Beiträge von Pacifico

    Sagt mir: wird es danach wieder besser oder sollte ich mich mit meinen Classic-DVDs und Capaldi BluRays einschließen und mich daran ergötzen, dass sogar die Pertwee-Ära mehr für den Feminismus und das Ökobewusstsein getan hat als Chibbi?

    Gib zumindest der nächste Folge Nikola Tesla's Night of Terror noch eine Chance, danach lässt es allerdings schnell wieder nach.

    Ich glaube ich bin der einzige hier der Hooten and the Lady gesehen hat.;)

    Nein, ich habe sie auch gesehen und fand sie ganz lässig und unterhaltsam. Nicht eben innovativ, aber heutzutage gibt's nicht viel Neues in der Abenteuer-Richtung, seit Relic Hunter um 2000 herum.

    Nachdem ich mich durch die 12.Season gequält habe, griff ich mir auf Zufallsbasis irgendeine alte Folge heraus, und es war diese. Ein schöner historischer Hintergrund, originelle Gegner, Humor, Action - es stimmt alles. Natürlich war es für den Autor auch eine gern angenommene Herausforderung, ein paar Shakespeare-Zitate einzubauen. Wenn man bedenkt, dass diese Folge 2007 nur guter Durchschnitt war, merkt man erst, wie mies das ist, was uns 2020 vorgesetzt wird.

    Sehr gut:

    Staffel 1, 2, 5, 7

    haben meine Stimme bekommen. Bei 1+2 mag Nostalgie im Spiel sein; bei 5+7 gab es wirklich überragende Einzelfolgen von "Vincent and the Doctor" bis hin zu "Der Dalek in dir".


    Gut:

    Staffel 4, 6, 8


    Geht so:

    Staffel 3, 9, 10


    Schlecht:

    Staffel 11, 12

    Habe mich knapp für Nikola Tesla entschieden, weil die andere gute Folge (mehr als zwei waren's ja nicht) Villa Diodati leider von dem Anschluss-Zweiteiler im Nachhinein heruntergezogen wird. Komme damit auf folgende Rangfolge:


    GUT

    12x04 - Nikola Tesla's Night of Terror

    12x08 - The Haunting of Villa Diodati


    MITTEL

    12x05 - Fugitive of the Judoon

    12x02 - Spyfall (Part 2)

    12x06 - Praxeus

    12x01 - Spyfall (Part 1)


    BESCHEIDEN

    12x03 - Orphan 55

    12x07 - Can You hear Me?

    12x09 - Ascension of the Cybermen


    AUA

    12x10 - The Timeless Children

    Die fliegenden Cybermenköpfe waren so unsagbar dämlich. Warum wird das so gemacht. Ist ja nicht so, dass das echte Cybermenköpfe wären, die sich von ihren Körpern gelöst hätten um Patrouille fliegen zu können. Es macht einfach keinen Sinn, dass sie so aussehen.

    Da habe ich auch meinen Augen kaum getraut, ob die das ernst meinten.


    Dann war da ein einstiegsbereites Raumschiff, das von niemandem bewacht wurde (bei einer auf Militäroperationen spezialisierten Spezies!), und der Plan, die Menschheit zu retten, wenn fast niemand mehr übrig ist - also von durchdacht kann keine Rede sein. Von der Tiefstnote habe mich nur wenige schöne Momente abgehalten, als da wären die Rückblicke um das Findelkind und die witzige Szene, als der Junge "Wen nennst du hier Kid?" die Doktorin beiseite schiebt nach dem Motto "lass mal einen Fachmann ran", um das Raumschiff zu starten.

    Die letzte Folge der Staffel war definitiv die am schwersten durchzusitzende. Jodie unterhält sich eine gefühlte Viertelstunde vor einer Bluescreen mit sich selbst, um dann festzustellen: "I'm so clever!" Erzählt das dem Master, der mit noch breiteren Grinse-Grimassen als sonst erklärt, er wäre noch viel cleverer! Dann kommt der alte Ben Kenobi und jagt den ganzen Mist in die Luft. Danke.

    Weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, mich aufzuregen, was hier alles an Porzellan (lies: Serientraditionen) zerkloppt wird. Die Companions agieren mit Handgranatenwerfen und Bombenlegen wie ein Söldnerkommando (war da nicht mal was mit Pazifismus?). Völlig unnötig wird das Mysterium um die Entstehung der Timelords ausgetratscht. Judoon beamen sich einfach direkt in die Tardis (war die nicht mal vor allen äußeren Eingriffen geschützt?).

    Das Einzige, was noch schlimmer war als der Umgang mit den alten Ideen, waren die neuen Ideen. War das Death Particle erst ein gut gehütetes Geheimnis, über dessen Existenz der Master verblüfft war, hatten später sogar die völlig abgeschieden lebenden Flüchtlinge davon gehört ("it's a legend", sprich: Dorfklatsch). Nur, weil die Doktorin es sonst nicht gewusst hätte, bog das Drehbuch dies mal eben hin, wie's passte.

    Starke Folge, die weiß: weniger ist oft mehr. Besonders im Vergleich zur vorangehenden Folge ist das deutlich. Zunächst mal gab es eine bescheidene, aber bessere Atmosphäre, Kerzenschein statt rot glühender Planeten. Einen einzigen Cyberman im Haus haben kann gruseliger sein als "Götter" & Monster. Brilliant war der Dialog, als Mary an die Seele des Cyberman appellierte, glaubte, dass noch ein Rest Gutes in ihm steckte - vergebens. Wir erfahren, was Jacks Warnung bedeutete, d.h. was es ist, das der Cyberman haben will. Der historische Hintergrund war interessant; es muss 20 Jahre her sein, aber ich habe eine Menge Gedichte sowohl von Byron als auch Shelley gelesen. Meine Erinnerung, worum es in "Frankenstein" ging, ist hingegen durch die vielen oft mäßigen Verfilmungen verwässert.

    Eine Story mit historischem Ambiente in Aleppo und dem Boogeyman als Gegner wäre doch genug gewesen, aber das Gefängnis zwischen den aufeinander stürzenden Planeten und die Lightshow in Rot und Blau schießen weit über das Ziel hinaus. Die Alpträume, um die es eigentlich ging, wirkten dagegen lahm. Das Einzige, was mir in Erinnerung bleiben wird, sind daher vermutlich die Finger im Ohr.

    Wie schnell doch ein Thema aus den Schlagzeilen verschwinden kann: seit Monaten redet niemand mehr über zuviel Plastik in den Ozeanen, das letztlich in Tiere und Menschen gelangt. Gut gemeint ist längst nicht gut gemacht, und so wird mit Action wie explodierenden Patienten, brennenden Raumschiffen und durch Glasscheiben donnernden Vogelscharen versucht, die Chose aufzupeppen, die an sich nichts Dolles ist. Die als Letzte endlich explodierende Aliendarstellerin war wirklich mies, stand stocksteif da und sagte ihren Text auf wie eine Anfängerin. Ich schwankte zwischen "Durchschnitt" und "Ausreichend" und habe mich dann für "Ausreichend +" entschieden. Immerhin, diesmal machte die Zahl der Companions Sinn, weil gleichzeitig in mehreren Ländern Spuren gesichert werden sollten.

    Nirgendwohin. Jack war nur mal kurz da um diese Prophezeiung verkünden. Woher genau Jack von diesem "lone Cyberman" wusste und warum dieser seinen Willen nicht haben sollte, erfährt man in der Staffel nicht, und dementsprechend garantiert nie. Meine Theorie dazu: Es stand halt so im Drehbuch.

    Da hast du jetzt minimal gespoilert, obwohl ich auch nicht ersthaft mit einer ausgeklügelten Planung gerechnet hatte :D

    Am Anfang ist die Szene, in der die Omma die Stricknadeln aus der Hand geschossen bekommt, weil der Judoon sie für Waffen hält, ein Highlight, das mir in Erinnerung bleiben wird. Überhaupt die Judoon: bin mir sicher, dass der Erfinder dieser Spezies irgendwann mal ein großes Problem mit der Polizei gehabt haben muss, zumindest einem äußerst humorlosen Vertreter derselbigen.


    Der Rest hinterlässt bei mir ein so großes Fragezeichen, dass ich eine Bewertung vorerst verschiebe (ich lese oben, dass es schon Anderen so ging). Ob die Doppelung der Doktorin eine geniale Idee oder beknackte Verwirrungsmaßnahme ist, sollen mir die nächsten Folgen erst mal zeigen. Das gilt auch für den Auftritt von Jack: bedeutender Beitrag für den Storyarc, oder doch bloß ABM für einen arbeitslosen ex-Torchwood-Darsteller? Mein Eindruck war zwar wie der von Kaoru ("drei Tage vor Drehbeginn stand Jack noch nicht mal im Script"), aber mal sehen, wo das im weiteren Staffelverlauf hinführt. Außer zu dem Kübermann.

    Konnte das erste Mal in dieser Staffel mit "Gut" abstimmen, das war ein solides Who-Abenteuer. Tesla/Edison war als historisches Thema interessant, die Monster hatten einen Grund, Leute zu entführen, und die Inszenierung war spannend. Die Companions fügten sich ziemlich gut ein, statt wie Fremdkörper zu wirken. Wirklich gelungen diesmal.

    Versuche, nette Planeten zu besuchen, legten bald die Probleme des vermeintlichen Paradieses offen; das reicht von "The Leisure Hive" bis zu "New Earth". Auch diesmal auf Tranquility ist es mit der Entspannung vorüber, bevor sie begonnen hat. Es langt jedoch nur zu einer billigen Predator-Hatz. Positiv anzumerken: die Anspannung und Improvisation der Doktorin ließ Jodie wesentlich mehr wie eine Tennant-Nachfolgerin wirken als die meisten Episoden der vorigen Staffel; sie ist glaubhafter in der Rolle als sonst meistens. "Ausreichend."

    Trotz der Länge als Doppelfolge wirkte "Spyfall" noch gehetzt. Ein bißchen im 19.Jahrhundert, ein bißchen im 20., zurück ins 21., den Plan des Masters und der Ampelmännchen vereiteln, schnell Gäste wieder zurückbringen in ihr Jahrhundert, ihr Gedächtnis löschen ohne Blitzdings, dann noch kurz nach Gallifrey... Etwas viel.
    Gute Gastdarsteller und mehr Atmosphäre als im 1.Teil möchte ich trotzdem hervorheben. Die Szenen aus WW II erinnern ein bißchen an bessere Zeiten ("The Empty Child"), obwohl es historisch eigenwillig war, das zerbombte London durch ein zerbombtes Paris ersetzen zu wollen. Dem Drehbuchautor fiel gerade noch rechtzeitig eine Ausrede ein, warum der Master Nazi spielen darf trotz mangelnder Blauäugigkeit. "Spyfall" erzeugt immerhin etwas Spannung im Hinblick auf kommende Episoden und erfüllt damit seinen Auftrag als Saisonstart. "Durchschnitt".