Beiträge von Der tanzende Arzt

    Die Soap Operas sind seit Anfang der Datenerfassung immer die meistgesehene Sendungen gewesen, mit Ausnahme einiger Sondersachen wie wichtige Fußballspiele oder Casting—Finale usw. Coronation Street und Eastenders sind eben tief in der Gesellschaft verankert und haben im deutschen Fernsehen kein Äquivalent.


    Die Gesellschaft hat auch in den letzen 20 Jahren einen ausgesprochen tiefen Hang zum oberflächlichen Fernsehen entwickelt; Strictly Come Dancing ist eine absolute Institution geworden, worüber das ganze Land sich unterhält – befeuert nicht nur durch die soziale Medien sondern auch dadurch, dass BBC Radio landesweit sendet, noch Millionen erreicht und genau diese Themen auch bespricht. Zoe Ball (die auch bei Strictly eine große Rolle spielt) erreicht bspw. täglich mit ihrer Breakfast Show 7 bis 8 Millionen Leute. Let’s Dance mag seine Fans haben, wird aber nie zum Thema der Nation werden, wo jeder eine Meinung hat.

    Companions, die getrennt vom Doctor wichtige Langzeitaufgaben erledigen; Bösewichte, deren Ur- bzw. Übermacht zu groß zu greifen ist; verwirrende Szenen, die sich im Kopf des Doctors abspielen; eine Geschichte, die im normalen Alltag beginnt aber ins Unermessliche ausartet… mich hat diese ganze Staffel am ehesten an die New Adventures der 90er Jahren erinnert.

    “You can’t rewrite history” wird an Barbara adressiert: Stichwort „du". Time Lords sind durchaus in der Lage, die Zeitlinie zu ändern (s. bspw. „Genesis of the Daleks“), machen aber so selten wie möglich davon Gebrauch, bzw. das behaupten. Der Rest des Universums bekommt es eben nicht mit, wenn sie rumgefuchtelt haben. Im Laufe der Serie hat es auch ein paar weitere Rassen gegeben, die auch diese Macht besitzen.

    Darauf wollte ich hinaus: wie sehen die Quoten im Vergleich mit anderen Sendungen aus? Zuschauerzahlen fallen bekanntermaßen heutzutage geringer aus als noch vor bspw. 10 Jahren. Wie viele mehr hatte denn eben Strictly (wahrscheinlich die beliebteste Sendung des Landes)?

    • Destiny of the Daleks: interessante Ansätze und eine großartige neue Romana, aber faul ausgearbeitet und vom Design her sehr idiosynkratisch umgesetzt; das Lampshading mit einem Dalek und eine hohe Schacht ist ein krasses Eigentor und zeigt leider auf, wie selbstgefällig die Produktion geworden war.
    • City Of Death: außer der Scaroth-Maske die vorzeige-Folge überhaupt; enkapsuliert alles, was die Charme und der Witz von Doctor Who ausmachen und hatte auch die größte Zuschauer-Zahlen aller Zeiten (bei ITV wurde gestreikt, d. h. der einzige Konkurrenz war BBC2).
    • The Creature From The Pit: eine interessante Idee, die an der überdrehten und Studio-gebundenen Produktion leidet.
    • Nightmare Of Eden: wie immer bei Bob Baker eine Fülle an Ideen, die die damaligen Möglichkeiten einfach überstrapazierten; das dem Drogenschmuggel zugrundeliegende Konzept ist großartig, wird aber durch einige ungehemmte schauspielerische Entscheidungen und einem außer Rand und Band gewordenen Tom Baker zunichte gemacht. Diese war die erste Folge Doctor Who, die ich jemals gesehen habe – zufällig bei meinen Großeltern, weil sie nach Grandstand den Fernseher einfach angelassen hatten.
    • The Horns Of Nimon: eine wahnwitzige Idee, die durch einerseits unkontrolliertes Overacting und andererseits unterirdisch hölzerne Schauspielerei, so wie billige Kulissen und Kostüme, auf der ganzen Reihe (außer Lalla Ward) scheitert; die Folge, die alle anti-Doctor Who Klischees erfüllt und woran man merkt, dass das Geld so wie die Luft aus waren.
    • Shada: der Name ist Programm – dafür, dass diese Folge damals nicht gesendet werden konnte, gibt es nur ein Wort: Schade.

    Season 17 beinhaltet alles, was Doctor Who großartig macht, aber auch alles, was Doctor Who lächerlich macht

    … und was sehe ich wenn ich endlich das Ding aufmache? 12 gilt nur für die Extras! Das kann nur an der herausgeschnitten Szene liegen, die den australischen Zensoren zu heikel war. Die animierten Folgen wurden nur mit PG versehen, also los geht‘s!

    In seiner Novelisation gibt es eine sehr ausführliche Beschreibung der zusammengepferchten Gesellschaft auf der Erde zu dieser Zeit. Außerdem gibt es eine Einführung von Jo, als ob dieses ihr erstes Abenteuer wäre.

    Danke für die Infos. Ich finde, dass ihr den schmalen Grat beim Berichten über eine solche Geschichte richtig getroffen habt.


    Ich habe vor ungefähr 20 Jahren The Scales Of Injustice auf der BBC-Website gelesen, als es samt Author's Notes als eBook veröffentlicht wurde. Die Geschichte wimmelt nur vor Kontinuitäts-Referenzen und fängt die etwas dunkler, bedrohliche Stimmung von Who Killed Kennedy gut ein. Außerdem bildet dieses Buch den ersten Teil einer Trilogie, die mit Business Unusual (die lang-ersehnte Origin-Geschichte um Melanie Bush) fortgesetzt und Instruments Of Darkness beendet wird.


    Dank der Wayback Machine kann man das eBook immer noch online lesen. Die Author's Notes von Gary Russell sind sehr aufschlussreich und das Buch an sich empfehlenswert.

    In dem Aufsatz haben sie sich bewusst nur an den Fernsehfolgen orientiert und versucht, sich daraus einen Reim zu machen.


    Irgendwie mussten sie dabei die Tatsache berücksichtigen, dass die ersten Daleks noch ohne die senkrechten, streifenartigen Energie-Panelen unterwegs waren (beim Überfall der Erde aber mit einer Schüssel am Rucken als Zwischenlösung ausgestattet).

    So, jetzt habe ich das Buch (Band 1) von Miles und Wood zu Hause ausgegraben. Ihre Version lautet so...


    ca. 1800: Genesis Of The Daleks – Die ersten Daleks werden von Davros erschaffen und vom Doctor für einige Jahrhunderte eingegraben.

    im Laufe der nächsten paar Jahrhunderte: die Thals mutieren zu schönen, blonden geschminkten Menschen während die Daleks sich langsam daran machen, die Raumfahrt zu entwickeln.

    2157-2167: The Dalek Invasion Of Earth – die Erde wird annektiert, aber noch gibt es kein großes Dalek-Reich.

    Die Daleks, die auf Skaro in ihrer Stadt zurückgeblieben sind, entwickeln sich zurück, bis sie ca. 2263 vom Doctor in "The Daleks" vernichtet werden. Die raumwandernden Daleks bekommen das gar nicht mehr mit.

    2540: Frontier In Space > Planet Of The Daleks – Das erste mal, das eine große Dalek-Armee eine Bedrohung für die ganze Galaxie darstellt. Glücklicherweise wird diese Riesenarmee auf Spiridon für Jahrhunderte eingefroren.

    ca. 2700: Death To The Daleks – Die Daleks sind keine Großmacht mehr, aber weiterhin eine bekannte und durchaus ernst zu nehmende Bedrohung.

    zwischen 3000 und 4000: The Chase – Endlich entwickeln die Daleks das Zeitreisen. Daraufhin stellen sie fest, dass die Niederlage 2167 der große Knackpunkt gewesen ist und entschließen sich, Team-TARDIS zu eliminieren. Es gelingt nicht.

    nebenbei: Day Of The Daleks – durch zeitreisen wird die Übernahme der Erde im 22. Jahrhundert noch mal von vorne aufgerollt; diese Episode wird anschließend aus der Zeitschiene gelöscht.

    später: Destiny Of The Daleks – Jahrhunderte lang tobt der Krieg zwischen den Daleks und den Movellans; verzweifelt kehren die Daleks nach Skaro zurück, um Davros auszugraben, damit er den Sieg herbeiführen kann. Es gelingt nicht; stattdessen wird Davros gefangengenommen. Danach gewinnen die Movellans mit einem vernichtenden Virus die Oberhand.

    90 Jahre später: Resurrection Of The Daleks – Die Daleks, die inzwischen auf Zeitkorridoren statt -schiffen setzen, befreien Davros von seiner Gefangenschaft. Ihr Plan, die Time Lords mithilfe von Klonen zu untergraben, gelingt nicht.

    ein paar Jahre danach: Revelation Of The Daleks – Auf Necros fängt Davros an, seine eigene (weiße) Daleks zu kultivieren bzw. zu bauen. Es bahnt sich zwischen den Dalek-Faktionen ein Bürgerkrieg an. Davros entkommt.

    kurz danach: Remembrance Of The Daleks – Davros hat sich inzwischen zum Emperor gekürt, aber der Bürgerkrieg tobt weiterhin. Der Versuch, mittels der Hand des Omegas den Sieg herbeizuführen, schlägt fehl. Skaro wird vernichtet.

    Die ursprünglichen (grauen) Daleks basteln weiter an ihren Plänen zur Unterwerfung des Universums, bis...

    4000: The Daleks' Master Plan – der großangelegte Plan, von Kembel aus mit der Time-Destructor die Macht zu übernehmen, gelingt nicht.

    später: The Evil Of The Daleks – dem Bürgerkrieg wird ein endgültiges Ende gesetzt. Da dieses "Ende" angeblich auf Skaro stattfindet, müssen diese Daleks, die weiterhin über Zeitkorridoren verfügen, ihr Hauptquartier irgendwann in der Vergengenheit verlegt haben.

    früher: The Power Of The Daleks – ein paar Überlebende Daleks werden durch die Zeit geschleudert und auf dem Planet Vulcan begraben. Im 21. Jahrundert werden sie da entdeckt und wieder ausgegraben.


    Miles und Wood erwähnen natürlich auch, dass im EDA "War Of The Daleks" alle Davros-Geschichten zwischen "Destiny..." und "Remembrance" rückgängig gemacht werden. Das ist aber eine andere Geschichte...


    Außerdem gibt es natürlich auch die ganzen Audio-Geschichten von Big Finish und den Time War samt aller seine Vor- und Nachwirkungen bei BBC Wales.


    Quelle: Wood, Tat & Miles, Lawrence,"What's The Dalek Timeline?" in About Time – An Unauthorized Guide to Doctor Who; 1963-1966 (Seasons 1 to 3), Mad Norwegian Press, 2006