Beiträge von Mario

    Der Coproduzent von Doctor Who ist Bad Wolf, also Sony, die Filme wie Casino Royale, Quantum of Solace, Skyfall oder Spectre gedreht haben.

    Nur weil Bad Wolf Sony gehört, heißt dass noch lange nicht, dass sie vor Geld nicht gerade aus sehen können. Und gerade bei Auftragsproduktionen wie Doctor Who richtet sich das Budget nach dem, was die Auftraggeber - in diesem Falle einzig und allein die BBC - bereit sind, zu zahlen.

    His Dark Materials ist aber keine reine BBC Produktion, sondern eine Co-Produktion mit HBO, die definitiv reichlich Geld dafür springen lassen, große Namen wie McAvoy und Lin-Manuel Miranda im Cast zu haben. Bzgl. Doctor Who hat die BBC zwar eine Vertriebsvereinbarung mit HBO für Norarmerika, aber ich glaube kaum, dass sie HBO als gleichberchtigte Co-Produzenten ins Boot holen.

    Das Genre Slasher-Horror war zu dem Zeitpunkt tot im Mainstream. Scream hat es wiederbelebt, indem es die Meta-Ebene und damit eine neue Generation ansprach. Eine Generation, die mit den Tropes aufgewachsen oder ihnen überdrüssig war und Scream hat genau das verwendet, um zu sagen „wir wissen, dass diese Filme immer nach den gleichen Mustern ablaufen - und unsere Charaktere sprechen das aus.“ Scream hat sozusagen das ganze Meta-Awareness, welches heute selbstverständlich ist, damals etabliert.

    Der Film geht weiter als einfaches Lampshading. Der Film hat nicht nur Klischees sowie problematische Aspekte des Slasher-Horror-Genres angesprochen, sondern sie umgekehrt. Viele der heutigen "Meta" Filme machen Lampshading pur und denken, nur weil sie zugeben, dass sie wissen, dass sie voller Klischees sind oder alte, ausgediente Vorstellungen bedienen, sei es okay. Das macht sie aber nicht besser als Filme, eigentlich macht es sie schlechter, weil man als Zuschauer weiß, dass die Macher wissen, dass ein 08/15 Produkt abliefern und damit wird indirekt vermittelt, dass man womöglich etwas besseres hätte bekommen können. Scream, so wie damals auch Buffy, hat nicht nur die Klischees angesprochen sondern eben unterwandert. Und natürlich macht es das für Sequels schwer an sie heranzukommen, weil diese Herangehensweise in Filmen funktioniert nur ein oder zweimal und danach erwartet der Zuschauer genau dies, womit es selbst zum Klischee wird.

    Meat Loaf ist tot


    "Berühmt wurde er mit der 'Rocky Horror Picture Show' - 'I'd Do Anything for Love' und 'Paradise by the Dashboard Light' gehörten zu seinen größten Hits: Der amerikanische Rocksänger Meat Loaf ist gestorben. Er wurde 74 Jahre alt."

    Ich rede nicht vom Markt, sondern von den Leuten, die mit den Füßen abstimmen. Der Markt reguliert gar nichts. Der Geschmack der Leute schon. Und dabei red ich nicht von werberelevanten Zielgruppen, sondern von Leuten, die freiwillig bezahlen und was geboten bekommen möchten.

    Genau das ist die Idee hinter dem Konzept des selbstregulierenden Marktes. Die Konsumenten gehen einfach woanders hin, wo es ein besseres Produkt gibt. So läuft es in der Realität aber nicht.

    Es muss vor allem eine unterhaltsame Geschichte dahinterstecken. Wie z.B. für dieses Beispiel The Green Death. Oder für das Thema Genozid The Silurians. Letts hat es in seiner Zeit geschafft, Gesellschaftskritik mit Unterhaltung zu verbinden. Chibnall nicht.

    Letts hatte wirklich etwas zu sagen, Chibnall nicht. Aus einer Kritik daran wie Unternehmen aufgrund von Profitgier die Umwelt zerstören und die Regierung zumeist herzlich wenig tut, um sie aufzuhalten und die meisten Gegner als Verrückte Hippies dargestellt werden, kann man mehr machen, als aus, "Klimawandel ist schlecht, hört auf die Wissenschaftler!". Und selbst wenn man das Pferd von der anderen Richtung aufziehen will, also von der reinen Geschichte her, ist die Quelle diegleiche: Chibnall denkt zu simplistisch. Sowohl in seiner Gesellschaftskritik und dann eben auch darin, wie er Geschichten konstruiert.

    Wenn das so ist und die BBC völlig unabhängig von Boris Johnson und seiner Regierung ist, spielt es doch keine Rolle was der will.

    Inhalt nicht, aber finanziell. Die BBC ist genauso wie die deutschen ÖRs an einen Rundfunkvertrag gebunden, der gesetzlich regelt, was sie darf und wie sie finanziert wird. Dieser läuft in seiner aktuellen Form aber 2027 aus und die Johnson Regierung will ihn nicht verlängern. Die Kultusministerin hat laut der Daily Mail - ich weiß, nicht immer die vertrauenswürdigste Quelle - gesagt, dass es für die BBC vorbei sei, solange sie im Amt wäre. Und Johnson hat bereits vor zwei Jahren mit der Idee gespielt, die BBC ein neues Finanzierungsmodel a la Sky oder Netflix aufzuzwingen, also durch Abos finanziert zu werden. Inwiefern sich dies positiv oder negativ auf Doctor Who und andere Produktionen auswirkt, keine Ahnung, daher ja auch meine Frage. Dass es sich definitiv auf das Kultur- und Regionalprogramm sowie die Nachrichten auswirken wird, sollte da außer Frage stehen.

    Ich hoffe positiv. Dann muss endlich mal wieder Leistung erbracht werden, damit die Leute zahlen.

    Klar, die unsichtbare Hand des Marktes wird es schon regeln. ^^

    Und vor allem muss dann mal wieder Programm zur Unterhaltung und nicht zur politischen Erziehung der Leute gemacht werden.

    Das Problem der Chibnall Ära ist nicht, dass die Sendung offensichtlich politisch ist, sondern was dahinter steht und das ist liberales Nichts. Obeflächliche Morallektüren ohne Kritik oder Analyse von gesellschaftlichen Strukturen und Problemen. Wenn man meint, eine Folge über den Klimawandel machen zu müssen und die Botschaft wird vom Doctor mit den Worten "Hört auf die Wissenschaftler" zusammengefasst, hat man etwas nicht verstanden. Denn es ist nicht die Allgemeinheit, die überzeugt werden muss, dass es den Klimawandel gibt und etwas getan werden muss, die Mehrheit stimmt dem bereits zu, sondern die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger müssen mehr tun, als immer nur leere Versprechungen abzugeben. Die Fähigkeit des Individuums etwas zu verändern ist durch seine bzw. ihre sozio-ökoligischen Verhältnisse beschränkt und da hilft es nicht, dem 08/15 Zuschauer zum x-ten Male entgegen zu rufen, er/sie sollte auf die Wissenschaftler hören. Chibnall hat als Liberaler (im amerikanischen Sinne) aber nichts weiter als Oberflächlichkeiten zu bieten. Sei es bei diesem Thema oder Rassismus oder Migration oder LGBTQ+ Repräsentation usw., von ökonomischen Themen ganz zu schweigen.

    Alter, was hast du denn genommen? Wer hat denn von Transsexualität gesprochen? Einzig und allein du.

    Du bekommst nicht einmal mit, was Du mit deiner Kritik daran, dass Time Lords - eine verkackte außerirdische Rasse, der wir nicht unsere Geschlechtervorstellungen und Normen überziehen sollten - das Geschlecht wandeln können, aussagst.

    Moment! Es ging darum wie in-universe Familien und Beziehungen funktionieren sollen wenn beide Partner bis zu 12x spontan das Geschlecht wechseln (was mit einer Trans-Metapher dann nebenbei bemerkt nichts mehr zu tun hätte), nicht darum dass die Darstellung von Transsexualität im Fernsehen schädlich für Familien ist. Wichtiger Unterschied!

    Ein Mann oder eine Frau kommt raus als transsexuell und befindet sich in einer Beziehung, womöglich mit Kindern. Wo liegt da der Unterschied zu diesem fiktiven Beispiel? Oder beide haben ein coming out als transsexuell, pansexuell oder wie auch immer. Die Darstellung so etwas, was in der Realität durchaus vorkommt, in einer Science Fiction Serie durch Alienrassen darzustellen, ist weder neu, noch sollte es etwas sein, was verteufelt wird.

    Wie sollen denn da Beziehungen und Familien vernünftig funktionieren? Die Problematik wurde ja mal bei DS9 behandelt, wenn ein Trill einen neuen Wirt mit anderem Geschlecht bekommt. Das wird recht... kompliziert.

    Alter, was für ein transphober Müll. Also sollen Transsexuelle und Transsexualität nicht in Metaphern, Analogien oder sonst wie dargestellt werden? Weil schädlich für Familien? Meine Fresse. Kein Wunder, dass Emma Junkie nicht mehr hier im Forum ist.

    Elke Heidenreich vs. Sarah-Lee Heinrich

    War ja klar, dass so etwas kommt. Da steigert sich eine erwachsene Frau in eine Wutrede über die Tweets einer 13/14 Jährigen, die jetzt, mit 20, in der Politik ist. Wer meint, dass jemand sein bzw. ihr Leben lang für etwas, was er/sie in der Vor- bzw. Frühpubertät getan hat, sind so manche Leute raus bzw. "gecanellt". Aber die linke Cancel Culture ist ja so schlimm. Wenn aber mit rassistischen Ressentiments gearbeitet wird, um einer jungen Frau Jugendsünden um die Ohren zu hauen, ist das ganz normal und okay, und es ist nicht die gute Frau Heidenreich, die da cancellt, sondern Heinreich und die, die sie in diesem Falle verteidigen. Und dann fragst Du dich noch, warum es keine Diskussion gibt?