Beiträge von Goettrik

    Das war nicht nur der Schiri, sorry.

    Das sehe ich ähnlich. Vor allem, da es diesmal ja schon das dritte Mal in Folge ist, nach 2018 und 2022, dass die DFB-Elf das Achtelfinale nicht erreicht hat. Es wird langsam zur Gewohnheit. Aber damit wird die DFB-Elf lediglich zu einer normalen Durchschnittsmannschaft, wie z. B. die Elf der Niederlande.

    Es ging mir um die Theorie, daß es ab den 2010ern einen verstärkten Konsum von DW über Internet gegeben haben kann, weil die Technik für ein problemloses Anschauen vorhanden war. Wenn damals nicht unterschieden wurde, wer DW auf welchen Geräten geschaut hat, ist die ganze Diskussion sowieso Makulatur. Hast Du irgendwelche Zahlen aus der Zeit? Würden mich interessieren, besonders die aus der Smith- und Capaldi-Zeit. Daß es dann ab Jodie mit den Quoten rapide abwärtsging ist mir klar.

    Ich bin da bei weitem kein Spezialist für, aber es gibt mindestens einen eigenen Thread von Pascal zum Thema Quoten hier, der allerdings erst 2014 gestartet wurde. Meiner Erinnerung nach muss es vorher schon Diskussionen zum Thema gegeben haben, aber die habe ich jetzt nicht extra rausgesucht, außerdem weiß ich nicht, ob bei den Umstellungen des Forums in der Vergangenheit die älteren Threads immer mitgenommen wurden.

    Das schon, aber seit wann ist es möglich, eine Fernsehfolge in guter Auflösung anzuschauen, ohne vorher einen Tag laden zu müssen? Das war dann m. W. ca. erst ab den 2010ern möglich, als die Geschwindigkeiten richtig gut wurden und die Strömungskanäle wie Pilze aus dem Boden schossen.

    Was hat das mit mir zu tun. Ich schrieb, dass trotz des Wachstums des Internets, die Gesamtzahl aller Zuschauer über alle Medien (z. B. S/W-Röhrenbildschirm mit klassischer Analog-Antenne, digitaler Flachbildschirm über Satellit und reiner Internet-Empfang per Handy) relativ konstant war. Dies hat sich jedoch in den letzten maximal 10 Jahren geändert und zwar nicht zum Besseren. Das Internet gab es schon vor 2016 und Smartphones auch. Auch hat sich die Nutzung Audio-Visueller-Medien insgesamt nicht reduziert. --- Wenn also nur die Nutzung von jeweils neu produzierten Doctor Who-Medien zurückgeht, dann muss dies etwas mit Doctor Who zu tun haben. Die Frage ist höchstens: Was? Eventuell sind die Leute einfach nur übersättigt.

    Ich glaube nicht, daß das stimmt, denn auf Disney+ war "Doctor Who" ein Flop und m. W. nie in den Nielsen-Charts vertreten. Wenn DW so ein Erfolg gewesen wäre, dann hätte Disney weiter Geld investiert, aber es hat sich nicht bezahlt gemacht. Und daß das Fernsehen ab den 2040ern keine Rolle mehr spielt, weiß man seit Commander Datas Bericht über eben jenes Medium. Ich vermute, unabhängig von der Qualität der Sci-Fi-Serien, daß die Leute einfach Sci-Fi-müde sind.

    Was die Quoten angeht, kommt es darauf an, ob man von der absoluten Zahl der Zuschauer ausgeht, die ist seit 30 Jahren rückläufig, was das direkte Ansehen während der Erstausstrahlung angeht oder ob es um den prozentualen Anteil der Zuschauer geht, die Doctor Who gucken, im Verhältnis zu jenen Leuten, die insgesamt gleichzeitig über TV irgendwas gucken. Was den Prozent-Anteil angeht, war Doctor Who lange Zeit stabil und ist erst in den letzten Jahren eingebrochen. Sonst wäre New Who schon vor Jahren eingestellt worden. Das kann nicht allein an der Erfindung des Internets liegen, das ist theoretisch schon seit über 30 Jahren für jedermann zugänglich.

    Da stimme ich dir vollkommen zu, nur erklärt es nicht alles. Denn auch die Fans der ersten Stunde unter euch oder ich als Neuzugang von New Who, der sich einen Großteil Classics draufgeschafft hat, haben ja keinen Zugang gefunden. Und mich persönlich haben die ständigen Classic Anbiederungen auch eher gestört, da sie meist so sinnfrei waren.

    Darauf lässt sich ganz einfach Antworten, dass hier in diesem Forum die echten Tennant-Fans, denen es weniger um Doctor Who an sich ging als um den Schauspieler, immer in der Minderheit waren. Unter den Zuschauern um 2009 herum scheinen sie in UK jedoch die absolute und nahezu erdrückende Mehrheit gewesen zu sein. Nur sind diese inzwischen erwachsen geworden und haben selbst höhere Ansprüche als damals. Vor allem jedoch, beschränkte sich Tennant auf das Gastspiel in der Eröffnungstrilogie von DisneyWho. Das war m. E. der erste schwere Fehler von RTD.

    Da würde ich noch viel weiter zurückgehen. Bei der WM 1934 hat Mussolini mutmaßlich den Schiris angedroht, dass sie nicht lebend aus dem Land kämen, wenn Italien nicht Weltmeister wird.

    Ich denke, wir haben uns verstanden. --- Und die USA ist einer, wenn nicht der aktuell mächtigste Staat der Welt. Wenn Trump etwas haben will, läuft es so, wie wenn einst König Ludwig XIV im Schloss Versailles etwas wünschte.

    Doch RTD hat eine entscheidende Sache anders gemacht: Er hat die Serie nicht mehr für Einsteiger geschrieben. (...)

    Ja, dem muss ich zustimmen. Allerdings ging es Disney+ m. E. nie darum, Doctor Who oder gar die BBC zu fördern, sondern allein darum die Fans von Doctor Who dazu zu bewegen, ein Abonnement bei Disney+ abzuschließen.

    Viele haben dies nun getan und dabei entdeckt, dass Disney+ auch viele gute Sachen hat. --- Mission accomplished!

    Von der Seite von Disney+ aus war wahrscheinlich nie geplant, das Projekt Doctor Who über den ursprünglichen Umfang hinaus zu verlängern. Auch bei anderen Streamern erfolgt eine unerwartete Verlängerung, gegen die ursprünglichen Absichten, nur selten, etwa bei Netflix als sich "Wednesday" in der ersten Staffel zur erfolgreichsten Serie des ganzen Jahres und über alle Anbieter hinweg entwickelte. Eigentlich war die Serie m. W. nur als Ersatz für "Sabrina" geplant, deren fünfte Staffel wegen Corona nicht gedreht wurde und nun brauchte man nach Corona etwas, das man in den gleichen Kulissen drehen konnte.

    Das mag sein, aber die Welt hat sich weitergedreht. Stefan Raab macht auf RTL auch nichts anderes als er bei Pro Sieben gemacht hat, aber der Zeitgeist ist ein anderer, und daher kommt das Ganze anders beim Publikum an.

    Eine Bewertung des Publikums und des Zeitgeistes will ich an dieser Stelle bewusst nicht vorgehen, nur ein Stichwort nennen: Die Welt zu Gast bei Feinden.

    Im Grunde wollte ich nichts anderes sagen. Aber dies ist nun einmal die Masche mit der Disney fährt. Was einmal erfolgreich war, muss es auch in Zukunft sein und wird daher immer wieder wiederholt, bis zum Beweis des Gegenteils - Siehe die dritte Star Wars-Trilogie.

    Davon gehe ich auch aus und ich gehöre zu eben jenen Fans, würde aber nicht sagen, dass RTD mit diesen die Serie zu Grabe getragen hätte. Eher im Gegenteil, so schlecht ich diese beiden Jahre (ironischer Weise meine ersten beiden im Fandom) auch empfinde. (...)

    Es traf den Zeitgeist. Staffel 4 von New Who ist bis heute die am meisten geschaute Staffel in der Geschichte der Serie. (...)

    All dies kann über Modern Who nicht gesagt werden. (...)

    Tatsächlich hat RTD bei DisneyWho jedoch m. E. gar nichts anders gemacht als in seiner Zeit beim Start von NewWho 2005.

    M. E. ist es das Publikum, wie Mario schon angemerkt hat, das sich verändert hat, nicht unbedingt zum Besseren, wenn ich mir z. B. Trump als US-Präsident ansehe.

    Und damit ist die ganze Spannung raus; wir können jetzt etwas anderes schauen...

    Bei einem Spiel geht es nicht darum, wer am Ende gewinnt, sondern was dazwischen passiert, sonst könnte man sich ja ganz aufs Würfelspielen beschränken und die deutsche Bundesliga abschaffen, wo es doch nur darum geht, wievele Wochen der FC Bayern benötigt um diesmal Meister zu werden.

    Die mir liebste neue Ausgangssituation wäre ein bereits regenerierter neuer Doctor mit Amnesie! Das würde dem Autorenteam die absolute Freiheit geben.

    Die absolute Freiheit, sich ein völlig neues Doctor Who bei einem Neustart auszudenken, hatten schon 1996 Philip Segal als Showrunner des Pilotfilms für den 8th Doctor, aus dem sich dann nicht mehr entwickelte und dann 2005 RTD mit NewWho. Und es gab sogar weitere solche Weggabelungen, wo die Serie sich auch völlig anders hätte entwickeln können als es sie dann tat. Das ist m. E. DIE zentrale Aufgabe eines neuen Showrunners. --- Wie weit sich ein neues NewWho von DisneyWho unterscheiden wird, wird vor allem vom neuen Showrunner und vom zeitlichen und finanziellen Abstand zum älteren Projekt abhängen.

    Also werden die USA Weltmeister?

    So bierernst nehme ich das Ganze nicht. Aber in der Vergangenheit gab es dann auch tatsächlich Fälle, wo der Gastgeber gewann und vorher einen seltsamen Turnierverlauf lieferte, etwa Argentinien 1978 bei der WM im eigenen Land. Nur die Regel ist dies auch nicht. --- Trotzdem hätte ich den Oranjes den Titel gegönnt.

    Und dann darf man nicht vergessen, dass auch Veranstaltungen wie Wrestling-Turniere und Schützenfeste, bei denen wirklich alles vorher abgesprochen wird, ihren Unterhaltungswert haben. Zumal man als Zuschauer ja nicht einmal ahnt, was genau hinter den Kulissen läuft. --- Und eigentlich steht dies auch nicht im Zentrum der Veranstaltung.

    Wobei ich die FIFA-Turniere für nicht annähernd so streng durchgeplant halte, wie eine Ballettaufführung und es unterwegs sicher so manchen Überraschungssieger auch für die Verantwortlichen gibt.

    Bezüglich der WM wollte ich kein Extra-Thread aufmachen. Heute abend fegen wir Curaçao vom Platz oder was meint ihr?

    Realistisch: 2:1, Wunschdenken: 5:0, Worst Case: 0:1 [...]

    Ich blicke aber gerne noch weiter zurück. Da war ich noch zu jung und bekam davon kaum was mit...

    Also meine wirklich fanatische Zeit als kindlicher deutscher Fußballfan endete 1978 in Cordoba (Argentinien). ;)

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    Heute sehe ich in der Fussball-WM lediglich eine große Show, in der jener gewinnt, der am meisten Geld an das FIFA-Präsidium zahlt.

    Während es sich beim competetive tender nur um die normale vorgeschriebene Prozedur handelt, ist die Finanzierung tatsächlich eine andere Baustelle. Aber es ist die entscheidende Baustelle. Und dazu gibt die BBC in ihrer Pressemitteilung keine Auskunft.

    Bei normalen öffentlichen Ausschreibungen wäre es so, dass der Bewerber auch einen Kostenvoranschlag leisten muss. Wobei in den Texten der BBC zum Thema steht, dass man hier nicht zentral auf den Preis, sondern vor allem auf die Qualität der Leistung achten will. --- Was immer dies über die Vorherigen Geschäftspartner aussagt.

    Der "competetive tender" ist nicht nur bei der BBC ein normales Verfahren. Es handelt sich schlicht um das, was deutsche Behörden eine "offene Ausschreibung" nennen.

    Das Projekt selbst ist längst beschlossen. Es geht nur darum, wer es wann und wie umsetzen soll. Und dafür sucht die BBC jetzt Bewerber. Bei sehr beliebten Projekten, die bei Wirtschaft und Politik extrem willkommen sind, kann das auch mal schnell gehen.

    Was bedeutet die öffentliche Ausschreibung von Doctor Who?
    In dem Artikel der Radiotimes wird davon ausgegangen, dass es dabei um die Produktion der Serie geht. Was also vorher die BBC Wales betrieben hat, dann Bad Wolf und in Zukunft, wer auch immer bei der Ausschreibung den Zuschlag erhält.

    Damit verbunden wären dann dann die Entscheidungen über das Sendeformat, also Staffeln oder Specials, über die inhaltliche Leitung, also Showrunner oder ein Team, sowie die Zuständigkeit für das Casting eines neuen Doctors und der Companions. [...]

    Oder kurz zusammengefasst.

    Die Situation des Franchises "Doctor Who" ist ungefähr so ähnlich, wie 1996 nach dem TV-Movie mit dem 8th Doctor und FOX, statt Disney+ als Partner. Damals dauerte es etwa 10 Jahre bis zum Start von NewWho.

    Und auch die allgemeine Lage der BBC sowie der Politik in Großbritannien insgesamt ist heute so ähnlich, wie Mitte der 1990'er Jahre unter John Major als Prime Minister.

    Da können die Rechten jetzt noch sehr schreien, weil es ihnen nicht gefällt, dass ihre Weltsicht immer wieder dazu herhalten muss um zu zeigen, wie man eine Gesellschaft am besten nicht konstruieren sollte.

    Das ist eine Frage der Sichtweise. Wer keine Probleme hat mit Rassismus, Ausbeutung, Sexismus, religiöse und politische Intoleranz, hohe Kriminalität usw., weil er sich stets auf der Seite der Stärkeren wähnt (Es gibt immer einen der stärker ist als man selbst.), der hat auch mit den ultraextremsten rechten Ideologien keine Probleme. Irritierend finde ich eher, dass sich neben den reichsten und mächtigsten Menschen auch viele Verlierer aus der Unterschicht sich von rechten Ideologien angezogen fühlen, obwohl sie von diesen nichts gutes erwarten dürfen.

    Denn das ist der zentrale Unterschied zwischen linken und rechten Diktaturen. In der linken Diktatur sind Chaos, Armut und Gewalt unerwünschte Nebenwirkungen, die vom eigensüchtigen Diktator eher widerwillig geduldet werden und im Zweifel ergreift er lieber die Flucht oder lässt sich gar, wie jüngst der Präsident von Venezuela Hugo Chavez, eben als Gefangener abführen. - In einer rechten Diktatur sind diese Dinge fester Bestandteil des Systems und nicht nur geduldet, sondern vom Herrscher und seinen Anhängern zutiefst erwünscht. General Pinochet in Chile oder Saddam Hussein im Irak haben nie verstanden, warum sie für ihre Taten gerichtet wurden. Sie wollten doch stets nur das Beste für ihr Land und sich selbst. - Und als Steigerung gibt es dann noch den Gottesstaat, wie aktuell den Iran, dessen herrschender Klerus nicht anders funktioniert, wie die Führung einer Sekte. Diese gehen ohnehin davon aus, dass sie das Himmelreich erst nach ihrem Tod erreichen werden. Und was passiert, wenn man der Führung einer Sekte mit Gewalt kommt, haben die Amerikaner in den vergangenen Jahrzehnten bei blutig verlaufenden Polizeieinsätzen in ihrem Land immer wieder erleben dürfen. Diese Leute sprengen sich lieber selbst in die Luft als nachzugeben.

    P.S. Star Trek "The Next Generation" habe ich immer als eine zutiefst kommunistische Serie angesehen (Kein Geld, jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen, gesamt gesellschaftliches Eigentum). Warum die so gelobt wird :/.

    Aber, der damalige Zeitgeist war ein ganz anderer. Er war damals sehr viel weiter links. Am weitesten links war er m. E. in den 1960'er Jahren. Davor dominierte eher rechts, mit den 1930'er und 1940'er Jahren als absolutem nun ähm Höhepunkt der rechten Bewegung. Aktuell kippt es wieder in diese Richtung und wir haben das größte Extrem noch lange nicht im Mindesten erreicht. Je älter ich werde, um so mehr verstehe ich die ganz ganz uralten Leute, wie einst den Fürsten Metternich, der die Demokratie als wetterwendisches und lebensgefährliches Chaos-System betrachtete.