtung wie auf einem U-Boot. Nicht dass die klingonischen Gebäude heller und farbenfroher gewesen wären. :-D

    Aber Discovery hat designtechnisch bei einigen Sachen danebengegriffen. Die 3. Staffel war jetzt in Ordnung. Aber das liegt vielleicht daran, dass ich mich mittlerweile an die Optik gewöhnt habe.

  • Was mich bei Discovery aufregt ist so ein Bullshit wie der Sporenantrieb.


    Das war für mich der erste Schenkelklopfer der Serie. Nicht nur, daß dieser Antrieb alles in den Schatten stellt, was Warp, Transwarp und Slipstream jemals leisten können, nein, dazu kommt auch noch die unmöglich durchführbare Geheimhaltung, wenn auf Auslöschung des Wissens bei allen beteiligten Wissenschaftlern, Ingenieuren und der Besatzung verzichtet wird. Von der wirklichen absoluten Löschung aller Forschungsunterlagen mal ganz zu schweigen!


    Außerdem ist die Bordausstattung mit den virtuellen Touchscreens viel zu modern, wenn man mal bedenkt, dass das Ganze zur selben Zeit wie TOS spielen soll.


    Das ist zwar störend, aber das Problem der "zu modernen" Technik hat jede Serie, wenn ein Prequel viele Jahre nach dem Original gedreht wird. Auch DW hat dieses Problem: warum sollte ein Zeitreisender z.B. große und schwere Röhrenmonitore benutzen, nur um dann 50 Jahre später erst Flachbildschirme einzubauen? Ein Zeitreisender kann sich die beste Technologie aus dem gesamten Universum und allen Epochen besorgen. Auch der erste Doktor könnte bereits bei seiner Ankunft in London 1963 holografische 3D-Monitore oder eine Datenbrille besessen haben. Das einzige, was ihn daran gehindert hat, ist die Vorstellungskraft der Drehbuchautoren, die mit ihrem Denken in ihrer Zeit feststeckten. Aber genau so geht es auch den heutigen Drehbuchautoren: niemand kann sich heute vorstellen, was die Technik in 20 Jahren hervorbringen wird. Das beste Beispiel ist die rasante Entwicklung der Mobiltelefone.



    Das ist zugegeben Gemecker auf hohem Niveau, aber das Untertitel-Gelese hat trotzdem vom Rest der Szene abgelenkt. Und bei Enterprise war das auch sehr sinnvoll, weil dadurch gezeigt wurde, dass die Universalübersetzer die Sprache erst lernen muss. Aber ansonsten sollte eigentlich klar sein, dass die Aliens untereinander ihre eigene Sprache sprechen.


    Der Universalübersetzer ist kein technisches Gerät, sondern nur ein Stichwort im jeweiligen Drehbuch, der den Schauspielern sagt, daß sie ab jetzt nicht mehr auf eine Anzeige mit dem übersetzten Text, sondern in das Gesicht des Gegenübers sehen können, damit dem Zuschauer die Verfolgung der Szene erleichtert wird.


    Kein Gerät im gesamten Universum wird jemals dazu in der Lage sein, folgende Dinge alle gleichzeitig zu tun:


    - eine gesprochene Sprache ohne Verzögerung in eine andere zu übersetzen,

    - die Schallwellen der originalen Sprache durch Gegenschall auszulöschen,

    - die Lippenbewegungen des Sprechers der Zielsprache anzupassen,


    Alles das muss gleichzeitig passieren, damit ein(e) Zuhörer(in) nur eine Stimme hört, die in seiner (ihrer) Sprache spricht. Schon beim zweiten Punkt wird es schwierig, denn nicht in jeder Sprache ist die Satzstellung (Subjekt, Objekt, Prädikat) dieselbe, also muss das Gerät stets einen Satz erst vollständig hören, und kann ihn dann übersetzen.


    Wer schon mal einen Film mit nicht synchroner Tonspur geschaut hat, hat eine Ahnung, wie eine Unterhaltung mit solche einem Gerät sich anhören würde. :)


    Und das war ja auch genau die Abgrenzung zu den klingonischen Schiffen, bei denen anscheinend immer nur die Notbeleuchtung an war.


    Man könnte damit argumentieren, daß die Heimatwelt der Klingonen dunkler ist als die Erde, und Klingonen daher weniger Licht benötigen, daß die Beleuchtung auf ihren Schiffen ihren natürlichen Gewohnheiten entspricht. Oder vielleicht vermeiden sie auch nur unnötige Energieverschwendung. Jedes Mikro-Joule, das in Beleuchtung gesteckt wird, fehlt schließlich bei den Disruptoren! ;)


    Aber zurück zum Thema "Lower Decks": ich hatte ziemlich schnell den Eindruck, daß die Zeichner sehr von der Serie "Finale Space"... hmm, sagen wir mal: inspiriert wurden. Die Ähnlichkeiten sind frappierend, und das gilt nicht nur für Ähnlichkeiten von Charactere wie Dr. T'Ana und Avocato oder Freeman und Quin, selbst der Zeichenstil der Figuren ist sehr ähnlich. Für mich sieht "Lower Decks" so aus, als wenn jemand "Finale Space" ins Star Trek Universum transferieren wollte.

  • Das ist richtig, dass ein Synchronübersetzer technisch unmöglich ist wie ein Babelfisch, aber bei Star Trek ist es tatsächlich ein technisches Gerät. In Enterprise steckt die Technik noch in den Kinderschuhen und muss von Hoshi Sato erst auf eine neue Sprache trainiert werden, was man daran merkt, dass aus dem Kauderwelsch der Aliens nach und nach verständliche Worte werden.


    Man könnte damit argumentieren, daß die Heimatwelt der Klingonen dunkler ist als die Erde, und Klingonen daher weniger Licht benötigen, daß die Beleuchtung auf ihren Schiffen ihren natürlichen Gewohnheiten entspricht. Oder vielleicht vermeiden sie auch nur unnötige Energieverschwendung. Jedes Mikro-Joule, das in Beleuchtung gesteckt wird, fehlt schließlich bei den Disruptoren! ;)

    Ich rede ja nicht von den Klingonenschiffen, wo das schon immer so der Fall war, sondern bei den Föderationsschiffen, die eigentlich in allen Epochen hell ausgeleuchtet und in allen möglichen Bonbonfarben gestaltet waren. Aber selbst auf der NX-01, die von der Enge und dem Metall-Charme an ein echtes Schiff erinnerte, war es nie dunkel. Und ein Energieproblem gab es außer bei der Voyager eigentlich nie. Und selbst da wurde nicht am Licht, sondern an der Replikatorenergie und an den Holodeck-Stunden gespart. Und letzten Endes ist Licht auch ein menschliches Bedürfnis, um nicht irgendwann Trübsal zu blasen.