Beiträge von Nikioko

    Ja, "12 Monkeys" macht schon Spaß, die Love-Story nervt nach einer Weile, aber dafür macht die neue Version von Jeffrey Goines echt Spaß! Und die "Mythologie" um den Zeugen überzeugt bisher ...

    Danke. Da ich mit Continuum Staffel 2 durch bin (aber 3 und 4 noch als BD auf Lager habe), kann ich das mal in meine Watchlist mit aufnehmen.

    Allein auf Prime und Netflix gibt es mehr zu sehen als meine Lebenszeit hergibt... :-D

    Ich verstehe ehrlich gesagt niemanden, der dieser Serie was positives abgewinnen kann. Ich habe 6 Folgen gesehen und ihr somit eine faire Chance gegeben und war neugierig. Neugierig, weil ich von vielen gelesen habe, dass sich die Serie steigert und endlich wieder wie richtiges Star Trek anfühlt. Da kann ich nur lachen. Selbst unter dem Aspekt, wie enttäuscht die Leute von Discovery und Picard sind, kann ich nicht nachvollziehen, wie man dieses Machwerk dagegen loben kann. Der Humor passt null zu Star Trek, für ne Parodie würde es noch reichen: soll aber offiziell keine sein, sondern zugehörig zum Kanon, was alles weitere im Keim erstickt. Die Charaktere sind ALLE komplett nervig und unsympathisch (Das hat nicht mal Discovery geschafft...) und die Implikationen der Storys sind teilweise Hirnrissig. Ich kann hier nichts, absolut gar nicht, positives sagen. Man wollte sein eigenes Rick und Morty und hat dies versucht im Star Trek Universum anzusiedeln - ging auf allen Ebenen nach hinten los. Die Jokes zünden nicht, der Humor passt nicht und ist bei weitem nicht clever genug, wie das Vorbild Rick und Morty, die Charaktere nerven und es fühlt sich nicht wie Star Trek an. Fazit: Für die Tonne.

    Kann mich dem Ganzen nur anschließen, siehe oben. Was ich aber noch vergessen hatte: ja, dieser Mist soll tatsächlich keine Parodie, sondern Kanon sein. Und ist dabei derartig inkonsistent zum Kanon, dass es weh tut. Mal abgesehen davon, dass eine Figur wie Mariner niemals die Aufnahmeprüfung für die Sternenflottenakademie geschafft hätte, selbst mit dem Vitamin B ihrer Eltern (wo ich mich da auch frage, wo die in ihrer Erziehung versagt haben, dagegen war ja Tom Paris ein Biedermann): wenn man konsequent gewesen wäre, dann hätte dem tellaritischen Kapitän diese respektlose Verhaltensweise eigentlich gefallen und die Entschuldigungsversuche der Mutter hingegen als Schwäche auslegen müssen.

    The Orville erlaubt sich zwar auch einige Plattheiten, ist von der Grundstimmung her aber noch ernsthaft und tiefgründig. Die Charaktere sind trotz ihrer Macken fähige Leute, die ihr Handwerk verstehen. Hier wird aber lediglich versucht, möglichst viele Slapstick-Schenkelklopfer in möglichst kurzer Zeit aneinanderzureihen. Und die Akteure sind ein Haufen chaotischer fauler Dilettanten, die mit solchen Leistungen eigentlich schon längst geflogen werden.


    manche sind doch nur beleidigt, weil Next Generation hier gnadenlos entlarvt wird

    Aha, und inwiefern? TNG hatte durchaus seine unfreiwillig komischen Momente und der XO erinnert an Riker auf Speed, während der bajoranische Sicherheitschef sich weniger beherrschen kann als Worf. Aber wo wird hier irgendwas entlarvt? Selbst von TNG Staffel 1 (aka Riker ohne Bart) oder 2 (aka The Pulaski Syndrome) ist man ein höheres Niveau gewohnt.

    Ich habe die erste Folge gesehen, und die hat mir schon wieder gereicht. Wenn ich doofen Humor sehen will, der nur zu verdauen ist, weil ständig "Kennste? Kennste?"-Anspielungen reingematscht werden, kann ich auch Mario Barth gucken.

    Und ich fühle mich bei diesem infantilen Humor (The Orville ist immerhin schon auf Pennäler-Niveau) genau wie bei dem ganzen hanebüchenen Blödsinn (Sporenantrieb bei Discovery, von Picard will ich gar nicht reden) in dem Eindruck bestätigt, dass Kurtzman eigentlich Star Wars machen will, aber "nur" Star Trek machen darf. Und das Franchise in die Richtung Star Wars umbiegen will.

    Über Berman wurde gemeckert, was er bei Enterprise gemacht hat, dabei ist die Serie vor allem im Vergleich zu dem hier wirklich gut. Mir sind Archer, Trip, T'Pol und Reed tausendmal lieber als diese Gruselgestalten.

    Ich bin gerade ganz angetan von 12 Monkeys. Schon jemand gesehen?

    Nur den Film. Serie soll aber gut sein.

    Ich bin aber gerade durch mit der 2. Staffel von Continuum, die ja Dezember auf Deutsch erschienen ist. Stößt ja ungefähr ins selbe Horn: Mischung aus dystopischer Zeitreise-Scifi und amerikanischer Crime Fiction.

    Ja. Ziemlich platt, wie eine Nicklodeon-Serie. Krampfhafter Versuch, an den Erfolg von The Orville anzuknüpfen, dabei aber deutlich alberner. Leute, die angeblich das Auswahlverfahren und die Ausbildung der Sternenflotte durchlaufen haben, sich aber benehmen wie die letzten Idioten, vor allem diese hyperaktive Ensign Mariner.

    Ich bleibe dabei: die letzte gute Star-Trek-Serie war Enterprise. Und die war deutlich besser als sie damals gemacht wurde und hätte auch ihre 7 Staffeln verdient gehabt.

    Staffel 24 ist jetzt auch wieder vorbestellbar bei Zavvi.Anscheinend haben die mal eben ihr Bestellkontingent erhöht. Amazons Unfähigkeit scheint deren Segen zu sein.


    Und es geht weiter... STAFFEL 24!


    https://www.radiotimes.com/tv/…ection-season-24-release/


    Erscheinungsdatum (im Moment) 1 Juni.

    Dieser Satz hat mein Herz höher schlagen lassen:

    With so much new content to get through, it’s a great way to pass the time until the release of Doctor Who season 13 later this year.


    Da dachte ich, hurra, Staffel 13 (mit den echten Klassikern wie Pyramids of Mars und Brain of Morbius) erscheint dieses Jahr auch noch, und dann geht es nur um die neuesten Eskapaden der Doctröse...

    Ich finde es gut, dass wir die Sache langsam einkreisen und auf ein anständiges Diskussionsniveau zurückfinden, danke.

    Natürlich kann ich den Standpunkt verstehen, den du hier vorbringst, allerdings fürchte ich, dass uns sowas nicht weiter bringt. Solange es "wir gegen euch" heißt und wir nicht endlich als Menschheit agieren, wird es Konflikte geben. Es ist immer das alte Spiel von Auge um Auge. Mit Hypotheken aus der Vergangenheit lässt sich das nicht bewältigen. Nur wenn man die Vergangenheit gleichzeitig als gemeinsames Erbe und als schlechtes Beispiel sieht, um gemeinsam die Zukunft besser zu machen, geht es voran.

    Ich sehe hier als Vorbild übrigens Neuseeland, das es geschafft hat, aus Kolonialisten und Ureinwohnern tatsächlich eine Nation zu formen, die alle als "ihr" Land ansehen. Das hat man nicht dadurch geschafft, dass man James Cook von seinem Sockel gestürzt hat, sondern die reichhaltige polynesische Kultur ins öffentliche Bewusstsein gerückt hat.

    Vielleicht bin ich da zu sehr Idealist von Roddenberrys Traum der vereinten Menschheit, aber der Weg dorthin führt nicht darüber, permanent auf Gegensätze aufmerksam zu machen und sich gegenseitig Vorwürfe zu machen.

    Und da liegt das Problem: niemand von uns hat gelebt, als dieses Unrecht geschehen ist. Aber trotzdem werfen wir uns heute immer noch diese Sachen gegenseitig vor, als eine Art Erbschuld. Und die wollen sich viele nicht anhängen lassen. Wir sind nicht verantwortlich für die Taten unser Vorfahren, aber wir tragen die Verantwortung, es besser zu machen. Und dafür müssen wir uns daran erinnern. Es ist z.B. ganz schlimm, dass 75 Jahre nach dem schlimmsten Krieg dieser Erde mit dem Wegsterben der letzten Zeitzeugen überall auf der Welt wieder Gestalten zum Vorschein kommen, die meinen, dass Nationalismus eine tolle neue Idee wäre, die man mal ausprobieren könnte. Und der Brexit ist nur ein Phänomen davon.

    Und wegen der Statuen: Robert Oppenheimer ist der Erfinder der Atombombe und Arthur Harris hat Dutzende Städte in Schutt und Asche legen lassen. Beiden sind Denkmäler gewidmet. Ich habe kein Problem damit solange diese Denkmäler Mahnmale gegen den Krieg sind und an die schrecklichen Folgen dessen erinnern.

    LOL... Amazon will ja grade keine internationalen Vorbestellungen - jo - wie man deutlich sehen kann, der "Rest der Welt" ging bei Zavvi einkaufen... und deren Kontingent ist dann erst mal erschöpft.

    Dann will ich mal hoffen, dass Zavvi das Kontingent der Vorbestellungen auch geliefert bekommt. Staffel 8 ist übrigens derzeit wieder vorbestellbar.

    Bis 1504 starben zwischen 300.000 bis 900.000 Einwohner von Hispaniola - bei einer geschätzen Bevölkerungszahl von mindestens 400.000 in 1492, wobei die wahrscheinliche Zahl wesentlich höher lag und eher gegen eine Millionen tendierte - und dies war teilweise gewollt, teilweise ausgelöst durch eingeschleppte Krankheiten, und teilweise herbeigeführt worden durch die Versklavung der indigenen Bevölkerung, die von Kolumbus den Spaniern empfohlen wurde. Das war ein Genozid, egal wie man es drehen oder wenden will. Von daher ist ein Vergleich mit Hitler nicht komplett unangebracht.

    Und das alles wurde bewerkstelligt von einer kleinen Schiffsexpedition von ein paar Hundert Mann? Dass die Spanier in ihrem Kolonialreich auf der Suche nach Reichtümern gewütet haben, lässt sich wohl kaum einem einzigen Mann anlasten. Und die spanische Kolonialgeschichte und die Rolle der Protagonisten wird bereits sehr kritisch aufgearbeitet.

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    Wobei es mir nicht einmal darum ging, zu sagen, dass Kolumbus genauso schlimm war wie Hitler. Es geht um das Prinzip dessen, dass Du die Exitenz von Denkmälern verteidigst, die Menschen gewidment sind, die mehr als problematisch waren in Ansichten und Taten. Denn wenn es nur darum geht, dass so eine Person von historischer Bedeutung war, dann gibt es kein Argument, keine Statuen von Hitler aufzustellen.

    Ich habe überhaupt nichts verteidigt, sondern verurteilt. Nämlich der Versuch von Geschichtsrevisionismus und -klitterung, indem man versucht, diese Personen aus dem kollektiven Gedächtnis zu streichen, anstatt ihre Verdienste mit ihren Schattenseiten aufzuwägen und kritisch zu beurteilen. Stattdessen aber wird der einfache Weg gegangen: aus den Augen, aus dem Sinn. Ikonoklasten eben.

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    Sorry, aber das ist oftmals Bullshit. Um mal beim Beispiel Kolumbus zu bleiben: Sklaverei gab es damals auch im christlichen Europa, gerade in Norditalien wo Kolumbus herkam. Nur war Sklaverei in den reichen Handelsstädten der Region ein Zeichen von Privilegien, von gesellschaftlicher Stellung und Reichtum, wie sie es bereits in den Städten des römischen Reiches gewesen war. Die ebenfalls zu römischer Zeit existente Sklavenhaltung um Landwirtschaft zu betreiben und andere harte Arbeiten zu erledigen, wurde von der katholische Kirche seit dem Hochmittelalter extremst bekämpft und führte zu deren Ausrottung innerhalb des christlichen Europas.

    Natürlich nicht. Schließlich hat man mit dem Faudalismus ein viel effizienteres System geschaffen, um die Menschen für sich arbeiten zu lassen. Dabei ist aber auch völlig egal wie du es nennst: durch die Zeit durch hat es Menschen gegeben, die die Macht hatten und die anderen Menschen für sich arbeiten ließen. Dem Klerus kam dabei die besondere Stellung zu dafür zu sorgen, dass es so bleibt.

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    Wenn wir uns also wirklich kritisch mit der Geschichte auseinandersetzen, so wie Du es forderst, muss festgestellt werden, dass die Form der Sklaverei, die Kolumbus dem spanischen Königshaus in Bezug auf die Ureinwohner der Karibik empfahl, nicht Gang und Gebe war. Und selbst wenn dem so gewesen wäre, wäre dies immer noch keine Begrüdung dafür, ihn heutzutage noch in Form von Statuen oder Feiertagen zu feiern. Denn ein Schulterzucken und "so war es damals ebens" ist ebenfalls zu tiefst unkritisch.

    Nochmal, es ist wichtig, sich kritisch mit den Verhältnissen von früher auseinanderzusetzen, damit man es heute besser machen kann. Aber jeden, der in der damaligen Zeit gelebt hat, persönlich zu kritisieren, dass er in diesem System gelebt und nicht dagegen angekämpft hat, ist eine typische Betrachtungsweise aus dem bequemen Sessel. Ich erinnere mich noch daran, wie Ex-Bundespräsident mal in einem Interview sagte, dass er seine Lebensgeschichte im Dritten Reich vor einer Schulklasse erzählte und von einem Schüler gefragt wurde, warum er denn nicht den Wehrdienst verweigert und Zivildienst gemacht hätte.
    Kolumbus war wie da Gama, Magellan, Drake oder Cook einer der großen Entdecker der frühen Neuzeit. Das beteudet nicht, dass er ein Philanthrop oder sonst irgendwie guter Mensch war. Deshalb die kritische Aufarbeitung.

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    Es geht nicht darum, das Andeken auszulöschen, sondern es in den passenden Kontext zu rücken! Meine Fresse, ist es dir nicht peinlich, die Talking Points von White Supremacists nachzuplappern? Du hörst dich an wie ein Fox News Sprecher oder AfD-Politiker.

    Und um den eigenen Worten Nachdruck zu verleihen, packt man gleich mal die Keule aus, um die Worte des anderen zu diskreditieren. Sehr interessanter Diskussionsstil, Voltaire wäre sicher entzückt.

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    Aber Kolumbus, der sowohl direkt als auch indirekt für den Genzoid an der indigenen Bevölkerung der Karibik verantwortlich war, mit Hitler zu vergleichen ist zu viel, oder was?

    Dass Hitler der Begründer eines menschenverachtenden Systems ist, bei dem es um die gezielte systematische Ausrottung von Menschen geht, denen er aufgrund seiner paranoiden Vorstellung einer Weltverschwörung das Recht auf Leben aberkannt hatte, ist dir aber schon bekannt. Und dass er dafür sogar die gesamte Welt in den Krieg gestürzt hat. Ich bin mal gespannt, welche positiven Errungenschaften dieses Menschen du hervorbringen kannst, um den Vergleich zu rechtfertigen. Der Vergleich mit Dschingis Khan wäre da deutlich passender.

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    Die Debatte geht ja nicht darum, dass so etwas wie Pipi Langstrumpf nicht mehr verbreitet werden darf, sondern darum wie! Und da habe ich bereits geschrieben, warum es lächerlich ist, bei Schriften, die sich an Kinder richten, nicht darauf zu achten, dass die nicht Sprache mitbekommen, die heutzutage nicht mehr angebracht ist.

    Auf gut Deutsch: wir verfälschen die Worte von Autoren, weil uns deren Schriften nicht mehr genehm sind. Als nächstes ziehst du auch noch den Originaltext als Beweis dafür heran, dass Astrid Lindgren eine Rassistin war.

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    Entweder sagen wir, diese Bücher und Schriften werden nicht mehr gezielt an Kinder verkauft und als Erwachsenenliteratur eingestuft, oder tauschen Begriffen. Und das ist nicht einmal etwas Neues. In den tausenden von Jahren in denen es bereits Literatur und andere Kunstformen gibt, haben Autoren, Verläger usw. immer wieder Begriffe und Namen von bereits existierenden Werke ausgetauscht, um diese einer neuen Generation oder Kultur anzupassen. Und auf einmal ist das eine große Nummer, die hitzig diskutiert werden muss? Ich glaube, ich spinne.

    Und ich kann dir sagen, das glaubst du nicht nur. Die große Nummer wurde ja erst daraus gemacht, als es durch die Presse geht.

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    So viel Dummheit passt auf keine Kuhhaut mehr. Das N-Wort ist ein zutiefst negativ konnotierter Begriff, der über Jahrhunderte hinweg dazu verwendet wurde, Menschen mit dunkler Hautfarbe herabzusetzen und ihnen ihre Menschlichkeit teilweise, wenn nicht gar komplett, abzusprechen. Da kann sonst noch was im Struwwelpeter stehen. Und gerade wenn es darum geht, Akzeptanz und Toleranz zu predigen, hat so ein Wort darin nichts zu suchen. Da ist es scheißegal, dass der Begriff vom lateinischen niger stammt und im Endeffekt schwarz bedeutet.

    Und wieder nicht den historischen Kontext beachtet. Das N-Wort mit der negativen Konnotation war ursprünglich nur die Variante mit dem Doppel-G, der mit nur einem G wurde es erst zu Beginn des Imperialismus, um diesen zu rechtfertigen. Der aufkommende Nationalismus sorgte im Übrigen dafür, dass jegliche Nation anders als die eigene negativ belegt war. Sieht man besonders deutlich z.B. an Shakespeares Othello, der in der Darstellung ein Edelmann war mit einem gewissen Hand zum Choleriker - wie gewisse Diskussionsteilnehmer hier.

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    Ähnliches gilt für Indianer. Dieses, "so haben wir es schon immer gesagt" Gehabe, ohne jedwede Rücksicht auf die Volksgruppen, die damit bezeichnet werden, ist sowas von arrogant und rücksichtslos, es ist zum kotzen. Dies ist kein Begriff, den die indigenen Völker von Amerika jemals für sich selbst verwendet haben. Er ist von den Europäern von außen herangetragen worden und wurde so niemals wirklich von der bezeichneten Gruppen akzpetiert. Und er stammt dann auch noch von einer Unkenntnis - nämlich, dass Amerika eben nicht Indien ist, wie es Kolumbus Zeit seines Lebens angenommen hatte. Aber all das ist egal, Hauptsache weiße Europäer müssen nicht ihren Sprachschatz überdenken.

    Venedig ist auch ein Begriff, den die Venezianer für ihre Stadt nie verwendet haben. Übrigens haben Indianer und indigen dieselbe Wortherkunft, nur mal so nebenbei bemerkt. Und die Chinesen bezeichnen sich selbst auch nicht als Chinesen, sondern als Han. Und die Germanen haben sich selbst auch nicht so bezeichnet, sondern diese Bezeichnung von den Römern bekommen. Aber sich über sowas aufzuregen ist natürlich einfacher, als die wirklichen Probleme in der Welt anzugehen.

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    Habe ich irgendwo geschrieben, dass Kant den kategorischen Imperativ mal eben so nebenbei erfunden hat? Nein. Es geht darum, was mehr Leid bzw. Nutzen für die Menschheit bedeutet hat. Und da sticht die Rassenlehre den kategorischen Imperativ aus. Sorry, dir da dein Geschichtsbild zerstören zu müssen, aber es war nicht so, dass die Rassenlehre bereits seit Jahrhunderten bestand. Schwarze und Indigene wurden versklavt, weil sie keine Christen waren, nicht weil sie nicht der gleichen Rasse angehörten. Und deswegen ist auch diese Aussage absoluter Blödsinn:

    Wieviele Menschen hat Kant denn in seiner Zeit als Sklavenhändler so versklavt? Und wie groß war sein Einfluss auf die Bevölkerung in dieser Frage denn?
    Und was die Versklavung angeht, so haben sich die Europäer da an einem bereits bestehenden System beteiligt. Die Menschen, die im Rahmen des Dreieckshandels nach Amerika gebracht wurden, wurden von korrupten lokalen Herrschern versklavt. Wie du schon sagtest, die Sklaverei war dem mittelalterlichen Europäer fremd, hatte aber in Afrika eine lange Tradition. Hier wurde also einem bestehenden Unrechtssystem aus Profitgier Vorschub geleistet. Womit wir beim eigentlichen Problem sind: der Rassismus ist nicht das ursprüngliche Problem, sondern Gold- und Profitgier. Sowohl in Amerika als auch in Afrika, Indien oder Ostasien.

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    Um nur mal zwei Namen aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert zu nennen, die diese Rasseneinteilung, die Kant betrieb, ablehnten: Georg Forster und Alexander von Humboldt haben bereits damals gegen solche Einteilungen argumentiert. Und sie waren nicht die einzigen. Dieses, "damals war das eben so", ist ein lächerlich schwaches Argument an sich, wenn wir über so etwas abartiges wie die Einteilung von Menschen in Rassen reden, aber es wird in dem Moment sinnlos, in dem es zur gleichen Zeit bereits andere Wissenschaftler und Philosophen gab, die solchen Ansichten widersprachen. Denn dies zeigt eindeutig, dass es eben nicht so war, dass damals alle so gedacht hätten, weil es eben so war. Dass Kant trotzdem solche Schriften veröffentlichte und diese sogar noch Jahrezehnte lang verteidigte, ist eine Schande für ihn und für jeden, der ihn dies bezüglich weiterhin verteidigt.


    Und ich bin mir sicher, dass diese Diskussionen mit einem deutlich respektvolleren Umgangston stattgefunden hat als heute. Heutzutage wissen wir, dass solche Einteilungen alles Quatsch ist. Damals hingegen wurde über solche Sachen kontrovers diskutiert, und die Kontroverse ist die Basis jeglichen kritischen wissenschaftlichen Diskurses. Damals gab es viel Blödsinn wie die Phrenologie, die zur Lobotomie und damit geistiger Verstümmelung vieler "Geisteskranker" geführt hat. Heutzutage ist die Forschung auf diesem Gebiet viel weiter und so auch die Therapiemethoden. Auch andere wissenschaftliche Erkenntnisse wie die Evolution oder die Plattentektonik wurden damals auch in der anerkannten Wissenschaft zurückgewiesen. Robert FitzRoy, der Kapitän der HMS Beagle, hielt Darwin zeitlebens für einen Spinner. Und auch in Bezug auf Kant darf bezweifelt werden, dass er in Sachen Rassentheorie solche Thesen vertreten würde, wenn er in der heutigen Zeit leben würde. Was natürlich reine Speulation ist.

    Sorry, aber das sind zwei unterschiedliche Dinge. Gerade weil diese Denkmäler von Kolumbus eine Verherrlichung dieser mehr als kritischen Figur darstellen, sollen sie weg. Denn mit dem Argument, dass diese der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit dienen, könnten wir auch Hitler-Statuen aufstellen.

    Also, Kolumbus mit Hitler zu vergleichen an sich ist schon einmal eine Selbstdisqualifikation.

    Aber es betrifft ja nicht nur Kolumbus, sondern auch viele andere historische Personen, die Kinder ihrer Zeit waren. Und die bekommen ihre Denkmäler für ihr Erbe an die Menschheit und nicht dafür, dass sie Engel auf Erden waren. Eine differnzierte Betrachtungsweise tut gut, aber das wird zunehmend durch Schwarz-Weiß-Denken ersetzt. Wer nicht 100% gut war, war böse und dessen Denkmal gehört gestürzt um dessen Andenken auszulöschen.

    Auch das Ändern von Texten für moderne Ausgaben von Büchern, die Kinder lesen oder sich zumindest an ein junges Publikum richten, ist etwas anderes. Die werden nicht irgendwelche Notizen im Buch dazu lesen, warum solche Begriffe damals verwendet wurden oder warum man dies nicht tun sollte. Solche Aufkllärung gehört auch nicht auf so eine trockene Art und Weise in Kinderunterhaltung sondern in den Schulunterricht. Was ich aber ablehne, ist, dass es nicht möglich sein soll, weiterhin alte Auflagen zu drucken, oder neue Auflagen mit solchen Bemerkungen und Notizen, welche dann eben für Erwachsene sind.

    Dass das die erste Schritte von Ikonoklasmus und Bücherverbrennung sind, ist dir aber schon klar? Es werden vor allem Ausdrücke als negativ ausgelegt, die es in ihrem Ursprung gar nicht sind. Neben dem "N-Wort" reden mittlerweile einige Leute vom "I-Wort". Cowboy und Indianer spielen ist also demnächst verboten. Und wegen des N-Worts: wenn man sich mal den Struwwelpeter zu Gemüte führt: da kommt es auch vor. Und in dem Buch wird ganz klar zu Toleranz und Respekt aufgerufen. Wie bei Pippi übrigens auch. Gerade da tut es mal gut, auf den historischen Kontext zu achten.

    Bestes Beispiel, Kant. Der Typ hat mit dem kategorischem Imperativ etwas sehr Bedeutendes zur Philosophie beigetragen, ist aber auch einer der Begründer der Rassenlehre gewesen. Und letzteres hat im Endeffekt zu mehr materiellen Schaden für das Wohl ganzer Bevölkerungsgruppen auf der gesamten Welt geführt als ersteres zu etwas Positivem beigetragen hat. Warum also sollte man ihm in einem öffentlichen Forum so eine Ehre erweisen?

    Und da sind wir schon bei Selbstdisqualifikation Nummer 2. Kant hat nicht "mal nebenbei" was gemacht und war in erste Linie begründer des Rassismus, sondern im Gegenteil, Kant hat die Menschen dazu aufgerufen und sich gegenseitig im Sinne des humanistischen Ideals mit Toleranz und Respekt zu begegnen. Etwas, das vielen Leuten heutzutage mal wieder gut zu Gesicht stehen würden. Nichtssdestotrotz war Kant natürlich auch ein Kind seiner Zeit. Ihm das zum Vorwurf zu machen und zu sagen, er hätte auf der Welt mehr Schaden angerichtet als Gutes zu leisten, ist aber geradezu lächerlich.


    Aber ich merke gerade, wir schweifen hier wieder extremst ab.

    Als damals Freema als Martha gecastet wurde gab es natürlich schon Schlagzeilen ala „erster schwarzer TV Companion“ usw. Aber ich erinnere mich nicht, dass es im Fandom so breit diskutiert wurde oder es darüber zu Verwerfungen kam. Das ist noch ziemlich neu. Es wurde einfach akzeptiert.

    Ich kann mich auch nicht an einen solchen Vorfall erinnern. Warum auch? Es wurde on screen auch nicht groß thematisiert. Martha war die Begleiterin des Doctors und fertig. Zurück zur Story.

    Sagen wir doch einfach so: solange bei der BBC nach politschen und nicht nach kreativen Gesichtspunkten gecastet wird und solange der Hauptfokus auf der politischen Botschaft und nicht auf einer Unterhaltsamen Story steht, sind die Schwerpunkte einfach falsch gewählt und kann das nichts werden. Dabei ist es irrelevant, wie diese politische Agenda aussieht.

    Exakt das ist ja geschehen - betrachtet euch mal bewusst die Statistiken vor und hinter der Kamera, die geforderten Themen usw. - und diese Guideline hier, welche sich die BBC bindend auferlegt hat.

    Im Prinzip ein sehr bewundernswertes Ziel, diese Umstrukturierung auf allen Ebenen - nur für eine Serie wie Doctor Who ergibt das dann zwangsläufig einen richtig starren Rahmen, was man darf und was nicht - und ich finde, der Einfluss dieser Guideline ist halt schon spürbar in der Chibnall Ära.

    Im Prinzip ein bewundernswertes Ziel, wenn es sich mit dem Rest verbinden lässt. Wenn es aber zu Lasten von allem anderen geht, vor allem der Qualität des Endproduktes, dann sollte man sich noch einmal ernsthaft überlegen, ob die Prioritäten richtig gesetzt sind.

    Aber wenn man dies dann historisch tut, wie bei Bridgerton oder auch Elona Holmes mit dem eindeutig aus Indien/Pakistan stammenden Inspector Lestrade, dann streicht man ja die Unterdrückung die diese Personen damals erleiden mussten und tut so, als hätte es diese niemals gegeben.

    Aber genau das ist es, was die Ikonoklasten wollen: diese Kapitel aus Geschichte tilgen, anstatt sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Das geht mit dem Stürzen von Kolumbus-Denkmälern los und mit dem Ändern von Texten in Büchern wie Pippi Langstrumpf weiter. Anstatt auf diese Zeit ungefiltert zurückzublicken und froh zu sein, dass wir heute weiter sind, will man lieber diese Zeit aus dem kollektiven Gedächtsnis tilgen als ob die nie existiert hätte. Totschweigen statt aufarbeiten. Und damit steigt natürlich die Gefahr, dass sich historische Fehler wiederholen.


    Wie ich ja meinte, das generelle Ziel dieser Direktive ist wirklich sehr löblich - nur vielleicht etwas zu schnell und gefühlt ab und an mit der Brechstange implementiert. Im Prinzip finde ich das durchaus richtig, was man da tun möchte, da damit die tatsächliche Zusammensetzung der Bevölkerung ja widergespiegelt wird. Nur die Art, wie es umgesetzt wird - das lief in den letzten Jahren nicht immer rund.

    Und ja - da hast du völlig recht - Historie der Diversifizierung zuliebe zu verfälschen, das ist gar nicht okay.

    Genau das sage ich ja auch immer wieder: heute wird die politishce Botschaft überall mit der Holzhammermethode eingehämmert ohne Rücksicht auf Verluste. Doctor Who war schon immer politisch, vor allem in den frühen 70ern, aber dort wurde die Botschaft immer akstrakt in die Geschichte eingebaut. Inferno, Claws of Axos, The Green Death, Seeds of Doom oder The Silurians sind ja nur ein paar Beispiele dafür, wie es richtig gemacht wird. Die Literatur hat schon immer abstrahiert, um Kritik an der Gegenwart zu üben. In früheren, absolutistischen Zeiten auch als Selbstschutz des Autors. Dadurch, dass H.G. Wells eine Zeitmaschine baute, konnte er seine damalige Gesellschaft kritisieren, indem er zeigte, was in 800.000 Jahren aus ihr würde.

    Ist glaube ich auch besser so, dass da nichts dran ist. Michael Sheen als Doctor fände ich ja ganz in Ordnung, aber bei Neil Gaiman als Showrunner wäre ich sehr skeptisch. Seine Skripts für Doctor Who fand ich bisher jedenfalls nicht so herausragend.

    Mit Gaiman als Showrunner hätte sich der Schwerpunkt der Serie wahrscheinlich wieder in eine Richtung entwickelt, die wir aus den Staffeln 16 und 17 kennen. Wäre unterm Strich also wohl nicht so schlecht gewesen und definitiv besser als jetzt.

    Und wo waren da bitte von März bis Dezember letzten Jahres unklare Verhältnisse mit CH? Das war doch alles noch unverändert...

    Abgesehen davon... Wo jedoch der Unterschied drin besteht, wenn ich ein Objekt am Erscheinungstag in den Warenkorb lege und sie schicken es los - oder ich bestelle vor und sie schicken bei Erscheinen am Erscheinungstag los, das wüsste ich gerne....

    Ich auch. Vor allem hat sich für die Schweiz in Bezug auf UK ja nichts geändert. Ich hoffe jetzt aber mal, dass Zavvi zuverlässiger ist. Oder Zoom.

    Das haben die mit uns Kunden in CH schon zu Beginn der Pandemie so gemacht (also die ersten 3 Monate hat Amazon - auch Amazon DE, die für uns zuständig sind - erst mal gar nichts mehr an uns verkauft) - ich versuche die seit Monaten zu einem Umdenken zu bewegen - nope. Sobald es erschienen ist, kann ich bestellen, weil man erst dann abschätzen kann, dass keine Grenzschliessungen die Lieferungen verunmöglichen - vorbestellen ist seitdem nicht mehr. :(

    Amazon sagt, es hängt mit den unklaren Verhältnissen nach dem Brexit zusammen. Anstatt das Zeug einfach mit Hinweis auf eventuelle Extrakosten loszuschicken und den Rest den Zoll erledigen zu lassen.

    Doch - es ist bei AmazonUK gelistet und vorbestellbar - allerdings NUR innerhalb UK

    Na super. Hat schon mal jemand bei denen nachgefragt, was der Scheiß soll und warum die langjährige Kunden verprellen wollen?


    ABER - auch ZavviDE wird aus dem UK verschicken, muss also ggf durch den Zoll und es kann sein, dass da dann Gebühren auf deutscher Seite obendrauf kommen. (In CH ist das definitiv so - schon immer)

    Das wäre ich gern bereit zu zahlen. Ich will nur das Set. Aber anscheinend bekommen die das bei Amazon nicht auf die Kette.