Beiträge von Garibaldi

    Unterirdisch. Das Infodumping am Anfang hat mich schon gleich heraus gerissen. Die Einführung des Doktors für ein neues Publikum hatte RTD damals mit *Rose* und den folgenden Episoden so viel besser gelöst. Die Szene, in der er ihr erklärt, wie er Rose erklärt, wie er die Rotation der Erde spüren kann und ihre Geschwindigkeit durchs Sonnensystem bereitet mir heute noch Gänsehaut. Der 15. Doktor rasselt einfach völlig lieblos Informationen herunter um das einfach nur hinter sich zu bringen. Nein, Ncuti überzeugt mich hier in keinster Weise.

    Millie bzw. Ruby sind für mich eine noch größere Enttäuschung. Es ist ihre erste Reise mit der Tardis, aber sie latscht in der Raumstation herum, als ob das für sie schon immer zum Alltag gehört hätte. Da kommt nix vom Gefühl des Erlebens von etwas Neuem herüber, was f+r mich sonst immer den Reiz von Einführungsepisoden ausgemacht hat. Glaubt es oder glaubt es nicht, ich habe mich während des Anschauens dieser Episode tatsächlich zu *The Twin Dilemma* zurück gesehnt.

    Die Nanny taucht ebenfalls völlig lieblos aus dem Nichts auf, alles in allem hat mich die Art der Präsentation dermaßen abgelenkt, dass ich mich kaum auf die Story konzentrieren konnte. Ähnlich wie bei *Fear Her,* was RTD hier anscheinend noch unterbieten wollte.

    Ich habe mit "Sehr schlecht" abgestimmt, um noch Luft nach unten zu lassen.

    Da war so viel schönes, intelligentes, Originelles dabei und die Einbindung und Untermalung der Musik war wirklich fantastisch, aber dann kommen so dämliche Scheißdinger wie die fliegenden Notenbandagen. Damit auch ja der hinterletzte Volltrottel mit dem Holzhammer versteht, dass hier mit Musik gekämpft wird, statt es rein in Audioform zu belassen. Der Maestro war herrlich Over the Top und ich finde, sowas darf es auch mal geben, hat mich nicht gestört... aber meine Fresse... die fliegenden Noten... das wirkt wie gewollt aber nicht gekonnt. Es muss nicht alles Visuell sein. Davon ab haben mich nur zwei Sachen gestört: Die Beatles, die Null wie die Beatles aussahen und die Tatsache, dass Ringo und George Randbemerkungen blieben, als wenn sie unnötig waren...

    Hach ich ärgere mich. Ich fand die Folge gut, aber da wäre Umsetzungstechnisch mehr drin gewesen... ich frage mich echt, was Moffat in seiner Heaven Sent-Phase aus dem Skript gemacht hätte... Schade. Gut, aber nicht perfekt. Ärgerlich, echt!

    Also ich persönlich fand die fliegenden Noten super! Das wirkt auf mich wie eine hübsche Umsetzung eines Comics, in welchem Medium ja schon seid Ewigkeiten mit Sprechblasen usw. herumgespielt wird. Das macht die "Macht" des Maestros visuell greifbar und grotesk zugleich. Überhaupt musste ich die ganze Zeit an Neil Gaimans Sandman Comics denken. Musik in personifizierter Form, das hatten wir bei Doktor Who noch nie, soweit ich mich erinnere. _The Rings of Akhaten_ spielt ein wenig damit, aber ansonsten…?

    Dass die Beatles eben nicht ganz wie die Beatles aussahen, fand ich auch eine nette Idee. Sie sahen aus wie Lehrlinge für irgendwelche Beamtenjobs, aber waren trotzdem erkennbar. Schöne visuelle Umsetzung des Themas, dass die Welt anders ausgeht, wenn Musik als kulturelle Grundlage auseinander fliegt.

    Ich habe mit "nahezu perfekt" abgestimmt und kann es kaum glauben, dass so eine tolle Folge nach dem Rotz davor kommen kann. Das macht mir ein bisschen Hoffnung für die weiteren Folgen.

    Analog verhält es sich mit der von sogenannten "non-binären" Personen selbstgewählten Bezeichnung "them". Auch das ist neumodisch, und wirkt daher in Szenen, die vor hundert Jahren spielen, einfach fehl am Platz.

    Genau! Dieser neumodische Shakespeare soll endlich damit aufhören, in seinem Gebrauch der Personalpronomen they/them von Geoffrey Chaucers The Canterbury Tales von 1386 abzuschreiben!

    Ich finde es super, dass die englische Sprache es ermöglicht, sich um die geschlechterspezifische Definition herumzumogeln, indem der Plural benutzt wird. I don't know which gender the nurse had, but they did a splendid job.

    Schade, dass das im Deutschen nicht so einfach geht.

    Es SPIELT vor seinem Unfall (aus Davros' Sicht). Für den Doctor hingegen kurz vor den 60 Specials.

    Ich hatte mich vorsichtiger ausgedrückt und den Konjunktiv verwendet, weil der Doktor folgendes verlauten lässt:


    The timelines in the canon are rupturing.

    Wie ist das zu verstehen? Er sagt ja nicht nur, dass die Zeitlinie durcheinander gerät, sondern der Kanon. Das ist ein Begriff, der in-universe gar nicht auftauchen sollte, weil er die Zusammenstellung von Ereignissen und Regeln von außen betrachtet beinhaltet. Wenn das tatsächlich ein Wink mit dem Zaunpfahl von RTD ist, dann ist alles möglich, auch, dass der Unfall von Davros niemals stattgefunden hat. Oder in einem Parallell-Whoniversum.

    Ich hoffe ja nicht, dass er diesen Weg geht, aber zutrauen würde ich ihm es schon.

    Ich hab keine Einblicke in die Übersetzungsarbeit. Aber ich vermute, dass man sich weniger an dem Planeten orientiert hat, sondern viel eher "Sontarans".

    Das vermute ich auch und ist mir zuerst gar nicht aufgefallen, bis ich mal drüber nachgedacht habe. Ansonsten hast du sicher recht, es gibt im Deutschen keine eindeutigen Regeln für die Ableitung von solchen Volksnamen.

    China – Der Chinese

    Europa – Der Europäer

    Andorra – Der Andorraner

    Dänemark – der Däne ;)

    Siehe auch Ländernamen und Nationalitäten auf Deutsch


    Historisch gesehen taucht der Name Sontar das erste Mal in der neuen Serie im Fernsehen auf. Davor fand er nur in Büchern und Comics Verwendung (und zwar erstmals 1995, davor hieß er Sontara). Sie konnten sich also bei der Übersetzung der ersten deutschen Sontaraner-Folge (Androiden in Sevilla) gar nicht am Namen des Planeten orientieren.

    Das ist natürlich auch interessant.

    Warum werden die Sontarans im Deutschen mit Sontaraner übersetzt?

    Auf Englisch ist es klar, ihr Planet heißt Sontar, also werden dessen Bewohner Sontarans genannt. Aber warum das für mich überflüssig wirkende "an" im Deutschen in der Mitte? Sontarer oder Sontarier würde ich die nennen. Vielleicht kann mich hier jemand aufklären, der linguistisch besser bewandert ist.

    Eine Frage habe ich auch vergeigt, und zwar ausgerechnet die mit Douglas Adams, die ich besser hätte wissen müssen.

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    Habe gerade erst kürzlich auf Audible gesehen, dass dort Doctor Who and the Krikkitmen zur Verfügung steht. Und ich habe als Teenager die Anhalter-Reihe unzählige Male gelesen.

    Bei den Logos musste ich auch etwas überlegen, habe aber das richtige getroffen. Die restlichen Fragen sind ja im Prinzip No-Brainer.

    Hach, diese Bi-Regeneration sieht zwar hübsch aus, aber ich kann damit nichts anfangen. Soll das jetzt ein Effekt des Toymakers sein? Falls ja, sollte dies aber noch besser erläutert werden als in der einen Zeile von Doktor #14 It's your game, and you did this.

    Dass #15 so frisch gebacken ohne Anpassungsprobleme wild herum springt und sogar gleich #14 in den Arm nimmt, um ihn zu trösten, irritiert mich sehr. Bei den früheren Regenerationen fand ich es immer sehr spannend, wie sich die Doktoren mit ihrem neuem Körper und ihrer neuen Persönlichkeit anfreunden mussten. Das fällt hier komplett weg, was ich schade finde. Damit fällt eine Entwicklungsphase weg, in der man sich an ihn gewöhnen könnte.
    Genau wie #13 ist er für mich viel zu menschlich, da fehlt mir das spleenige Alien-hafte. Gut, er ist voller Energie, was mir gefällt, aber gelandet ist er bei mir auch nach der Weihnachtsfolge noch nicht. Wobei ich bei allen Doktoren bis auf #11 und #12 eine Eingewöhnungszeit brauchte, also mal gucken, wie's weiter geht.

    Anläßlich des 2023 Specials The Giggle habe ich mich mir dieses Serial zumindest zum Teil angetan. Es gibt wohl kaum eine Folge von Doctor Who, in der ein großartiges Konzept so stark von der Ausführung abweicht. Das ist deutlich dem Produktionshintergrund zuzuschreiben, das vorige Serial The Ark hat die Kasse so ziemlich leer geräumt. Alles Sets und Kostüme mussten improvisiert werden. Das Kostüm des Toymakers stammt aus der vorigen Geschichte Marco Polo.

    Hartnell hatte zwei Wochen Urlaub, so dass er für einen Großteil der Serie nicht nur unsichtbar, sondern auch stummgeschaltet worden ist. Es gab anscheinend auch Überlegungen, den Schauspieler aufgrund seines Gesundheitszustands komplett auszutauschen. Also ihn beim wieder sichtbar werden durch einen anderen zu ersetzen. Von daher ist es schon interessant, dass in seiner Anwesenheit in der modernen Serie die erste Bi-Generation gezeigt wird. Obwohl das widerum dadurch zerstört wird, dass RTD angeblich gesagt haben soll, dass jeder bisherige Doctor eine solche durchgemacht haben sollte oder könnte.

    Die Auflösung ist jedenfalls recht lieblos, der Doctor rettet sich schlicht dadurch, dass er die Stimme imitiert, den letzten Zug befehlen und abzischen kann, aha. Es bleibt nun auch unklar, was der Toymaker letztendlich will. Er sagt im ersten Teil, dass er Spielpartner braucht, weil er in seiner Existenz so gelangweilt ist, aber zum Schluss will er doch lieber alle vernichten, weil er 'verloren' hat. Ähm, und ja, Er will durch die Spiele Abwechslung durch einen ebenbürdigen Gegner in sein Leben bringen, verdammt aber den Doctor zu einem Solitär-Spiel der Türme von Hanoi, bei dem er nur zuschauen kann? Und dann immer die richtigen Züge vorgibt, wenn es ihm zu langweilig wird?

    Ne, das passt alles nicht zusammen und ist nicht durch minderes Budget zu erklären, sondern das ist ein schlechtes Drehbuch.

    Es gibt eine Animation für den ersten Teil, die ich gar nicht mal so schlecht finde, frei verfügbar auf Youtube:

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    Der Künstler nimmt sich hier die Freiheit heraus, die Clowns weinen zu lassen. Das ist ein großartiges Detail, welches über die Vorlage hinaus geht. Schließlich hat der der Toymaker alle zu seinen Puppen verdammt, die vorher nicht gegen ihn gewonnen haben. Darin wird dargestellt, dass es nicht einfache Puppen sind, sondern geknechtete intelligente und fühlende Lebewesen.

    Irgendwo hab ich gelesen, dass Davros in dieser Verfassung gezeigt wurde, damit auch ja kein Zuschauer glaubt, dass personifizierte Böse sei ein Rollstuhlfahrer

    Dazu habe ich folgendes bei Mr Tardis gefunden; dort ist ein Ausschnitt von einem Interview mit RTD, indem er seine Beweggründe schildert, Davros aus dem Rollstuhl zu nehmen:

    Can We PLEASE Have An Honest Conversation about Davros? I'm Begging You All - DOCTOR WHO DISCUSSION
    Support MrTARDIS on Patreon for Perks + Rewards: https://www.patreon.com/TrilbeeWatch The Full Livestream Here: https://youtube.com/live/h5Hu-WgkU0s?feature=...
    youtu.be

    Russels Argumentation geht in etwa so: Rollstuhlfahrer bzw. eingeschränkte Personen wurden in der Filmindustrie bisher mit Bösewichtern assoziiert, und diese Trope wollen wir durchbrechen. Die Welt ändert sich, und Doctor Who muss sich mit ihr ändern. Also ist unsere Vision für Davros, ihn nicht mehr im Rollstuhl darzustellen.

    Hmm naja, kann ich verstehen und auch gutheißen, dass er sich von solchen Abziehbildern distanzieren möchte; allerdings hängt es von der künftigen Umsetzung ab, was er mit Davros anstellt.

    Für diesen Children in Need Clip habe ich auch keine Probleme mit dieser Änderung, schließlich könnte die Szene vor seinem Unfall spielen.

    Ich empfehle, sich die Serie vor dem Film anzuschauen. Selbst wenn der Film nichts für einen ist, sagt das noch nichts über die Serie aus.

    Der Film mangelt einfach daran, dass er nur eine sehr generische Fantasiegeschichte abliefert. Als Kind habe ich ihn geliebt, aber als ich ihn als Erwachsener vor ein paar Jahren noch einmal gesehen habe, war es eher Nostalgie.

    Die Serie hingegen macht vieles besser. Die Figuren sind zwar immer noch recht eindimensional, aber es gibt viele verschiedene. Und das Zusammenspiel derselben macht Spaß beim zugucken.

    1982 ist The Dark Crystal (Der dunkle Kristall) von Jim Henson und Frank Oz in den Kinos erschienen. Dieser Fantasiefilm hatte damals für viel Aufregung unter Kritikern und Zuschauern gesorgt, da er als Kinderfilm von einigen für viel zu düster und verstörend empfunden wurde.


    Nun ist im August 2019 die Serie The Dark Crystal - Age of Resistance (Der dunkle Kristall - Ära des Wiederstands) auf Netflix veröffentlicht worden, die einen Prequel zum Film darbietet. Zum Glück konnte Regisseur Louis Leterrier sich damit durchsetzen, dass die Serie genau wie der Film durch Puppenspiel realisiert worden ist. CGI und CSO halten sich sehr in Grenzen, was zwar gewöhnungsbedürftig ist, aber eben darum ein erfrischend anderes Seherlebnis liefert als zB. die Marvel- oder Disneyproduktionen.


    Hier werden wir in die sehr detaillierte, fremdartige Welt Thra entführt, in der es im Gegensatz zu den meisten Fantasiegeschichten gar keine Menschen gibt. Stattdessen erleben wir eine Fülle von abenteuerlich Kreaturen, die alle liebevoll gestaltet sind.


    Allen vorweg sind die Skeksis zu nennen, die Bösewichter in dieser Saga. Ihr Designer Brian Froud hat sie so beschrieben: "Part reptile, part predatory bird, part dragon". Die Skeksis haben die Macht über den Kristall der Wahrheit, der das Herzstück von Thra bedeutet. Sie verlängern ihr Leben dadurch, dass sie durch den Kristall der Natur des Planeten die Lebensenergie aussaugen, die natürliche Balance durcheinanderbringen und somit Böses entsteht.


    Die Skeksis, von denen es nur wenige gibt, sind ausgesprochen differenziert dargestellt und haben ihre Intrigen unter sich. Hensons Idee war, jedem Skeksis eine der Todsünden zuzuordnen, was auch mehr oder weniger durchgesetzt worden ist. Jedenfalls haben wir es hier nicht mit einem einzigen Erzfeind zu tun, der das Böse darstellt, sondern mit so etwas wie einer aristokratischen Kaste.


    Ihnen entgegengestellt sind die Gelflinge, welche über 1000 Jahre in einer Art lehnsherrschafterlicher Koexistenz mit den Skeksis verbracht haben. Das sind so elfenhafte Geschöpfe. Von ihnen gibt es sieben Clans mit unterschiedlichen Lebensumständen. Die einen hausen in Höhlen, die anderen im Wald, die anderen auf dem Berg usw.


    In den Fokus der Handlung geraten nun drei Gelflinge aus verschiedenen Clans, die über verschiedene Wege feststellen, dass die Skeksis nun doch nicht die ach so wohlwollenden Herrscher sind, wie sie es seid 1000 Jahren vorgeben. Dies führt dann letztlich zum titelgebenden Widerstand.


    Mehr an Handlung möchte ich in dieser kurzen Vorstellung nicht schreiben, um nicht zu spoilern.

    Fazit

    Diese Serie kann ich jedem wärmstens ans Herz legen, der dieses Genre mag. Es gibt hier viele vielfältig ausgearbeitete Figuren in einer durchaus stimmigen Geschichte.


    Hinzu kommt, dass die Voice Actors durchwegs brilliant sind. Ganz vorweg Simon Pegg als The Chamberlain und Mark Hamil als The Scientist.


    Sicher, man kann auch ein paar Kritikpunkte finden. Einige Kommentare und Reviews, die ich gelesen habe, erregen sich vor allem an den etwas glubschäugigegen und starren Gesichtern der Gelflinge. Mir ist das zwar auch aufgefallen, es hat mich aber nicht sonderlich gestört, zumal die Serienmacher sich da selbst ein wenig aufs Korn nehmen. In einer Szene fragt ein Skeksis den anderen: "Which Princess is this?" Antwort: "I don't know, I never can tell them apart." ;)

    Aus meiner Sicht sind alle Kritikpunkte nur Kleinigkeiten, die mich nicht im mindesten im Sehvergnügen stören, also bekommt die Serie ein klares Super von mir.

    Die Verhältnisse von 1stdoc und 3rddoc sind nicht patriarchisch, sondern jovial. Der Doctor fühlt sich nicht überlegen, weil er ein Mann ist, der die schwache Frau beschützen muss, sondern weil er sich für alt und weise hält und damit der einzige ist, der einen Plan hat.


    Nun ja, das eine schließt das andere doch nicht aus, oder?

    Unbestritten ist doch wohl, das 1stdoc als Opa und damit Familienoberhaupt Susan herumkommandiert; das wird gleich in der ersten Episode etabliert. Und sein Verhalten Barbara gegenüber habe ich ebenso in Erinnerung. In The Aztecs wird dieser Konflikt besonders deutlich.

    Um mir das Verhalten von 3rddoc zu vergegenwärtigen, habe ich mir gestern Abend noch einmal Terror of the Autons angeschaut, die Einführungsfolge von Jo Grant. Und ja, der Doctor nimmt sie zwar erst zögerlich, aber dann doch liebenswert unter seine Fittiche. Das passt wie Faust aufs Auge zu dem Bild eines gnädigen Patriarchen.

    Lustigerweise hat sich Jon Pertwee anscheinend auch im Team so benommen, wie in dem Bonus Live on Earth von Richard Franklin (Cpt. Yates) und Katy Manning (Jo Grant) geschildert. Jon hat sich alle Mühe gegeben, das Team zusammenzuhalten, um dadurch eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen, hat Katy immer mit zur Arbeit gefahren und so weiter und so fort...

    Nun gut, hier sind wir etwas von der Ausgangsfrage des Themas abgekommen, aber dieses hervorragende Bonusmaterial mit Interwiews von Barry Letts, Terrence Dicks, dem Schreiber der Folge Rose und anderen bringt mich wieder auf den Kurs. In den Interwiews geht es nämlich vielfach darum, New Who mit dem Neustart mit Jon zu vergleichen, sowohl story- als auch produktionstechnisch.

    Barry sagt sinngemäß, dass sie damals weder Zeit noch Geld hatten, um die heute sogenannten 'Backstories' um einen Companion zu entwickeln und sie etwa am Mittagstisch mit ihrer Familie zu drehen. Sie haben versucht, den Compamions Tiefe zu geben, indem sie sie als ernstzunehmende Charaktere schreiben. Ob das immer geklappt hat, sei dahin gestellt.

    Bei Rose hat die moderne Herangensweise für mich funktioniert, bei Martha so halbwegs, in dieser Staffel aber überhaupt nicht. Die Essensszene in dieser grottenschlechten Spinnenfolge hat für mich übehaupt nicht funktioniert; eine Figur gewinnt nicht an Tiefe, wenn man sie mit anderen nichtsagenden Figuren umringt.

    Hallo Biil Potts,

    1) Wenn ich dich richtig verstanden habe, bemängelst du fehlende emotionale Bindungen zwischen Doctor und Companions, die nötig wären, um den Figuren auch einen tiefergehenden Charakter zu geben. So sehe ich das auch. Die Doctorin scheint im Tardis-Team ja nichts anderes zu sehen und zu wollen als als eine schrecklich liebe, nette Familie. Allerdings möchte ich eine(n) Doctor sehen, der auch mal zu seiner/seinem Companion laut und deutlich sagt, Oh no, I've just picked up another stupid Ape! Sprich, Die Doctorin ist mir deutlich zu ungallifreyanisch.

    Diese Oberflächlichkeit der Beziehung von Doctorin zu ihrem Team spiegelt sich auch in ihrer Sprache wider, "We're a fam!" Wie schon in einem anderen Thema möchte ich auch hier den ersten Doctor aus The Ark zitieren: My dear child, if you're going to be with us for any length of time, you'll have to do something about the language of yours.

    2) Allerdings möchte ich absolut keine solche Schmachtbeziehungen wie zwischen Tenth und Rose oder Martha und Tenth. Selbstverständlich auch kein patriachisches Verhältnis wie es bei dem ersten und dritten Doctor anklingt. Ein wenig erotische Anziehung mag dabei sein können, wenn es, wie du sagst, mit 'Fingerspitzengefühl' geschrieben und geschauspielert wird.

    ***


    Jodie finde ich keine schlechte Wahl als Doctorin, und auch die Companions könnten passen, wenn die Drehbücher stimmten. Es waren sehr, sehr gute Ansätze enthalten, aber die Durchführung derselben bereitet größtenteils Kopfschmerzen. Das ist zwar nichts neues in dieser Serie, fällt aber in dieser Staffel doch sehr stark auf.

    Gruß, Gari