Beiträge von vijver zang

    Um mal ein zweites Argument für Donna zu bringen: Sie ist witzig.
    Der Doctor legt ihr sein Jackett über die Schultern. Das hätte sooo romantisch-kitschig sein können. Aber Donna biegt die Szene sofort um in "Das passt ja nicht mal einer Ratte!"
    Der Satz an und für sich ist kein Brüller, das geb ich gern zu. Aber in dieser Situation ist es witzig, weil sie den Doctor nicht so bierernst nimmt.
    Wenn sie unter Druck gerät, hat sie meist immer noch einen Spruch parat.

    Der Grund dafür, warum River Song meine unangefochtene Nr. 1 ist. Die Story ist zwar durchschaubar, aber nur, wenn man wirklich gut aufpasst, die Zitate sind unschlagbar, und Hitlers doofes Gesicht muss man einfach gesehen haben.
    River ist großartig, wie sie zwischen ihrem Auftrag, den Doctor zu töten, und ihrer Begeisterung von ihrem neuen Look und ihrem durch die Reinkarnation verursachten Tatendrang hin- und hereiert.

    Donna hat phasenweise mehr Schneid als Intelligenz - soll auf diesem Planeten öfter mal vorkommen. Sie deswegen auf "nervige alte Schachtel" zu reduzieren greift allerdings bei weitem zu kurz. Sie schließt sich nicht freiwillig dem Doctor an, sondern findet sich ohne jede Vorwarnung an Bord der Tardis wieder - ist das nicht verständlich, dass sie fassungslos reagiert und erst mal brüllt?
    Und im weiteren Verlauf entwickelt sie sich wirklich zu ihrem Vorteil, sie lernt zu fragen und abzuwägen, wenn auch mitunter erst nach einigem Rumgezicke. Das hängt mit ihrem Temperament zusammen und bestimmt auch mit ihrer Mutter, die derart an ihr herumnölt, dass sie schon reflexartig in Verteidigungsstellung geht.
    Wie sie mit Wilf umgeht, ist sehr schön geschildert. In dessen Gegenwart ist sie ja auch entspannt und definitiv unzickig.

    Wie "historisch korrekt" dabei Marco Polo dargestellt wurde, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein, denn weder du noch ich kennen ihn persönlich. Aber es ist jedenfalls gute Unterhaltung.
    Und wie viel du von Terry Pratchett gelesen hast, wenn du noch nicht einmal in der Lage bist, seinen Namen korrekt zu schreiben, sei dahingestellt.
    Shakespeare war doch in erster Linie ein Theatermann. Sind wir uns wenigstens in dieser Hinsicht einig? Er machte Unterhaltung. Seine Stücke sollten das Publikum amüsieren, und dabei war er in der Wahl seiner Stilmittel nicht unbedingt wählerisch. Möglicherweise war er ein pratziger Halb-Asi (und da "Asi" von "asozial" abgeleitet wird, schreibt man's mit nur einem "s"). Auf jeden Fall ist es doch nicht total historisch inkorrekt, ihn als solchen darzustellen.

    Was um Himmels willen ist denn verkehrt daran, sich gut zu unterhalten? Hattest du in der Staffel eine ernsthafte Diskussion über Edward de Veres Leben und Werk erwartet?
    Ich schalt doch auch nicht Fluch der Karibik an und beschwer mich dann, dass die Piraten klischeehaft und falsch dargestellt wurden.
    Wenn ich mich über Shakespeare informieren möchte, les ich die entsprechenden Doktorarbeiten. In einer Doctor-Who-Folge erwarte ich Unterhaltung, geistreiche Anspielungen auf historische Persönlichkeiten oder aktuelle Hypes wie zum Beispiel Harry Potter, Monster, Aliens, Hexen. Hab ich bekommen, und daher mag ich diese Folge.

    Ich fands hübsch und recht stimmungsvoll, aber das Ende war ein bisschen ... mpf. Sollte wahrscheinlich kitschvermeidend rüberkommen, aber in meinen Augen war das nicht ganz gelungen. Deswegen bin ich beim "gut" gelandet. Mein persönliches Highlight ist der Hai.

    Ich fands super, und nö, es stört mich nicht die Bohne, dass die Figur des Shakespeare ein wenig frei interpretiert wurde. Wie der nun historisch war, weiß doch eh niemand. Ein cleverer Geschäftsmann muss er gewesen sein - korrekt getroffen - persönlichen Charme scheint er auch gehabt zu haben.
    Ich mag die Anspielungen auf die Werke. Die Hexen sind wunderschön grauslich übertrieben, in allerbester MacBeth-Tradition, sodass es haarscharf an der Parodie vorbeischrammt.
    Ich fühlte mich rundherum gut unterhalten.

    1. Alle, wirklich alle Feinde des Doctors tun sich zusammen, um ihn aufzuhalten. Sämtliche Streitereien sind begraben, auch die Aggressivsten wissen, dass sie jetzt gemeinsam gegen den Doctor vorgehen müssen. Und die stehen dann da. Und warten.
    Wenn ich den Doctor nachhaltig aus dem Weg räumen wollte, würd ich n Attentäter schicken - er ist in der letzten Reinkarnation. Aber nicht warten und mich irgendwann durch eine Rede verscheuchen lassen.
    2. Da ist er auch schon, der Attentäter: Ein Plastikrory mit ner Knarre im Arm und unscharfen römischen Erinnerungen. Und er erschießt - Amy.
    3. Aaaach so: Weil die ganze Episode in Amys Erinnerungen spielt.
    4. Dann müssten die Sterne nur in ihren Erinnerungen weg sein und nicht wirklich. Man müsste das Universum nicht retten, sondern lediglich ihr eine klappsen, damit sie sich um-erinnert.
    5. Untergegangene Universen kann man retten, indem man eine TARDIS reinsemmelt. ??


    Klar wird das alles in der Folge irgendwie erklärt. Aber je mehr es erklärt wird, desto abstruser wird es.

    @ Thorsten Volker Junkie: Sehr interessanter Aspekt! Dass sie "sterben" können, wenn der Stein verfällt, wissen wir ja aus "Zeit der Engel" - was allerdings der neu angekommene Engel da tun sollte, um seine Kollegen zu retten, hab ich nicht so wirklich verstanden. Aber wenn sie sterben, müssen sie ja auch irgendwie geboren werden und sich in irgendeiner Form fortpflanzen. (Ich werde nie wieder über einen Friedhof gehen können, ohne rote Ohren zu kriegen!)