Beiträge von Sebulon

    Hehehe, da habe ich wohl in ein Wespennest gestochen. ;)


    Ja, ich liebe das alte Doctor Who. Das hat hier wohl jeder überlesen.


    Überhaupt finde ich die Mob-Mentalität, mit der jeder abgekanzelt wird, der sich dem wütenden Mob nicht beugt oder aus der Reihe tanzt, wirklich zum Kotzen auf diesem Forum. Was auch der Grund ist, warum ich hier nur so selten als möglich poste: Ein normaler Mensch, der auch nur einen Minimum an Anstand hat, kann sich hier auf diesem Forum bei diesen Umgangsformen nicht zuhause fühlen. (Das sage ich übrigens auch mal ausdrücklich in Richtung Forumsleitung. Mir ist zumindest eine Person bekannt, die ihr hier mit eurem Internethass bereits vertrieben habt. Aber vielleicht ist es auch gar nicht eure Absicht, dass unterschiedliche DW-Fans sich hier wohlfühlen sollen, vielleicht wollt ihr lieber in eurem klitzekleinen elitären Kreis "unter euch" bleiben.)


    Will von euch jemand allen ernstes behaupten, dass diese Serie "intelligent" sei, technisch gut gemacht oder schauspielerisch wirklich gut? Ich meine jetzt nicht im Vergleich zu anderem Doctor Who, sondern ganz allgemein? Dann müsst ihr wirklich in einer Parallelwelt leben.


    Was ich an der Serie liebe, und zwar aufrichtig, ist dass sie mit unglaublich viel Liebe produziert wurde, und mit unglaublich viel Mut zur Originalität. Man hatte keinerlei nennenswertes Geld an der Hand, und niemanden hat es geschert, ob die Kulissen "unrealistisch" aussehen oder der Plot lächerlich ist: Man hat es einfach getan, obwohl es anderswo niemals produziert worden wäre. Und dabei hatten die Beteiligten, soweit erkennbar, einen Mordsspaß an der Produktion. DAS ist es, was ich am alten Doctor Who liebe: Authentizität, Phantasie und Mut zum Trash.


    Deswegen schaue ich oft lieber altes Doctor Who, als so manch anderes. In manchen Momenten sogar nichts lieber als das.



    So, nun möge der Shitstorm beginnen und der geifernde Mob möge mich steinigen, wie es bei diesem Forum und seinen Mitgliedern ganz offensichtlich üblich ist ... da seid Ihr heutzutage ja auch in guter Gesellschaft. Eure Umgangsformen reichen sogar für die US-Präsidentschaft.

    Aber vieles davon ist durch die Jugend verklärt. Würden wir heute uns diese Serien nochmal mit neuem Blick anschauen, könnten Sie uns vermutlich nicht ganz so faszinieren, wie wenn wir schon nostalgisch vorbelastet sind.

    Ja... und manche Leute mögen einfach liebevoll gemachten Trash.


    Das ist auch der Grund, warum ich das alte Doctor Who liebe, ganz ohne nostalgische Verbindung. Obwohl es weder intelligent ist, noch gut gemacht, noch gut gespielt. Nur sehr phantasievoll.


    Gerade als Kontrastprogramm zu vielen modernen fantastischen Produktionen finde ich das reizvoll: Die sind zwar meist sehr gut gemacht, nicht selten intelligent und meist gut gespielt. Aber leider auch oft weder phantasievoll noch originell.

    Hm, also ich fiebere den deutschen Synchros entgegen, obwohl ich alles schon auf Englisch dahabe ... einerseits, weil z.B. meine Frau sich weigert, die Folgen im O-Ton mit mir zu sehen. Und andererseits, weil ich ein ziemlicher "Synchron-Fan" bin, falls es sowas gibt: Das Thema Synchron fasziniert mich, und ich bewundere die Leistung von Synchronsprechern (bzw. "voice actors") ebenso wie die von Schauspielern. Vielleicht liegt das daran, dass ich seit früher Kindheit mit Hörspielen aufgewachsen bin und bis heute leidenschaftlich gerne welche höre. Eine Folge synchronisiert zu sehen ist fast so, als ob ich sie ein weiteres Mal "das erste Mal" sehen würde.


    Zusätzlich kommt bei mir der Wunsch dazu, dass DW auch in Deutschland möglichst erfolgreich ist, weswegen ich den Wagemut von Pandastorm und Polyband unterstützen will, und auch den deutschen Fans, die nicht so gut Englisch können, etwas gönnen will. ;)

    Ich würde mir Talons of Weng-Chiang wünschen. Will mir die Folge schon seit Ewigkeiten auf englisch in Form vom Revisitations 1 Boxset kaufen. Habe davon Abstand genommen als Pandastorm angefangen hat die bereits synchronisierten Classic Folgen zu veröffentlichen, weil dazu ja auch der TV Movie zählt und der ebenfalls in Revisitations 1 enthalten ist. Den TV Movie habe ich mittlerweile auf deutsch im Regal, wenn sich jetzt noch ein schönes Talons of Weng-Chiang Mediabook dazugesellen würde, würde ich mich riesig freuen.
    Bin aber grundsätzlich über jedes Tom Baker Release glücklich.
    Da ich ebenfalls Troughton Fan bin, hoffe ich das wir irgendwann auch bei seinen Folgen ankommen.

    Dem schließe ich mich an! Troughton auf deutsch wäre super (also "eigentliche" Troughton-Folgen, nicht nur seine Auftritte in "Die fünf" bzw. "zwei Doktoren").


    Wer weiß? Wenn Pandastorm nach "Feuerplanet" mit Davison vorerst durch sein sollte, und jetzt eh nur noch Folgen kommen, bei denen der Geräuschtrack nachbearbeitet werden muss, dann bringen sie ja vielleicht abwechselnd Folgen verschiedener Doktoren? Also zunächst eine Tom Baker-Folge, dann eine mit Pertwee, dann eine mit Troughton? Das hätte auch was.


    Aber natürlich weiß ich nicht, was sie bei Pandastorm sich so denken... vielleicht halten sie es veröffentlichungspolitisch ja für schlauer, sich erstmal nur auf einen "neuen" Doctor zu konzentrieren.



    Meine Lieblingsfolge mit Troughton ist "The Enemy of the World". Einfach nur grandios, wie er seine Doppelrolle da spielt. Und als alten Trekkie erinnert mich sein Auftritt als Salamander fast ein Bisschen an Ricardo Montalban als Khan. :D


    Wobei ich ja vermute, dass das nicht die erste Veröffentlichung mit Troughton wäre, falls es jemals dazu kommt, dass auch seine Folgen auf deutsch kommen ... irgendwie tippe ich da eher auf "Tomb of the Cybermen", weil die Cybermen ja ein populärerer Gegner sind und die Folge ebenfalls vollständig ist. Ich hoffe ja, dass sich "unsere" Verlage überhaupt an die Folgen mit nachanimierten Teilen heranwagen werden ... wobei das ja eh bis auf weiteres noch in den Sternen steht. Also dass wir überhaupt irgendwann bei Troughton ankommen...

    Freu mich auf Feuerplanet. Aber dann wird es mal Zeit die 80er Ära hinter uns zu lassen (zumindest eine Weile). Jeder weiß doch, dass die wahren Perlen in den 60ern und 70er verborgen sind. :)

    Amen!


    Ich hoffe ja sehr, dass danach dann endlich Tom Baker dran sein wird. Neben Troughton ist er mein Favorit bei den Klassikern (womit ich vermutlich nicht alleine bin). :D


    Vor allem ballen sich bei Tom Baker zumindest in seinen ersten drei Staffeln die Highlights nur so.


    "Genesis of the Daleks" ist naheliegend. Aber eigentlich finde ich fast alle Folgen der Staffeln 12 bis 14 ziemlich hitverdächtig... "Pyramids of Mars", "Brain of Morbius", "Seeds of Doom", "The Deadly Assassin" und "Talons of Weng-Chiang" finde ich alle so super, dass ich mich nicht entscheiden könnte, welche davon ich lieber zuerst auf deutsch sehen würde. Und in Tom Bakers späteren Staffeln fallen mit zumindest noch "City of Death" und "Shada" ein, die mich ähnlich begeistert haben.


    Aber selbst die nicht ganz so bahnbrechenden Folgen der frühen Tom Baker-Staffeln finde ich größtenteils immer noch mitreißender als so manche ordentliche Folge mit einem anderen Doctor.


    Welche Folgen würdet ihr euch denn als nächstes wünschen? :)

    "Die Daleks" fand ich super! :thumbup:


    Und Schwarzmaier legt sich wahnsinnig ins Zeug. Meine anfängliche Sorge, seine Stimme würde so überhaupt nicht zu Hartnell passen, hat sich gelegt. Er macht das super! (Viel besser etwa als in "Die fünf Doktoren", wo er seine Stimme ganz am Anfang nicht annähernd so gut angepasst hat.)


    Jetzt freue ich mich auf "Am Rande der Vernichtung". :)


    Ist denn abzusehen, wann mit einer Ankündigung Polybands zu rechnen ist, ob, und wenn ja wann, mit weiteren Veröffentlichungen zu rechnen ist?


    Vermutlich wird Polyband ja erstmal einschätzen wollen, wie gut sich die ersten drei Veröffentlichungen verkaufen. Mit was für einer Zeitspanne muss man da so rechnen? Hat jemand von euch Ahnung, wie sowas läuft?

    Oh Mann, manch einer hat ja echt Probleme... ich finde immer noch, dass es ein kleines Wunder ist, dass wir *überhaupt* Classic-DW-Folgen auf deutsch bekommen! Damit, dass die Rücken der DVDs uneinheitlich aussehen, habe ich mich schon lange abgefunden. Das ist ja auch nichts Neues: Schon die NuWho-DVDs bzw. Blu Rays haben ja unterschiedliche Logos, dazu kommt, dass ich sie bis zu Staffel 4 auf DVD, ab den Specials auf Blu Ray im Regal stehen habe (und nein, die Abzocke mit den ersten 4 Staffeln in Pseudo-"HD" und falscher Tonhöhe kommt mir nicht ins Haus)... und dann macht auch der Umstand die Sache zusätzlich uneinheitlich, dass der 6. und 7. Doctor in Staffelboxen vorliegen, alles davor aber in Einzelveröffentlichungen. Insofern ist der Zug des einheitlichen Designs schon vor Jahren abgefahren...


    Hm, "Feuerplanet" nun also! Ein wenig bin ich verwirrt, weil ich ziemlich sicher war, dass sie nun mit Tom Baker weitermachen würden. Aber "Planet of Fire" ist definitiv eine gute Folge, zumindest gefällt sie mir ziemlich gut. :)


    @Iltu : Heißt das, Pandastorm wird bis auf weiteres keine Folge veröffentlichen, in der der Geräuschtrack nicht unabhängig vom Sprachtrack vorliegt?


    Was bedeutet das für weitere zukünftige Veröffentlichungen? Bei welchen Folgen liegt er denn vor? Haben sie ab einer bestimmten Folge damit angefangen, die separaten Tracks zu archivieren, so dass alles vorher wegfällt? Und wenn ja, ab wann? Oder ist die Archivierungslage noch unübersichtlicher, und es ist Willkür dabei im Spiel, von welchen Folgen so ein separater Track vorliegt und von welchen nicht?


    Es würde mich nun gar traurig stimmen, wenn das der Grund wäre, warum bis auf Weiteres keine Tom Baker-Folgen erscheinen würden... :(

    Ist denn bekannt bzw. bestätigt, dass Polyband nach der "Beginner Box" überhaupt irgendwelche weiteren Veröffentlichungen plant?


    Könnte ja auch sein, dass sie nur die absoluten Anfänge für sinnvoll vermarktbar halten ("Wer wissen will, wie es anfing/was "Abenteuer in Raum und Zeit" soll, kaufe das hier!"), bzw. ihnen das Interesse fehlt, sich auf das Risiko weiterer Veröffentlichungen einzulassen?

    Du hast mich offensichtlich nicht verstanden. Ja, ich habe gelesen und verstanden, was du geschrieben hast. Ich habe dir nur widersprochen. Ich sagte, selbst wenn die Einschaltquoten vielleicht nur mit kleinen Gruppen erhoben werden, so sind sie doch repräsentativ.


    Und Leute, die YouTube als Nachrichtenquelle nutzen, sind Idioten. Was Nachrichten angeht, hat das lineare Fernsehen immer noch eine Daseinsberechtigung bis auf Weiteres.


    Grundsätzlich ist es aber bedenklich, wenn Leute Nachrichten ausschließlich sehen anstatt sie zu lesen.

    Die öffentlich rechtlichen ermitteln die Einschaltquoten aber auf dem selben Weg.Ich persönlich bevorzuge die ÖR, haupsächlich deren Nebensender, aber auch die Hauptsender. (was nicht heißen soll, das ich die höhe der GEZ in Ordnung finde, was die Umsetzung des Bildungsauftrage ja erst ermöglicht, aber das wäre jetzt wieder ein ganz anderes off trop Thema)
    Ansonsten stimme ich Dir zu.


    edit
    @Pascal Verschiebung absolut ok und verständlich

    Die Einschaltquoten sind halbwegs repräsentativ, sonst würden die TV-Sender sie nicht ernst nehmen und sie würden nicht als Grundlage dienen, um den Wert von Werbespots zu berechnen. Es ist definitiv nicht so, dass die Leute in Wirklichkeit ganz andere Dinge sehen als die Quoten widerspiegeln. Der Geschmack des durchschnittlichen deutschen Fernsehzuschauers ist wirklich so scheiße.


    Ich glaube, das Problem ist eher, dass anspruchsvolle Zuschauer, die bestimmte Serien von gewisser Qualität oder Nischenproduktionen schätzen, einfach schon gar nicht mehr erwarten, sowas im "normalen" TV zu finden und es deswegen nicht einmal mehr in Erwägung ziehen, es anzusehen. Deswegen tauchen sie auch in den Statistiken der Einschaltquoten nicht mehr auf.


    Ich kenne jedenfalls in meinem Umfeld keinen einzigen Menschen, der in etwa mein Alter hat oder jünger ist, der noch das lineare Fernsehen nutzt, um gezielt Serien anzusehen.


    Übrig bleiben unter den Fernsehzuschauern also nur überdurchschnittlich viele alte Leute, denen Internet und Streaming zu kompliziert ist und die geistig zu unflexibel sind, sich an eine solche Neuerung zu gewöhnen. Und das Publikum des sogenannten "Unterschichtenfernsehens", also Leute, die einfach die Kiste anstellen um sich nebenbei berieseln zu lassen, egal was läuft, und die so anspruchslos sind, dass sie sogar mit erbärmlichsten Scripted-Reality-Formaten vollauf zufrieden sind.


    Z.B. ist unter den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern arte noch der Sender mit dem "jüngsten" Durchschnittspublikum: 61 Jahre alt ist der durchschnittliche arte-Gucker. Bei den Hauptsendern von ARD und ZDF liegt der Durchschnitt(!) nochmal ein ganzes Stück darüber. Die heute jugendlichen schauen schon gar kein normales Fernsehen mehr.

    Die öffentlich rechtlichen ermitteln die Einschaltquoten aber auf dem selben Weg.Ich persönlich bevorzuge die ÖR, haupsächlich deren Nebensender, aber auch die Hauptsender. (was nicht heißen soll, das ich die höhe der GEZ in Ordnung finde, was die Umsetzung des Bildungsauftrage ja erst ermöglicht, aber das wäre jetzt wieder ein ganz anderes off trop Thema)
    Ansonsten stimme ich Dir zu.


    edit
    @Pascal Verschiebung absolut ok und verständlich

    Die Einschaltquoten sind halbwegs repräsentativ, sonst würden die TV-Sender sie nicht ernst nehmen und sie würden nicht als Grundlage dienen, um den Wert von Werbespots zu berechnen. Es ist definitiv nicht so, dass die Leute in Wirklichkeit ganz andere Dinge sehen als die Quoten widerspiegeln. Der Geschmack des durchschnittlichen deutschen Fernsehzuschauers ist wirklich so scheiße.


    Ich glaube, das Problem ist eher, dass anspruchsvolle Zuschauer, die bestimmte Serien von gewisser Qualität oder Nischenproduktionen schätzen, einfach schon gar nicht mehr erwarten, sowas im "normalen" TV zu finden und es deswegen nicht einmal mehr in Erwägung ziehen, es anzusehen. Deswegen tauchen sie auch in den Statistiken der Einschaltquoten nicht mehr auf.


    Ich kenne jedenfalls in meinem Umfeld keinen einzigen Menschen, der in etwa mein Alter hat oder jünger ist, der noch das lineare Fernsehen nutzt, um gezielt Serien anzusehen.


    Übrig bleiben unter den Fernsehzuschauern also nur überdurchschnittlich viele alte Leute, denen Internet und Streaming zu kompliziert ist und die geistig zu unflexibel sind, sich an eine solche Neuerung zu gewöhnen. Und das Publikum des sogenannten "Unterschichtenfernsehens", also Leute, die einfach die Kiste anstellen um sich nebenbei berieseln zu lassen, egal was läuft, und die so anspruchslos sind, dass sie sogar mit erbärmlichsten Scripted-Reality-Formaten vollauf zufrieden sind.


    Z.B. ist unter den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern arte noch der Sender mit dem "jüngsten" Durchschnittspublikum: 61 Jahre alt ist der durchschnittliche arte-Gucker. Bei den Hauptsendern von ARD und ZDF liegt der Durchschnitt(!) nochmal ein ganzes Stück darüber. Die heute jugendlichen schauen schon gar kein normales Fernsehen mehr.

    Als jahrzehntelanger eingefleischter Star Trek-Fan (seit 1987) finde ich die erste Staffel unterm Strich gelungen und unterhaltsam, wenn auch noch eine ganze Menge Luft nach oben bleibt.


    Zumindest ist die Serie technisch gut gemacht, optisch sehr ansprechend, die Schauspieler überwiegend sehr gut und das Pacing derart, dass es zumindest nie langweilig wurde. Zwar finde ich Burnham, obwohl sie wohl Identifikationsfigur sein soll und klar im Mittelpunkt steht, nicht übermäßig interessant, aber mit Saru, Tilly und Stamitz gibt es doch einen harten Kern an interessanten Charakteren.


    Kritisieren würde ich einige Entscheidungen der Autoren, die ich für ungeschickt halte. Wie oben schon jemand bemerkte, gab es zuviele "Twists um der Twists Willen", erst wird ein Problem am Ende einer Folge zu einem Cliffhanger aufgeblasen, nur um sich dann in der nächsten Folge in Luft aufzulösen. Das war teilweise schon recht billig.


    Wenn Tyler nicht ein Klingonen-Agent gewesen, sondern eine tatsächlich im TV bisher komplett neue Art Figur geblieben wäre -- ein traumatisiertes männliches Vergewaltigungsopfer --, dann hätte ich das viel interessanter gefunden, zumal seine Identität voraussehbar war. Ich hatte gehofft, diese Offensichtlichkeit sei nur eine falsche Fährte.


    Als dann Voq in ihm zum Vorschein kommt und er einen Mord begeht, ist das so ein Twist ... nur, damit ihm eine oder zwei Folgen später gleich von allen vergeben wird? So herzerwärmend diese Szene auch gewesen sein mag, das ging mir viel zu schnell.


    Leider wurde auch Captain Lorca verheizt: Erst ist er eine wunderbar schillernde Figur, irgendwie zu zynisch und böse, um ein Starfleet-Held sein zu können, aber dennoch mit einer zumindest grundsätzlich nachvollziehbaren Motivation ... leider wurde diese Ambiguität dann aufgegeben, sobald er als Spiegeluniversum-Figur enttarnt war, war er nur noch der eindimensional böse, bartzwirbelnde Bösewicht, nur um dann sofort in der nächsten Folge relativ unspektakulär um die Ecke gebracht zu werden. So viel verschenktes Potential.


    Und gleich zwei Figuren, die nicht die sind, die sie zu sein scheinen und kurz hintereinander beide enttarnt werden -- das erscheint mir auch nicht gerade geschickt geschrieben zu sein.



    Wahrscheinlich ist das Chaos hinter den Kulissen der Produktion für den manchmal etwas planlos erscheinenden Plot verantwortlich: Gerüchteweise hat es bei der Produktionen mächtig gekracht, der ursprüngliche Showrunner Bryan Fuller stieg aus, nachdem ca. 6 Folgen geschrieben waren (gefeuert?), der Starttermin der Serie wurde zwei Mal um jeweils mehrere Monate verschoben. Angeblich hatte Fuller eine komplett andere kreative Ausrichtung der Serie im Sinn.


    Da kann man nun mutmaßen, dass alles ca. ab dem Flug ins Spiegeluniversum der Versuch der neuen Showrunner war, all das wieder geradezubiegen, was Fuller ihrer Meinung nach verbockt habe. Man kann spekulieren, dass Fuller eher eine düstere Serie über den Klingonenkrieg wollte, mit einem Captain, der eine schilldernde Figur, aber kein Bösewicht ist -- und Berg & Harbertz haben diese Aspekte irgendwie so hinzubiegen versucht, dass am Ende der Staffel der Weg frei ist für eine Star Trek-Serie, die sich stärker an den alten Vorbildern orientiert.


    Wenn es sich wirklich so zugetragen haben sollte, muss ich sagen, dass das Ergebnis noch erstaunlich annehmbar ist.


    Unterm Strich fand ich die Staffel sehr unterhaltsam, so dass ich grundsätzlich auch über die Schwächen hinwegsehen konnte. Da ist noch gewaltig Luft nach oben, aber als Star Trek-Fan habe ich Geduld, von TOS abgesehen ist auch keine der anderen Star Trek-Serien bereits in der 1. Staffel zur Bestform aufgelaufen.

    Neben Star Trek ist Akte X die andere Serie, die sich richtig tief in mein Herz eingegraben hat (Doctor Who habe ich erst 2013 entdeckt und obwohl es sehr gute Chancen hat, auch einen solchen Platz in meinem Herzen zu gewinnen, braucht es dafür wohl noch etwas Zeit).


    Dabei hat es mir Akte X im Laufe der Jahre nicht immer leicht gemacht ... mit Mulders Ausstieg in Staffel 8 und dann vorerst endgültig in Staffel 9 bin ich zunächst überhaupt nicht klargekommen. Aber als ich mich nach einigen Jahren darauf eingelassen und diese beiden Staffeln nochmal gesehen habe, mit der Absicht, Doggett nicht als eine Art Stiefvater zu sehen (ich hatte ihn gehasst aus dem einzigen Grund, dass er nicht Mulder war) und mich darauf einzulassen, habe ich sogar diese beiden Staffeln lieben gelernt. Auch der zweite Kinofilm war dann, trotz Mulder, eine Riesenenttäuschung. Dennoch: Inzwischen liebe ich die X-Files, trotz aller Schwächen, so wie sie sind, "mit Warzen und allem".


    Schon die 10. Mini-Staffel von 2016 fand ich ziemlich gelungen... immerhin drei der sechs Folgen fand ich ziemlich gut, was immerhin in etwa dieselbe Trefferquote der alten Serie war, bei der es auch schon immer eine recht große Zahl wenig spektakulärer Filler-Folgen gab.


    Nur habe ich den Eindruck, Chris Carter hat es einfach nicht mehr drauf, falls er es denn je wirklich hatte. Die schwächsten Folgen der beiden neuen Staffeln jedenfalls sind die, die er geschrieben hat, finde ich. Insbesondere der neue Verschwörungs-Arc ist einfach ausgelutscht. Wobei ich sagen muss, dass mir schon in den früheren Staffeln die Geduld mit dem übergreifenden Arc irgendwann während der 4. Staffel ausgegangen war und ich mich eher auf die "Monster of the week"-Folgen gestürzt habe.



    Unterm Strich hat mich die neue 11. Staffel aber total vom Hocker gerissen: Ich will fast sagen, es ist die beste Staffel seit der Glanzzeit der Serie (die ich auf die Staffel 2 bis 4 ansetzen würde). Abgesehen von der ersten und letzten Folge war eigentlich jede in irgendeiner Weise ein Volltreffer, meiner Meinung nach:


    Der Start war noch äußerst billig: Da hat Carter ganz Dallas-mäßig einfach die kreative Sackgasse, in die er sich in der vorhergehenden Folge geschrieben hatte, zu einem Traum erklärt. Warum der Raucher noch am Leben ist, wird nicht geklärt. Und warum Reyes, die früher doch eine der "Guten" war, sich so einfach von ihm zur dunklen Seite hat ziehen lassen, auch nicht wirklich, zumindest nicht befriedigend. Naja.


    Aber danach gings los: Die 2. Folge schon sehr spannend und actionlastig, ein fast Black Mirror-artiges modernes Thema aufgegriffen und gekonnt mit guter alter X-Files-Paranoia gewürzt! Fand ich großartig.


    Folge 3 war dann sehr solide Hausmannskost, die Folge hätte in der Form auch ohne weiteres in die 3. oder 4. Staffel gepasst und dort zu den überdurchschnittlichen gehört. Da kam wieder richtig das Feeling der guten alten Zeit auf.


    Folge 4... dazu will ich nicht viel sagen, außer, dass diese Folge wohl zum absolut Besten der Serie gehört, dabei aber sehr zeitgemäß ist. Darin Morgen hat seinem bisherigen Schaffen hier die Krone aufgesetzt, meiner Meinung nach.


    Folge 5 war sehr spannend, nach einem "klassischen" Beginn wird auf, wie ich finde, sehr elegante Weise das Thema um Scullys Sohn wieder aufgegriffen. Das hätte leicht schrecklich kitschig werden können, aber das wurde hier sehr gekonnt elegant umschifft und ist in einer Weise bewegend, die perfekt in die Serie passt. Sehr schön!


    Anders als Pascal halte ich auch Folge 6 für ein Highlight: Möglicherweise die beste Skinner-Folge der ganzen Serie. Vielleicht bin ich voreingenommen, weil ich ein ziemlicher Skinner-Fan bin, aber wenn ich mir diese Folge ansehe, finde ich es unbegreiflich, warum dieser Charakter bisher so gut wie gar nicht näher in den Fokus gerückt und vertieft wurde -- das Potential ist definitiv da. Bisher hatten wir nur "Avatar" aus der 3. Staffel, und jetzt diese Folge... sollte die Serie mit dieser Staffel enden, so wäre sie zumindest ein sehr schöner, angemessener Abschied von Director Skinner.


    Folge 7 war dann gleich wieder ein Highlight: Im Prinzip viel mehr eine Black Mirror-Folge als eine Akte X-Folge, jedoch macht so eine Idee mit Mulder und Scully, die sich hier blind bzw. wortlos verstehen und harmonieren, gleich doppelt soviel Spaß... und Akte X zeigt, dass es sogar das bessere Black Mirror sein kann (denn besser als zumindest die in der Qualität etwas abgesackten letzten beiden BM-Staffeln fand ich sie durchaus).


    Folge 8 war dann wieder mehr "Hausmannskost": Sehr klassisch gemachte Folge. Nicht herausragend, aber erinnert mich daran, warum ich die Serie damals in den 90ern so super fand.


    Folge 9 hat mich erst etwas verwirrt, weil mir nicht ganz klar war, was sie wollte... aber der Titel ist wohl Programm: Am ehesten funktioniert sie als Abschiedsfolge. Mulder und Scully, die über das Älterwerden scherzen und philosophieren, und zum Glück nicht zwanghaft jung bleiben wollen. Einige sehr intime Momente zwischen den Beiden. Ja, das funktioniert schon.


    Nur Folge 10 lässt mich wieder etwas zwiespältig zurück ... es tut dieser Folge nicht gut, dass Carter mindestens soviel Handlung in eine einzelne Folge quetschen will, wie früher in seine Zwei- oder Dreiteiler. Das Pacing ist zu schnell, die besonnenen, ruhigeren Momente fehlen und vieles kommt zu kurz. Aber immerhin ist es diesmal kein offener Cliffhanger, und wenn die Serie mit dieser Folge nun endgültig enden sollte, dann hätten wir zumindest einen Abschluss, der auch halbwegs als solcher funktioniert. Die wesentlichen Handlungsstränge werden jedenfalls zu einem Ende geführt, wenn auch nach meinem Gefühl nicht unbedingt restlos befriedigend. Besonders schön finde ich aber das "Happy End" für Mulder und Scully. Zumindest das stimmt.


    Man mag ja von Chris Carter halten, was man will, aber Enden kann er nicht schreiben. ;) Eigentlich wäre das Staffel 7-Finale ein sehr elegantes Ende gewesen: Mulder wird von Aliens entführt, er geht wie er lebte, mehr Fragen offen als beantwortet -- das wäre passend und elegant gewesen. Aber diesen Punkt eines eleganten Abschieds hat Akte X ja bereits vor fast 20 Jahren verpasst, und weil ich die Serie liebe, hätte ich auch nichts dagegen, wenn es einfach doch noch irgendwie weitergehen würde...



    Mulders neue deutsche Stimme: Ja gut, ich gehöre auch zu den Leuten, die die Serie vor allem aus nostalgischen Gründen meist auf Deutsch sehen. Und ich musste mich auch erstmal daran gewöhnen. Inzwischen finde ich aber, der neue Sprecher Sven Gerhardt hat eine super Arbeit geleistet. Ich habe mich wirklich an ihn gewöhnt und finde ihn auch sehr passend.


    Dabei geholfen haben mag mir auch der Umstand, dass ich von dem kleinkarierten Shitstorm einiger deutschen Fans etwas angewidert war: Ja gut, ärgerlich ist so ein Stimmenwechsel schon, aber doch kein Grund, Amazon-Bewertungen mit Maximalverrissen vollzuspammen und sogar Sven Gerhardt, der nun am wenigsten etwas dafür kann, mit Hassmails zuzudecken. Da hatte er aus Prinzip schon meine Sympathien auf seiner Seite.


    Ein Bekannter, der in einem Synchronstudio arbeitet, hat es mir gegenüber so dargestellt, dass Benjamin Völz, also Mulders alter Sprecher, inzwischen so einen Namen hat, dass sein größtes Problem ist, ob er sich lieber einen Lambourghini oder Porsche kaufen soll und sich deswegen zu schade ist, für weniger als mindestens das Fünffache dessen zu arbeiten, was ein weniger bekannter Synchronsprecher bekommt. Da muss man sich nicht wundern, wenn dann halt mal ein anderer genommen wird.


    Und wenn man ein klein wenig Erfahrung damit hat, Serien auf Deutsch zu sehen, dann sollte man das Problem doch längst kennen: Ein riesen Drama war es damals, 1994 für mich, als Captain Picard auf einmal einen neuen Sprecher bekam. Und das ist ja nun auch nicht der einzige Fall... John Locke bei "Lost", sogar Clara bei NuWho. Mancher mag es mir nicht glauben, aber man kann tatsächlich lernen, damit zu leben. ;)

    Absolut. Im normalen Fernsehen kann man noch die Nachrichten und die Sportübertragung schauen, vielleicht auch einige Unterhaltungssendungen, aber das war's auch schon. Und dann die deutsche Synchro: in den meisten Fällen unerträglich, wenn man das Original kennt.

    Um dann nochmal die Kurve zum Thread-Thema zu kriegen:


    Wenn einer der Streamingdienste es für lukrativ halten würde, sich als Dienst der Wahl für DW-Fans zu profilieren, dann wäre das super ... mit Star Trek z.B. hat Netflix das ja schon getan: Dank ihres Deals mit CBS läuft die neue Serie außerhalb der USA exklusiv bei Netflix, und zusätzlich haben sie sich alle sechs alten Serien komplett in die Bibliothek geholt. Wer Star Trek-Fan ist und noch nicht sowieso schon alles auf DVD hat, kommt um Netflix also kaum noch herum.


    Vielleicht entdeckt einer der Dienste ja, dass auch DW-Fans sich lohnen könnten ... und übernimmt die Synchrokosten alter Folgen? Ein bisschen Träumen kann man ja. ;) Wobei ich nicht weiß, ob BBC nicht vielleicht ein etwas komplizierterer Partner wäre, was die Rechteverhandlungen anginge.


    Jedenfalls scheint mir so etwas plausibler als die Hoffnung, einer der sterbenden alten TV-Sender käme auf die Idee, sich an so ein Nischending heranzuwagen ...


    Bis dahin freue ich mir aber einen Ast über die Pandastorm- und Polyband-Veröffentlichungen. ;)

    ich kann das nicht vergleichen , ich habe seit sicher 10 jahren kein deutsches free-tv mehr gesehen .

    Da hast du nichts verpasst. ;)


    Ich schaue leidenschaftlich gern Serien verschiedener Art, aber in den letzten ca. 15 Jahren grundsätzlich nicht mehr im Free-TV. Die Serien, die ich für halbwegs hochwertig halte, laufen dort nämlich meist gar nicht, oder wenn doch, dann erst mit jahrelanger Verspätung, manchmal nur gekürzt und grundsätzlich durch Werbepausen zerstückelt. Und natürlich ohne Option auf Originalversion.


    Serien, die ich für gut halte, schaue ich deswegen grundsätzlich bei den Streamingdiensten oder gleich auf DVD/Blu Ray. "Normales" TV ist einfach schon seit langem keine annehmbare Alternative mehr.

    Das liegt daran, dass es in Deutschland keine mutigen Produzenten gibt, die sich mal an was Neues trauen. Was, wenn es eschief geht? Da produziert man lieber den x-ten Krimi oder die y-te Telenovela, da ist man auf Nummer Sicher. Und mit den ganzen Volksmusik-Verdummungssendungen sowieso. Neuauflage der Raumpatrouille mit den heutigen Möglichkeiten? Kannst du vergessen, traut sich keiner.

    Ja... zumindest, was die Free-TV-Produzenten angeht. Da sieht es ganz düster aus. Fantastisches im deutschen TV kann man vergessen.


    Eine rühmliche Ausnahme, finde ich, war da nur die deutsche Netflix-Serie "Dark" letztes Jahr. Die war vielleicht nicht bahnbrechend, aber absolut solide, meiner Meinung nach. Da muss wohl erst ein internationaler Konzern mit viel Kohle daherkommen, bevor sich in Deutschland was tut: Netflix hat einfach der Autorin und dem Regisseur des relativ nischigen SF-Thrillers "Who am I?" einen Haufen Kohle in die Hand gedrückt, ihnen völlige künstlerische Freiheit gelassen, unter der einzigen Bedingung, dass die Rechte für die Serie nachher bei Netflix liegen ... et voilà, Deutsche können doch fantastische Inhalte solide produzieren.


    Überhaupt sind die Streamingdienste ein Segen für Nischigeres... sie sind ja nicht auf Einschaltquoten angewiesen. Für die rechnet sich eine Serie schon, wenn sie nur eine bestimmte Anzahl an Kunden dazu bringt, ein Abo abzuschließen oder zu verlängern. Ein Kunde, der für 10 Euro ein Abo abschließt, ist dann mehr wert als 10 Zuschauer, die die Werbeunterbrechung ansehen. Und so ist es für die Streamingdienste nicht wichtig, dass eine Serie von möglichst vielen gesehen wird, sondern auch viele Serien, die jeweils nur eine Nische ansprechen, können in der Summe diesen Effekt haben.


    Irgendwie hoffe ich ja sogar noch, dass einer der Streamingdienste sogar auf die Idee kommt, sich irgendwann des klassischen DWs anzunehmen ...

    In Großbritannien war Doctor Who doch nie ein "Nischending". Die längste Zeit über war/ist DW dort, von den Einschaltquoten her, genauso Mainstream wie z.B. der "Tatort" in Deutschland. Insofern ist es etwas irreführend, wenn man andeutet, Orientierung am Massengeschmack würde zu schlechterer Qualität der Produktionen führen.


    Aber es sagt schon etwas über den wohl kaum unterbietbaren Geschmack des deutschen Massenpublikums aus, im Vergleich zum britischen, wenn in Deutschland nur pseudorealistische Krimis, die seit fast 50 Jahren im selben Format produziert werden, massentauglich sind.