1982 ist The Dark Crystal (Der dunkle Kristall) von Jim Henson und Frank Oz in den Kinos erschienen. Dieser Fantasiefilm hatte damals für viel Aufregung unter Kritikern und Zuschauern gesorgt, da er als Kinderfilm von einigen für viel zu düster und verstörend empfunden wurde.
Nun ist im August 2019 die Serie The Dark Crystal - Age of Resistance (Der dunkle Kristall - Ära des Wiederstands) auf Netflix veröffentlicht worden, die einen Prequel zum Film darbietet. Zum Glück konnte Regisseur Louis Leterrier sich damit durchsetzen, dass die Serie genau wie der Film durch Puppenspiel realisiert worden ist. CGI und CSO halten sich sehr in Grenzen, was zwar gewöhnungsbedürftig ist, aber eben darum ein erfrischend anderes Seherlebnis liefert als zB. die Marvel- oder Disneyproduktionen.
Hier werden wir in die sehr detaillierte, fremdartige Welt Thra entführt, in der es im Gegensatz zu den meisten Fantasiegeschichten gar keine Menschen gibt. Stattdessen erleben wir eine Fülle von abenteuerlich Kreaturen, die alle liebevoll gestaltet sind.
Allen vorweg sind die Skeksis zu nennen, die Bösewichter in dieser Saga. Ihr Designer Brian Froud hat sie so beschrieben: "Part reptile, part predatory bird, part dragon". Die Skeksis haben die Macht über den Kristall der Wahrheit, der das Herzstück von Thra bedeutet. Sie verlängern ihr Leben dadurch, dass sie durch den Kristall der Natur des Planeten die Lebensenergie aussaugen, die natürliche Balance durcheinanderbringen und somit Böses entsteht.
Die Skeksis, von denen es nur wenige gibt, sind ausgesprochen differenziert dargestellt und haben ihre Intrigen unter sich. Hensons Idee war, jedem Skeksis eine der Todsünden zuzuordnen, was auch mehr oder weniger durchgesetzt worden ist. Jedenfalls haben wir es hier nicht mit einem einzigen Erzfeind zu tun, der das Böse darstellt, sondern mit so etwas wie einer aristokratischen Kaste.
Ihnen entgegengestellt sind die Gelflinge, welche über 1000 Jahre in einer Art lehnsherrschafterlicher Koexistenz mit den Skeksis verbracht haben. Das sind so elfenhafte Geschöpfe. Von ihnen gibt es sieben Clans mit unterschiedlichen Lebensumständen. Die einen hausen in Höhlen, die anderen im Wald, die anderen auf dem Berg usw.
In den Fokus der Handlung geraten nun drei Gelflinge aus verschiedenen Clans, die über verschiedene Wege feststellen, dass die Skeksis nun doch nicht die ach so wohlwollenden Herrscher sind, wie sie es seid 1000 Jahren vorgeben. Dies führt dann letztlich zum titelgebenden Widerstand.
Mehr an Handlung möchte ich in dieser kurzen Vorstellung nicht schreiben, um nicht zu spoilern.
Diese Serie kann ich jedem wärmstens ans Herz legen, der dieses Genre mag. Es gibt hier viele vielfältig ausgearbeitete Figuren in einer durchaus stimmigen Geschichte.
Hinzu kommt, dass die Voice Actors durchwegs brilliant sind. Ganz vorweg Simon Pegg als The Chamberlain und Mark Hamil als The Scientist.
Sicher, man kann auch ein paar Kritikpunkte finden. Einige Kommentare und Reviews, die ich gelesen habe, erregen sich vor allem an den etwas glubschäugigegen und starren Gesichtern der Gelflinge. Mir ist das zwar auch aufgefallen, es hat mich aber nicht sonderlich gestört, zumal die Serienmacher sich da selbst ein wenig aufs Korn nehmen. In einer Szene fragt ein Skeksis den anderen: "Which Princess is this?" Antwort: "I don't know, I never can tell them apart." 
Aus meiner Sicht sind alle Kritikpunkte nur Kleinigkeiten, die mich nicht im mindesten im Sehvergnügen stören, also bekommt die Serie ein klares Super von mir.