Beiträge von Garibaldi

    Ich empfehle, sich die Serie vor dem Film anzuschauen. Selbst wenn der Film nichts für einen ist, sagt das noch nichts über die Serie aus.


    Der Film mangelt einfach daran, dass er nur eine sehr generische Fantasiegeschichte abliefert. Als Kind habe ich ihn geliebt, aber als ich ihn als Erwachsener vor ein paar Jahren noch einmal gesehen habe, war es eher Nostalgie.


    Die Serie hingegen macht vieles besser. Die Figuren sind zwar immer noch recht eindimensional, aber es gibt viele verschiedene. Und das Zusammenspiel derselben macht Spaß beim zugucken.

    1982 ist The Dark Crystal (Der dunkle Kristall) von Jim Henson und Frank Oz in den Kinos erschienen. Dieser Fantasiefilm hatte damals für viel Aufregung unter Kritikern und Zuschauern gesorgt, da er als Kinderfilm von einigen für viel zu düster und verstörend empfunden wurde.



    Nun ist im August 2019 die Serie The Dark Crystal - Age of Resistance (Der dunkle Kristall - Ära des Wiederstands) auf Netflix veröffentlicht worden, die einen Prequel zum Film darbietet. Zum Glück konnte Regisseur Louis Leterrier sich damit durchsetzen, dass die Serie genau wie der Film durch Puppenspiel realisiert worden ist. CGI und CSO halten sich sehr in Grenzen, was zwar gewöhnungsbedürftig ist, aber eben darum ein erfrischend anderes Seherlebnis liefert als zB. die Marvel- oder Disneyproduktionen.



    Hier werden wir in die sehr detaillierte, fremdartige Welt Thra entführt, in der es im Gegensatz zu den meisten Fantasiegeschichten gar keine Menschen gibt. Stattdessen erleben wir eine Fülle von abenteuerlich Kreaturen, die alle liebevoll gestaltet sind.



    Allen vorweg sind die Skeksis zu nennen, die Bösewichter in dieser Saga. Ihr Designer Brian Froud hat sie so beschrieben: "Part reptile, part predatory bird, part dragon". Die Skeksis haben die Macht über den Kristall der Wahrheit, der das Herzstück von Thra bedeutet. Sie verlängern ihr Leben dadurch, dass sie durch den Kristall der Natur des Planeten die Lebensenergie aussaugen, die natürliche Balance durcheinanderbringen und somit Böses entsteht.



    Die Skeksis, von denen es nur wenige gibt, sind ausgesprochen differenziert dargestellt und haben ihre Intrigen unter sich. Hensons Idee war, jedem Skeksis eine der Todsünden zuzuordnen, was auch mehr oder weniger durchgesetzt worden ist. Jedenfalls haben wir es hier nicht mit einem einzigen Erzfeind zu tun, der das Böse darstellt, sondern mit so etwas wie einer aristokratischen Kaste.



    Ihnen entgegengestellt sind die Gelflinge, welche über 1000 Jahre in einer Art lehnsherrschafterlicher Koexistenz mit den Skeksis verbracht haben. Das sind so elfenhafte Geschöpfe. Von ihnen gibt es sieben Clans mit unterschiedlichen Lebensumständen. Die einen hausen in Höhlen, die anderen im Wald, die anderen auf dem Berg usw.



    In den Fokus der Handlung geraten nun drei Gelflinge aus verschiedenen Clans, die über verschiedene Wege feststellen, dass die Skeksis nun doch nicht die ach so wohlwollenden Herrscher sind, wie sie es seid 1000 Jahren vorgeben. Dies führt dann letztlich zum titelgebenden Widerstand.



    Mehr an Handlung möchte ich in dieser kurzen Vorstellung nicht schreiben, um nicht zu spoilern.



    Fazit


    Diese Serie kann ich jedem wärmstens ans Herz legen, der dieses Genre mag. Es gibt hier viele vielfältig ausgearbeitete Figuren in einer durchaus stimmigen Geschichte.



    Hinzu kommt, dass die Voice Actors durchwegs brilliant sind. Ganz vorweg Simon Pegg als The Chamberlain und Mark Hamil als The Scientist.



    Sicher, man kann auch ein paar Kritikpunkte finden. Einige Kommentare und Reviews, die ich gelesen habe, erregen sich vor allem an den etwas glubschäugigegen und starren Gesichtern der Gelflinge. Mir ist das zwar auch aufgefallen, es hat mich aber nicht sonderlich gestört, zumal die Serienmacher sich da selbst ein wenig aufs Korn nehmen. In einer Szene fragt ein Skeksis den anderen: "Which Princess is this?" Antwort: "I don't know, I never can tell them apart." ;)


    Aus meiner Sicht sind alle Kritikpunkte nur Kleinigkeiten, die mich nicht im mindesten im Sehvergnügen stören, also bekommt die Serie ein klares Super von mir.

    Die Verhältnisse von 1stdoc und 3rddoc sind nicht patriarchisch, sondern jovial. Der Doctor fühlt sich nicht überlegen, weil er ein Mann ist, der die schwache Frau beschützen muss, sondern weil er sich für alt und weise hält und damit der einzige ist, der einen Plan hat.



    Nun ja, das eine schließt das andere doch nicht aus, oder?


    Unbestritten ist doch wohl, das 1stdoc als Opa und damit Familienoberhaupt Susan herumkommandiert; das wird gleich in der ersten Episode etabliert. Und sein Verhalten Barbara gegenüber habe ich ebenso in Erinnerung. In The Aztecs wird dieser Konflikt besonders deutlich.


    Um mir das Verhalten von 3rddoc zu vergegenwärtigen, habe ich mir gestern Abend noch einmal Terror of the Autons angeschaut, die Einführungsfolge von Jo Grant. Und ja, der Doctor nimmt sie zwar erst zögerlich, aber dann doch liebenswert unter seine Fittiche. Das passt wie Faust aufs Auge zu dem Bild eines gnädigen Patriarchen.


    Lustigerweise hat sich Jon Pertwee anscheinend auch im Team so benommen, wie in dem Bonus Live on Earth von Richard Franklin (Cpt. Yates) und Katy Manning (Jo Grant) geschildert. Jon hat sich alle Mühe gegeben, das Team zusammenzuhalten, um dadurch eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen, hat Katy immer mit zur Arbeit gefahren und so weiter und so fort...


    Nun gut, hier sind wir etwas von der Ausgangsfrage des Themas abgekommen, aber dieses hervorragende Bonusmaterial mit Interwiews von Barry Letts, Terrence Dicks, dem Schreiber der Folge Rose und anderen bringt mich wieder auf den Kurs. In den Interwiews geht es nämlich vielfach darum, New Who mit dem Neustart mit Jon zu vergleichen, sowohl story- als auch produktionstechnisch.


    Barry sagt sinngemäß, dass sie damals weder Zeit noch Geld hatten, um die heute sogenannten 'Backstories' um einen Companion zu entwickeln und sie etwa am Mittagstisch mit ihrer Familie zu drehen. Sie haben versucht, den Compamions Tiefe zu geben, indem sie sie als ernstzunehmende Charaktere schreiben. Ob das immer geklappt hat, sei dahin gestellt.


    Bei Rose hat die moderne Herangensweise für mich funktioniert, bei Martha so halbwegs, in dieser Staffel aber überhaupt nicht. Die Essensszene in dieser grottenschlechten Spinnenfolge hat für mich übehaupt nicht funktioniert; eine Figur gewinnt nicht an Tiefe, wenn man sie mit anderen nichtsagenden Figuren umringt.

    Hallo Biil Potts,


    1) Wenn ich dich richtig verstanden habe, bemängelst du fehlende emotionale Bindungen zwischen Doctor und Companions, die nötig wären, um den Figuren auch einen tiefergehenden Charakter zu geben. So sehe ich das auch. Die Doctorin scheint im Tardis-Team ja nichts anderes zu sehen und zu wollen als als eine schrecklich liebe, nette Familie. Allerdings möchte ich eine(n) Doctor sehen, der auch mal zu seiner/seinem Companion laut und deutlich sagt, Oh no, I've just picked up another stupid Ape! Sprich, Die Doctorin ist mir deutlich zu ungallifreyanisch.


    Diese Oberflächlichkeit der Beziehung von Doctorin zu ihrem Team spiegelt sich auch in ihrer Sprache wider, "We're a fam!" Wie schon in einem anderen Thema möchte ich auch hier den ersten Doctor aus The Ark zitieren: My dear child, if you're going to be with us for any length of time, you'll have to do something about the language of yours.


    2) Allerdings möchte ich absolut keine solche Schmachtbeziehungen wie zwischen Tenth und Rose oder Martha und Tenth. Selbstverständlich auch kein patriachisches Verhältnis wie es bei dem ersten und dritten Doctor anklingt. Ein wenig erotische Anziehung mag dabei sein können, wenn es, wie du sagst, mit 'Fingerspitzengefühl' geschrieben und geschauspielert wird.


    ***


    Jodie finde ich keine schlechte Wahl als Doctorin, und auch die Companions könnten passen, wenn die Drehbücher stimmten. Es waren sehr, sehr gute Ansätze enthalten, aber die Durchführung derselben bereitet größtenteils Kopfschmerzen. Das ist zwar nichts neues in dieser Serie, fällt aber in dieser Staffel doch sehr stark auf.


    Gruß, Gari

    Auch meine Stimme geht an P wegen der Aufteilung und Dynamik, auch wenn dieser Splash etwas besser ausgearbeitet sein könnte.


    Die TARDIS auf dem Hügel sieht auch nicht schlecht aus, aber ich finde, dass sich der Farbton der Schrift auf allen Varianten mit dem Hintergrund beißt.

    Hallo SarahJaneWarrior und Willkommen im Forum! :)
    (Falls mir als Wenigschreiber dieser Gruß erlaubt sei.)

    Eine Folge, die wieder zeigt was die Stärken der Serie Doctor Who sein können. Positive Botschaften senden, die sich (selbst in historischen Folgen) auf die Gegenwart und ihre Probleme beziehen.

    Darin kann ich dir nur zustimmen, es ist toll, dass gegenwärtige sozialpolitische Themen dargestellt werden wie hier der Rassismus. Es gab hier im Thread einige Äußerungen, dass das Thema in dieser Folge zu sehr holzhammerartig behandelt worden ist. Das finde ich nicht. Gerade in der Szene, in der Ryan das Taschentuch rein aus Freundlichkeit aufhebt und dafür geschlagen wird, ist ein Schlag ins Gesicht, der genau dem Thema angemessen ist.


    Die Kritik, dass der Gegenspieler nicht ausgearbeitet genug war, kann ich nicht verstehen.

    Naja, doch. Was interessiert es diesen komischen Terminator aus dem 50ten Jahrhundert, wie die Geschichte auf einem ihm komplett fremden Planeten läuft? Da wäre eine eine Erklärung über seinen Hintergrund schon angebracht, denke ich.


    Rassismus hat schließlich keine rationalen Gründe, die er vorbringen könnte, sondern ist nun einmal eine emotionale Sache, wie die Folge am Busfahrer gut gezeigt hat.

    Die Darstellung des Busfahrers fand ich zu Anfang gelungen, später aber ausgesprochen daneben. Und zwar in der Szene, als Graham und Ryan ihn beim Fischen aufsuchen, und er sich überreden lässt, zurück zur Arbeit zu kommen, weil ein Aufstand droht und er seinen Bus "sauber" halten will. Das ist unglaubwürdig. Wenn er tatsächlich so ein Hardcorerassist wäre, wäre er nicht zum Busfahren gekommen, sondern mit einer weißen Kapuze und einer Schrotflinte, aber nicht zur Arbeit.

    Und warum genau hat Clara jetzt nochmal das Tatoo genommen?

    Um Zeit zu gewinnen, falls ihnen innerhalb der gesetzten Frist nicht gelingen sollte, seine Unschuld zu beweisen. Clara vertraut in ihrem Plan nicht darauf, dass der Doctor sie in letzter Sekunde rettet, sondern auf den zugesagten absoluten Schutz seitens Ashildr, den der Doctor anfangs ausgehandelt hatte:


    ASHILDR: I guarantee the safety of Clara Oswald. She will be under my personal protection. That is absolute.
    […]


    RIGSY: You're serious? You actually expect me to give you my death sentence?
    […]
    CLARA: Weren't you listening? I'm under the Mayor's personal protection. And it's absolute, apparently. Look, she controls the Raven, so I will never have to face it. This is clever.
    RIGSY: But this is putting you in danger.
    CLARA: No, this is us talking the opposition into their own trap. This is Doctor 101. We're buying time. We get all of the aliens on our side in the next half an hour, and then we reveal I've got the chronolock, not you,and boom! We buy ourselves more time to find the real killer.
    RIGSY: The Doctor would never let you do this.
    CLARA: Doctor 102.Never tell anyone your actual plan. He'll have a tantrum when he finds out. And then, when we confront Ashildr, she'll want to take the chronolock off just to shut him up.



    Das habe ich so verstanden, dass Clara darauf spielt, dass, wenn ihr Ashildr absoluten Schutz verspricht, diese sie nicht als Unschuldige hinrichten kann, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren – Sie würde ihr Wort als Autorität brechen. Soweit, so gut.


    Und warum genau kann Me das Tatoo nicht von Clara aufheben?

    Weil sich durch die freiwillige Übernahme der Strafe die Vertragskonditionen geändert haben. Naja, ist etwas wischi--waschi:


    ASHILDR: I made a contract with the Shade when I put the chronolock on Rigsy. I promised it a soul and only I can break that contract.When you took it from him, you changed the terms. You cut me out of the deal.


    Das kann ich mir nur so erklären, dass das Urteil von Ashildr immer noch innerhalb der Frist zurückgenommen werden kann, quasi revidiert. Aber in dem Augenblick, in dem ein anderer die Strafe übernimmt, es keine Revision mehr gibt.

    Tja, schon richtig, hier klafft es an allen Ecken und Enden. Trotzdem hat mich diese Geschichte besser unterhalten als The Two Doctors.


    Und Peri hat hier sogar einen wirklich witzigen Einzeiler bekommen:


    DOCTOR: Oh, cloning. Oh, you are a clever clogs. And how very astute of you not to risk your own rotten neck. Speaking of which, shouldn't you release your grip on Peri's? By the way, Peri, did you know he wants you for his bride?
    PERI: He certainly has an original way of proposing

    Inzwischen habe ich mir dann auch "The Pirate Planet" von 1978 noch einmal angesehen. Für die damalige Zeit sehr gut gemacht. Die Szene, wo Romana dem Doctor beweist, dass sie die Tardis besser fliegen kann als er, wurde bereits in "Time of Angels" für River Song adaptiert. "The Battle of Ranskoor Av Kolos" ist jetzt ein Remake oder eine Hommage für wesentliche Elemente der gesamten Episode. In "Pirate Planet" haben wir eine bessere Herleitung, warum die Planeten eingesammelt wurden und warum die große Masse nach ihrer Komprimierung sich nicht mehr bemerkbar macht. Ist eben gut ausbalanciert. In "Battle of Ranskoor Av Kolos" ist wesentlich besser dargestellt worden, wie die Planeten an ihre ursprünglichen Orte zurückkommen. "Pirate Planet" enthält Comedy wie die Jagd von K-9 nach dem Blechvogel. "Battle of Ranskoor Av Kolos" hat die wesentlich ernstere Nebenhandlung von Graham und seiner Rache. Sind eben doch sehr unterschiedliche Episoden. Trotzdem sollte sich jeder, der jetzt auf Chibnall eindreschen möchte, gut überlegen ob er nicht doch versehentlich Douglas Adams damit trifft.

    Sehr schön, dass du hier The Pirate Planet ins Spiel bringst. An die Geschichte hab ich gar nicht gedacht, obwohl sie einer meiner Lieblinge ist und so eine offensichtliche Parallele zeigt – Planeten werden gefangen, um…


    Ja, um was zu bewirken oder weswegen eigentlich? Im Serial von Douglas Adams werden die Planeten gekapert, komprimiert und in Balance gebracht, um dadurch eine unerschöpfliche Energiequelle zu gewinnen, um Königin Xania das ewige Leben zu gewähren.


    Hier hingegen besteht die selbsterwählte Bestimmung von T'Zim-Sha in der Rache am Doctor. Die bisher entführten Planeten erfüllen überhaupt keinen Zweck. Höchstens sind sie Trophäen der Rache an anderen, das wird aber nirgends expliziert. Sie sind auch nicht Bestandteil der ultimativen Waffe; die Energie liefern die Ux. Man könnte sich vielleicht noch zusammenreimen, dass T'Zim-Sha die Planeten gekapert hat, um den Doctor herbeizurufen und ihr im Showdown die Vernichtung der Erde zu präsentieren. In dieses Bild passt dann aber nicht die Szene, in der Andinio fast den Doctor tötet. Wenn sein Racheplan schon darin besteht, die Doctorin anzulocken und die Vernichtung ihres Lieblingsplaneten vorzuführen, hätte er ja schon irgendwann in den 3000 quetsch Jahren zu befehlen, dass die nicht erschossen, sondern ihm vorgeführt gehört...



    Vielleicht habe ich ja etwas übersehen, aber im Gegensatz zu der klassischen Episode ergibt das Klauen der Planeten hier für mich keinen Sinn.

    Hey Nikioko,


    vielen Dank, dass du hier auf diese Vidios aufmerksam gemacht hast! Richard Carriers persönlichen, sachlichen und unaufgeregten Stil in seinen Reviews und Analysen finde ich ausgesprochen sympathisch. Solch einen Lehrer wünschte ich mir meinen nicht vorhandenen Kindern!


    Insbesondere seine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Niedergang der klassischen Serie unter John Nathan-Turner als Produzenten hat mir einiges deutlich gemacht. Der wird ja teils als verantwortlich fürs Aus derselben hingestellt. Dass dies eine völlig verkürzte Darstellung und somit verkehrte Schuldzuteilung ist, wird in den Videos 5-8 gut ausgeführt. Es ist schon erstaunlich, dass und wie die Serie nach Tom Baker überhaupt noch mal mit Peter Davison einen Aufschwung geschafft hat. Umso trauriger, dass der schwindende Rückhalt für das vormalige Flaggschiff des Senders durch die "hohen Tiere" der BBC nicht durch einen stärkeren Zusammenhalt des Produktionsteams begegnet worden ist, sondern JNT und Scripteditor Eric Saward sich zunehmend entfremdet haben, was sich in der Colin Baker-Ära deutlich bemerkbar machte.


    Kulminiert ist das Ganze in der unsäglichen Produktionsgeschichte von The Trial of a Time Lord. Robert Holmes, der den ersten Teil geschrieben hat und für den letzten vorgesehen war, ist verstarb. Anscheinend ohne irgendwelche Notizen zurückzulassen. Keiner wusste, worauf das Ganze hinauslaufen sollte. Eric Saward ist eingesprungen, ist sich aber über das Ende nicht mit JNT einig geworden, so dass er gekündigt und sein Script komplett zurückgezogen hat. Also wurden Pip und Jane Baker engagiert, die nur wenige Tage Zeit hatten, um den Abschlussteil von Null auf neu zu schreiben.


    Von allen Doktoren hatte Colin die A*karte gezogen. Laut der Darstellung in diesen Videos hielt ihn Saward für eine komplette Fehlbesetzung und hat ihn in seiner Rolle keine Unterstützung zukommen lassen. Und zudem hat ihn JNT noch in dieses abstruse Kostüm gesteckt, welches nicht nur er von Anfang an gehasst hat. Kein Wunder, dass er ständig so ernsthaft spielen musste, jeder kleinste Witz würde in dem Outfit einfach nur Kasperle-artig wirken. In einem Interview wurde Colin mal gefragt, wie er es denn darin ausgehalten habe. Seine Antwort (sinngemäß): "Ich hatte ja das Glück, das ich es selbst nicht sehen musste, weil ich rausgeschaut habe. Meine Mitschauspieler waren zu bemitleiden."


    Der Rauswurf von Colin war sicherlich nicht mangelnden schauspielerischen Fähigkeiten zuzuschreiben. Im Gegenteil, er hat aus dem Mist, der ihm vorgesetzt worden ist, noch das Beste gemacht, wie ich finde.


    Tja, und als sich das Produktionsteam wieder gefangen hatte, und es mit Sylvester McCoy in den letzten beiden Staffeln wieder nach oben ging – da war es zu spät.

    Hier habe ich mich allerdings gefragt, wie Amy die Sprache der Aliens verstehen konnte, bevor sie Kontakt zum Doktor und der TARDIS hatte. :?:

    Lol, acht Jahre später:


    Naja, die Gefängniswärter senden ja ihre Botschaft an die Erdlinge. Bei deren fortgeschrittener Technik traue ich ihnen durchaus zu, dies durch eine entsprechende Übersetzungsmatrix laufen zu lassen. Später kommt ja auch die Szene, wo die Botschaft in vielen verschiedenen Sprachen im Fernsehen läuft. Also schon von den Atraxie in die verschiedenen Landessprachen wie deutsch, französisch, etc. gesendet.


    Zufrieden? :)

    Zufälligerweise habe ich kürzlich The Dæmons gesehen. Dort wird Jo noch vom dritten Doktor darüber aufgeklärt, dass es keine Magie gibt, sondern sich für alle Erscheinungen eine wissenschaftliche Erklärung finden lässt, sofern man weiß, wo man zu suchen hat. Hier nun stellt uns Chibnall die Ux vor, die dadurch, dass sie nichts verstehen, sondern nur "erfahren" und einen reinen Glauben haben, paranormal irgendwelche Sachen kreieren bzw. verwandeln und beeinflussen können.


    Delph: You call it training, I call it building doubt. Every lesson that you've given me, I feel that I understood less – not more.
    Andinio: Which is the point. The more we learn, the less we realise we know. This is our faith. This is our existence. The creator would contend, the world is not to be understood, only experienced and built with our gift.


    Was für ein Käse! Selbst das magische Bewusstsein geht von einer verstehbaren Ordnung der Erscheinungen aus, einem wie auch immer geordneten Zusammenhang der Dinge in einer oder mehreren transzendentalen Kräften. Hier geht es sogar noch einen Schritt weiter in Richtung Religion; es ist bereits von einem Schöpfer die Rede, dessen Idee schlicht nicht aus Erfahrung geschöpft sein kann und in der Tat selbst eine Vorstellung von Kausalität voraussetzt. Und wohin führt dieser komische Glaube? Lustigerweise nicht dazu, dass sie tatsächlich aus dem Nichts etwas erschaffen, sondern dem erstbesten Megalomanen auf den Leim gehen, weil sie ihre Erfahrungen gar nicht mehr ansatzweise rational überprüfen (können), hehe! :D


    Das fand ich super, tolle Wendung, leider vermute ich, dass diese Spitze dem Drehbuch leider unfreiwillig unterlaufen ist, sonst hätte der Doktor die Ux nicht so angehimmelt. Schade, hätte man richtig was draus machen können.


    ***


    Was mich am meisten gestört hat, war Grahams völlig unerwartete Entschlossenheit, die Todesstrafe an T'zim-Sha exekutieren zu wollen. Ja klar wurde es über die ganze Staffel vertieft, wie sehr ihn Graces Tod mitgenommen hat. Aber ich habe bisher an keiner Stelle wirklich Rachgier wahrgenommen, insofern kam mir dies hier völlig fehlplaziert vor – auch wenn es an der Darstellung durch den Schauspieler nichts zu meckern gab. Daher fällt sein vermeintlicher Character-Arc in sich zusammen wie ein Kartenhaus.


    Ebenso zusammengefallen als Bedrohung sind die komischen Roboter, die schlechter schießen als UNIT-Soldaten, die merkwürdige psychische Bedrohung durch den Planeten, die nur durch die ach so wichtigen Neuralblocker abzuwehren ist, deren Fehlen beim Doktor zu einem winzigen Kopfschmerzanfall führt und bei Yaz zu einem leichten Naserümpfen. Auch T'zim-Sha stellt sich einfach so planlos vor Grahams Schießgewehr, der superdolle Krieger.


    ***


    Was mich an der neuen Ausrichtung des Doktors selbst stört, ist nicht Jodie Whittakers Schauspiel – damit kann ich mich anfreunden und halte es für ausbaufähig im positiven Sinne. Sondern die durchs Drehbuch immer mehr herauskristallierte Ausrichtung Wir sind alle eine supertolle Familie. Und dann noch mit dieser fürchterlichen Abkürzung Fam! Da möchte ich immer den ersten Doktor aus The Ark zitieren: Ah, fa[bm], hmm. My dear child, if you're going to be with us for any length of time, you'll have to do something about that English of yours.



    Und jedesmal, wenn Graham Doc sagt, fällt mir Gaius Baltar aus der neuen Battlestar Galactica-Serie ein: I just don't respond to the title "Doc". A "dock" is a platform for loading and unloading material.


    Ne, sich einfach "Doc" nennen zu lassen, da hört es bei mir auf. Bei diesem ganzen Teamgekuschele geht mir die Distanz des Doktors zu ihren Companions verloren, das Flair als Außerirdische verpufft.


    ***


    Trotz aller Kritik hat mich diese Folge sehr gut unterhalten, mir wurde in keiner Szene langweilig. Von den Schauwerten in Regie und Produktion allemal gelungen, die musikalische Untermalung ist schön atmosphärisch und vom Spannungsaufbau ist die Episode besser, als ich es von Chibnall erwartet habe.


    Was ich klasse fand, war die Referenz auf das Informationsschild der Police Box, als sie zum ersten mal auf Paltraki treffen:


    Doktor: See? The sign on the front, we respond to urgent calls. You look like an urgent call.


    Ich glaube, so hübsch ist bisher noch in keiner Folge auf das Schild eingegangen worden. ^^

    Funfact zum Whomobile



    Wie dem Making of People, Power and Puppetry zu entnehmen ist, entstammt das Whomobile nicht der Designerabteilung der BBC, sondern Jon Pertwee hat sich das Ding für sich selbst privat anfertigen lassen, ohne irgendjemandem aus dem Produktionsteam darüber Bescheid zu sagen. Dann hat er bei einem Rehearsal zu Barry Letts gesagt, schau mal aus dem Fenster, was da auf dem Parkplatz steht.
    Barry: "Good god, what's that?"
    Jon: "That's the Whomobile."
    Barry: "Can we use it for the show?"
    Jon: "It would break my heart, if not. I paid a fortune for it."


    Viel gefahren ist er damit aber nicht, da gab's immer zwei Probleme:


    Erstens wurde er immer von der Polizei rausgewunken. Nachdem der das Dach hochgeklappt hatte sagten die natürlich immer: "Oh my god, it's you!"
    Jon: "So, what's wrong?"
    Polizist: "You can't drive a hoovercraft on the streets!"
    "It's not a hoovercraft."
    (Polizist guckt unters Auto)
    Polizist: "Right, it's got three wheels. But it's to wide!"
    Jon: "Take your tape measure..."
    (War natürlich nicht zu breit)
    Polizist: "But the lamps are to low!"


    Waren sie dann natürlich auch nicht, alles in allem war es nach den damaligen Richtlinien voll verkehrstüchtig. Etwas über 90 Meilen pro Stunde ist es gefahren, also so knapp 150 km/h, wenn ich richtig umgerechnet habe.


    Zweites Problem war, dass es andere Autofahrer verblüfft und vom Verkehr abgelenkt hat, so dass diese häufig Auffahrunfälle verursacht haben. "We caused mayhem wherever we went."


    ***


    Auch ganz unabhängig von dieser Anekdote finde ich dieses Making Of ausgesprochen gut. Andere bestehen nur aus solchen Geschichtchen oder technischen Details, hier wird hingegen richtig auf den Plot im Zusammenhang mit den damaligen politisch-gesellschafltlichen Hintergründen eingegangen, insbesondere auch auf die von Drehbuchautor Malcom Hulke.


    ***


    Noch eins zu Sarah Smith's Rolle, was hier im Thread, glaube ich, noch gar nicht erwähnt wurde: In dieser Episode wird auch mal die Arroganz vom Doktor und vom Brigadier ihr gegenüber abgewatscht. Sie allein kommt nämlich auf die logische und völlig richtige Spur, dass man doch der Energiequelle mal nachgehen sollte, um den Übeltäter zu finden. Der Brig sagt darauf zwar, er hätte das schon als erstes berücksichtigt, aber bei keinem Nuklearreaktor etwas finden können – und damit war die Sache für ihn und den Doktor erledigt. "Ruh dich mal aus, Kindchen." anstatt dass sie der Spur weiter nachgegangen wären. Sarah hat ja völlig recht, irgenwoher muss die Energie für die Zeitmaschine ja kommen. Großer Pluspunkt für die Rolle und auch fürs Schauspiel von Sladen.

    Was tut ein Doctor Who vernarrter Student in den Semesterferien, abgesehen von eventuellen Pflichtpraktika und Treffen mit Freunden? Richtig, er macht sich an die Arbeit die existierenden Loose Canon Recons von Doctor Who anhand von englischen Audio Transkriptionen auf deutsch zu übersetzen und diese erstellten Untertitel dann möglichst passend in die Recons einzufügen. So positiv bekloppt muss man auch erstmal sein, aber es ist ja für einen guten Zweck. Da ich nämlich meinem Bruder schon länger von der Serie erzählt und vorgeschwärmt habe und sein englisch jetzt nicht so gut ist, ich aber finde, dass einem ohne die gesehenen Recons einige charakterliche Entwicklungen des Doctors und seiner Begleiter verborgen bleiben, nehme ich das auf mich. Um das vollständige Erlebnis bekommen zu können, müssen meiner Meinung nach die Recons angeschaut werden.


    Ui, ich bin beeindruckt, viel Erfolg bei diesem Vorhaben! Lass es uns wissen, was daraus wird. Vielleicht mag der eine oder andere aus diesem Forum ja auch durch korrekturlesen oder ähnlichem dabei helfen...


    An die Recons habe ich mich selbst erst vor kurzem herangetraut und kann dir nur darin zustimmen, dass man ohne sie etwas verpasst.

    Von mir bekommt diese Folge auch ein klares super. Angesehen habe ich sie mir in der Recon von Loose Cannon; die animierte Fassung kenne ich nicht.


    Überhaupt habe ich mich erst in der letzten Zeit an die unvollständigen Folgen getraut, die mir vormals zu mühsam erschienen. Dies ist nun mein erstes komplett verloren gegangenes Serial, das ich mir angesehen habe, um im Anschluss an The Tenth Planet die erste Folge mit dem zweiten Doctor nicht zu verpassen.


    Alle sechs Episoden sind mir heruntergegangen wie Öl; sogar die schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend in den Standbildern festgehalten! Besonders ist mir dabei der Wissenschaftler Lesterton aufgefallen, der in den verschiedenen Phasen seiner Entwicklung sehr gut dargestellt worden ist. Von anfänglich übersteigertem Selbstvertrauen über Nervenzusammenbruch bis zum Wahnsinn. Die Figur an sich mag etwas klischeehaft daherkommen, wird aber durch diese Entwicklung mit Leben erfüllt. Auch die anderen Gastdarsteller konnten hier in ähnlicher Weise punkten.


    Polly und Ben waren gut, hatten beide aber nicht so viel zu tun und worden weggegefangen. Ist aber völlig in Ordnung, weil es hier vor allem um die Einführung des neuen Doctors ging – und der war für mich völlig überzeugend. Merkwürdigerweise hat er mir in dieser Recon besser gefallen als in sämtlichen vollständig erhaltenen Folgen, die ich alle vorher schon gesehen hatte. Kann es sein, dass er immer alberner wird, je länger die Rolle spielt?


    Das Einzige, was mir hier am Doctor negativ aufgefallen ist, waren seine verunglückten Überzeugungsversuche den Kolonisten gegenüber, dass die Daleks böse seien und verschrottet gehörten. Selbstverständlich hat er recht – was wir als Zusschauer selbstverständlich wissen –, aber Argumente hat er dem Gouverneur nicht abgeliefert. Kein Wunder, dass der seinem eigenen Wissenschaftler vertraut als einem dahergelaufenen externen Untersuchungsbeauftragten, der ihm keinen einzigen Grund nennen kann, die vermeintlichen Roboter nicht auszunutzen.


    Klar, wäre auch schwierig geworden, aber er hätte zumindest versuchen können, denen die Natur der Daleks zu erklären, vorzugsweise in einem Raum, in der keiner der Pfefferstreuer daneben steht. Ein guter Ansatz war es schon, dass er dem Vorzeigeexemplar befohlen hat, sich selbst zu immobilisieren. Es kam dann ja auch Verwunderung auf, als der Doctor gegangen ist und sich der Dalek wieder bewegt hat. Leider wurde dies im Script einfach fallen gelassen.


    Der Einfluss auf die New Who-Folge Victory of the Daleks ist ja bereits mehrfach erwähnt worden; mir fällt dabei noch eine andere ein, nämlich Dalek mit dem neunten Doctor, der erste Auftritt in New Who und auch für mich die erste Bekanntschaft mit den Daleks. Auch hier finden die Menschen ein Exemplar ohne irgendwelche Vorkenntnisse und versuchen, es sich zu unterwerfen. Und in beiden Folgen warnt der Doctor davor, dass ein einziger Dalek genügte, die umliegende menschliche Zivilisation zu vernichten.


    So, nun denn auf zu den weiteren Recons!

    Hallo allerseits,


    zum Start von Staffel 11 haben die Screen Junkies zwei Trailer herausgebracht, einen für die neue Serie, einen für die klassische. Beide finde ich ganz lustig und möchte sie euch daher nicht vorenthalten.


    Lustige daran ist, dass sie von drei Leuten erstellt worden sind, die vorher noch nie eine Folge Doctor Who gesehen hatten. Sie hatten allerdings eine 'Doctor Who-Expertin' als Beraterin. Ungefähr sechs Monate hat die Produktion der Trailer gedauert, wie der kommentierten Version zu entnehmen ist.


    Viel Spaß damit, hier die Links:


    Doctor Who (Modern)
    Doctor Who (Classic)


    Doctor Who (Modern) - kommentierte Version
    Doctor Who (Classic) - kommentierte Version


    Gruß, Gari