Beiträge von Mario

    "Wenn sie länger hier bleiben, bekommen sie Schlitzaugen." - Prinz Philip zu britischen Studenten in China. Und das war nur die Spitze des Eisbergs. Man verzeihe mir, wenn ich über das Ableben dieses Mannes nicht nur keine Träne verschwenden werde, sondern am liebsten im Strahl kotzen würde, wenn irgendwann jemand so tut, als wäre da jemand von uns gegangen, um den trauern müsste.

    Ich würde sagen, dass Eccleston der bessere Doctor war und leider als Schauspieler unterbewertet ist. Gleichzeitig ist Tennant der vielleicht wirklich bessere Schauspieler, besonders inzwischen nachdem er als Schauspieler mehr gewachsen ist. Was er sowohl in Live Action als auch in Voice Acting abliefert ist wirklich absolut großartig.

    Selbst wenn wir uns nur an den TV-Episoden orientieren, ist es schon seltsam, dass so wenige Daleks auf Skaro waren. Und wie konnten die Thals im 26. Jahrhundert ein Raumfahrtprogramm haben, wenn die Daleks als Großmacht immer noch auf Skaro aktiv waren? Das erste, was sie gemacht hätten, wäre gewesen, die Thals auszurotten. Und in Destiny gibt es auch keine Thals mehr auf Skaro - wenn man sich, wie gesagt, nur an den TV-Episoden orientiert. Also ist die Theorie, dass die Daleks Skaro zum Großteil verlassen hatten, gar nicht einmal so weit hergeholt.

    Man könnte die natürlich kontaktieren und solange nerven, bis sie die Kündigung zurücknehmen, vielleicht sogar mit rechtlichen Folgen drohen, wenn man denn unbedingt das Abo behalten will. Ich würde einfach nichts tun und es auslaufen lassen. Vielleicht kommen die sogar noch einmal auf einen zu und bieten an, das Abo zu den alten Konditionen zu verlängern, auch wenn dies wohl eher Wunschdenken ist - obwohl es bei Sky jedes Mal aufs neue funktioniert. Wenn nicht, dann ist das Abo eben weg. Nicht das Ende der Welt.

    Zum einen ist es schwer eine echte Chronologie aufzustellen, da dies die Autoren nie interessiert hat. Wenn Fans dies aber trotzdem versuchen, dann bekommt man schnell Kopfschmerzen. Denn zwar sehen wir in Genesis of the Daleks den Anfang der Daleks, aber gleichzeitig auch wie der Doctor die Geschichte der Daleks umschreibt und damit die Frage aufgeworfen wird, inwiefern die vorherigen Geschichten überhaupt noch stattfanden.


    Wenn wir sagen, sie fanden statt, nur höchstens anders, dann bekommen wir immer noch Probleme. Day of the Daleks und The Dalek Invasion of Earth spielen zur gleichen Zeit - der Mitte des 22. Jahrhunderts. Dies kann damit erklärt werden, dass Day of the Daleks eben ein Timeloop ist, der in der Folge vom Doctor gebrochen wird, weshalb die Invasion der Daleks so nicht geschieht - sondern eher so wie wir sie in der Folge mit Hartnell gesehen haben.


    Und da stoßen wir in der Liste auf Probleme. Hier wird gesagt, die Daleks kämen aus der Zukunft, weil der Doctor meint, sie wären in der Vergangenheit vom Standpunkt der Daleks aus, wenn verglichen mit The Daleks. Nur gibt es nun einmal das Hörspiel, The Mutant Phase. Da wird klar, dass die Dalek Invasion stattfand, bevor die Daleks Zeitreisetechnologie hatten. Solange wir also sagen, dass Spin-Off Media als Kanon gilt, dann ist die Liste hier eindeutig falsch. Da die Liste selbst sich zur Einordnung von The Daleks auf die Comics bezieht, werde ich also BigFinish hier als Kanon betrachten.


    Dies führt zu weiteren Problemen: The Power of the Daleks soll laut dem damaligen Promomaterial im Jahr 2020 spielen. Ist nicht nur im Spiegelbild der Realität Mumpitz, sondern auch der Serie selbst. Die Daleks sind zwar primitiver als die aus The Dalek Invasion of Earth, da sie weiterhin statische Energie benötigen, dafür scheinen die Menschen technologisch wesentlich weiterentwickelt zu sein. Dies beißt sich auch mit The Waters of Mars. Auch wenn dies keine Dalek Folge ist, so wissen wir aus dieser Folge, dass die Bowie Station die erste echte Raumstation der Menschen ist und auf dem Mars Mitte des 21. Jahrhunderts installiert wurde. Power kann also gar nicht im Jahr 2020 spielen - oder diese gesamte Zeitlinie ist aus einem Grund oder einem anderen ausgelöscht worden, weshalb man das Serial gar nicht einordnen kann.


    Oder aber, Power spielt wesentlich später als ursprünglich intendiert. Dann muss die Frage lauten, wann? Höchstwahrscheinlich nach Invasion aber vor Frontier. Frontier in Space und Planet of the Dalek spielen eindeutig im 26. Jahrhundert. Die Menschen sind gerade dabei, die näherliegende Milchstraße zu kolonisieren, also höchstwahrscheinlich 23. oder 24. Jahrhundert.


    Auch die Datierung von Destiny und Resurrection wird dadurch erschwert, dass die Movellans laut der Folge Destiny of the Daleks "Time Warp" haben. Ob dies nun bedeutet, sie haben Warp-Antrieb wie in Star Trek oder verfügen über primitive Zeitreisetechnologie, ist in der Folge nicht ganz klar. Im Audio The Movellan Grave können sie auf jeden Fall durch die Zeit reisen. In der Buchfassung von Mission to the Unknown, welches sechs Monate vor The Daleks' Master Plan stattfindet und dieser spielt im Jahr 4000, heißt es, dass der Krieg zwischen den Daleks und Movellans mehr als 1000 Jahre vorher stattfand, also vor dem Jahr 3000, höchstwahrscheinlich also im 30. Jahrhundert. Und wir wissen, dass der Krieg Jahrhunderte andauerte. Allerdings sagt uns die Matrix in Neverland, dass die beiden Flotten im Jahr 4949 gegeneinander kämpfen.


    Diese Diskrepanz kann damit erklärt werden, dass in der Buchfassung von Mission davon geredet wrid, dass dies das letzte Mal war, dass man etwas von den Daleks in der Milchstraße gehört hat. Der Krieg kann danach einfach die Galaxis verlassen haben. Die Romanfassung von Resurrection behauptet auf jeden Fall, dass Destiny im Jahr 4500 stattfand. Damit ist die Datierung der Folge im deutschen Wiki mit 50. Jahrhundert auf jeden Fall schon einmal falsch.


    Eine weitere Folge, die nicht aufgelistet ist und die gesamte Datierung erschwert, ist The Evil of the Daleks. Die Daleks können eindeutig durch die Zeit reisen, brauchen aber einen Zeitkorridor dafür und die Zeitreise selbst ist noch ziemlich primitiv. Gleichzeitig heißt es in der Romanfassung, dass dieses Serial etwas 1000 Jahre nach Master Plan spielt. Hier taucht auch zum ersten Mal der Dalek Emperor auf.


    Evil spielt also etwa im Jahr 5000, 500 Jahre nach Destiny. Gleichzeitig müssen die Daleks bereits dazu in der Lage sein, durch die Zeit zu reisen, da die Movellans dies auch können. In Resurrection brauchen sie dafür aber weiterhin einen Zeitkorridor - wie im Übrigen auch in The Mutant Phase. Also muss all dies vor The Chase spielen, wo wir den Prototypen eines Dalekzeitreiseschiffes sehen. Wo wir bei The Chase wären - Vicki stammt aus dem 25. Jahrhundet und das letzte Mal, dass man da etwas von den Daleks gehört zu haben scheint, ist die Invasion der Erde im 22. Jahrhundert gewesen. Also dürften die Daleks dazwischen nicht in der Milchstraße aktiv gewesen sein. Dies erschwert erneut die Datierung von Power, es sei denn dieser Vorfall wurde geheim gehalten, was natürlich durchaus möglich wäre.


    Leider gibt es gar keine Datierungen von Death to the Daleks - aber die Daleks brauchen eine Energie um sich fortzubewegen, die von der mysteriösen Stadt absorbiert wird. Sie sind also wesentlich weiter als selbst die von Invasion. Also muss dieses Serial nach dem 22. Jahrhundert spielen. Wenn wir Vickis Aussage darüber nehmen, dass man danach bis ins 25. Jahrhundert nichts mehr von ihnen gehört hat, und dass der Invasionsversuch im 26. der erste Versuch nach gut 400 Jahren war, müssen wir davon ausgehen, dass dieses Serial nach Planet spielt, aber höchstwahrscheinlich noch vor Master Plan. Wenn nicht, dann spielt dieses Serial irgendwann nach Resurrection und vor Revelation.


    Um noch einmal auf Evil of the Daleks zurückzukommen: Hier scheinen die Daleks den Zeitkorridor nicht ohne Hilfe und Zielpunkt steuern zu können. Sie können nur die Zeitmaschine von Waterfield und Maxtible im 19. Jahrhundert ansteuern. In Resurrection können sie es besser, aber die Zeitkorridor-Technologie ist immer noch nicht perfekt. Als muss die Folge vor Resurrection spielen, aber definitiv nach Destiny.


    Bevor ich zu einem abschließenden Fazit kommen, dann noch eine Sache: Wenn The Daleks in der Zukunft von Invasion spielen sollte, gibt es dafür auch eine Lösung und die liegt in Planet of the Daleks. Die Daleks hätten wohl niemals den Thals erlaubt, selbst eine kleine Raumflotte zu bauen. Es ist sogar wahrscheinlicher, dass die Daleks Skaro verlassen haben. Dies wird im Endeffekt in Destiny bestätigt. Die Daleks sind nach langer Zeit zurückgekehrt, um Davros zu finden - und es gibt keine Thals mehr. Daher ist es durchaus möglich, dass vor den Ereignissen von The Daleks, einige Daleks aufgebrochen sind, um ein Imperium aufzubauen und andere zurückblieben. Die ersteren entwickelten sich technologisch immer weiter, während die letzteren dies nicht taten und am Ende vom Doctor und den Thals zerstört wurden.


    TL;DR: Wie gesagt, kann es ganz schön Kopfschmerzen bereiten, zu versuchen, diese Geschichten eine feste Chronologie zu packen. Wenn man dies aber will, sieht sie wohl so aus:


    Genesis of the Daleks (unbekannt)


    The Daleks (unbekannt, aber definitiv mindestens über ein Jahrhundert vor Planet of the Daleks, wahrscheinlich früher, kann aber damit auch nach The Dalek Invasion of Earth spielen)


    Day of the Daleks (Mitte des 22. Jahrhunderts in einer alternativen Zeitline)


    The Dalek Invasion of Earth (Mitte des 22. Jahrhunderts)


    The Daleks (zweite mögliche Datierung, die wahrscheinlichste wenn die Theorie, dass die Daleks Skaro schon lange verlassen hatten, außer einer Garnision, die noch in der Stadt zurückbliebt, stimmt)


    The Power of the Daleks (unbekannt, wahrscheinlich irgendwann im 23. oder 24. Jahrhundert)


    Frontiert in Space und Planet of the Daleks (26. Jahrhundert)


    Death to the Daleks (erste mögliche Datierung, vor dem Krieg mit dem Movellans und damit vor dem 30. Jahrhundert)


    Mission to the Unknown (sechs Monate vor The Daleks' Master Plan)


    The Daleks' Master Plan (Um das Jahr 4000)


    Destiny of the Daleks (etwa das Jahr 4500)


    The Evil of the Daleks (etwa 1000 Jahre nach Master Plan)


    Resurrection of the Daleks (höchstwahrscheinlich kurz nach Evil, nachdem die Daleks dort so vernichtend vom Doctor geschlagen wurden, dass sie schnell den Krieg gegen die Movellans verloren. Außerdem ist die Zeitkorridortechnologie fortschrittlicher als noch in Evil.)


    Death to the Daleks (zweite mögliche Datierung, nach dem Krieg mit den Movellans)


    Revelation of the Daleks (spielt eindeutig nach Resurrection)


    The Chase (Die Daleks haben nun bessere Zeitreisetechnologie, ähnlich der Time Lords, aber dies ist noch in der Prototyp-Phase)


    Remembrance of the Daleks (Die Daleks verwenden ihre Fähigkeit der Zeitreise, um die Hand des Omega zu erbeuten und damit genauso mächtig zu werden, wie die Time Lords. Dies muss eindeutig nach The Chase spielen.)

    Ja, da war sowas. Aber es war mir nicht nur technisch, sondern auch stilistisch zu futuristisch. Bei TOS bestanden die Konsolen ja nicht nur aus bunten quadratischen Plexiglasknöpfen, sondern die gesamte Brücke und auch die Gänge waren extrem überbelichtet. Das hatte einen ganz anderen Charme als die düsteren Räume bei Discovery. Und das war ja auch genau die Abgrenzung zu den klingonischen Schiffen, bei denen anscheinend immer nur die Notbeleuchtung an war.

    Zum einen ist es ein wenig schwierig, TOS einfach zu kopieren und es gleichzeitig so aussehen zu lassen, als ob es sich um futuristische Technologie handelt. Deswegen ist die Idee eines Prequels ja so dämlich in dem Zusammenhang.


    Das andere, also die Beleuchtung, stimmt schon. Nur liegt das halt an der Amtosphäre, die die Serie erzeugen will. DIS will düsterer und beklemmender wirken. Ob einem dies gefällt, steht auf einem anderen Blatt.


    Und zu den klingonischen Schiffen: Die wirkten in DIS eher so, als hätten sie sich die Beleuchtung der Goa'uld Schiffe aus Stargate geklaut. Überall die ganzen Fackeln. Einfach nur dämlich.

    Außerdem ging mir das ganze Gequassel auf Klingonisch auf den Geist, wo man gezwungen war, Untertitel zu lesen. Hätte man dem Zuschauer keinen Universalübersetzer zugestehen können?

    Das ist jetzt aber schon ziemlich kleinlich.


    Zum Thema Ausstattung: Fand die Erklärung zwar recht dämlich, aber in der zweiten Staffel wurde erklärt, dass die neue Technologie, die wir in der Serie sehen, sich nicht wirklich mit den Basissystemn beißt und langfristig mehr Problem mit sich bringt als sie löst und deswegen überall ausgebaut wurde. Das war im Endeffekt ja die Ausrede dafür, dass Pike das Kommando über die Discovery übernehmen musste, weil die Enterprise eben nicht mehr funktioniert hat.

    Wenn wir nach dem NATO-Rangcode gehen sieht es wie folgt aus (US Navy = Bundeswehrmarine):


    Admiral = Admiral

    Vice Admiral = Vizeadmiral

    Rear Admiral = Konteradmiral

    Rear Admiral (lower half) = Flottillenadmiral

    Captain = Kapitän zur See

    Commander = Fregattenkapitän

    Lieutenant Commander = Korvettenkapitän

    Lieutenant = Kapitänsleutant

    Lieutenant junior grade = Oberleutnant zur See

    Ensign = Leutnant zur See


    Dabei ist anzumerken, dass sowohl Lieutenant junior grade und Ensign sowie ihre deutschen Gegenstücke beide den NATO-Rangcode OF-1 haben und sich nur durch die jeweiligen Besoldungsstufen unterscheiden.


    Da keine der Rangbezeichnungen im Deutschen bei Star Trek verwendet wurde, sondern es immer die englische, fällt die Übersetzung von Ensign zum Fähnrich zwar ziemlich auf, ist aber an sich kein Problem. Wenn sie nämlich die richtige Bezeichnung genommen hätten, wären die Ensigns in Star Trek alle "Leutenants im Weltram" oder so ähnlich.

    Beförderungen kann man ausschlagen, hat Riker auch gemacht.

    Könnte man, aber du verstehst nicht, warum Mariner Ensign bleiben will. Damit es ihr einfacher fällt, das System zu umgehen. Wenn sie am Ende der Nahrungskette steht, schauen ihr weniger auf die Finger. Wenn sie einfach nur normal, innerhalb der Rahmen des Erlaubten, ihren Dienst schieben würde und mal heir mal da die Regeln ein bisschen biegt, dann ist die ganze Motivation weg, überhaupt weiterhin ein Lower Decks Offizier zu sein.

    Außerdem sind sowohl Kirk als auch Picard als auch Janeway später Admiral geworden.

    Kirk hat Picard diese Rede gehalten, nachdem er bereits die Erfahrung als Admiral gemacht hatte und wieder degradiert wurde.

    Mariner hat die Aufnahmeprüfung nicht nur bestanden - sie war auf dem besten Wege zum Führungsoffizier, bis ihr klar wurde, dass ihr Platz nicht auf der Brücke ist. Sie benimmt sich so wie sie sich benimmt, damit sie ja nicht befördert wird. Sie will Ensign bleiben, weil sie davon ausgeht, so am meisten Gutes bewegen zu können. Genauso wie Kirk in Generations Picard gesagt hat, dass er sich ja niemals zum Admiral befördern lassen sollte, weil er auf der Brücke mehr bewirken könnte.

    Ja, fands ziemlich gut. Ist halt eine Zeichentrick-Comedy. Da sollte man nicht rangehen und erwarten, dass da Unterhaltung auf dem Level von TNG oder der Ernsthaftigkeit welches ST sonst zumeist hat geboten bekommt. Und ich finde die Charaktere recht gut und das Finale hat mir gefallen, besonders weil da direkt Kritik an etwas genommen wird, was mich an Star Trek und Starfleet schon immer gestört hat.

    Nikioko Okay, diese Diskussion dreht sich im Kreis. Du wirfst Menschen vor, dass sie etwas fordern, was sie gar nicht fordern. Es geht nicht darum, Christoph Kolumbus oder sonst wen aus der Geschichte zu streichen. Es geht um das genaue Gegenteil. Es geht darum, dass es endlich eine breite, öffentliche Aufarbeitung der Geschichte des Kolonialismus und des Imperialismus gibt, der in diesen Zeiten vergangenen Verbrechen und wie sich die Ausbeutung nicht europäischer Völker und die damit verbundene Anhäufung von materiellen Gütern in den Händen der Weißen noch auf die heutige Welt auswirken. Das Zauberwort lautet struktureller Rassismus. Den gibt es, auch bei uns. Mitglieder von Minderheiten leben gemessen an dem Anteil, den sie innerhalb der Bevölkerung ausmachen, zumeist in ärmeren Verhältnissen als Weiße, und der globale Süden ist nicht durch Zufall ärmer als der Norden, besonders der Nordwesten. Unser ganzes kapitalistische System beruht auf der Ausbeutung der Nicht-Weißen.


    So eine Konfrontation mit der Geschichte und der aus ihr herausgewachsenen Ungleichheit kann niemals geschehen, solange die Konstrukteure dieser Systeme und Ideen in Form von Statuen weiterhin erhöht dargestellt werden. Dazu dienen Statuen nämlich, zur Erhöhung und Feier der dargestellten Person. Und ja, es gibt keine unproblematischen historischen Figuren, weshalb ich diesen Wahn von den ach so großen Persönlichkeiten Statuen errichten zu müssen, auch nichts halte. Das waren Menschen wie du und ich, die alle ihre Fehler hatten. Wieso sollen wir sie als etwas besseres darstellen? Aber gut, ich halte auch nichts davon, sich über das Privatleben von irgendwelchen Prominenten zu informieren.


    Zurück zu den Statuen: Es wird ja häufig vorgeschlagen, einfach Plaketten an diesen Statuen anzubringen, die darüber aufklären, wer sie waren und auch, was das Negative an ihnen war. Und wie viele Leute dürften das lesen? Die sehen eine Statue von Kant oder wem auch immer und machen sich keinerlei Gedanken über die negativen Aspekte von dessen Werken, weil diese sie selbst nicht betreffen.


    Und da liegt im Endeffekt die Krux bei der Sache. Ich hatte früher die gleiche Einstellung wie du. Ich habe mich dann aber mit dem, was die Leute, gegen die du hier wetterst, sagen, auseinandergesetzt und nach und nach meine Meinung geändert. Diese Statuen sind für unheimlich viele Nicht-Weiße ein Symbol der Unterdrückung, ein Zeichen gesellschaftlicher white supremacy, die wir nicht bereit sind anzuerkennen und zu hinterfragen. Stattdessen reduzieren wir die Bedeutung solcher Begriffe lieber auf ihre extremsten Beispiele und brechen sie auf ein individuelles Level herunter, um uns ganz weit davon zu entfernen. Aber wir können diese Debatte nicht führen, ohne uns in die Position dieser Minderheiten hineinzuversetzen. Und diesen Aspekt vermisse ich total bei deiner Argumentation.

    Also, Kolumbus mit Hitler zu vergleichen an sich ist schon einmal eine Selbstdisqualifikation.

    Bis 1504 starben zwischen 300.000 bis 900.000 Einwohner von Hispaniola - bei einer geschätzen Bevölkerungszahl von mindestens 400.000 in 1492, wobei die wahrscheinliche Zahl wesentlich höher lag und eher gegen eine Millionen tendierte - und dies war teilweise gewollt, teilweise ausgelöst durch eingeschleppte Krankheiten, und teilweise herbeigeführt worden durch die Versklavung der indigenen Bevölkerung, die von Kolumbus den Spaniern empfohlen wurde. Das war ein Genozid, egal wie man es drehen oder wenden will. Von daher ist ein Vergleich mit Hitler nicht komplett unangebracht.


    Wobei es mir nicht einmal darum ging, zu sagen, dass Kolumbus genauso schlimm war wie Hitler. Es geht um das Prinzip dessen, dass Du die Exitenz von Denkmälern verteidigst, die Menschen gewidment sind, die mehr als problematisch waren in Ansichten und Taten. Denn wenn es nur darum geht, dass so eine Person von historischer Bedeutung war, dann gibt es kein Argument, keine Statuen von Hitler aufzustellen. Und dass Du sogar gleich darauf anspringst, weil Hitler eben so eine herausragend böse Gestalt in der Weltgeschichte war, ist der Grund, warum ich ihn als Beispiel gewählt habe. Er ist das Extrem, aber selbst dieses Extrem macht nichts mehr aus, wenn wir uns nach der historischen Bedeutung einer Person richten und nicht ihrer Taten.

    Aber es betrifft ja nicht nur Kolumbus, sondern auch viele andere historische Personen, die Kinder ihrer Zeit waren.


    Sorry, aber das ist oftmals Bullshit. Um mal beim Beispiel Kolumbus zu bleiben: Sklaverei gab es damals auch im christlichen Europa, gerade in Norditalien wo Kolumbus herkam. Nur war Sklaverei in den reichen Handelsstädten der Region ein Zeichen von Privilegien, von gesellschaftlicher Stellung und Reichtum, wie sie es bereits in den Städten des römischen Reiches gewesen war. Die ebenfalls zu römischer Zeit existente Sklavenhaltung um Landwirtschaft zu betreiben und andere harte Arbeiten zu erledigen, wurde von der katholische Kirche seit dem Hochmittelalter extremst bekämpft und führte zu deren Ausrottung innerhalb des christlichen Europas.


    Wenn wir uns also wirklich kritisch mit der Geschichte auseinandersetzen, so wie Du es forderst, muss festgestellt werden, dass die Form der Sklaverei, die Kolumbus dem spanischen Königshaus in Bezug auf die Ureinwohner der Karibik empfahl, nicht Gang und Gebe war. Und selbst wenn dem so gewesen wäre, wäre dies immer noch keine Begrüdung dafür, ihn heutzutage noch in Form von Statuen oder Feiertagen zu feiern. Denn ein Schulterzucken und "so war es damals ebens" ist ebenfalls zu tiefst unkritisch.

    Wer nicht 100% gut war, war böse und dessen Denkmal gehört gestürzt um dessen Andenken auszulöschen.

    Es geht nicht darum, das Andeken auszulöschen, sondern es in den passenden Kontext zu rücken! Meine Fresse, ist es dir nicht peinlich, die Talking Points von White Supremacists nachzuplappern? Du hörst dich an wie ein Fox News Sprecher oder AfD-Politiker.

    Dass das die erste Schritte von Ikonoklasmus und Bücherverbrennung sind, ist dir aber schon klar?

    Aber Kolumbus, der sowohl direkt als auch indirekt für den Genzoid an der indigenen Bevölkerung der Karibik verantwortlich war, mit Hitler zu vergleichen ist zu viel, oder was?


    Die Debatte geht ja nicht darum, dass so etwas wie Pipi Langstrumpf nicht mehr verbreitet werden darf, sondern darum wie! Und da habe ich bereits geschrieben, warum es lächerlich ist, bei Schriften, die sich an Kinder richten, nicht darauf zu achten, dass die nicht Sprache mitbekommen, die heutzutage nicht mehr angebracht ist.


    Entweder sagen wir, diese Bücher und Schriften werden nicht mehr gezielt an Kinder verkauft und als Erwachsenenliteratur eingestuft, oder tauschen Begriffen. Und das ist nicht einmal etwas Neues. In den tausenden von Jahren in denen es bereits Literatur und andere Kunstformen gibt, haben Autoren, Verläger usw. immer wieder Begriffe und Namen von bereits existierenden Werke ausgetauscht, um diese einer neuen Generation oder Kultur anzupassen. Und auf einmal ist das eine große Nummer, die hitzig diskutiert werden muss? Ich glaube, ich spinne.

    Es werden vor allem Ausdrücke als negativ ausgelegt, die es in ihrem Ursprung gar nicht sind. Neben dem "N-Wort" reden mittlerweile einige Leute vom "I-Wort".

    So viel Dummheit passt auf keine Kuhhaut mehr. Das N-Wort ist ein zutiefst negativ konnotierter Begriff, der über Jahrhunderte hinweg dazu verwendet wurde, Menschen mit dunkler Hautfarbe herabzusetzen und ihnen ihre Menschlichkeit teilweise, wenn nicht gar komplett, abzusprechen. Da kann sonst noch was im Struwwelpeter stehen. Und gerade wenn es darum geht, Akzeptanz und Toleranz zu predigen, hat so ein Wort darin nichts zu suchen. Da ist es scheißegal, dass der Begriff vom lateinischen niger stammt und im Endeffekt schwarz bedeutet.


    Ähnliches gilt für Indianer. Dieses, "so haben wir es schon immer gesagt" Gehabe, ohne jedwede Rücksicht auf die Volksgruppen, die damit bezeichnet werden, ist sowas von arrogant und rücksichtslos, es ist zum kotzen. Dies ist kein Begriff, den die indigenen Völker von Amerika jemals für sich selbst verwendet haben. Er ist von den Europäern von außen herangetragen worden und wurde so niemals wirklich von der bezeichneten Gruppen akzpetiert. Und er stammt dann auch noch von einer Unkenntnis - nämlich, dass Amerika eben nicht Indien ist, wie es Kolumbus Zeit seines Lebens angenommen hatte. Aber all das ist egal, Hauptsache weiße Europäer müssen nicht ihren Sprachschatz überdenken.

    Kant hat nicht "mal nebenbei" was gemacht und war in erste Linie begründer des Rassismus,

    Habe ich irgendwo geschrieben, dass Kant den kategorischen Imperativ mal eben so nebenbei erfunden hat? Nein. Es geht darum, was mehr Leid bzw. Nutzen für die Menschheit bedeutet hat. Und da sticht die Rassenlehre den kategorischen Imperativ aus. Sorry, dir da dein Geschichtsbild zerstören zu müssen, aber es war nicht so, dass die Rassenlehre bereits seit Jahrhunderten bestand. Schwarze und Indigene wurden versklavt, weil sie keine Christen waren, nicht weil sie nicht der gleichen Rasse angehörten. Und deswegen ist auch diese Aussage absoluter Blödsinn:

    Nichtssdestotrotz war Kant natürlich auch ein Kind seiner Zeit.

    Um nur mal zwei Namen aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert zu nennen, die diese Rasseneinteilung, die Kant betrieb, ablehnten: Georg Forster und Alexander von Humboldt haben bereits damals gegen solche Einteilungen argumentiert. Und sie waren nicht die einzigen. Dieses, "damals war das eben so", ist ein lächerlich schwaches Argument an sich, wenn wir über so etwas abartiges wie die Einteilung von Menschen in Rassen reden, aber es wird in dem Moment sinnlos, in dem es zur gleichen Zeit bereits andere Wissenschaftler und Philosophen gab, die solchen Ansichten widersprachen. Denn dies zeigt eindeutig, dass es eben nicht so war, dass damals alle so gedacht hätten, weil es eben so war. Dass Kant trotzdem solche Schriften veröffentlichte und diese sogar noch Jahrezehnte lang verteidigte, ist eine Schande für ihn und für jeden, der ihn dies bezüglich weiterhin verteidigt.