Beiträge von Solus

    Achja, Deutschland... In der Nacht zum Sonntag traten bei mir Erkältungs-ähnliche Symptome auf. Erste Idee: Mal lieber fix testen lassen, bevor ich noch meine alten Eltern in den Tod reiße. Baldige Erkenntnis: Das Coronatestzentrum testet gerade nur Menschen OHNE Symptome (Aha...). Also dann am nächsten Morgen den Hausarzt angerufen, der mir erklärte, mich mit einem geheimen Klingelzeichen bei ihm an der Tür zu melden. Gesagt, getan, und nach einer halben Stunde im Treppenhaus des Hausarztes wartend kam dann auch schon die Schwester und hat im Hausflur einen Abstrich gemacht. Na hoffentlich ist dort keiner mehr langgegangen... Dann folgte noch die Erklärung, dass ich mein Ergebnis im Labor Neukirchen erfragen kann. So habe ich heute früh im Labor angerufen und von einer genervt klingenden Frau gesagt bekommen, dass sie keine Ergebnisse mehr rausgeben und ich bei der Corona-Hotline anrufen soll. Also bei der Corona-Hotline angerufen und von einem freundlichen Anrufbeantworter erfahren, dass die Hotline nur von 11 bis 15 Uhr geschaltet ist. (ganz schön Hot, die Hotline). Nächster Versuch Punkt 11 Uhr: "Willkommen bei der sächsischen Corona-Hotline. Wenn Sie Allgemeine Fragen haben, drücken Sie die 1. Wenn Sie Unternehmer sind, drücken sie die 2. Haben Sie Fragen zu steuerlichen Themen, drücken Sie die 3. Haben Sie Fragen zu Bildung - drücken Sie die 4. Haben Sie Fragen zur Land- und Forstwirtschaft, drücken Sie die 5.". Forstwirtschaft ?! "Hat mein Baum Corona?" oder was? Ein "Wenn Sie Ihr Testergebnis erfragen wollen, drücken Sie die 6" gab es auf jeden Fall leider nicht. Da blieb nur als Wahl die Nr.1 und die führte natürlich zu einem komischen, einmaligen Tuten. Und beim nächsten Versuch wieder. Entweder haben da gerade alle angerufen um ihr Ergebnis zu erfahren, oder die Hotlinebetreiber sind schon vor Monaten selbst an Corona dahingeschieden.

    Ich habe dann meinen Hausarzt angerufen und sofort erfahren, dass der Test negativ ist. Juhu. Und auch wenn man mal davon ausgehen kann, dass ich bei einem positiven Ergebnis garantiert angerufen worden wäre, hoffentlich, eventuell, was ist denn das schon wieder für Murks? Nach einem halben Jahr Pandemie müsste man doch meinen, dass das alles wie geölt läuft. Dass es da einfach ein 24h-Testzentrum gibt, wo man in einer sauberen Umgebung einen Abstrich vollzieht, die Telefon- oder Mailadresse angibt, und dann sobald das Ergebnis da ist informiert wird. Das ist doch kein Hexenwerk. Oder ist das nur in Sachsen so scheiße?

    Du möchtest ein paar seiner alten Socken haben?!


    Joa, also die meisten alten Kindersendungen funktionieren heute halt einfach nicht mehr. Ich habe in den 80ern Pippi und Pan Tau gesehen, und das hat mich damals als Kind schon nicht mehr so richtig mitgerissen. Gut, Pippi mochte ich generell nicht, weil die so ungebildet war und das auch noch toll fand. Davon abgesehen habe sich die Serien aber auch schon nicht mehr so flott und zeitgemäß angefühlt wie "Die Besucher" oder "Spuk im Hochhaus", bis dann im Westfernsehen die Gummibärenbande und Duck Tales lief, was noch mehr Tempo hatte. Gerade von den 70ern bis 2000 hat sich die Sehgewohnheit der Zuschauer und die Art des Erzählens im Fernsehen massiv verändert. Entsprechend sind Remakes eigentlich eine prima Sache. Das Problem ist glaube ich nur, dass die Autoren und Produzenten solcher Remakes oftmals in die Falle tappen, sich dem Stoff aus der Richtung "Wie können wir die alte Serie am besten modernisieren" nähern. Das ist aber Quatsch - die moderne Darstellung entsteht ja automatisch, weil ist ja eine moderne Serie. Viel mehr sollte man sich darauf konzentrieren, um was es in der alten Serie ging, was sie ausmachte, was die Botschaften waren. Und das müssen die Autoren dann einfach neu erzählen.

    In dieser Community spürt man aber auch großen Hass gegen den "Timelord Victorious"-Käse, den RTD damals in seiner Burnout-OnTheWayOut-Phase auf die letzte Seite seines Drehbuchs gerotzt hat. Und offensichtliche, rein kommerzielle Produkte, mit denen man Fans aus der guten alten Zeit triggern und zum Ausgeben dreistelliger Beträge motivieren will, wird die meisten hier sowieso nicht die Bohne interessieren.

    Oh, und dass der Quatsch irgendetwas an der Timeless Child Geschichte ändert, kannst Du im übrigen vergessen. Warum sollte sich Chibnall da von anderen Autoren über tertiäre Medien in seinen Storyarc reinpfuschen lassen? Und warum sollte ein Produkt, dass offensichtlich für Fans gemacht ist, die mit der aktuellen Lebenphase der Serie nicht viel anfangen können, darauf referenzieren?

    Ich bin bei der neuen Duck Tales Serie zweigeteilt. Es ist halt etwas schade, dass sie nicht mehr als eine Comicserie sein will, wo sich die Charaktere lieber "lustige" One-Liner um die Ohren hauen, als tiefgreifende Gespräche zu führen. Da sind andere Trickfilmserien inzwischen viel weiter. Es hilft auch nicht, dass dass das dargestellte Universum so überdreht ist (Geisterbutler, Gaga-Mark Zuckerberg und mehr Monster, als es der Serie gut tut). Und dadurch lassen die Autoren auch so einiges liegen - da wird aus dem interessanten Szenario, dass Louie plötzlich das Duck-Imperium gehört, eben auch wieder mal nur eine olle Monstergeschichte. Im Gegensatz dazu gibt es aber auch schöne und emotionale Szenen, der Plot um Lena war auch nett. Mit gefällt auch, dass die Serie bekannte Figuren aus den Comics wie z.B. Klaas Klever aufgreift, die die Originalserie nie angefasst hat. Aber für jeden Auftritt von interessanten Charakteren wie Della oder Goldie wird man in der Serie zum Ausgleich mit nervigen Figuren wie Storkules oder Gizmoduck belästigt. Weil ist ja eine Kinderserie - die muss ja quatschig sein. Meh!

    Ach naja, wenn herauskäme, dass Adolf Hitler in seiner Kindheit gern Teepartys mit Babypuppen abgehalten hat, würde das auch nicht die Sicht auf den erwachsenen Hitler verändern. Ich sehe da überhaupt nichts kaputt, was die klassischen Folgen angeht. Und ich denke ja auch, wenn man das mit dem Timeless Children ordentlich aufgebereitet hätte, würden sich weniger Leute aufregen. Man stelle sich mal vor, Moffat hätte den doppelten Tennant nicht als zwei Regenerationen gezählt, dann wäre der Capaldi-Doctor das Ende des Zyklus. Er liegt dann in seiner letzten Folge am Boden, traurige Musik, alle Doctoren werden noch einmal gezeigt, er schließt die Augen, atmet theatralisch aus und stirbt...und BAMM! Neue Inkarnation! Mit Brüsten! Und einleitend für die Chibnall-Ära die spannende Frage, wie das sein kann. Also nicht die Brüste, sondern warum der Doctor trotz Regenerationsende regeneriert ist. Und dann natürlich ein packender, über zwei Staffeln verteilter Rausfinde-Plot, der das Verändern des Who-Canons (*hust*) auch rechtfertigt.

    Stattdessen hatten wir nur fliegende Handtücher die was vom Timeless Child flüstern und zwei Staffeln später ein narratives Nichts als Ergebnis dieser Enthüllung. Natürlich schlägt sich da jeder auf den Kopf und sagt "DAFÜR wurde jetzt die Who-Historie umgeschrieben?!".


    Und was Jodie Whittaker angeht, ich finde die auch nicht gut. Aber ich denke, es liegt trotzdem an den schlechten -nicht nachvollziehbaren- Scripten, dass sie oft als schlechte Schauspielerin rüberkommt. Richtig, Matt Smith hatte auch fürchterliche Folgen und war toll, aber dem traue ich zu, dass er trotzdem verstanden hat, über was seine Figur da gerade redet und um was es in der Handlung geht. Das musst Du als Schauspieler auch. Du kannst nur schauspielern, wenn Du das Drehbuch verstehst. Und ich fürchte Frau Whittaker guckt in so ein Drehbuch, und das ist dann sowas wie die wirre, plotgelöcherte Plastik-Folge, und dann kann die gar nicht nachvollziehen, was das alles soll. Warum ihr Charakter das tut, was er tut. (Das verstehen wir als Zuschauer ja teilweise auch nicht.) Wie soll die da spielen? Die kann da nur ihren Text aufsagen und hoffen, dass als nächstes eine Szene kommt, die inhaltlich auch für Nicht-SciFi-Nerds wie sie wieder klarer ist.

    "OK, Boomer" ist letztendlich aber auch nur ein Upgrade von "Old Guy yelling at fast trains". Und wer weiß, wie die damit beschriebene Generation wiederum ihre "Früher war alles besser"-Vorfahren bezeichnet hat. Das gehört zum Kreislauf des Lebens.